Riester Rente ja oder nein ?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 09.06.2016, 12:47

Krümel
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und immer daran denken, wenn es um die Förderung geht. 40% hören sich schön an. Aber: wer zahlt denn die Förderung? Die bezahlt der Sparer selbst über sein Steueraufkommen. Irgendwoher muss das Geld für die Zulagen schließlich herkommen. Auch wenn man es nicht selbst im eigenen Portemonnaie unmittelbar spürt. Und immer daran denken (2): wenn man mit 67 in Rente geht und 300 Euro Riester überwiesen bekommt, dann bekommt man diese 300 €uro auch noch mit 97 Jahren.

Merkt man eigentlich, daß ich erklärter Gegner der RR bin?

Beitrag 12.06.2016, 18:51

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Sapnovela
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kribelboble hat geschrieben:http://www.welt.de/politik/deutschland/ ... endig.html

Das wäre sicherlich eine Möglichkeit. Eine Gerechtigkeits und Verteilungsdebatte eine weitere.
Na das ist ja eine tolle "Alternative" zur aktuellen Regierungspolitik. Da will sich wohl jemand auf dem Weg zur Macht regierungsfähig (im Bundestag) machen. Wenn Frau Petry mehr nachdenken würde, wäre ihr aufgefallen, dass
1) das Rentenniveau bereits so stark gekürzt ist, dass ca. 40% der Rentner in die Grundsicherung fallen werden
2) das billige EZB-Geld zu einer starken Inflation bei Immobilienpreisen somit bei den Mieten geführt hat.

1 und 2 und 3 (weitere Rentenkürzungen) zusammengezählt, bedeutet höhere Sozialausgaben bei den Kommunen, denn irgendwo werden auch die Rentner mit kleiner Rente wohnen müssen. Letzendlich ist es eine Verlagerung von Kosten vom Bund zu den Kommunen. Dafür braucht kein Mensch AfD, das können CDUCSUFDPSPDGRÜNE auch schon.

Beitrag 12.06.2016, 23:12

mmjf
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Die Riester Rente ist besser als ihr Ruf denke ich. Passt halt nicht für alle. Meine Frau hat ein Guthaben von 8.000 EUR auf dem Riester Guthaben. Davon sind 2.500 EUR selbst eingezahlt und der Rest sind Zulagen für sie selbst und die Kinder.

Für mich passt die Riester Rente nicht. Soll ich die deshalb schlecht finden? Wohl kaum.
Alles wird gut.

Beitrag 13.06.2016, 09:46

Krümel
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Du solltest Dich mit dem Sinn vertraut machen, den die Riesterrente erfüllen soll. Ein Rentenmodell das für manchen Leuten keinen Sinn macht, macht keinen Sinn. Wenn reiche Menschen Prämien nicht bekommen, weil Sie die RR gar nicht nötig haben, das macht Sinn. Aber das eine Rente die vor Altersarmut schützen soll, für Menschen die von Altersarmut betroffen sind, keinen Sinn macht, DAS macht keinen Sinn.

Beitrag 13.06.2016, 22:52

mmjf
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Also ich kenne auch Leute, die drei Kinder haben und nicht viel verdienen und für diese Leute macht die RR Sinn. Der Hinweis, dass viele Rentner Grundsicherung bekommen werden und für diese die RR daher keinen Sinn macht, halte ich für verfehlt, da überhaupt nicht feststeht, wie hoch die Grundsicherung in z.B 20 Jahren sein wird.

Ansonsten erwarte ich von diesem Staat nicht, dass er wirklich für die sogenannten "Armen" da sein wird. Das war er noch nie.
Alles wird gut.

Beitrag 23.07.2017, 14:01

tzugf
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Hallo,

ein Kollege hat mich vor kurzen darauf angesprochen, dass die Bezüge einer Riesterrente wohl auf die Gesetzliche rente angerechnet werden sollen.
Weiß jemand, ob und in welchen Fällen das geschehen soll?
Wenn dem so wäre würden doch sicher alle Bezüge angerechnet (auch Betriebsrente, andere Private Renten)

Danke schonmal smilie_14 smilie_14

Beitrag 23.07.2017, 15:09

dirty old
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Ein alter Hut ist z.B. das denjenigen Rentnern die später aufgestockt werden müssen,ihre Riestereinkünfte abgezogen bekommen.Heute sind wohl viele unterwegs die sich im Augenblick ihre Beiträge vom Munde absparen,die das später bitter bereuen.Man glaubt wohl nicht wie viele Renten das betrifft.Das ist ja auch noch soooo weit weg smilie_18 .
Also Augen auf und leiber jetzt leben,(Das Konzept erinnert mich ein wenig an so manche Religion,erst mal mit Wohlverhalten in Vorleistung treten,und später dafür belohnt werden.Meist erst nach dem Tode smilie_21 .)

Schönen Restsonntag ans Forum
Grüsse!!

Beitrag 23.07.2017, 15:35

heppus123
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Das trifft in allen Fällen zu, alle Renten werden angerechnet, damit es Niemanden zu gut geht. erst recht nicht den Ärmeren! Und es soll nicht, es ist schon!

@dirty old smilie_01
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Beitrag 24.07.2017, 07:46

kribelboble
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So wie bei Hartz4 wird erst einmal das persönliche Einkommen und Vermögen herangezogen bevor etwas von uns Beitrags-/Steuerzahler dazubezahlt wird.
Erst einmal vollkommen fair und für die Steuerzahler die diese Leistungen erbringen müssen gut.
Das mindert nicht die Anerkennung einer gewissen Lebensleistung die dann durch schlechte Ausbildung, durch Schicksalsschläge teilweise unverschuldete Arbeitslosigkeit, Erziehung von Kindern, Scheidung etc. dazu führte dass Grundsicherung benötigt wird.

Ergo: Die Grundsicherung ist sowas wie Sozialhilfe im Alter und nur dann zu bezahlen wenn das restliche Einkommen bzw. das Vermögen zum Leben eingesetzt wurde und das Grundsicherungsniveau nicht erreicht wird. Und wer anders vorsorgt z.B. mit Gold der bekommt dies genauso angerechnet wie Riester.


Eure Verteufelung von Riester ist komplett einseitig. Ja - die Versicherungen und Banken bedienen sich Fett aus dem Fördertopf - ja - viele Verträge sind nicht transparent - ja - die späteren Renten sind in Euro ausgedrückt nicht sehr viel.
Aber es soll nur die 10 bis 20% Rentenabsenkung ausgleichen die wegen des demokratischen Faktors eingeführt wurde - und das auch nur zum Teil.
Für mich und meine Frau sind die (Fondgestützen) Riesterverträge Rentitemäßig super.
Ich habe nur 25% des jetzigen Wertes selbst eingezahlt, meine Frau durch ihre Kinderzulagen nur so 10% des jetzigen Wertes. Mit ist klar dass durch die Fonds auch wieder die Rendite zurückgehen kann - mein Vertrag schichtet aber nun auch schon langsam um auf Risiko-/Renditeärmere Papiere (da nun nur noch 15Jahre zur Rente bleibt) - der Wert wird gesichert.

Beitrag 24.07.2017, 08:23

heppus123
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Ja, warum nicht Riester? Zu mindest kann man doch die Förderung mitnehmen, ohne selbst großartig einzuzahlen. Beispiel: Meine Frau und ich zahlen jeder 20 € im Monat in nen Riester-Bausparvertrag, dann bekommt man noch ein paar Cents Zinsen und die volle Förderung von 154€, also wir finden es gut, den ersten Kleinen haben wir schon voll jetzt machen wir nen Neuen. Und gibt es zum Schluß dann doch nicht viel, ist es kein großer Verlust! Soll angeblich schon ab 5,- /Monat gehen.
:P
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Beitrag 24.07.2017, 08:28

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lifesgood
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... ja, bei meiner Ex-Frau hatten wir das seinerzeit für 5 € pro Monat gemacht (weil ich nichts davon halte), einfach um die Förderung wegen der Kiddis nicht zu verschenken.

lifesgood

Beitrag 24.07.2017, 09:36

kribelboble
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Und durch den Versorgungsausgleich (mit deiner Exfrau) hast du dann 50% des Vertrages bekommen. Klever ;-)

Beitrag 24.07.2017, 10:05

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lifesgood
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... hätte ich, aber da habe ich drauf verzichtet ;)

Beitrag 24.07.2017, 15:37

Souvereign
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kribelboble hat geschrieben:So wie bei Hartz4 wird [bei der Grundsicherung] erst einmal das persönliche Einkommen und Vermögen herangezogen bevor etwas von uns Beitrags-/Steuerzahler dazubezahlt wird.
Guter Beitrag. Als Ergänzung möchte ich noch folgendes liefer: Künftig sollen freiwillige Zusatzrenten (u. a. auch Riester) bis zu ~ 200 Euro nicht auf die Grundsicherung angerechnet werden.

Quelle: https://www.bundesregierung.de/Content/ ... tiver.html

Beitrag 24.07.2017, 15:49

Souvereign
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Krümel hat geschrieben:Du solltest Dich mit dem Sinn vertraut machen, den die Riesterrente erfüllen soll. Ein Rentenmodell das für manchen Leuten keinen Sinn macht, macht keinen Sinn. Wenn reiche Menschen Prämien nicht bekommen, weil Sie die RR gar nicht nötig haben, das macht Sinn. Aber das eine Rente die vor Altersarmut schützen soll, für Menschen die von Altersarmut betroffen sind, keinen Sinn macht, DAS macht keinen Sinn.
Die Riesterrente wurde nicht - wie immer wieder gern und falsch behauptet - für die "Armen" eingeführt. Die Riesterrente wurde für alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eingeführt um den demographischen Faktor auszugleichen. 2001 wurde das Rentenniveau eines "Otto-Normal-Rentners" (im Amtssprech "Eckrentner") von 70 auf 67 Prozent abgesenkt. Um dann Anreize für eine private freiwillige Zusatzvorsorge zu schaffen wurde die "Riester"-Rente eingeführt.

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