Die Inflation lässt sich nicht bändigen

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 15.12.2011, 22:21

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Waschel
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Abend,
habe eben einen interessanten Artikel in der Presse gelesen:
Die Preise steigen in Österreich viel stärker als im EU-Schnitt. Der Wocheneinkauf wurde um fast sieben Prozent teurer. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent.
Zuerst die schlechte Nachricht: Der sogenannte „Miniwarenkorb“ ist im Jahresabstand (von November bis November) um 6,9 Prozent teurer geworden. Im Miniwarenkorb sind alle Produkte enthalten, die man im Laufe einer Woche (von Lebensmitteln über Benzin bis zur Miete) zum Leben braucht. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent – und das seit vielen Monaten. Ein im vorigen November verdienter Tausend-Euro-Schein war beim Wocheneinkauf zuletzt also gerade noch 931 Euro wert.
Artikel

Ich glaube fast, dieser Miniwarenkorb berechnen nur die Österreicher, oder? Wäre auch zu blöde, wenn die Leute in der EU rausfinden würden, wie hoch die tatsächliche Inflation ist... smilie_18

Beitrag 15.12.2011, 22:48

firlefanz
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Die 7% scheinen mir recht plausibel, wenn ich es für mich selbst auch nicht so wirklich prüfen kann.
Im Miniwarenkorb sind alle Produkte enthalten, die man im Laufe einer Woche (von Lebensmitteln über Benzin bis zur Miete) zum Leben braucht.
Was da alles wirklich drin ist, müsste man prüfen und nachvollziehen können.

Der aktuellen Statistik dass es in der EU nur 3% Inflation gäbe traue ich aber gewiss nicht:
http://www.goldseiten.de/content/divers ... ryid=18180

Die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo dazwischen, um die 5% als untere Grenze im Mittel sollte real sein.

Beitrag 15.12.2011, 23:02

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Fellenteee
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is doch egal was in dem Miniwarenkorb drinne ist. Es muss bei der Preisbewertung immer nur das gleiche drinne sein
Erfolgreich gehandelt mit "eu_nord"

Beitrag 15.12.2011, 23:06

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Titan
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firlefanz hat geschrieben: Die 7% scheinen mir recht plausibel, wenn ich es für mich selbst auch nicht so wirklich prüfen kann.
Im Miniwarenkorb sind alle Produkte enthalten, die man im Laufe einer Woche (von Lebensmitteln über Benzin bis zur Miete) zum Leben braucht.
Was da alles wirklich drin ist, müsste man prüfen und nachvollziehen können.
Der aktuellen Statistik dass es in der EU nur 3% Inflation gäbe traue ich aber gewiss nicht:
http://www.goldseiten.de/content/divers ... ryid=18180
Die Wahrheit liegt wohl wie immer irgendwo dazwischen, um die 5% als untere Grenze im Mittel sollte real sein.
Lassen wir für den privaten Konsum die Wortwahl "Inflation" beiseite,da nicht passend von der Bedeutung des Wortes.
Seit längerer Zeit mache Ich regelmäßig Preisvergleiche für den ganz normalen Einkauf für
das tägliche Essen /Trinken.
Dazu die Preiserhöhungen,die einem in gewissen Abständen ins Haus "Flattern"
Ich komme für das Jahr 2011 auf eine Teuerung von etwa 7% für meinen Haushalt gegenüber 2010.
Da sind KEINE Dinge aus dem Haus mediamarkt o.ä. mit eingerechnet.
Für 2012 hat sich diese Zahl schon erhöht---auch diese Kurve ist nicht mehr linear... smilie_18
Fazit:
SELBER VERGLEICHEN
T.
"Das Leben ist Schwingung.Verändere Deine Schwingungen--
und Du veränderst Dein Leben"
"Die kürzesten Wörter ( ja,nein ) erfordern das meiste
Nachdenken"
Pythagoras von Samos

Beitrag 15.12.2011, 23:22

firlefanz
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Titan hat geschrieben: Lassen wir für den privaten Konsum die Wortwahl "Inflation" beiseite,da nicht passend von der Bedeutung des Wortes.
Seit längerer Zeit mache Ich regelmäßig Preisvergleiche für den ganz normalen Einkauf für
das tägliche Essen /Trinken.

...Fazit:
SELBER VERGLEICHEN
T.
Ich vergleiche das bsher nicht mit eigenen Statistiken. Du bestätigst es ja durch Deine Betrachtungen.

Zeigt doch dass mein Bauchgefühl gepaart mit grober Beobachtung nicht all zu falsch liegt.

% Hin- oder her...

Die Tendenz geht in die Richtung. Mir fällt es immer auf, wenn die Würstchen an der Bude plötzlich mal 10-30ct teurer werden, oder auch der Bäcker eben mal 3-5ct mehr für das Brötchen verlangt.

Beitrag 16.12.2011, 02:13

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woku2912
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Waschel hat geschrieben:Abend,
habe eben einen interessanten Artikel in der Presse gelesen:
Die Preise steigen in Österreich viel stärker als im EU-Schnitt. Der Wocheneinkauf wurde um fast sieben Prozent teurer. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent.
Zuerst die schlechte Nachricht: Der sogenannte „Miniwarenkorb“ ist im Jahresabstand (von November bis November) um 6,9 Prozent teurer geworden. Im Miniwarenkorb sind alle Produkte enthalten, die man im Laufe einer Woche (von Lebensmitteln über Benzin bis zur Miete) zum Leben braucht. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent – und das seit vielen Monaten. Ein im vorigen November verdienter Tausend-Euro-Schein war beim Wocheneinkauf zuletzt also gerade noch 931 Euro wert.
Artikel

Ich glaube fast, dieser Miniwarenkorb berechnen nur die Österreicher, oder? Wäre auch zu blöde, wenn die Leute in der EU rausfinden würden, wie hoch die tatsächliche Inflation ist... smilie_18

Ich denke eher, dass der verdiente Schein bereits im vorigen November den Wert = 0 hatte! :lol: :lol:
erfolgreich gehandelt: ja

Beitrag 16.12.2011, 07:54

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Goldhamster79
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Die Preise steigen in Österreich viel stärker als im EU-Schnitt. Der Wocheneinkauf wurde um fast sieben Prozent teurer. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent.
Zuerst die schlechte Nachricht: Der sogenannte „Miniwarenkorb“ ist im Jahresabstand (von November bis November) um 6,9 Prozent teurer geworden. Im Miniwarenkorb sind alle Produkte enthalten, die man im Laufe einer Woche (von Lebensmitteln über Benzin bis zur Miete) zum Leben braucht. Die tatsächlich erlebte Inflation liegt in Österreich also bei knapp sieben Prozent – und das seit vielen Monaten. Ein im vorigen November verdienter Tausend-Euro-Schein war beim Wocheneinkauf zuletzt also gerade noch 931 Euro wert.
Die fehlende Quellenangabe ist http://diepresse.com/home/import/seite1 ... -baendigen

Danke fürs Einstellen, das sind doch mal realistische Werte.
Falls Sie in einem Land leben, in dem Sie für das Fischen ohne Anglerschein bestraft werden,
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman

Beitrag 16.12.2011, 08:22

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Pinguin
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Die offiziellen Preiststeigerungsraten sind aus vielfach diskutierten Gründen weitgehend für Katz. Wenn man sich rein nur mal einen Basiswarenkorb, wie ihn die meisten so oder so ähnlich kaufen würden, anschaut, dann liegt die Teuerungsrate für November bei rd. 9,9%. In den Vormonaten lag sie sogar noch höher!

http://preiszeiger.eu/news-studien/warenkorb-index/

Der Warenkorb besteht aus folgenden Artikeln:
Essigreiniger
H-Vollmilch 3,5%
Kaffee Extra
Konfitüre extra Erdbeer
Fusilli Nudeln
Würstchen im Saitling
Mineralwasser Classic
Sonnenblumenöl
Fruchtjoghurt mild Erdbeer 0,1%
Eier Hkl. A / Gr. L aus Freiland
Jodsalz mit Fluor
Salzstangen
Pfefferminztee
Frischwurst Schinken-Lyoner
Zucker-Raffinade
Deutsche Markenbutter
Butterkeks
Vollmilch-Nuss-Schokolade
Tissue Toilettenpapier 3-lagig
Pflege-Shampoo extra mild
Senf mittelscharf mit Süßungsmittel
Äpfel Braeburn, Deutschland, Kl.I
Backofen Pommes Frites
Heringsfilets geteilt in Tomatensauce
Zahncreme Sensitive
Hackfleisch gemischt
Passierte Tomaten
Cremeseife flüssig Milch & Honig
Käseaufschnitt 40/45%
Bauernmild Weizenmischbrot geschnitten

Ping :mrgreen:

Beitrag 16.12.2011, 08:31

peter
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dem Warenkorb fehlen "Energiekosten", staatliche Raubabgaben z.B. Müllgebühren, es fliesst auch nicht der Einzelhandelskundenbetrug mit den kleineren Verpackungen ein, Tankfüllung .

MFG
Peter
peter24

Beitrag 16.12.2011, 09:56

nameschonweg
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Vielleicht sollten wir mal einen eigenen Warenkorb "basteln", sozusagen den gold.de-Preisindex :)

Um den "offiziellen" Verbraucherpreisindex ranken sich viele Mythen. Allerdings gibt es selbst offiziell mehrere Warenkörbe, um u.a. auch der vom Endverbraucher gefühlten Inflation auf die Spur zu kommen. Interessante Einblicke gewährt wieder einmal Wikipedia:

http://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb
http://de.wikipedia.org/wiki/Preisindex

Es gab mal ein Tool (ich finde es über Google leider nicht mehr wieder), bei dem man sich den Warenkorb individuell zusammenstellen und als Basis für die Auswertung die erhobenenen Preise des Statistischen Bundesamtes verwenden konnte. Wenn wir das Tool wiederfinden könnten, sollten wir mal unseren eigenen Warenkorb eröffnen. Bin gespannt darauf, was da alles rein soll :)
“The greatest tragedy in mankind's entire history may be the hijacking of morality by religion.”, Arthur C. Clarke
"Papierwährungen sind die Glasperlen des Industriezeitalters"

Beitrag 16.12.2011, 09:57

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Ladon
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Also, aus dem o.a. "Warenkorb" kaufen wir auch nur einen Bruchteil ...

DAS ist ja das Problem bei diesen Dingen. Die "offizielle" Preissteigerung hat sozusagen natürlich (!) nichts mit den individuellen Kosten eines bestimmten Haushalts zu tun. Das ist Statistik - eine statistische Aussage trifft sogar ausdrücklich NICHT auf ein Individuum zu.

Das Problem (oder die absichtliche Fehlsicht?) besteht vielmehr darin, dass der "offizielle" Wert als etwas "verkauft" wird, was er schlichtweg nicht ist!
Andere gibt es schon genug

Beitrag 16.12.2011, 10:51

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Kreuzer
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Hallo,

ich weiß nicht, ob nameschonweg dieses Tool meinte. Fand es aber gar nicht so schlecht zum Rumspielen.

Rechner

Für die individuelle Berechnung sollte man sich die Mühe mit dem guten alten Haushaltsbuch mache. Finde es immer wieder erschreckend, welche Preisanstiege in gewissen Bereichen auftreten.

Beitrag 16.12.2011, 11:17

Goldmade
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Registriert: 07.09.2010, 07:09
Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes
**********************************************
Nr. 473 vom 16. Dezember 2011

***********
Seit Euro-Bargeldeinführung: durchschnittliche jährliche Teuerung bei 1,6 %
***********

WIESBADEN - Seit der Euro-Bargeldeinführung im Jahr 2002 stiegen die Verbraucherpreise bis November 2011 jährlich um durchschnittlich 1,6 % an. In den zehn Jahren davor lag die Preisänderung bei durchschnittlich + 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Dies teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich der Euro-Bargeldeinführung vor fast zehn Jahren, am 1. Januar 2002, mit. Allerdings waren Anfang der 1990er Jahre im Zuge der deutschen Vereinigung besonders starke Preisanstiege zu beobachten. In den letzten sechs D-Mark-Jahren (1996 bis 2001) lag die durchschnittliche Jahresteuerung bei 1,4 %.

Betrachtet über die gesamte D-Mark-Zeit, also von Mitte 1948 bis Ende 2001, war die durchschnittliche jährliche Inflation mit + 2,6 % höher als bislang in der Euro-Bargeldzeit.

Bestimmend für die Preissteigerungen seit Einführung des Euro waren die starken Preisanstiege an den Weltmärkten für Rohstoffe, die in Deutschland vor allem zu hohen Energiepreisen geführt haben. Die Preise für Heizöl und Kraftstoffe lagen im November 2011 um 85 % Prozent über dem Niveau unmittelbar vor Einführung des Euro. Die Strompreise stiegen im gleichen Zeitraum um rund 66 %.

Eine stabilisierende Preiswirkung ging in der Euro-Bargeldzeit bisher vor allem von den Mieten aus, die einen hohen Anteil an den Konsumausgaben der Haushalte haben. Während Anfang der 1990er Jahre noch Wohnungsknappheit im früheren Bundesgebiet und Subventionsabbau in den neuen Ländern für steigende Mieten sorgten, entspannte sich der Mietmarkt zum Ende des Jahrzehnts. Seit der Euro-Einführung stiegen die Nettokaltmieten einschließlich Wohnungsnebenkosten (ohne Haushaltsenergie) insgesamt um 12 % an.

Diese Ergebnisse beruhen auf den laufenden Preismessungen der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder in Deutschland. Für die Messung der Preisentwicklung notieren rund 600 Preiserheber in ganz Deutschland die Preise von häufig gekauften Gütern in repräsentativ ausgewählten Geschäften. Monatlich werden über 300 000 Einzelpreise erfasst.

Weitere Informationen zur Preisentwicklung vor und nach der Euro-Bargeldeinführung finden sich im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de > Themenseite Preise im Hintergrundpapier "Fast zehn Jahre Euro - Preisentwicklung vor und nach der Euro-Bargeldeinführung". Hier sind auch Informationen zur Methodik und zum Thema "gefühlte Inflation" erhältlich.


Weitere Auskünfte gibt:
Sabine Touil
Telefon: (0611) 75-3993
www.destatis.de/kontakt


************************
Die vollständige Pressemitteilung ist auch im
Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes unter
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/ ... Print.psml
zu finden.

--
Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.
--
Herausgeber: (c) Statistisches Bundesamt, Pressestelle
Gustav-Stresemann-Ring 11, 65189 Wiesbaden
Telefon: +49 (0) 611 / 75 - 34 44, Telefax: +49 (0) 611 / 75 - 39 76
www.destatis.de/kontakt
--
Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr
und freitags von 8 bis 15 Uhr.



Destatis gibt einen Newsletter heraus, den viele Presseleute benutzen und der eine Unzahl von Erhebungen veröffentlicht. Ich lass das meistens so an mir vorbeirieseln, weil mich manchmal weder die Zahlen alleinstehender Mütter noch der durchschnittliche Bierumsatz Deutschlands interessieren, aber bei der Vielzahl der Statistiken zeichnet sich manchmal doch ein Trend ab, beispielsweise bei Außenhandelsumsätzen, Neuwagenzulassungen etc.

Man kann Zahlen fälschen, man kann viele Zahlen sehr lange fälschen, aber man kann nicht alle Zahlen für immer fälschen, ohne dass es auffällt.

Gruß Goldmade

Beitrag 16.12.2011, 11:33

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Ladon
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Goldmade hat geschrieben:...
Man kann Zahlen fälschen, man kann viele Zahlen sehr lange fälschen, aber man kann nicht alle Zahlen für immer fälschen, ohne dass es auffällt.
...
Ja, das meine ich. Wobei es dabei gar nicht um "bewusste Fälschung" von statistischen Zahlen geht, sondern um die Darstellung nach außen!
Die "offiziellen" Zahlen mögen nicht dem entsprechen, was der einzelne direkt verspürt, trotzdem haben diese Zahlen aufgrund ihrer "Standardisierung" über längere Zeiträume Aussagekraft..

Die (absichtliche?) Verwirrung entsteht schon dadurch, dass (siehe diese Pressemeldung) munter zwischen der ABSOLUTEN Steigerung innerhalb eines Zeitraums und der kumulierten jährlichen Steigerung (z.B. 12% innerhalb von 10 Jahren - das entspricht einer jährlichen Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von 1,14%) hin und her gesprungen wird.
Logisch, dass das Verwirrung stiftet.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 16.12.2011, 11:52

Goldmade
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Ich hab über lange Sicht die Erfahrung gemacht, dass Volkes Bauch schon ziemlich genau weiß, was gehauen und gestochen ist.

Allerdings...bei Guttenberg hats jämmerlich versagt. :evil:

Beitrag 16.12.2011, 12:00

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Ladon
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Goldmade hat geschrieben:Ich hab über lange Sicht die Erfahrung gemacht, dass Volkes Bauch schon ziemlich genau weiß, was gehauen und gestochen ist.
...
Naja, klar - über sich selbst, bzw. die eigenen Finanzen, hat man in aller Regel natürlich den Überblick.
... und wenn von 100 Leuten 90 sagen, dass ihre grundsätzlichen Ausgaben (Nahrung, Wohnen, Energie) stärker steigen als die "offiziellen" und allgemeinen (!) Preissteigerungszahlen dies (fälschlich oder missverständlich?) nahelegen, dann ist das für sich natürlich auch schon wieder eine aussagekräftige "Statistik" ;-)
Andere gibt es schon genug

Beitrag 16.12.2011, 15:20

Topas
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Ist schon Wahnsinn, wie offizielle und gefühlte Preissteigerung auseinanderdriften.

Aber wie geht's weiter? Eigentlich müsste man ja quasi mit der Nadel in den Schuldenballon reinstecken, um die Luft rauszulassen... Also Zahlungsausfälle ( sind ja nicht nur Staaten, die Schulden gemacht haben) ... Das liefe dann aber auf eine Deflation raus oder würde zumindest die Inflation eindämmen ...

Beitrag 16.12.2011, 16:14

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thEMa
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Registriert: 19.10.2010, 15:04
Ich mag den Ausdruck "gefühlte Inflation" nicht, da ihm so etwas subjektives und vor allem so etwas unsachliches, an der Realität vorbeigehendes anhaftet. So eine Art emotionale Täuschung.

Dabei kann man durchaus sachlich und ganz real feststellen, dass die Teuerung der Güter, die lebensnotwendig sind (Lebensmittel, Energie, Gesundheit etc.) viel höher ist, als die der "Nice to Have" Güter (Unterhaltungselektronik, Pauschalreisen etc.), auf die man zur Not auch mal verzichten kann ohne gleich im wörtlichen Sinne den Gürtel enger schnallen zu müssen.
Für die, bei denen es schon knapp ist, gibt's kein Entrinnen. Die können ja schlecht mehr Fernseher kaufen um ihre persönliche Inflationsrate zu senken. smilie_08
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 16.12.2011, 21:10

Kristo
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Registriert: 16.12.2011, 16:28
Wohnort: 36145 Hofbieber
Wie kommt man zu einer Inflation von 2% im Jahr?

Ganz einfach, hier ein Rechenbeispiel wie der Warenkorb funktioniert:
Im Jahr 2010 kostete ein Computer im Standartkaufhaus EUR. 1.000.-
(Rechenleistung 1 GHZ Prozessor)

Im Jahr 2011 kostete ein Computer im Standartkaufhaus EUR. 1.200.-
(Rechenleistung 2 GHZ Prozessor)

Frage: Um wie viel Prozent sind Computer teurer geworden von 2010 bis 2011

Antwort eines Normalsterblichen 8) : Der Computer ist 20 % teurer geworden.

Antwort eines Bankers, Politikers, od. Gangsters :evil: : Der Computer ist im Jahr 2011
40 % billiger geworden.

Und hier ist die Rechenlösung für 2010: 1000 EUR/ 1 GHZ = 1000 EUR/GHZ
Und hier ist die Rechenlösung für 2011: 1200 EUR/ 2 GHZ = 600 EUR/GHZ
Ist also 400 EUR/GHZ billiger geworden, macht 40 %

So wird eine Sache 40 % billiger, auch wenn man nur Word-Anwender ist!
Mischt man die „Ersparnis“ ,mit den Lebensmittel, Benzin, Dienstleistungen usw., dann kann man sehr gut 2 % ausrechnen. smilie_14

Beitrag 16.12.2011, 23:55

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Argentum13
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Beiträge: 861
Registriert: 18.05.2010, 20:50
Wohnort: Ostwestfalen
Es ist wie mit den Arbeitslosen: da packt man ein paar 100000 in Umschulungs- und Fortbildungsmaßnahmen, parkt sie irgendo im Nichts ...und schwupp, gibt es ein paar 100000 Arbeitslose weniger.

So funktioniert's auch mit der Infla-Rate: Sie darf immer nur ein bisserl über der "Geldwertstabilität" von 2% liegen - das Wort ist ja schon mal eine Lüge. Mit dieser Vorgabe wird gerechnet und getrickst, Warenkörbe verändert etc.pp - und schon hat man das gewünschte Ergebnis.

Der Mainstream kennt ja kaum noch einen wirklich ehrlichen und aufdeckenden Journalismus, da fokussiert man sich lieber auf ein paar Skandälchen, die sich gut verkaufen lassen und die die Auflage oder Zuschauerquote steigern.

Ansonsten heißt auch hier die Botschaft: Alles läuft gut - unsere Politiker schaffen das schon.

Hab gestern eine Sendung im ZDF zu "Selbstversorgern" gesehen, die sich Vorräte zulegen und in EM investieren.
Fazit des Beitrags: Diese Leute sind Spinner, Geschäftemacher und haben einen Haschmich - ein Psychologe hat auch gleich erkärt, warum sie nicht richtig ticken.

Leute, es ist dasselbe Lügen und Betrügen und Verar....en auf allen Ebenen. smilie_54
Erfolgreich gehandelt mit über 10 Forum-Nutzern
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