Inflation & Deflation - Stammfaden

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 14.09.2021, 18:06

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Argentum Amicum
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VfL Bochum 1848 hat geschrieben:
14.09.2021, 08:06
Die im untenstehende Artikel genannten Fakten finde ich wirklich erschreckend! Eigentlich sollte so was durchaus Stoff im Schulalltag sein, gerade heutzutage ist ein Grundwissen in diesen Bereichen meines Erachtens für den Vermögensaufbau und die Sicherung desselben essentiell.


Kein Plan von Aktien und EZB

Studie: Jugend schwächelt bei Finanzwissen

Wirtschafts- und Finanzthemen sind für junge Erwachsene keine Schwerpunkte im Leben, zumindest kennen sich einer Studie zufolge die wenigsten von ihnen bei Begriffen wie Aktien, EZB oder Inflation aus. Mitverantwortlich für die Wissenslücken soll das Bildungssystem sein:

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Studie-J ... 01372.html


Zitat aus dem verlinkten Artikel:
Mit dem Begriff Inflationsrate können einer Kantar-Erhebung im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) zufolge 44 Prozent der 14- bis 24-Jährigen nichts anfangen. Gut zwei Drittel (68 Prozent) haben demnach keine oder eine falsche Vorstellung davon, wofür die Europäische Zentralbank (EZB) zuständig ist. Immerhin knapp ein Drittel (31 Prozent) kann nicht erklären, was eine Aktie ist.
Danke für's Teilen des Artikels @VfL Bochum 1848. smilie_01

Leider, leider ist das tatsächlich die Realität.
Wenn wir in den vergangenen Jahren Praktikanten oder Berufseinsteiger an Bord genommen haben, waren wir immer sehr erschrocken, welches Bildungsniveau da von der Schule kommt. Manchmal sind nicht mal Grundrechenarten oder einfacher Dreisatz zu erwarten. Von der mangelnden Fähigkeit, einen kompletten Brief, insbesondere ein Kundenanschreiben fehlerfrei hin zu bekommen wollen wir gar nicht erst sprechen.

Und was noch schlimmer ist: Eine meiner Firmen ist u.a. in der Erwachsenenbildung tätig und wir vermitteln hier Wissen in ganz speziellen Bereichen der finanziellen Bildung, Wirtschaftswissen etc., insbesondere für Investoren.
Unter unseren Klienten sind auch Berufsgruppen wie Ärzte, Handwerksmeister, Architekten etc., die in Ihrem beruflichen Fachgebiet tatsächlich sehr gut sind.
Wenn wir dann jedoch mal einige mögliche Szenarien aus der Praxis besprechen, gelangen wir selbst bei dieser Klientel schon bei für uns zum Standard gehörenden Renditeberechnungen oder der Planung, welche Auswirkung Entscheidung x oder y auf die persönliche Steuerbelastung haben, sehr schnell an Grenzen. Unfassbar eigentlich, denn das sind ja alles keine "Sonderschüler" (nicht abwertend gegenüber Sonderschülern gemeint), sondern zumeist studierte Mitmenschen.

Will heißen: Fast alle, nicht nur unsere Kids haben aus unserer Sicht einen enormen Nachholbedarf, was finanzielle Bildung angeht.
Und: Die meisten überschätzen sich selbst gnadenlos, was Ihren Wissenstand angeht.
Das sind zumindest unsere Erfahrungen.
Viele Grüße
Argentum Amicum

Beitrag 15.09.2021, 07:30

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VfL Bochum 1848
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@Argentum Amicum, sehe ich auch so, danke für den interessanten Bericht smilie_01 .
VfL Bochum? -Find ich gut!

Beitrag 19.09.2021, 15:14

Amenhotep IV
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Stimme Argentum Amicum vollumfänglich zu.

Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben einen erschreckend niedrigen Bildungsstand.
Und der hat sich in den gut 18 Monaten seit Corona noch einmal deutlich verschlechtert.
Es wurde und wird immer viel von Investition in Schulen und in Bildung geredet.

Doch genau das Gegenteil ist die erschreckende Realität. Viele Schulen speziell in den kleineren Gemeinden und auf dem Land sind extrem marode und veraltet. Teilweise mussten sogar schon Schulen und Kindergärten schließen, weil die Bausubstanz total verrottet, die Wände total verschimmelt, die Fenster und Dächer undicht und mangelhafte bzw. kaum funktionierende und total veraltete sanitäre Einrichtungen vorhanden sind. Mit den Heizungsanlagen sieht es oftmals nicht besser aus. So etwas höre ich im Freundes, Bekannten und Kollegenkreis sehr häufig.

Das sind Mängel die im Prinzip nicht hinnehmbar sind. Im Frühjahr zu Beginn der dritten Coronawelle hat man seitens der Politik viel diskutiert über Einbau von modernen Lüftungssystemen und Luftfiltern in den Schulen. Ich weiß nicht wie es in den einzelnen Bundesländern aussieht, in Niedersachsen ist im Grunde genommen diesbezüglich so gut wie nichts passiert. Nun kündigt sich allmählich wieder die kältere Jahreszeit der beginnenden Herbst- und Wintermonate an. Und das bedeutet oftmals wieder etliche Schulausfälle wegen defekten Heizungen und mangelhaften Lüftungssituationen. Zu meiner Schulzeit vor ca. 45 Jahren hat es damals kaum Unterrichtsausfälle aus verschiedensten Gründen gegeben. Wenn ich das heute betrachte und mich mit Kollegen und Eltern unterhalte fallen so gut wie wöchentlich teils mehrere Unterrichtsstunden aus, die nicht nachgeholt werden. Das ist selbst für viele Schüler teils frustrierend. Noch dazu kommt dass viele Lehrer mit der Gesamtsituation überfordert sind und teilweise sogar resigniert haben. Daher verwundert es mich kaum, dass es mit unserem Bildungssystem permanent bergab geht.
ECHN PH AEGYPT BC MCCCLI - BC MCCCXXXIV

Beitrag 19.09.2021, 15:39

puffi
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Echnaton

Erinnere dich an "weise Worte kluger Köpfe":

"Das Hauptproblem einer Erziehungsreform sind die Lehrer" (Mao).

Was das Seitenlange beklagen allerdings mit Inflation und Deflation zu tun hat erschließt sich mir nicht. Vielleicht muss ich mal bei AA zu Schule gehen...........

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