Vermögensabgabe und Zwanganleihen gefordert

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 16.07.2012, 16:16

Jupp
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Auch bei den D Anleihen ist das Problem schon absehbar. Die niedrigen Zinsen kommen ausschliesslich durch die Kapitalflucht aus der Südschiene zustande, die CDS auf die Bunds dagegen zeigen bereits Risikoniveau an, das ein AAA Rating nicht mehr rechtfertigt.

Beitrag 17.07.2012, 08:54

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Goldhamster79
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Jupp hat geschrieben:Auch bei den D Anleihen ist das Problem schon absehbar. Die niedrigen Zinsen kommen ausschliesslich durch die Kapitalflucht aus der Südschiene zustande, die CDS auf die Bunds dagegen zeigen bereits Risikoniveau an, das ein AAA Rating nicht mehr rechtfertigt.
Vollkommen richtig, danke für den Beitrag. Wir importieren die Schulden der Konsumjunkiestaaten, auch wenn deren Folgen noch vom Fluchkapitalstrom überdeckt sind.

Die Zinsen sind ein Effekt der Faktoren und nicht der angeblichen Sicherheit/Wirtschaftskraft Deutschlands. Diese irrige Wahrnehmung ist der Auslöser für die Kapitalflucht, die die Zinsen unten hält und nicht direkte Ursache und schon gar nicht realer Grund für die niedrigen Zinsen.

Goldhamster
Falls Sie in einem Land leben, in dem Sie für das Fischen ohne Anglerschein bestraft werden,
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
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Beitrag 17.07.2012, 21:58

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Argentum13
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@Jupp & Goldhamster79

So ist es - kann eurer Beurteilung nur beipflichten.

Keinesfalls ist die Situation am deutschen Bondmarkt so, dass das Zinsniveau die Solidität der deutschen Staatsfinanzen widerspiegelt. Diese Zinssituation wird aber als Gechütz pro Eurobonds benutzt werden.
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Beitrag 18.07.2012, 11:44

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Finanzielle Repression
Wie der Staat die Anleger ausquetscht

Wenn es darum geht, an Geld zu kommen, war der Staat immer erfinderisch. Bald könnten einige Folterwerkzeuge wieder zum Einsatz kommen. Das DIW schlägt Zwangsanleihen vor. Doch es gibt noch mehr Optionen.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/bo ... 91770.html

Beitrag 18.07.2012, 11:55

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Goldhamster79
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Weimers Woche
Zwangsanleihen sind Sozialismus

Das DIW bringt den Vorschlag ins Spiel, die Staatsschulden durch Zwangsanleihen zu finanzieren. Die linke Flanke der Politik ist begeistert. Dabei bedeutet die Idee den Einstieg in die kaltschnäuzige Enteignung.

http://www.handelsblatt.com/meinung/kol ... 75546.html

Beitrag 18.07.2012, 14:27

nameschonweg
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Eigentlich ist doch diese Links-Rechts-Sozi-Kapitalisten-Geschichte auch wieder nur Sommerloch-Theater. Im Kern haben doch beide Seiten nur die Umverteilung von der schaffenden auf die herrschende Klasse zum Ziel - nur das Marketing ist im demokratischen Kapitalismus besser. smilie_01

Oder anders ausgedrückt - im Kapitalismus bekommt der Ochse mehr zu fressen, damit er auf dem Feld effektiver schuften kann. In Zeiten, in denen der Bauer aber klamm ist, gehts auch beim Deluxe-Ochsen ans Eingemachte. Wenn weniger zu fressen nicht reicht, gibts halt auch mal die Peitsche.

Der Witz ist nur, wenn man da lesen muss, dass es den "Wohlhabenden" ans Fell geht - die oberen 10% mit den WIRKLICH interessanten Vermögen sind steuerlich schon lange nicht erreichbar oder spätestens jetzt so langsam am Umziehen. Die Warnung ist ja nun überdeutlich, damit auch jeder mit genug [s]Hirn[/s] Geld noch genügend Zeit zur Flucht hat. Zumindest finanziell. In Zeiten staatlicher Kälte scheinen sonnenbeschienene Steueroasen auf große Geldvermögen eine fast schon magnetische Anziehungskraft auszuüben.

Ausbaden darf es mal wieder der Mittelstand, der versucht, langfristig und über Generationen so viel auf die Seite zu schaffen, um den Kinden und Enkel mal die Flucht vor der Zinsknute zu ermöglichen. Damit aber - dank Zinseszins - nicht plötzlich nach drei Generationen niemand mehr arbeiten muss, wird mit schöner Regelmäßigkeit von den angesammelten Besitztümern abgeschöpft. Wehe dem, der in den nächsten 20 Jahren etwas zu vererben hat. Damit läßt sich ja auch schön Stimmung machen mit der Masse derer, die nicht oder nur mit geringen Erbschaften zu rechnen haben. Das werden mit fortschreitender Umverteilung auch immer mehr - und es sind alles potentielle Wähler ...
“The greatest tragedy in mankind's entire history may be the hijacking of morality by religion.”, Arthur C. Clarke
"Papierwährungen sind die Glasperlen des Industriezeitalters"

Beitrag 18.07.2012, 14:51

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Ladon
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nameschonweg hat geschrieben:Eigentlich ist doch diese Links-Rechts-Sozi-Kapitalisten-Geschichte auch wieder nur Sommerloch-Theater. Im Kern haben doch beide Seiten nur die Umverteilung von der schaffenden auf die herrschende Klasse zum Ziel - nur das Marketing ist im demokratischen Kapitalismus besser.
...
Ja, das Perfide an der Überstrapazierung der Sozialismus-Vokabel ist die Gefahr, damit zu übertünchen, dass der "große Transfer" ja am Ende nur genau dem Ziel der "Kapitalisten" in die Hände spielt: das, was wir hier meistens als "Refeudalisierung" bezeichnen. Ob "Sozialismus" oder "völlig ungezügelte Wirtschaft" - beide streben die Akkumulation von Macht und Vermögen bei WENIGEN an.

Da ist die "politische Ausrichtung" für unsereins in der Praxis doch von geringer Bedeutung.
Ich glaube nicht daran, dass Wissen uns retten kann. Das Beständige in der Geschichte sind Gier, Verblendung und eine Leidenschaft für das Blut (Cormac McCarthy)

Beitrag 23.07.2012, 13:03

Knipser
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Versteckte Billionen:Steht die Blase vor dem Platzen?

http://www.theintelligence.de/index.php ... atzen.html

carpe diem

Beitrag 25.07.2012, 15:20

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Hinter den Kulissen:
Zwangsanleihen wegen Euro-Crash
http://pit-hinterdenkulissen.blogspot.d ... crash.html

Beitrag 26.07.2012, 09:41

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Kommentar zur Reichensteuer
Nennt es doch Servicepauschale

Im Streit um eine Zwangsabgabe für Reiche sollte es nicht um Solidarität gehen.
Sondern um wohlverstandene Eigeninteressen.

http://www.capital.de/steuern-recht/:Ko ... 46702.html

Beitrag 03.08.2012, 16:49

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Reichensteuer und Co.
Angriff der Umverteiler

Vermögensabgabe, Reichensteuer, Zwangsanleihe: In der Schuldenkrise sollen die Wohlhabenden helfen, die Staatshaushalte zu sanieren - diese Forderung von Opposition und Gewerkschaften findet immer mehr Anhänger. Deutschland steht vor einem neuen Umverteilungskampf.

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 48060.html

Beitrag 04.08.2012, 04:21

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Reichensteuer
Der Erfolgreiche ist in Deutschland der Dumme

In Zeiten der Schuldenkrise wird der Ruf nach Umverteilung lauter. Zwang führt auf Dauer jedoch zu Entsolidarisierung. Frank Bsirske und Co. verstricken sich in Neiddebatten und Enteignungsgelüste.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... Dumme.html

Beitrag 04.08.2012, 06:36

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Ladon
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Jaja, die Mainstream-Medien. Von wegen "die Erfolgreichen" ...

Komisch, dass man nirgends liest, dass es EIGENTLICH (!) darum geht, diejenigen zu "belasten", die leistungslos aufgrund der Mechanismen des Geldsystems aus dem von der Allgemeinheit geschaffenen Mehrwert alimentiert werden.
Das ist EIGENTLICH (!) gut und richtig.

Geradezu bösartig ist aber eine Vermögensgrenze von 250.000! Nicht mal in Form von "Geldvermögen" besessen, gehört man damit zu denjenigen, die ohne irgendeine Leistungserbringung automatisch immer mehr bekommen.

Weil die Medien aber nur das drucken, was ihnen Presseabteilungen und -agenturen in Form von Meldungen vorkauen, fokussiert sich die Berichterstattung (je nach politischer Coleur des Blattes) auf die - mal wieder - sogenannte "Mittelschicht". Das ist raffiniert, denn diese Mittelschicht wird "von oben" mit der Illusion, sie könne irgendwann auch zu den Systemgewinnlern gehören, ruhig gestellt (und in der vorliegenden Diskussion wird so getan, als ob jemand mit 1 Million "Vermögen" zur gleichen Liga gehören würde, wie einer mit 10 oder gar 100 Millionen, von denen ganz oben, jenseits der Milliardengrenze, ganz zu schweigen). Dass im Fall eines "Umsturzes" diese Mittelschicht überdies das bevorzugte Ziel sein wird (relativ häufig, nicht "abgeschirmt", ohne Zugriff auf Staatsgewalt oder private Sicherheitsanbieter), ist gern "akzeptiert" ... zumindest von den wirklichen Geldfeudalisten.
Ich glaube nicht daran, dass Wissen uns retten kann. Das Beständige in der Geschichte sind Gier, Verblendung und eine Leidenschaft für das Blut (Cormac McCarthy)

Beitrag 04.08.2012, 07:31

MapleHF
... das wird wohl das Problem sein.

An die richtig Reichen kommt man nicht ran, die sind zumeist auch sehr flexibel in der Wohnortwahl.

Also wird man, wenn es wirklich was bringen soll, an die Mittelschicht rangehen müssen und demotiviert damit ein weiteres mal Jene, die das Ding hier noch einigermaßen am Laufen halten.

MapleHF

Beitrag 04.08.2012, 07:37

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Fellenteee
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Ladon hat geschrieben: Weil die Medien aber nur das drucken, was ihnen Presseabteilungen und -agenturen in Form von Meldungen vorkauen, fokussiert sich die Berichterstattung (je nach politischer Coleur des Blattes) auf die - mal wieder - sogenannte "Mittelschicht".
Und wenn sie mal selbstständig etwas recherchieren kommt gleich der Druck der Politik um die MEdien zu zensieren.
(ok, themenfremd aber die Richtung ist reproduzierbar)

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 48043.html
Hellmut Königshaus zeigt ein eigentümliches Verständnis von Meinungsfreiheit: Weil ein Radiokommentar ihn scharf kritisierte, forderte der Wehrbeauftragte die "Entfernung" des Beitrags aus dem Internetangebot des öffentlich-rechtlichen Senders. Die Verantwortlichen gaben dem Druck aus Berlin nach.
Erfolgreich gehandelt mit "eu_nord"

Beitrag 04.08.2012, 07:39

alexm1003
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Ist ja klar dass die Zielgruppe von Vermögensabgaben und anderen "Reichensteuern" immer die Mittelschicht ist. Die Armen haben nicht genug, bei denen lohnt es sich nicht, und die sagen wir mal "richtig" Reichen wissen sich zu wehren so dass auch da nicht viel abgesahnt werden kann. Also wird man ab 250.000 Euro als "reich" gebrandmarkt, darf löhnen, der Pöbel applaudiert und die Politiker können noch mehr Geld aus dem Fenster schmeissen.

Beitrag 04.08.2012, 08:45

Buybuy
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Das Perverse ist doch: Man soll für seine Altersvorsorge Kohle ansparen.
Die Zinsen dafür, die unterhalb der Inflationsrate liegen, werden
besteuert. Und wenn das Geld für die Altersvorsorge reichen (von reich smilie_11 )
soll, kommt man bestimmt auch noch in den Kreis der Vermögenden - nach
linksgrüner Definition.
Also lieber alles verprassen, denn wer 1 Mio verprasst hat ist arm.
Wer 250.000 gespart hat aber reich.

Beitrag 04.08.2012, 08:52

dneef
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Buybuy hat geschrieben:Das Perverse ist doch: Man soll für seine Altersvorsorge Kohle ansparen.
Die Zinsen dafür, die unterhalb der Inflationsrate liegen, werden
besteuert. Und wenn das Geld für die Altersvorsorge reichen (von reich smilie_11 )
soll, kommt man bestimmt auch noch in den Kreis der Vermögenden - nach
linksgrüner Definition.
Also lieber alles verprassen, denn wer 1 Mio verprasst hat ist arm.
Wer 250.000 gespart hat aber reich.
Wieso denn verprassen? Wir befinden uns hier im Gold-Forum, da ist die Alternative doch wohl klar.

Beitrag 04.08.2012, 08:54

Buybuy
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Ich meinte eher, was vom "System" belohnt wird.

Beitrag 04.08.2012, 08:59

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Buybuy hat geschrieben:Ich meinte eher, was vom "System" belohnt wird.
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