Was passiert mit Gold, wenn die Wirtschaft wieder läuft?

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

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Beitrag 17.07.2012, 07:10

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Rentenempfänger
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Wohnort: FRANKEN !
Was passiert mit dem Goldpreis, wenn die Wirtschaft gegen alle (Goldbesitzer) Erwartungen demnächst wieder läuft?

Nehmen wir an wir haben hochqualifizierte Politiker, merken es nur nicht oder wir können diese großartigen Beschlüsse der Regierung in unserer kleinen Denkweisse nicht erfassen?

Wenn die politischen „Anstrengungen“ wider erwarten ins positive verlaufen.

Ging doch in D. ab er Abwrackprämie gewaltig bergauf.

Den EU-Banken stopft man Geld in den A… bis zum abwinken.

Die Kauffreude der EU-Bürger nimmt zu.

Sprich die Absatzmärkte kommen auf altes Niveau, die Wirtschaft brummt!!

Was passiert dann mit dem Goldpreis?
:shock:

Beitrag 17.07.2012, 07:22

MapleHF
... wie schafft man es, dass die Wirtschaft wieder läuft?

Meines Erachtens nur mit kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen ...

Wenn wir in die jüngere Vergangenheit zurückblicken, so hat der Goldpreis (und noch mehr der Silberpreis) unter der Rezession 2008 gelitten.

Mit den kreditfinanzierten Konjunkturprogrammen hat er dann neue Allzeithochs erreicht.

Eine brummende Konjunktur kann nicht das Verschuldungsproblem und schon gar nicht das demografische Problem lösen.

MapleHF

Beitrag 17.07.2012, 07:27

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IrresDing
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Das ist ja das Lustige an einem Leistungsbilanzdefizit (Südländer).

Je mehr man die Konjunktur treibt, desto stärker werden die Importe weiter zunehmen und sich die Defizite weiter ausbreiten.

Unter diesem Licht betrachtet ist das jüngst beschlossene "Konjunkturpaket" ein Schuss genau in die falsche Richtung.

Die Wirtschaft muss sich gesund schrumpfen und die Bürger müssen Gehaltseinbußen hinnehmen, wenn der Wechselkurs nicht geändert werden kann. Nur so gehen die Importe zurück, da die Kaufkraft der Bürger und Wirtschaft abnimmt. Es wird wieder die eigene Ware konsumiert.

Schiebst du die Konjunktur an, schiebst du die Leistungsbilanzdefizite hoch.

https://forum.gold.de/indikatoren-t5520.html

LG
smilie_06

Beitrag 17.07.2012, 07:47

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AuCluster
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Wohnort: Auf Schalke
Da eine anziehende Konjunktur die Inflation befeuert, wird der Goldpreis (wahrscheinlich) steigen. Für mich ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder Geld rausgehauen wird, um damit die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Ohne frisches Geld wird die Krise in den südeuropäischen Ländern nicht beseitigt werden können. Aber die USA müssen den Anfang machen, ansonsten fällt der Preis wahrscheinlich weiter bzw. macht eine Seitwärtsbewegung.
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 17.07.2012, 07:51

MapleHF
... wir sollten dabei auch nicht vergessen, dass der Goldpreis in Euro aktuell schon 7,2 % höher notiert als am Jahresanfang. Und erfahrungsgemäß sorgen die Herbstmonate ja eher für anziehende Kurse.

MapleHF

Beitrag 17.07.2012, 08:27

Saint251
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Nehmen wir an wir haben hochqualifizierte Politiker
Der ist gut, hab schon lange nicht mehr so gelacht!!! smilie_01
"How many good men are there per hundred, in the world? Allowing for differences in circumstances, condition and background, I should say perhaps one." Jeff Cooper

Beitrag 17.07.2012, 09:07

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HerrHansen
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Rentenempfänger hat geschrieben: Nehmen wir an wir haben hochqualifizierte Politiker, merken es nur nicht ....
in der Tat, der ist richtig gut smilie_01

Ich denke, die Probleme, die wir aktuell haben lassen sich nicht innerhalb von ein, zwei Jahren lösen. Deshalb gehe ich mal nicht von einer kurzfristigen Erholung aus. Die Probleme sind grundlegender Natur und lassen sich nur mit schmerzhaften Maßnahmen lösen. Schmerzhafte Maßnahmen gehen aber zu Lasten der vorhandener Vermögen und Anspruchshaltungen. Das wird das Problem. zu wessen Lasten wird das System zu einem Stichtag geheilt. Wohl dem, der etwas hat, von dem niemand weiß....
bisher >40 erfolgreich abgeschlossene Transaktionen

Beitrag 17.07.2012, 09:29

mini_me
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hallo,

da du dich rentenempfänger nennst, gehe ich von aus, dass du deutlich erfahrener sein wirst als ich.

dennoch, möchte ich dir dies zeigen:

Wie Herrscher Ihre Schulden wieder los wurden

fallen dir parallelen auf?

ich denke, dass so schnell kein positiver aufschwung kommen wird. vllt wird sich der goldpreis etwas senken, nachdem er zuvor immens gestiegen ist.

wobei der gesenkte preis, wohl noch immer über dem liegen dürfte, als unser aktueller goldpreis.[/url]

Beitrag 17.07.2012, 11:04

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Titan
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Rentenempfänger hat geschrieben: Was passiert mit dem Goldpreis, wenn die Wirtschaft gegen alle (Goldbesitzer) Erwartungen demnächst wieder läuft?..Nehmen wir an wir haben hochqualifizierte Politiker, Was passiert dann mit dem Goldpreis? :shock:
smilie_20 ,oh ja,was für ein Schock smilie_02
Hier meine kurze Erklärung...die deutsche Sprache ist umgangssprachlich NICHT zu übertreffen...
Was hat ein Sonnenschirm für eine Aufgabe.....SCHUTZ vor Sonnenbrand,na logo,haha
Was hat ein Regenschirm für eine Aufgabe........Schutz vor dem "Durchweichen"

Was hat ein Rettungsschirm für eine Aufgabe..na logisch....SCHUTZ VOR Rettung....
bitte selbst den Satz beenden
T.
PS: was interessiert mich der Goldpreis....ist doch nur ein Zahlenvehikel
"Das Leben ist Schwingung.Verändere Deine Schwingungen--
und Du veränderst Dein Leben"
"Die kürzesten Wörter ( ja,nein ) erfordern das meiste
Nachdenken"
Pythagoras von Samos

Beitrag 17.07.2012, 13:22

Fata.Sibyllina
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Re: Rentenempfänger:
..., wenn die Wirtschaft gegen alle (Goldbesitzer) Erwartungen demnächst wieder läuft?
Tja, woran macht man fest, dass die Wirtschaft wieder läuft? Wenn das reale Volkseinkommen steigt, der Arbeitsmarkt sich entspannt und die Staatshaushalte konsolidieren können? Ist das zu erwarten?
Ging doch in D. ab er Abwrackprämie gewaltig bergauf.
Die Exportüberschüsse führten zu Explosion der TARGET-Forderungen der Buba und somit zur Option diese entweder als „Rettungsgeste“ nach Süden zu transferieren oder bei einem Austritt aus dem EURO egal von wem gleich auszubuchen. Die Kaufkraft der Bürger ist real gesunken, die relative Preisstabilität ging zu Lasten der Produkt- und Leistungsqualität. Aus ehemaligen Arbeitslosen wurden zumeist nur befristet eingestellte Niedriglohnempfänger.
Den EU-Banken stopft man Geld in den A… bis zum abwinken.
Das verlässlichste Resultat der Gelddruckerei ist der schwächere Außenwert des EURO; viele sehen den Eurokurs künftig in Parität zum Dollar. Dies verteuert die Importpreise v.a. für Rohstoffe um ca. ein Drittel. Dadurch steigen erneut die Verbraucherpreise, aber nicht zu Gunsten höherer Margen der Unternehmen und somit einer verbesserten Beschäftigungslage der Bevölkerung, sondern die Preissteigerungen kommen überhaupt nicht Euroland zu Gute, im Gegenteil wirken sie negativ auf Unternehmensgewinne und Beschäftigung, weil Unternehmen die höhere Aufwendungen nur schwerlich allesamt auf den Verkaufspreis werden aufschlagen können.
Sprich die Absatzmärkte kommen auf altes Niveau, die Wirtschaft brummt!!
Exporteure sind hier zunächst im Vorteil, weil ihre Waren im Ausland billiger anmuten. Allerdings fallen die Unternehmensgewinne nun ebenfalls in schwindsüchtigem Euro an, und die Staatskrake mischt sich zunehmend ein. Die Unternehmer müssen also ihre eigenen Bezüge neu kalkulieren und die Cash-Bestände der Firma absichern. Zudem ist die Absatzförderung durch Kredit massiv erschwert. Weil sie die Verarmungsspirale treffsicher antizipieren, investieren die Unternehmen in Euroland weniger.
Mittelständische Unternehmen und private Haushalte sind also zunächst die Verlierer. Der Staat bekommt durch die höheren Preise mehr USt-Einnahmen, aber Schuldendienst, Rettungspakete und Wohlstandsverlust der Bürger setzen ihm zu. Die Armen kaufen nur das Nötigste, die Wohlhabenderen ziehen (heute) Ersatzinvestitionen vor und horten (morgen) zunehmend ihr Geld, die financial Repression tut ihr übriges. Der Binnenkonsum schwächt sich weiter ab. Auch die Bauern werden so schnell nicht reich, weil man ihnen mit Subventionskürzung drohen wird, wenn sie die Preise zu stark steigen lassen.
Fazit: Der Wohlstand fließt letztlich in die Drittländer ab. Die „Rettungspakete“ fördern Fehlallokation beim Kapital. Moral Hazard und Mittelstandsschwäche stärken die Oligopole, Lobbyismus und Korruption nehmen weiter zu, die Staatsquote steigt. Die EZB wird die immer mehr steigende Verschuldung so schnell nicht weginflationieren können, ohne den EURO-Außenwert total in die Tonne zu treten.
Was passiert dann mit dem Goldpreis?
Der Goldpreis in Euro wird sich immer mehr vom Goldpreis in Dollar entkoppeln, und selbst bei einem USD-Crash bzw. einer konzertierten Entwertung aller FIAT-Weltwährungen würde sich der Goldpreis von einem möglicherweise starken Kurseinbruch schnell erholen, auch weil weit und breit kein zuverlässigeres Wertaufbewahrungsmittel zu sehen ist!
So sehe ich das mal... ':?'
Sapere aude, incipe!

Beitrag 17.07.2012, 14:11

rapi
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MapleHF hat geschrieben:... wir sollten dabei auch nicht vergessen, dass der Goldpreis in Euro aktuell schon 7,2 % höher notiert als am Jahresanfang. Und erfahrungsgemäß sorgen die Herbstmonate ja eher für anziehende Kurse.

MapleHF
dem ist nichts hinzuzufügen- danke, meine beobachtung auch. (in 2011)
lg

Beitrag 18.07.2012, 07:12

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Rentenempfänger
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Das die „Gelddruckpolitik“ funktioniert, zumindest die letzten 30 Jahre zeigen die USA. Schön brav kauft die FED Wertpapiere und füttert den Markt mit Billionen..

Wenn ich dann noch so eure Meinigen sehe, Konjunkturprogramme, Aussicht auf weitere Zinssenkungen usw. ist dies eigentlich ein Signal, auf exportorientierte Aktien umzubauen. Zumindest für die Masse.
Gut mit fallendem € werden Rohstoffinporte teuerer, aber der Absatz ins Ausland wird sich wesentlich erhöhen. Made in Germany hat noch einen Namen.
Was den Goldpreis sinken lassen wird.Besonders da der Haupthandel über Papier mit nicht vorhandenen Gold abgewickelt wird. (preiswert da geringe Förderkosten smilie_02 )

Der Eurobond mit Bundeskanzler Gabriel kommt, der Aktienmarkt explodiert.

Alles bis zum dicken Ende, aber das erwartete mein Steuerberater schon 1974 täglich…..

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