Warum Merkel die Ukraine boykottiert

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 01.05.2012, 08:41

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999.9
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Ist ja schon interessant zu sehen, dass fast genau einen Monat vor Start der EM nun die arme Julia Timoschenko werbewirksam in den Hungerstreik geht und das ein nahezu weltweites Medienecho auslöst. Unsere Bundeskanzlerin wird wahrscheinlich die EM in der Ukraine boykottieren. Da fragt man sich, ob das zeitlich alles nur Zufalle sind oder ob da mehr dahinter steckt.

Nun es steckt sogar eine ganze Menge mehr dahinter: Wiktor Janukowitsch, der gewählte Präsident der Ukraine will zwar in die EU, aber nicht in die NATO, wie es die Amerikaner gerne hätten und mit der NATO-Ukraine-Charta bereits vor Jahren geschickt vorbereitet haben.

http://de.wikipedia.org/wiki/NATO-Ukraine-Charta

Julia Timoschenko und die "orangene Revolution" war ja durch NGO´s, die von der amerikanischen CIA finanziert wurden massiv unterstützt worden, um dieses Vorhaben weiter voranzutreiben. Da passt es ja absolut ins Bild AUSGERECHNET zur EM massiv Stimmung gegen die Methoden der Ukraine im Falle Timoschenkos zu machen.

In Wirklichkeit geht es unserer Kanzlerin nicht um Menschenrechte (sonst könnten wir unsere deutschen Waren nicht mal mehr in die EU exportieren!), es geht um den NATO-Beitritt der Ukraine, der von Seiten der amerikanischen Diplomatie massiv eingefordert wird. Mich würde es gar nicht wundern, wenn Janukowitsch so weit erpresst wird, dass er entweder dem NATO-Beitritt zustimmt, oder sein Land mit einem Embargo "wegen Verletzung der Menschenrechte" international bestraft wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Janukowitsch
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Beitrag 01.05.2012, 12:18

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Sapnovela
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Vielleicht wollen sie alle nur Reisekosten sparen... im Rahmen der Austeritätspolitik. smilie_10

Beitrag 01.05.2012, 12:27

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AuCluster
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IRONIE-MODUS ON

Hier hätte Janukowitsch von Saddam lernen können. Oppositionelle gehören erschossen! Nur dann sind sie wirklich ausgeschaltet, man wird nie wieder was von ihnen hören. Hätte er den Rat von Saddam angenommen, hätte er sich das ganze Theater ersparen können.

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Beitrag 01.05.2012, 13:06

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Argentum13
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@999,9

smilie_01 Teile deine Einschätzung des Ukraine-Problems.

Hab vor ein paar Monaten in einem Buch von Scholl-Latour (muss mal nachschauen, in welchem smilie_08) über das Wirken der NGOs in der Ukraine und anderswo gelesen. Auch über die finanzielle Unterstützung, die diese NGOs "aus dem Westen" erfahren. Das passt gut zu den Methoden der Destabilisierung 'unliebsamer Regierungen / Systeme', um hernach bei Erfolg diese Staaten in die Reihen der Willigen einzuordnen.

Das ist ganz unabhängig davon, mit welchen Maßstäben man Systeme und Regierungen misst, ob es Sympathien oder Antipathieen gibt. Unter dem Banner "Mission Menschenrechte" wird weit mehr Real- und Machtpolitik betrieben, als man denkt. Einmischen in die inneren Angelegenheiten von Staaten auch als 'Wohlfühlprogramm' für unseren politisch-medialen Komplex in der BRD. Mutig zeigt man, dass man auf der Seite der Guten ist. Respekt! smilie_10
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Beitrag 01.05.2012, 13:12

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motin
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Die Julia ist auch keine heilige... Wie sie zu ihrem geschätzten Vermögen von 200 Millionen $ kommt ist auch kein großes Geheimnis. Mir tun die einfachen Menschen in dem Land viel mehr leid. Auch das Töten und Vergiften von Strassenhunden ist ein Grund mehr für mich nicht in das Land zu reisen und ein Zeichen zu setzen. Aber den Verantvortlichen geht es viel mehr ums Geld, das sie bereits in Unmengen veruntreut haben. Die EM wird der Ukraine ein Vielfaches mehr kosten als zum Beispiel in Österreich/Schweiz oder in Portugal.
bisher gehandelt: JA - siehe meine Bewertungen http://www.gold.de/forum/motin-t5160.html#113777

Beitrag 01.05.2012, 13:29

Suedwester
Der einfache Bürger durchschaut diese ganzen Machtspiele unterschiedlicher, mächtiger Interessensgruppen doch kaum. Schlimmstenfalls wird er als Kanonenfutter mißbraucht, als Stimmvieh sowieso bei jeder "Wahl" (die in Wirklichkeit keine mehr ist). Und arbeiten und zahlen darf der unmündige Bürger natürlich auch, egal, wer am Ende die Oberhand gewinnt.

Beitrag 01.05.2012, 14:04

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Sapnovela
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Die Ukraine ist sowohl für Rußland, USA als auch für die EU von strategischem Interesse. Ist doch klar, dass da mit harten Bandagen gekämpft wird.

Ohne die Ukraine kann Rußland keine strategische Übermacht in Süd- & Osteuropa sowie am schwarzen Meer mehr entwickeln. Rußland ist bis auf die kleine Kaliningrader Enklave und die Grenzen in Nordeuropa (Baltikum & Finnland) kein Nachbar der EU und um die Pufferstaaten Weißrußland, Ukraine, Moldaurepublik wird dementsprechend hat gerungen. Als Mitglied von EU und NATO trüge die Ukraine zu einer Umklammerung von Rußland bei, die man in Moskau fürchtet und in Washington anstrebt. Die Ukraine ist die Transitstrecke zwischen Zentraleuropa und dem Kaukasus.

Überdies hat Rußland ein kritisches Problem mit dem Bevölkerungsrückgang, es ist kaum anzunehmen, dass Rußland mit seiner schrumpfenden Bevölkerung die asiatischen Weiten gegenüber den dortigen Großmächten lange wird behaupten können. Da sind die 45 Millionen Einwohner der Ukraine eine willkommene Verstärkung, zumal unter ihnen viele Russen leben.

Zur Zeit versucht Janukowytsch sein Land in eine Äquidistanz zu Rußland und der EU zu führen... was am Ende nichts anderes heißt, als das er sich kaufen lassen will. Entweder die EU zahlt die Gasrechnungen oder man bindet sich an Moskau. Die Spannungen zwischen der EU und Janukowytsch sind übrigens nicht neu, das läuft bereits seit der Inhaftierung von Fr. Timoschenko.

Beitrag 01.05.2012, 15:20

Goldfan 1Oz
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Es ist sehr komplizirtes System-Ukraine.
Die Regel 1 mach die Taschen voll wenn du an der Macht bist.
Die Regel 2 demonstriere und wälle den der am meisten bezahlt.(die Menschen haben kein Geld und keine Arbeit)
Die Gesetze ändern sich täglich. Heute investirst du in eine Fabrik, morgen wird mann dir weg nehmen.
An der Macht sind nur verwandte vom Presidenten. Keiner von den mächtigen hat was gutes für die Ukraine getan.
Bei uns sagt mann: Hast du schon mal pimmel eine Mücke gesehen(NEIN) und Politik ist noch dünner

Hier sprechen 25 Jahre Erfahrung!!!!(20-SowietUnion und 5-Ukraine)
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Beitrag 01.05.2012, 17:56

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Butterblume
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Pünklich ein paar Monate vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking brach damals auch die Menschenrechtsdebatte los. Das gleiche Schauspiel wird jetzt mit der Ukraine aufgeführt. Geht es dabei wirklich um die Menschenrechte, oder um andere Dinge wie z.B. die Gaslieferungen, Macht, etc..?

Beitrag 01.05.2012, 18:07

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Sapnovela
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Ungewohnt deutliche Kritik kam auch aus Russland: Präsident Dmitri Medwedew sagte bei einem Treffen mit Menschenrechtlern, die Inhaftierung der Oppositionsführerin sei „völlig inakzeptabel“ und werfe einen tiefen Schatten auf das Nachbarland.

http://www.handelsblatt.com/politik/deu ... alse#image

Beitrag 01.05.2012, 18:45

Goldfan 1Oz
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Nur das ist kein Geheimnis das die Wallen von Janukowitsch hat Kreml finanziert. Und um sich zu bedanken hat Janukowitsch den vertrag mit Kreml über die Stazionierung von Russischen Schieffen in Krim um 100 Jahre verlengert und ganze Ukrainische Volk für weitere 100 Jahre an Russland versklavt.
smilie_08
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Beitrag 03.05.2012, 07:23

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999.9
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Fragt sich nur, ob die Ukraine in der NATO nicht eher auch versklavt worden wäre, nur halt von den Amis.
Russland und die Ukraine hatten stets ein enges Verhältnis. Dass Putin eine weitere Einkreisung seines Landes durch die US-Truppen verhindern will ist logisch.

Übrigens standen sich im Kaukasus-Krieg die russische Schwarzmeerflotte und einige US-Zerstörer genau gegenüber. Ein Schuss von einem beteligten Schiff hätte einen großen Krieg bedeuten können.

Die Kapitäne gaben sich Lichtzeichen, dass sie sich gegenseitig nicht angreifen werden.

:idea:
http://m.faz.net/aktuell/politik/auslan ... 80613.html
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Beitrag 03.05.2012, 08:28

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Sapnovela
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999.9 hat geschrieben:Fragt sich nur, ob die Ukraine in der NATO nicht eher auch versklavt worden wäre, nur halt von den Amis.
Russland und die Ukraine hatten stets ein enges Verhältnis. Dass Putin eine weitere Einkreisung seines Landes durch die US-Truppen verhindern will ist logisch.

Übrigens standen sich im Kaukasus-Krieg die russische Schwarzmeerflotte und einige US-Zerstörer genau gegenüber. Ein Schuss von einem beteligten Schiff hätte einen großen Krieg bedeuten können.

Die Kapitäne gaben sich Lichtzeichen, dass sie sich gegenseitig nicht angreifen werden.

:idea:
http://m.faz.net/aktuell/politik/auslan ... 80613.html
Die USA haben nach dem Vertrag von Montreux nicht das Recht mehr als 15.000 Tonnen an Schiffen im schwarzen Meer zu stationieren, weil sei kein Anreinerstaat sind. Angesichts der russischen Schwarzmeerflotte, die zwar alt aber groß ist, wäre es sehr, sehr dämlich nur an einen Schuss zu denken... die USA führen nur gegen materiell unterlegene Gegner Krieg... sonst läuft man ja noch größere Gefahr zu verlieren.

Beitrag 03.05.2012, 09:01

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999.9
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Die USA hatten damals auch ein Atom-U-Boot vor Ort.

Ich denke, dass die Amis damals "austesten" wollten, wie weit sie gehen können und sie waren dann doch einigermaßen überrascht, dass Putin keinen Deut von seinem harten Kurs abgewichen ist.

Angeblich waren auf den amerikanischen Kriegsschiffen ja auch nur humanitäres Zeugs wie Milchpulver und Kinderwindeln. Wer´s glaubt...
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Beitrag 03.05.2012, 09:25

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Sapnovela hat geschrieben: Die USA haben nach dem Vertrag von Montreux nicht das Recht mehr als 15.000 Tonnen an Schiffen im schwarzen Meer zu stationieren, weil sei kein Anreinerstaat sind. Angesichts der russischen Schwarzmeerflotte, die zwar alt aber groß ist, wäre es sehr, sehr dämlich nur an einen Schuss zu denken... die USA führen nur gegen materiell unterlegene Gegner Krieg... sonst läuft man ja noch größere Gefahr zu verlieren.
Und selbst das wird immer schwieriger. Zur See und in der Luft sind die Amis jeden anderen Land in der Welt weit überlegen. Aber der wichtigste Truppenteil, die Infanterie, ist immer dann unterlegen, falls eigene Verluste drohen. Der Soldat zu Fuß mit der Waffe in der Hand lässt sich nicht panzern und stellt eine ideale Zielscheibe dar. Sollte die Anzahl der Toten Amerikaner zu groß werden, ist der Krieg verloren. Da potentielle Gegner, wie der Iran, Syrien, etc. das wissen, können die sehr entspannt sein.
Vielleicht gelingt es den Amerikanern den Krieg zu privatisieren, indem Söldnertruppen die gefährliche Drecksarbeit übernehmen. Ein toter osteuropäischer Söldner wird doch niemanden in den USA interessieren, auch 10, 100, oder 1000 nicht. Sollte die Privatisierung gelingen, haben die USA wieder ein wirklich schlagfertige Truppe zu Lande, zur See und in der Luft.
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Beitrag 03.05.2012, 09:36

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Sapnovela
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Oder man setzt auf Dronen... zu Lande zu Wasser und in der Luft.

Beitrag 03.05.2012, 11:43

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Sapnovela hat geschrieben:Oder man setzt auf Dronen... zu Lande zu Wasser und in der Luft.
Das wäre die Ideallösung! Insbesondere für den militärisch-industriellen Komplex der USA!
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Beitrag 07.05.2012, 12:37

frankdieter50
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Klar, selbst der Präsident ist ja nur ne Drohne smilie_02
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