BITCOIN

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Antworten

Beitrag 20.09.2017, 11:31

Benutzeravatar
Mabus
5 Unzen Mitglied
Beiträge: 58
Registriert: 05.10.2013, 18:22
lifesgood hat geschrieben:
Genau diese Frage treibt mich auch schon ein Weilchen um.

Einerseits verkauft man uns die Anonymität des Bargelds im Hinblick auf Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Kriminalität, Terrorfinanzierung usw. als großen Nachteil. Ja selbst die 500 €-Scheine werden nicht mehr gedruckt und nach und nach aus dem Verkehr gezogen, weil sie angeblich nur zur Steuerhinterziehung und Kriminalität von Bedeutung sind.

Beim Bitcoin soll das nun alles keine Rolle spielen ... kann ich persönlich mir auf Dauer nicht vorstellen. Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass man eine Tür zuzumachen versucht und die Andere offen läßt.

lifesgood
Dann müsste der TOR-Browser ebenfalls verboten werden. Ebenso Verschlüsselungstools für den E-Mail-Verkehr (könnten sich ja Terroristen verschlüsselt unterhalten). Oder Wegwerf-Emailadressen.

Bargeld ist physisch, das ist wesentlich leichter (wenn auch zu unrecht) zu diskreditieren und zu kontrollieren als das Internet.
Da Kryptowährungen keiner staatlichen Instanz zuzuordenen sind sondern "lediglich" auf dem Vertrauen von Internetusern basieren, soll denn wer dagegen was tun? Dazu müsste das Internet ähnlich wie in Mordkorea abgeschottet und zensiert werden.

Ich stelle ja gar nicht in Abrede, dass das kriminelle Potenzial hier mindestens genauso gegeben ist wie beim anonymen Bargeld oder dem anonym gekauften Gold.
Nur lässt sich diese neue Technologie wesentlich schwerer kontrollieren bzw. bietet sie bei "friedlicher" Nutzung ein enormes Potenzial (z.B. smart contract).

Meiner Meinung nach werden die Kryptos nicht mehr verschwinden, und es ist bestimmt nicht verkehrt, sich eher heute als morgen damit zu befassen und ein bisschen damit zu experimentieren.
Sicher, sie werden niemals so schön glänzen wie ein Vreneli, aber die Gute hat bestimmt nichts dagegen, zweigleisig zu fahren. smilie_16

Beitrag 20.09.2017, 11:57

Benutzeravatar
lifesgood
Gold-Guru
Beiträge: 2920
Registriert: 07.10.2012, 10:27
Wohnort: zwei
... ich denke eher, dass sich die Zentralbanken der Krypotgeschichte annehmen werden ...

Von den bisherigen, werden nur die Großen übrig bleiben.

Aber egal, für mich ist das nichts, aber ich freue mich für jeden, der damit Gewinn macht.

lifesgood
... ich bin dann mal weg.

Beitrag 20.09.2017, 13:33

Benutzeravatar
Hellweg
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 164
Registriert: 03.04.2013, 12:27
Hallo Mabus,

ich selber halte es wie lifesgood, viel Glück bei deinen Experimenten.

Für mein Rentnerdasein habe ich, so Gott will, die gesetzliche und Betriebsrente, sowie meine Ersparnisse in Gold.

Grüße Hellweg

Beitrag 20.09.2017, 15:36

Benutzeravatar
MaciejP
Gold-Guru
Beiträge: 2313
Registriert: 08.03.2012, 05:49
Ladon hat geschrieben:Die Frage: gewährt BC also nur dann Sicherheit, solange der Besitzer eines Wallets "unbekannt" bleibt?
Was verstehst du in dem Fall unter Sicherheit? Wie schon geschrieben wurde, wäre deine Transaktionsliste mit der Zuordnung deiner Bitcoin-Adresse zu deiner Identität zumindest teilweise nachvollziehbar. Dein Bitcoin ist im Sinne von Diebstahlsicherheit o.ä. aber dennoch sicher.
lifesgood hat geschrieben:Beim Bitcoin soll das nun alles keine Rolle spielen ... kann ich persönlich mir auf Dauer nicht vorstellen. Denn es ist eher unwahrscheinlich, dass man eine Tür zuzumachen versucht und die Andere offen läßt.
Die kriminelle Nutzung ist ein Problem. Die Frage ist wie immer nur, ist die Gesellschaft bereit, diese Nachteile in Kauf zu nehmen, um von den positiven Faktoren zu profitieren. Der Anteil an legaler Nutzung ist beim Bargeld auch höher und die Vorteile überwiegen die Nachteile. Genau so bei Kriminalität im Internet allgemein. Oder wir dulden auch, dass jährlich Tausende im Straßenverkehr ums Leben kommen, um dafür nicht auf den Luxus, mit motorisierten Fahrzeugen durch die Gegend zu fahren, verzichten zu müssen.

Momentan scheint mir in der Allgemeinheit noch die Idee vorzuherrschen, Kryptowährungen werden nur zu kriminellen Zwecken benötigt. Man kann nur hoffen, dass sich diese Idee nicht so weit festigt, bis die Regulierungskeule am Ende voll zuschlägt. In China ist es ja bereits so weit. Dort werden demnächst alle Krypto-Börsen dichtgemacht, der Handel gegen Fiat wird verboten. Vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis das Mining dort auch verboten wird. Meines Erachtens ist das ein deutlicher Rückschritt für China auf dem Weg in die Zukunft, da ich wie Mabus überzeugt bin, Kryptos werden nicht mehr verschwinden. Technologien, die sicherer, schneller und günstiger als die alten sind, haben sich am Ende immer durchgesetzt.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 20.09.2017, 20:01

Mehrgoldfüralle
Ich denke nicht, dass die Cryptos die Technologie sind. Sondern das ist die blockchain. Und die kann nicht verboten werden, dazu müsste man das Internet abschalten. Schwer vorstellbar. Andererseits liegen da Chancen drin, auch ohne Bargeld anonym zahlen zu können. Mal sehen, ob und wie es genutzt werden kann.

Beitrag 20.09.2017, 20:21

Benutzeravatar
Sinjawski
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 407
Registriert: 17.11.2012, 23:44
Die kriminelle Nutzung ist ein Problem. Die Frage ist wie immer nur, ist die Gesellschaft bereit, diese Nachteile in Kauf zu nehmen, um von den positiven Faktoren zu profitieren. Der Anteil an legaler Nutzung ist beim Bargeld auch höher und die Vorteile überwiegen die Nachteile.
Aber der Anteil von BitCoin Transfers in bestimmten kriminellen Bereichen ist sicher ueberdurchschnittlich hoch.
Der Einsatz von Ransomware - bezahlt werden muss hier die moegliche Entschluesselung mit BitCoins. DoS-Attacken auf Unternehmen mit anschliessender Erpressung: Du weisst nicht, ob der Geldtransfer nach Russland, Israel oder Nordkorea geht, aber die Waehrung ist in 99% der Faelle Bitcoin. Verhandel mal mit solchen Erpressern, ob sie auch Visa nehmen.

Interessant ist, dass in einigen Medien zuletzt spekuliert wurde, ob manche Ransomware des Jahres 2017 Ihren Ursprung in Nordkorea und nicht in Russland hatte. Eine gute Moeglichkeit, Devisen in ein abgeschottetes Land zu bekommen. Und kurz darauf kommt das Verbot in China: Vl. auch ein politisches Signal Chinas an Nordkorea, auch alternative Geldfluesse und Einnahmemoeglichkeiten auszutrockenen, wenn man dort nicht wieder an den Verhandlungstisch zurueckkehrt.
Half of what he said meant something else,
and the other half didn't mean anything at all.
(Rosencrantz And Guildenstern Are Dead)

Beitrag 20.09.2017, 20:38

sw_trade
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1960
Registriert: 14.02.2011, 15:52
Ab ca. 04:20 min geht's um Adressen und die einzelnen Zahlungen. Angeblich öffentlich und nachzuverfolgen. Ergo müssen doch die Adressaten bzw. Beteiligten ausfindig zu machen sein. smilie_08

Das erste Video, das bei G**gle erscheint wenn man Blockchain eingibt.
https://youtu.be/2RULFCIIVzs
"Aus Furcht zu weit zu gehen, gehen wir oft nicht weit genug."
(Reinhard K. Sprenger)

Beitrag 21.09.2017, 06:40

Benutzeravatar
tdklaus
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 261
Registriert: 30.07.2010, 10:21
sw_trade hat geschrieben:Angeblich öffentlich und nachzuverfolgen. Ergo müssen doch die Adressaten bzw. Beteiligten ausfindig zu machen sein.
Nix "angeblich", sondern, ja, klar. Und wie schon ein paar Beiträge weiter oben gesagt - der Schluß von einer Bitcoin-Adresse auf eine Person ist dann nicht mehr so einfach. Es sei denn, der Nutzer verhält sich dämlich, oder seine Verfolger betreiben entsprechenden kriminalistischen/geheimdienstlichen Aufwand. Radioaktiv markiert und Agenten mit Geigerzähler an jeder Ecke, dann kannst du auch einen 20€-Schein oder ein Vreneli verfolgen ;-)
Sinjawski hat geschrieben:Aber der Anteil von BitCoin Transfers in bestimmten kriminellen Bereichen ist sicher ueberdurchschnittlich hoch.
Super-Analyse, du suchst dir die Bereiche aus, in denen BTC verwendet werden, und argumentierst, daß dort die Verwendung von BTC hoch wäre...

Gegenargument: BTC demokratisiert nur das Verbrechen. Ein BTC-Wallet kann sich auch ein bettelarmer moldavischer Hacker angelegen. Ein hinter Scheinfirmen verstecktes anonymes Konto auf den Caymans (für eine normale Überweisung des Lösegelds) erst ein mittelgroßer Wirtschaftskrimineller, der seinen Hacker dann mit 10% abspeist. smilie_10

Oder, ernsthafter formuliert: das Problem sind die Sicherheitslücken in IT und den Menschen vor dem Rechner, Die werden nicht weniger attraktiv für Erpresser, nur weil man einen möglichen Zahlungsweg verteufelt (der sich auch noch, mit genügend Aufwand, durchaus verfolgen ließe). VISA werden die nur nehmen, wenn sie auch geklaute KK-Daten zum Auscashen haben, aber Wester Union Moneygrams schon eher.

Nicht vergessen: auch der Bitcoin.-Erpresser muß irgenwann auscashen, wenn er für seine Bits was zu Essen oder einen neuen Ferrari haben will. Und da könnte ihn das Gesetz packen - wenn es denn wollte...

Beitrag 21.09.2017, 08:56

Benutzeravatar
MaciejP
Gold-Guru
Beiträge: 2313
Registriert: 08.03.2012, 05:49
Mehrgoldfüralle hat geschrieben:Ich denke nicht, dass die Cryptos die Technologie sind. Sondern das ist die blockchain.
Wobei eine sichere dezentrale Blockchain nicht ohne eine zugehörige Kryptowährung oder etwas ähnliches funktionieren wird, denn für die Miner braucht es einen wirtschaftlichen Anreiz, die Blockchain über längere Zeiträume zu sichern.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 21.09.2017, 12:04

Mehrgoldfüralle
@MaciejP

Es müssen ja nicht Miner sein, die das Geld schaffen. Es können genausogut Notenbanken oder Behörden sein. Banken wären dann allerdings was den Zahlungsverkehr betrifft, schlicht überflüssig.

Schon wieder Edith: Sie macht mich darauf aufmerksam, dass die blockchain, verknüpft mit meinem wirtschaftlichen Lieblingssteckenpferd, dem Voll- oder Schwundgeld, eine wahrhaftige Revolution wäre. Vielleicht wollen welche die Idee mitdenken, Banken wären dann vollkommen unnötig, Investitionen müssten aus einem Pool von Sparern finanziert werden z. B. Kann auch sein, das ist eine Schnapsidee. Gegenargumente sind auch willkommen.

Beitrag 22.09.2017, 15:36

Benutzeravatar
MaciejP
Gold-Guru
Beiträge: 2313
Registriert: 08.03.2012, 05:49
Wenn Zentralbanken oder der Staat eine digitale Währung herausgeben, wäre eine Blockchain aber unnötig, das ließe sich auch über herkömmliche Datenbanken bewerkstelligen (siehe PayPal, Apple, Alipay etc.). Der "Clou" an der Blockchain ist ja gerade, dass sie dezentrale Verwaltung zulässt, also eben keine zentrale Instanz dazwischenschaltet, der man vertrauen muss. Die EZB soll angeblich bereits an einer digitalen Form des Euro arbeiten, mit dem auch Instant-Überweisungen möglich werden sollen. Da braucht es dann aber keine Blockchain für, das würde die Sache vermutlich nur ineffizienter gestalten.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 22.09.2017, 20:09

Mehrgoldfüralle
@MaciejP
(siehe PayPal, Apple, Alipay etc.
Genau. Die wären dann auch alle obsolet. Zentralbank oder Staat oder was auch immer würden das Geld herstellen, Konten führen brauchen sie ja gar nicht. Die Konten sind nur in der blockchain. Das ist doch vorstellbar, oder nicht?

Beitrag 23.09.2017, 12:55

Benutzeravatar
KROESUS
1 kg Barren Mitglied
Beiträge: 1882
Registriert: 08.01.2011, 11:41
Cryptos vereinfachen und beschleunigen internationale Zahlungen.
Und man benötigt auch keine Zentralbanken und sonstige Banken mehr.
Somit werden Zahlungen billiger.
Ob die Maechtigen etwas dagegen tun können?
Ich weiss es nicht.
Zahlungen können zwar nachvollzogen werden aber letztendlich wird man die Anwender nur packen können wenn sie den Ferrari abholen.
Durch einen zwingenden und durch den Handel zu erbringenden Herkunftsnachweis des Geldes könnten die Mächtigen mehr kontrollieren.
Im Uebrigen denke ich dass Bitcoin irgendwann weiter steigen wird denn die Gesamtmenge Bitcoins ist im Gegensatz zu Notenbankgeld begrenzt.
Da die Zahlungen auch nachverfolgt werden können ist Bitcoin für Kriminelle weniger geeignet als zum Beispiel Monero wo dies konstruktionsbedingt nicht möglich ist
In unsicheren Zeiten kann Gold eine gute Wertanlage sein

Beitrag 23.09.2017, 14:02

Benutzeravatar
joecoin
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 430
Registriert: 06.11.2011, 22:48
Wohnort: First we take Berlin.
Lasst Euch mal nicht von dem Verbrecher- und Terroristen-Geschwafel der Banken und Politiker in's Bockshorn jagen!

Bitcoin ist ein grossartiges Werkzeug, um die organisierte und institutionalisierte Kriminalität in unserer Gesellschaft massiv einzudämmen. Bei ganz nüchterner Betrachtung der Realität muss man nämlich ganz klar feststellen, dass in einer Welt ohne korrupte Regierungen die Gefängnisse voll von Bankern sein würden und die Banken als kriminelle Organisationen schon lange zerschlagen worden wären. Das geht von den Grossbanken, die hunderte von Milliarden für Drogenkartelle waschen (wie im Falle der HSBC, die sich dadurch nach jeder Rechtsauslegung der zehtausendfachen Beihilfe zum Mord schuldig gemacht hat) über die JPmorgans und DBs, die mit Subprime Mortgages und CDSs und CDOs die Sparvermögen von hunderten von Millionen Sparern vernichtet haben (und das gerade wieder tun und zwar absichtlich, nicht aus Versehen) und die Wells Fargos, die hunderttausende von Kunden mit gefälschten Konten bescheissen bishin zum Sparkassenberater, der den unbedarften Kunden mit 'ner Riester-Rente über den Tisch zieht.

Die Tatsache, dass von diesen Leuten keiner im Gefängnis sitzt sondern dass die allesamt auch noch fürstliche Bonuszahlungen für ihre Verbrechen bekommen spricht Bände über die Korruptheit der Regulierer und der Regierenden.

All das wird es in einer auf Bitcoin basierenden Ökonomie nicht mehr geben alleine weil es diese Player nicht mehr geben wird. Ebenso wie durch Fiat-Inflationierung finanzierten Massenmord in illegalen Angriffskriegen und das Ausrollen des die Grundrechte mit Füssen tretenden Überwachungsstaates.

Natürlich merken die entsprechenden Akteure wie der Thron unter ihrem Hintern langsam anfängt Feuer zu fangen und natürlich schimpfen sie jetzt auf Bitcoin Terroristen und blabla.

Und natürlich werden mit Bitcoin auch kriminelle Aktivitäten ausgeführt, so wie mit absolut jedem Geld eben.

Zur Privatsphäre: wer heutzutage böse Dinge mit Bitcoin anstellt muss schon sehr sehr schlau sein um damit davon zu kommen, weil Transaktionen durch Verknüpfung mit anderen Datenpunkten noch sehr leicht nachvollziehbar sind. Das ändert sich jedoch gerade durch die Implementierung von Technologien wie z.B. Mimblewimble, Coinjoin und Tumblebit.

Das wird allerdings nicht getan um kriminelle Aktivitäten zu erleichtern sondern weil die Nicht-Nachvollziehbarkeit von Transaktionen eine zwingende Voraussetzung für digitales Bargeld ist (Bitcoin ist zuallererst ein "digital cash" Projekt und nicht einfach ein alternatives elektronisches Bezalverfahren). Die andere Voraussetzung, nämlich die Möglichkeit der Transaktion ohne Mittelsmann (und der zweifelsfreien Evaluierung der Transaktion durch den Empfänger) erfüllt Bitcoin bereits.

Natürlich blicken die Leute, die unser bestehendes System so dermassen korrumpiert haben mit Schrecken auf das System, welches gebaut wurde um ihrem Treiben ein Ende zu setzen. Und je lauter sie schreien und die Mär vomn den Bitcoin nutzenden Terroristen und Verbrechern vorbeten desto klarer wird, dass sie den tipping point, den Moment der Hyperbitcoinisierung ganz klar kommen sehen (darüber habe ich vor ein paar Jahren hier schonmal geschrieben: https://forum.gold.de/was-waere-wenn-t9 ... tml#163412).

Das kann auch keiner mehr aufhalten. Es gibt Technologien die so viel Sinn machen, dass sie sich unaufhaltsam und dann mit rasender Geschwindigkeit durchsetzen. Siehe Internet oder siehe Automobil:


Bild


Für Bitcoin ist es gerade irgendwo zwischen 1905 und 1910.

Meint

Joe

Beitrag 23.09.2017, 16:27

Benutzeravatar
MaciejP
Gold-Guru
Beiträge: 2313
Registriert: 08.03.2012, 05:49
Mehrgoldfüralle hat geschrieben:Zentralbank oder Staat oder was auch immer würden das Geld herstellen, Konten führen brauchen sie ja gar nicht. Die Konten sind nur in der blockchain. Das ist doch vorstellbar, oder nicht?
Wie gesagt, machen kann man das so, nur fände ich eine Blockchain in dem Fall nicht sehr sinnvoll. Die Zentralbanken würden dann ja einen zentral verwalteten Coin haben wollen, sonst könnte man gleich Bitcoin verwenden. Und für zentrale Verwaltung gibt es bessere Alternativen als eine Blockchain.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Beitrag 23.09.2017, 16:34

Benutzeravatar
Ladon
Moderator
Beiträge: 6664
Registriert: 17.05.2010, 13:38
Wohnort: Terra
Mir gefällt Deine Vision.
Auch wenn sie angesichts der Tatsache, dass bei Verbrennungsmotoren hinten giftiges Zeug raus kommt, mit dem Auto-Gleichnis irgendwie nicht so positiv zu bewerten ist. Und den ganzen Verkehrstoten. Nicht zuletzt der Verflechtung von Industrie und Politik mit den Banken mittendrin ...

smilie_10

Ich meine es ernst: es klingt nach Thomas Morus.
Wo ist "evidence" dafür, dass diesmal "die Guten" gewinnen?
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 23.09.2017, 16:53

Benutzeravatar
tdklaus
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 261
Registriert: 30.07.2010, 10:21
LADON fragte: Wo ist "evidence" daf�r, dass diesmal "die Guten" gewinnen?

Die gibt's natürlich nicht, und wir sehen ja live dabei zu, wie Bitcoin von innen (Scalingdebatte) und von außen (öffentliche Meinung, staatliche Eingriffe zB in China, Marktmanipulation durch Falschmeldungen) angegriffen wird. Und bisher noch jeden solchen Angriff ausgehalten hat.

Das Ökosystem "Bitcoin", das Satoshi um die Grundtechnologie der öffentlichen Blockchain herum erfunden hat, ist bisher bemerkenswert resistent. Das System is so gut austariert, daß bisher das Eigeninteresse jeder Gruppe von Aktueren (User, Nodes, Entwickler, Miner, Großinvestoren) izwar mal zu Verwirrungen führt, aber letzendlich immer wieder Richtung Stabilität geht.

Bleibt das für immer so? Kann das so bleiben, wenn die Mainstream-Finanzwelt da mal richtig reinhaut? Unbekannt... Andrererseits gibt's auch keine öffentlich diskutierten Pläne, wie ein erfolgreicher Angriff aussehen könnte - und in dieser Szene wir _viel_ diskutuiert.

Beitrag 23.09.2017, 22:09

Benutzeravatar
Sinjawski
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 407
Registriert: 17.11.2012, 23:44
Das Ökosystem "Bitcoin", das Satoshi um die Grundtechnologie der öffentlichen Blockchain herum erfunden hat, ist bisher bemerkenswert resistent. Das System is so gut austariert, daß bisher das Eigeninteresse jeder Gruppe von Aktueren (User, Nodes, Entwickler, Miner, Großinvestoren) izwar mal zu Verwirrungen führt, aber letzendlich immer wieder Richtung Stabilität geht.
Also fuer mich stellen sich hier viele Fragen, auf die auch die eifrigsten Befuerworter noch keine Antworten gegeben haben.
Stabilitaet: ist damit der Kurs der Bitcoin in den letzten Jahren oder Monaten gemeint?
Warum ist bei einem Kurseinbruch die Rede von "Angriff der Big Player", bei einer Kursverdopplung oder Vervierfachung ist aber alles super? In allen anderen Maerkten wuerde man hier von Ueberhitzung sprechen?
Warum fragt keiner nach den Gewinnern der Kursssteigerungen? Ein Banker, der eine weniger als halbseidene Anlage zusammenbastelt, die aber wie ein Huetchenspieler in der Fussgaengerzone fuer viele Millionen an den Kunden bringt, oder als Schneeballsystem konzipiert, ist kriminell oder korrupt. Aber keiner fragt nach den Hauptprofiteuren des BitCoin Booms: sind das alle Philanthropen und Weltverbesserer? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass zumindest einige der Akteuer auch einfach von dem Wunsch nach einem hochbezahlten Job, oder auch dem Wunsch nach schnellem Geld, oder einfach Gier getrieben sind?
Die Erwaehnung von Erpressungen wird als Geruecht oder quasi FakeNews eingestuft: ich kenne solche Faelle aber nicht aus den Medien, sondern persoenlich, d.h. es findet statt! Die in einem mir bekannten Fall angedrohte DoS Attacke wurde erfolgreich abgewehrt, aber da haben einige Softwerker wirklich viele Wochen Arbeit (auf beiden Seiten) reingesteckt. Waere die Nachverfolgbarkeit so einfach, so haette man ja nur 1/10 Bitcoin anweisen muessen, und kurz darauf waere die ganze Bande von Interpol festgenommen worden?
Schliesslich wurde auch hier im Thread frueher immer die Anonymitaet der Zahlungen als Positivmerkmal hervorgehoben, jetzt wird genau das als nicht mehr gueltig beschrieben.

Ich will ja nicht den boesen Systembanken das Wort reden, aber ein bisschen mehr brauche ich schon, um vom Sinn und Wert dieses zukunftstraechtigen Systems ueberzeugt zu werden. Sprechen wir also von einer spekulativen, alternativen Anlage von und fuer Zocker (bei der die Spekulationsgewinne auch noch steuerfrei rumkommen) oder der neuen, freiheitlichen Geldordnung?
Half of what he said meant something else,
and the other half didn't mean anything at all.
(Rosencrantz And Guildenstern Are Dead)

Beitrag 24.09.2017, 07:08

Benutzeravatar
tdklaus
10 Unzen Mitglied
Beiträge: 261
Registriert: 30.07.2010, 10:21
@Sinjawski,

NEIN, Kursstabilität gegenüber Fiat habe ich mit der "Stabilität" in meinem Post ausdrücklich nicht gemeint. Das hat eher was damit zu tun, wie viele Menschen ihr Geld in Bitcoin stecken weil sie entweder schnell zocken oder länger investieren oder einfach (Venezuela zB) "kaputtes" Fiat loswerden wollen.

Jenseits der üblichen journalistischen Übertreibungen ist es aber schon so: Händler und Börsen leben davon, daß sich Kurse bewegen, Rauf und runter, und jedesmal fallen Prozente an. Und bisher hat noch keine große Verkaufswelle, aus welchem Grund auch immer, Bitcoin den Garaus machen können.

Du hast dir entweder das interne Ökosystem von Bitcoin noch nicht angeschaut - das setzt nämlich genau auf den Erwerbstrieb der Akteure, nicht auf Philantropie.
Oder du schmeisst alle möglichen Shitcoins mit Bitcoin in dieselbe Schublade - deren wesentliches Nicht-Qualitätsmerkmal ist doch grade, daß jemand (meist der Herausgeber) in einer Position ist, sich auf Kosten anderer automatisch die Taschen vollmachen zu können.

Bisher hat hier noch keiner (jedenfalls nicht ich) abgestritten, daß es Erpresser gibt, die BTC haben wollen. Ich weigere mich nur zu sehen, was zB ein Verbot von Bitcoins daran ändern würde - es gibt genug andere, ähnlich pseudo/anonyme Zahlungswege. Und ja, Interpol hätte die "einfach so" schnappen können. Ich weiß ja nicht, wie groß der Fall war, den du kennst, aber wenn du das mal mit Aufklärungsquoten zB bei Wohnungseinbrüchen vergleichst, dann wird dir klar, daß unsere Polizei bei manchen Verbrechen schlicht und einfach kein Verfolgungsinteresse hat, und bei Einzelfällen tut Interpol auch nichts. Wer jetzt dringend wieder gute Nachrichten braucht: diese Seite besteht seit einiger Zeit nur noch aus geschnappten Cyberkriminellen und den verhängten Strafen: https://www.deepdotweb.com/

Steuerfrei ist BTC, jedenfalls in D, nicht. Ganz normales persönliches Veräußerungsgeschäft, also steuerfrei erst nach einem Jahr Haltefrist.

Ist Bitcoin ein Zockerobjekt: definitv ja, mit allen Chancen und Risiken wie in der Spielbank. Es ist zwar für mehr gebaut worden, aber zZ ist das die Hauptanwendung.

Freiheitliche Geldordnung: das weiß jetzt noch kein Mensch. Erstmal ist es ein Experiment, und macht erste Schritte als Zahlungsmittel. Ich habe auch keine Kristallkugel, aber ich sehe mit Interesse, das bisher noch jedesmal, wenn der Tod von Bitcoin bei irgendeinem Ereignis verkündet wurde, es halt dann mit dem Tod nichts wurde.

Man sollte auch nicht alles nur durch die Brille des saturierten Erstweltlers sehen. Für Länder mit kaputtem Banksystem könnte so etwas die einzige Chance zur Entwicklung einer funktionierenden Finanzwirtschaft sein.

Beitrag 24.09.2017, 10:09

Benutzeravatar
MaciejP
Gold-Guru
Beiträge: 2313
Registriert: 08.03.2012, 05:49
Sinjawski hat geschrieben:Warum ist bei einem Kurseinbruch die Rede von "Angriff der Big Player", bei einer Kursverdopplung oder Vervierfachung ist aber alles super? In allen anderen Maerkten wuerde man hier von Ueberhitzung sprechen?
Jede Anlageklasse doch hat ihre "Fanboys und Fangirls", die sich Kursanstiege und -einbrüche schönreden. Und mal ehrlich, diese Argumentation "manipulierende Zentralbanken vs. der freie Markt setzt sich am Ende durch" ist doch unter Goldanlegern wohl auch eher die Regel als die Ausnahme. :wink:
Warum fragt keiner nach den Gewinnern der Kursssteigerungen? [...] Die Erwaehnung von Erpressungen wird als Geruecht oder quasi FakeNews eingestuft
Mich würde wirklich mal interessieren, wo du diese Sachen über Bitcoin so liest? In der Mainstream-Presse wird Bitcoin durch ständig als Betrug und Blase dargestellt; wenn nicht im Artikel selbst, dann doch mindestens in den Kommentaren dazu. Auch in den Fachforen hab ich noch nicht ein einziges Mal solche Erpressungen als Fake News o.ä. betitelt gesehen. Da ist man sich dem ganzen Mist, für den Kryptos missbraucht werden, sehr wohl bewusst.
Sprechen wir also von einer spekulativen, alternativen Anlage von und fuer Zocker (bei der die Spekulationsgewinne auch noch steuerfrei rumkommen) oder der neuen, freiheitlichen Geldordnung?
Es ist doch bei praktisch jeder neuen Technologie am Anfang so, dass das ganze mit einer spekulativen Übertreibung beginnt. Da fließt erstmal spekulativ sehr viel Geld rein, fördert so viele neue Entwicklungen, lockt aber genau so Kriminelle an, die den Rausch für ihre Zwecke ausnutzen. Irgendwann stellt sich heraus, dass die Erwartungen doch völlig übertrieben waren und die Blase platzt. Dann folgt eine große Bereinigung, aus der die Entwicklungen, die wirklich einen Mehrwert bieten, als Gewinner hervorgehen. Kriminelle Schlupflöcher werden so weit wie möglich wegreguliert. So war das schon immer und wird m.E. auch bei Blockchain-Technologien nicht anders sein.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

Antworten