Die deutsche Sucht nach Gleichmacherei

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 24.09.2012, 06:58

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Goldhamster79
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Guten Morgen Forum,

folgender Artikel der Welt spricht mir aus der Seele:


Die deutsche Sucht nach Gleichmacherei

Frauenquote, Mindestlohn, Vermögensabgabe – die Politik liebäugelt mit neuen Maßnahmen, weil sie Ungleichheit mit Ungerechtigkeit gleichsetzt. Dabei sorgt der Markt für mehr Fairness als der Staat.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... herei.html

Der Ruf nach mehr Umverteilung zielt in Wahrheit darauf ab, dem Staat mehr Einfluss zu sichern. Obwohl die Steuereinnahmen alle Rekorde sprengen, sollen neue Einnahmequellen erschlossen werden. Denn die Sozialtechnokraten entdecken immer neue Tätigkeitsfelder. Bewusst spielen sie mit der Urangst der Bevölkerung vor Altersarmut, um den Staat sogleich als Retter zu präsentieren. Union und Opposition sind wild entschlossen, zu Lasten künftiger Generationen neue Schecks auszustellen.
Ist eine solche Vorgabe tatsächlich gerecht, wenn in vielen Branchen der Frauenanteil an den Mitarbeitern weit geringer ist? Und ist eine Gleichmacherei angebracht, wenn Frauen sich nach wie vor die Freiheit nehmen, andere Berufe zu wählen und häufiger Teilzeit zu arbeiten als die Männer?

Es ist ein gefährlicher Irrtum, zu glauben, der Staat sei gerechter als der Markt. Das Gegenteil ist der Fall.
smilie_09
Falls Sie in einem Land leben, in dem Sie für das Fischen ohne Anglerschein bestraft werden,
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman

Beitrag 24.09.2012, 11:37

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Pfennigfuchser
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Goldhamster79 hat geschrieben:Guten Morgen Forum,

folgender Artikel der Welt spricht mir aus der Seele:


Die deutsche Sucht nach Gleichmacherei

Frauenquote, Mindestlohn, Vermögensabgabe – die Politik liebäugelt mit neuen Maßnahmen, weil sie Ungleichheit mit Ungerechtigkeit gleichsetzt. Dabei sorgt der Markt für mehr Fairness als der Staat.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/a ... herei.html

Der Ruf nach mehr Umverteilung zielt in Wahrheit darauf ab, dem Staat mehr Einfluss zu sichern. Obwohl die Steuereinnahmen alle Rekorde sprengen, sollen neue Einnahmequellen erschlossen werden. Denn die Sozialtechnokraten entdecken immer neue Tätigkeitsfelder. Bewusst spielen sie mit der Urangst der Bevölkerung vor Altersarmut, um den Staat sogleich als Retter zu präsentieren. Union und Opposition sind wild entschlossen, zu Lasten künftiger Generationen neue Schecks auszustellen.
Ist eine solche Vorgabe tatsächlich gerecht, wenn in vielen Branchen der Frauenanteil an den Mitarbeitern weit geringer ist? Und ist eine Gleichmacherei angebracht, wenn Frauen sich nach wie vor die Freiheit nehmen, andere Berufe zu wählen und häufiger Teilzeit zu arbeiten als die Männer?
Es ist ein gefährlicher Irrtum, zu glauben, der Staat sei gerechter als der Markt. Das Gegenteil ist der Fall.
smilie_09
Einseitige Bevorzugung von Frauen gegenüber Männern verstößt gegen das Grundgesetz - aber das interessiert ja sowieso schon lange nicht mehr.

Nur wenn ich dann lese: "Man kann Unternehmen nicht zwingen, Arbeitsplätze anzubieten, die sich nicht rentieren", dann komme ich schon ins Grübeln. Wer gibt denn, mal andersherum argumentiert, den Unternehmen das Recht, die Arbeitsleistung von Geringqualifizierten in Anspruch zu nehmen und deren Lohn, den diese zum Überleben brauchen, zu einem nicht unerheblichen Teil von der Gesellschaft bezahlen zu lassen? Und daß ebendiese Geringqualifizierten später als Rentner wieder der Gesellschaft auf der Tasche liegen, ist wohl auch nicht das Problem solcher Ausbeuter-Betriebe. Ich sehe mich weißgott nicht links, aber hier haben m.E. die Gewerkschaften mal recht.

Beitrag 24.09.2012, 12:05

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Goldhamster79
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Pfennigfuchser hat geschrieben: Wer gibt denn, mal andersherum argumentiert, den Unternehmen das Recht, die Arbeitsleistung von Geringqualifizierten in Anspruch zu nehmen und deren Lohn, den diese zum Überleben brauchen, zu einem nicht unerheblichen Teil von der Gesellschaft bezahlen zu lassen? Und daß ebendiese Geringqualifizierten später als Rentner wieder der Gesellschaft auf der Tasche liegen, ist wohl auch nicht das Problem solcher Ausbeuter-Betriebe. Ich sehe mich weißgott nicht links, aber hier haben m.E. die Gewerkschaften mal recht.
Wer gibt wem welches Recht? smilie_08

Niemand ist mal grundsätzlich gezwungen einen Vertrag zu unterschreiben und ein Arbeitsverhältnis einzugehen.
Das ist ein Grundgesetz der Freiheit. Wenn Du also nach einer Erlaubnis fragst Verträge frei zu schließen haben wir keine freiheitlichen Rahmenbedingungen mehr, sondern wie auch immer geartete Hoheitseingriffe in den Markt.

Wenn Du den Artikel liest, dann erkennst Du, dass eine schlecht bezahlte unqualifizierte Arbeit + Teilaufstockung der Gesellschaft immer noch weniger kostet als gar keine Arbeit, also "volle Aufstockung".

Warum sollen Unternehmer alimentieren, wenn Du eine Alimentation durch das gesellschaftliche Solidarprinzip in Frage stellst? Stellst Du damit nicht jede Form von freiheitlicher Ordnung in Frage?

Beitrag 24.09.2012, 12:41

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Pfennigfuchser
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Goldhamster79 hat geschrieben:Niemand ist mal grundsätzlich gezwungen einen Vertrag zu unterschreiben und ein Arbeitsverhältnis einzugehen.?
Falsch. Wer eine Wohnung und etwas zu Essen braucht, ist sehr wohl gezwungen zu arbeiten. Außer er legt sich auf die faule Haut und läßt sich von den anderen, die für ihn mitarbeiten, alimentieren.
Das ist ein Grundgesetz der Freiheit. Wenn Du also nach einer Erlaubnis fragst Verträge frei zu schließen haben wir keine freiheitlichen Rahmenbedingungen mehr, sondern wie auch immer geartete Hoheitseingriffe in den Markt.
Dieser Eingriff ist wohl leider notwendig, da die hier deutlich stärkere Arbeitgeberseite sonst die Abhängigen ausbeutet. Wenn wir das in Frage stellen, dürfte es z.B. auch keines Kartellamtes bedürfen.
Wenn Du den Artikel liest, dann erkennst Du, dass eine schlecht bezahlte unqualifizierte Arbeit + Teilaufstockung der Gesellschaft immer noch weniger kostet als gar keine Arbeit, also "volle Aufstockung".
Erstens sei mal in Frage gestellt, ob das wirklich so ist, und zum anderen geht es auch um eine Frage des Selbstwertgefühls. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dir mitgeteilt wird, daß Deine Arbeit das Brot nicht wert ist, das Du ißt? Und die Gesamtbilanz sieht so aus, daß der Unternehmer durch die Arbeit des Beschäftigten einen Mehrwert erzielt (sonst würde er ihn ja nicht beschäftigen) und die Gesellschaft diesen über ihre Steuerabgaben bezahlt. Letztlich alimentiere ich mit meinen Steuern nicht den Geringqualifizierten, sondern das Unternehmen.
Warum sollen Unternehmer alimentieren, wenn Du eine Alimentation durch das gesellschaftliche Solidarprinzip in Frage stellst? Stellst Du damit nicht jede Form von freiheitlicher Ordnung in Frage?
Du schaust durch die falsche Brille: Ich behaupte, daß JEDE Arbeit, die in Vollzeit geleistet wird, es wert ist, dafür Wohnung und Essen sowie alle anderen Notwendigkeiten des Lebens zu bekommen. Wer diese Minimalbezahlung nicht leistet, ist ein Ausbeuter und gehört nicht auf Staatskosten alimentiert (außer vielleicht in den speziell dafür vorgesehenen Einrichtungen mit Schließdienst).

Deine Argumentation hingegen habe ich so verstanden, daß jemand, der zu blöd für "richtige" Arbeit ist, auch nicht zu essen braucht (oder sich den Rest halt erbetteln muß, und sei es mit einem amtlichen Formblatt). Sorry, aber mit der Sichtweise komme ich überhaupt nicht klar.

Beitrag 24.09.2012, 12:45

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thEMa
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Pfennigfuchser hat geschrieben:Und daß ebendiese Geringqualifizierten später als Rentner wieder der Gesellschaft auf der Tasche liegen
Alle Rentner liegen der Gesellschaft auf der Tasche, sogar die, die "privat vorgesorgt" haben, denn kein Rentner lebt von seinem Ersparten, sondern von dem, was er dafür kaufen kann und was daher andere für ihn produziert haben.
Wenn man jetzt etwas für die Renten in 20 Jahren tun möchte, geht es eigentlich nur darum, dafür zu sorgen, dass es in 20 Jahren möglichst viel zu verteilen gibt. Wie dann verteilt wird, wird man in 20 Jahren sehen.

@Goldhamster:
Was die Gerechtigkeit der freien Marktkräfte angeht, so ist das ja unser altes Thema smilie_24
Man weiß es natürlich nicht, aber für mich deutet alles daraf hin, dass sich auch in Zukunft der Hund solange am Sack lecken wird nur weil es es kann, bis ihn einer daran hindert, auch wenn sich andere davon gestört fühlen.
Ich bin überzeugt, dass nur das die Gesellschaft weiterbringt, was sowohl dem Einzelnen, als auch der Allgemeinheit gleichermaßen nutzt. D.h. es gilt dafür zu sorgen, dass alle (aus eigenem Interesse) dieselbe Zugrichtung haben. Und um die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zu setzen, sind meiner Meinung nach auch wirklich freie Märkte nicht in der Lage.
Gleiches gilt wohl leider auch für die Politik, aber hier hängt wenigstens noch irgendwie die Gesellschaft dahinter, auch wenn hier ebenfalls die gemeinsame Zugrichtung fehlt (vermutlich hätten wir eine ganz andere Rentenpolitik, wenn die, die die Rentengesetze vorschlagen (Lobbyisten), sie ausarbeiten (Beamte) und dann beschließen (Politiker), auch von ihren eigenen Gesetzen betroffen wären. Aber wohin das Auge blickt: Nur Pensionäre, keine Rentner)
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

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ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 24.09.2012, 13:20

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Milly
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Pfennigfuchser hat geschrieben: Du schaust durch die falsche Brille: Ich behaupte, daß JEDE Arbeit, die in Vollzeit geleistet wird, es wert ist, dafür Wohnung und Essen sowie alle anderen Notwendigkeiten des Lebens zu bekommen.
Ja ABER:

Woanders kann man von 100-200 Euro leben (z.B. im EU-Land Bulgarien!), hierzulande natürlich nicht annähernd - und wieso!?

Weil diese ganzen "Menschenwürdig"-Ideologen und andere Sozialisten/Kollektivisten das Leben hier nur verteuert haben

Insb. beim Baurecht, den überhöhten Steuern und Abgaben; unsinnige Kosten die z.B. den Krankenkassen aufgenötigt wurden und und und.

"Schutz"rechte für Mieter, etc. pp.; alles kostet! Weil die Vermieter die durch Mietnomaden/Zechpreller usw. entgangene Kohle natürlich von ehrlichen Kleinverdienern reinholen müssen.

Überteuerter Schornsteinfeger, Millionengehälter für Intendanten und Fußballstars via GEZ, "Grüner-Punkt"-Pseudoökologische Abzocklobby: Alles "Spezialitäten" deutscher Kollektivistenwirtschaft im gutmenschlichen Gewand, aber im Effekt höchst unsozial da überproportional die Geringverdiener belastend.

Aktuell bestes Beispiel: Preistreiberei beim Strom durch die grünen "Erneuerbar"-Ideologen (aus allen Fraktionen ...)
(nebenbei verteuert Maisanbau zur "Bio"spritgewinnung nicht nur den Sprit sondern auch das Essen - und und und)

Unter solchen Umständen einer durch kollektivistische (verlogener) Fürsorglichkeits-Politiker in die Höhe getriebenen Lebensunterhaltes können in der Tat viele ihre Subsistenz nicht mehr erwirtschaften.

Für den Unternehmer ist es eine einfache Rechnung: Der (potentielle) Angestellte muß seinen Lohn + Lohnnebenkosten + diverse allgemeine Risiken (von konjunkturellen Risiken bis hin zu rechtlichen Risiken evtl. Arbeitsrechtsprozesse) erwirtschaften bzw. abdecken - sonst wird's nix mit der Einstellung, da können sich die Spätmarxisten noch so auf den Kopf stellen.

Beitrag 24.09.2012, 13:30

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Goldhamster79
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Pfennigfuchser hat geschrieben: Falsch. Wer eine Wohnung und etwas zu Essen braucht, ist sehr wohl gezwungen zu arbeiten. Außer er legt sich auf die faule Haut und läßt sich von den anderen, die für ihn mitarbeiten, alimentieren.
Dass keine goldenen Äpfel vom Himmel fallen ist ja gut und richtig, deshalb besteht aber noch lange kein verordneter Vertragszwang, sondern lediglich ein Zwang seine Grundbedürfnisse zu befriedigen.
Hierzu kann jemand auch selbständig sein oder sich von der "Arbeit" des Eichelnsammeln von der Hand in den Mund ernähren.

Pfennigfuchser hat geschrieben: Dieser Eingriff ist wohl leider notwendig, da die hier deutlich stärkere Arbeitgeberseite sonst die Abhängigen ausbeutet. Wenn wir das in Frage stellen, dürfte es z.B. auch keines Kartellamtes bedürfen.
Woran machst Du diese Behauptung fest und was hat das wiederrum mit dem Thema Kartellbildung zu tun? smilie_08

Pfennigfuchser hat geschrieben: Erstens sei mal in Frage gestellt, ob das wirklich so ist, und zum anderen geht es auch um eine Frage des Selbstwertgefühls. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dir mitgeteilt wird, daß Deine Arbeit das Brot nicht wert ist, das Du ißt? Und die Gesamtbilanz sieht so aus, daß der Unternehmer durch die Arbeit des Beschäftigten einen Mehrwert erzielt (sonst würde er ihn ja nicht beschäftigen) und die Gesellschaft diesen über ihre Steuerabgaben bezahlt. Letztlich alimentiere ich mit meinen Steuern nicht den Geringqualifizierten, sondern das Unternehmen.
Das Selbstwertgefühl überhaupt gebraucht zu werden lässt Du gerade außen vor, ich kenne durchaus Hartzler, die nichts lieber hätten als ne Arbeit, auch wenn sie dennoch aufstocken müssten. Einfach um gebraucht zu werden.
Das faule Pack verkaufen uns nur die Medien und solche sind die Ausnahme.
Ein Unternehmen muss einen Mehrwert aus der Beschäftigung erzielen, sonst kann es zusperren, und es bezahlt den Lohn den ihm diese Tätigkeit wert ist.
Mindestlöhne in relevantem Ausmaß vernichten Arbeitsplätze, das ist leider Fakt, weil er manche Arbeit über ihren Wert verteuert.

siehe
In Frankreich, wo der Mindestlohn so hoch ist, dass 15,6 % der Arbeitnehmer betroffen sind, zeigten sich im Unterschied dazu teilweise starke negative Beschäftigungseffekte, vor allem bei Jugendlichen und Frauen. In diesem Land, das laut SVR „hinsichtlich seines institutionellen Regelwerkes auf dem Arbeitsmarkt am ehesten mit Deutschland vergleichbar ist“, seien die Beschäftigungsverluste aufgrund der Anhebung des französischen Mindestlohns allerdings beachtlich. „So ermitteln Laroque und Salanié (2002) einen signifikanten Einfluss des Mindestlohns auf die Höhe der Arbeitslosigkeit.
aus Wikipedia unter Bezugnahme auf http://www.sachverstaendigenrat-wirtsch ... 06_ges.pdf

Pfennigfuchser hat geschrieben: Du schaust durch die falsche Brille: Ich behaupte, daß JEDE Arbeit, die in Vollzeit geleistet wird, es wert ist, dafür Wohnung und Essen sowie alle anderen Notwendigkeiten des Lebens zu bekommen.
Alles eine Frage der Ansprüche... Sorry. Eine Einzelperson kann im Normalfall von ihrer Arbeit leben, wenn dies natürlich mehrere Personen tun sollen klappt das nunmal nicht mehr beim Straßenkehrer (als Beispiel ohne Wertung!).

Und für wirkliche, richtige Härtefälle gibt es zurecht ein Sozialsystem.


Das in Deutschland zunehmend verbreitete Anspruchsdenken werde ich nie verstehen...

Beitrag 24.09.2012, 14:49

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Pfennigfuchser
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Goldhamster79 hat geschrieben:Dass keine goldenen Äpfel vom Himmel fallen ist ja gut und richtig, deshalb besteht aber noch lange kein verordneter Vertragszwang, sondern lediglich ein Zwang seine Grundbedürfnisse zu befriedigen.
Hierzu kann jemand auch selbständig sein oder sich von der "Arbeit" des Eichelnsammeln von der Hand in den Mund ernähren.
Nichts für ungut, aber die letzte Aussage klingt für mich ähnlich überheblich wie der kürzlich verbreitete verbale Ausfluß des republikanischen Präsidentschaftskandidaten in den USA.
Pfennigfuchser hat geschrieben: Dieser Eingriff ist wohl leider notwendig, da die hier deutlich stärkere Arbeitgeberseite sonst die Abhängigen ausbeutet. Wenn wir das in Frage stellen, dürfte es z.B. auch keines Kartellamtes bedürfen.
Woran machst Du diese Behauptung fest und was hat das wiederrum mit dem Thema Kartellbildung zu tun? smilie_08
Ein Eingriff des Staates in den Markt wird üblicherweise dann verlangt, wenn die Ungleichgewichte zu groß werden. Als qualifizierte Arbeitskraft kann ich mein Gehalt mit potentiellen Arbeitgebern aushandeln. Als Geringqualifizierter geht das im Regelfall nicht.
Pfennigfuchser hat geschrieben: Erstens sei mal in Frage gestellt, ob das wirklich so ist, und zum anderen geht es auch um eine Frage des Selbstwertgefühls. Wie würdest Du Dich fühlen, wenn Dir mitgeteilt wird, daß Deine Arbeit das Brot nicht wert ist, das Du ißt? Und die Gesamtbilanz sieht so aus, daß der Unternehmer durch die Arbeit des Beschäftigten einen Mehrwert erzielt (sonst würde er ihn ja nicht beschäftigen) und die Gesellschaft diesen über ihre Steuerabgaben bezahlt. Letztlich alimentiere ich mit meinen Steuern nicht den Geringqualifizierten, sondern das Unternehmen.
Das Selbstwertgefühl überhaupt gebraucht zu werden lässt Du gerade außen vor, ich kenne durchaus Hartzler, die nichts lieber hätten als ne Arbeit, auch wenn sie dennoch aufstocken müssten. Einfach um gebraucht zu werden.
Das faule Pack verkaufen uns nur die Medien und solche sind die Ausnahme.
Soweit stimme ich zu. Trotzdem möchte ich mich, wenn ich Vollzeit arbeite, nicht als Almosenempfänger sehen. Das kratzt mit Sicherheit am Ego.
Ein Unternehmen muss einen Mehrwert aus der Beschäftigung erzielen, sonst kann es zusperren, und es bezahlt den Lohn den ihm diese Tätigkeit wert ist.
Mindestlöhne in relevantem Ausmaß vernichten Arbeitsplätze, das ist leider Fakt, weil er manche Arbeit über ihren Wert verteuert.
Wenn Tätigkeiten in einem Unternehmen eine anständige Bezahlung nicht wert sind, dann sollte der Unternehmer sein Geschäftsmodell in Frage stellen oder den Laden zumachen. Die Wahrheit ist doch, daß (zumindest in großen Firmen) die Vorstände mit Millionengehältern nach Hause gehen, während beim externen Reinigungsdienst die Preise bis ins Unanständige gedrückt werden. Wenn den hohen Herren ein sauberes Klo nichts wert ist, dann sollen sie es halt selber putzen!

Beitrag 24.09.2012, 14:58

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psychonaut-hh
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Pfennigfuchser hat geschrieben:Wenn den hohen Herren ein sauberes Klo nichts wert ist, dann sollen sie es halt selber putzen!
smilie_01

Beitrag 24.09.2012, 15:07

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Goldhamster79
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Pfennigfuchser hat geschrieben: Ein Eingriff des Staates in den Markt wird üblicherweise dann verlangt, wenn die Ungleichgewichte zu groß werden. Als qualifizierte Arbeitskraft kann ich mein Gehalt mit potentiellen Arbeitgebern aushandeln. Als Geringqualifizierter geht das im Regelfall nicht.
Und den Umstand der Geringqualifikation bzw des geringen Gegenwertes der Arbeit willst Du nun dem Arbeitgeber anlasten? smilie_08
Pfennigfuchser hat geschrieben: Soweit stimme ich zu. Trotzdem möchte ich mich, wenn ich Vollzeit arbeite, nicht als Almosenempfänger sehen. Das kratzt mit Sicherheit am Ego.
Siehe hierzu auch Milly oben, alles eine Frage der Ansprüche.
Ein Einzelner kann sich selbst ernähren. Wenn natürlich der Dorfdepp nen BMW und n Ei-Fon zu benötigen glaubt, wirds zugegebenermaßen schwierig... ;)

Pfennigfuchser hat geschrieben: Wenn Tätigkeiten in einem Unternehmen eine anständige Bezahlung nicht wert sind, dann sollte der Unternehmer sein Geschäftsmodell in Frage stellen oder den Laden zumachen. Die Wahrheit ist doch, daß (zumindest in großen Firmen) die Vorstände mit Millionengehältern nach Hause gehen, während beim externen Reinigungsdienst die Preise bis ins Unanständige gedrückt werden. Wenn den hohen Herren ein sauberes Klo nichts wert ist, dann sollen sie es halt selber putzen!
Große Firmen sind aber nicht die Regel, Deutschland ist vom Mittelstand geprägt (zum Glück noch!), aber der dient schlechter als Feindbild und wird trotz proklamierter Ausbeutung selbst nur selten reich, macht er wohl was falsch demnach?
Was ist dieses "anständig"? Wieder vom Anspruchsdenken gefärbt. Das gewerkschaftlich geübte Bashing des Unternehmertums anhand einzelner Negativbeispiele ist ja funktionierende Mitgliederfängerei.

Ich halte dagegen:
Wer nichts aus sich gemacht hat oder auch kann außer zu putzen (wie Millionen anderer auch), muss sich nicht wundern, dass er keine Geschäftsführergehälter verdient. Das ist nur eine logische Konsequenz. Gar nicht abwertend gemeint, die brauchts ja auch.

Beitrag 24.09.2012, 15:14

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Aurum
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Ich finde beide Seiten haben schlüssige und richtige Argumente.

Auch, dass Unternehmen "Mehrwerte" schaffen müssen, ist unbestritten.

Warum aber "mehr Werte" in zig Milliardenhöhe, bei denen selbst nach Abzug von Investitionen und bestreiten aller Kosten, sogar nach "Befriedigung" der "Shareholder" noch zig Miliarden übrig bleiben. Das ist einfach maßlos!

Warum können solche Unternehmen keine "gerechten" Löhne zahlen???


smilie_13

Beitrag 24.09.2012, 15:29

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Pfennigfuchser
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Goldhamster79 hat geschrieben:Ein Einzelner kann sich selbst ernähren. Wenn natürlich der Dorfdepp nen BMW und n Ei-Fon zu benötigen glaubt, wirds zugegebenermaßen schwierig... ;)
Meine Forderung ist, daß sich der Dorfdepp von seiner Arbeit Wohnung und Essen leisten können soll. Von BMW und Ei-Fon war nicht die Rede!

Beitrag 24.09.2012, 17:12

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thEMa
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Machen wir mal den volkswirtschaftlichen Ansatz:
Der Niedriglöhner erhält also das magere Gehalt, das sein Arbeitgeber zu zahlen in der Lage ist. Damit's zum Leben reicht wird dann noch auf Kosten der Gesellschaft aufgestockt.
Somit wird unsere Volkswirtschaft zugunsten eines im Grunde unrentablen, weil auf Lohnsubventionierung angewiesenen Einzelunternehmens geschwächt.
Auf der einen Seite steht der Unternehmer, der seine Gewinne vom Steuerzahler finanzieren lassen will. Auf der anderen Seite der Niedriglöhner, der mit seiner Tätigkeit (und zwar sicherlich lieber ohne staatliche Zuschüsse) seinen Lebensunterhalt bestreiten will.
Nur noch mal zur Verdeutlichung: bezahlt wird der Lebensunterhalt sichernde Betrag in jedem Fall. Die Frage ist nur von wem und auf welchem Wege das Geld den Addressaten erreicht.
Die Gesellschaft als Ganzes finanziert also unrentable Arbeit so oder so. Da sollte man doch irgendwie dafür sorgen, dass die Motivation nicht bei zu vielen flöten geht und die Effizienz noch weiter sinkt. Ich glaube nicht, dass es genügt, nur die Unternehmerseite zu pushen. Die Indianer brauchts halt auch, damit der Laden läuft.
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Beitrag 24.09.2012, 18:37

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Goldhamster79
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thEMa hat geschrieben:Machen wir mal den volkswirtschaftlichen Ansatz:
Der Niedriglöhner erhält also das magere Gehalt, das sein Arbeitgeber zu zahlen in der Lage ist. Damit's zum Leben reicht wird dann noch auf Kosten der Gesellschaft aufgestockt.
Somit wird unsere Volkswirtschaft zugunsten eines im Grunde unrentablen, weil auf Lohnsubventionierung angewiesenen Einzelunternehmens geschwächt.
Nicht das Unternehmen ist auf die staatliche Unterstützung angewiesen, sondern der niedrig qualifizierte Arbeiter, der nicht in der Lage ist mehr zu "erarbeiten".
Die Schlussfolgerung warum an der Qualifikation oder Leistungsfähigkeit des Arbeiters das Unternehmen "schuld" sein soll verstehe ich nach wie vor nicht.
thEMa hat geschrieben: Auf der einen Seite steht der Unternehmer, der seine Gewinne vom Steuerzahler finanzieren lassen will.
Trenne Dich vom falschen Gedanken, dass das Unternehmen von einem Aufstockungsbetrag etwas hat.
Wenn die Aufstockung der Grund für eine niedrige Entlohnung sein würde, wäre diese ja in der Konsequenz qualifikationsunabhängig so niedrig.
thEMa hat geschrieben: Auf der anderen Seite der Niedriglöhner, der mit seiner Tätigkeit (und zwar sicherlich lieber ohne staatliche Zuschüsse) seinen Lebensunterhalt bestreiten will.
Nur noch mal zur Verdeutlichung: bezahlt wird der Lebensunterhalt sichernde Betrag in jedem Fall. Die Frage ist nur von wem und auf welchem Wege das Geld den Addressaten erreicht.
Die Gesellschaft als Ganzes finanziert also unrentable Arbeit so oder so.
Die Wahl liegt zwischen voller Finanzierung ohne Leistungseinbringung und Teilfinanzierung mit Leistungseinbringung. Letzteres ist billiger und es entsteht Leistung in der Volkswirtschaft, Leistung auf die wir es uns eigentlich gar nicht leisten können zu verzichten.
thEMa hat geschrieben:Da sollte man doch irgendwie dafür sorgen, dass die Motivation nicht bei zu vielen flöten geht und die Effizienz noch weiter sinkt.
Motivation entsteht daraus gebraucht zu werden, seinen Beitrag zu leisten, in das soziale Netz der Firma (als Familie während des Tages quasi) eingebunden zu sein, Teil der Gemeinschaft.

Talkshows aufm Sofa befrieden nicht, das lasse ich mir von niemandem weismachen.
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Beitrag 25.09.2012, 07:19

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thEMa
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Goldhamster79 hat geschrieben:Nicht das Unternehmen ist auf die staatliche Unterstützung angewiesen, sondern der niedrig qualifizierte Arbeiter, der nicht in der Lage ist mehr zu "erarbeiten".
...
Trenne Dich vom falschen Gedanken, dass das Unternehmen von einem Aufstockungsbetrag etwas hat.
Natürlich hat das Unternehmen etwas von der Aufstockung, da es ja nur unrentable Kräfte beschäftigt. Ergo: Keine Aufstockung, kein Unternehmen, da ja höhere Löhne mangels ausreichender Wertschöpfung nicht gezahlt werden können, oder?
Goldhamster79 hat geschrieben:Die Wahl liegt zwischen voller Finanzierung ohne Leistungseinbringung und Teilfinanzierung mit Leistungseinbringung. Letzteres ist billiger und es entsteht Leistung in der Volkswirtschaft, Leistung auf die wir es uns eigentlich gar nicht leisten können zu verzichten.
D'accord. Ich will ja auch keine Vollfinanzierung. Aber wäre es nicht besser, beispielsweise das Existenzminimum (incl. realistischer Kinderfreibeträge - ganz wichtig!) nicht nur steuerfrei zu stellen, sondern auch auch von den Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten? So kommt das Geld auch da an vor es hin soll, aber mit einem entscheidenden Unterschied. Der Niedriglöhner kann dann das Gefühl haben(oder kann sich zumindest der der Illusion hingeben), selbst für seinen Unterhalt zu sorgen; er bekommt sein Geld vom Arbeitgeber und nicht vom Amt. Und wenn er mehr arbeitet kriegt er auch mehr und nicht nur einfach weniger Aufstockung. Die Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist es, auf die es ankommt.
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Beitrag 25.09.2012, 07:47

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thEMa hat geschrieben: Natürlich hat das Unternehmen etwas von der Aufstockung, da es ja nur unrentable Kräfte beschäftigt. Ergo: Keine Aufstockung, kein Unternehmen, da ja höhere Löhne mangels ausreichender Wertschöpfung nicht gezahlt werden können, oder?
Nicht das Unternehmen hat die mangelnde Wertschöpfung, sondern der Arbeiter.

Keine Aufstockung, kein Unternehmen ist nicht korrekt, keine Aufstockung keine Freizeit beim Arbeiter (stattdessen weiterer Job) / kein Auto / kein Handy wäre korrekt.

Die Aufstockung erleichtert das Leben des Empfängers und ergänzt was er selbst nicht zu leisten vermag bzw ermöglicht ein Leben auf halbwegs typischem zentraleuropäischem Niveau.

Übrigens kann selbst eine Friseurin oder Bäckereiverkäuferin von Ihrer Arbeit leben (beides für Niedriglohn bekannt), entsprechenden Lebensstil vorausgesetzt.
Der Anspruch von einem Lohn eine Großfamilie durchfüttern zu können ist eine relativ neue Erscheinung des späten Industriezeitalters, das ist die absolute Ausnahme in der Geschichte, nur nebenbei bemerkt.

Grundsätzlich bin ich bei Dir, dass eine Tätigkeitsaufnahme als Anreiz und Wertschätzung einen Vorteil gegenüber der Untätigkeit bringen sollte, aber mögliche Gestaltungsvarianten sprengen nun wirklich das Thema des Fadens.

Beitrag 25.09.2012, 07:49

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Aurum
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...beispielsweise das Existenzminimum (incl. realistischer Kinderfreibeträge - ganz wichtig!) nicht nur steuerfrei zu stellen, sondern auch auch von den Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten?
Ich frage mich schon lange, warum man das ganze Steuersystem so kompliziert gestaltet?! Subventionen hier, Ausnahmen da...und keiner sieht mehr durch! Nur damit Berufe, wie Steuerberater, haben können?!

Warum belegt man nicht alles und jeden mit einer entsprechend hohen Mehrwertsteuer / Umsatzsteuer und gut ist?!

Wer viel verkauft / kauft / konsumiert (oder was auch immer), zahlt eben entsprechend viel Steuer!

Wäre das nicht das gerechtere System?!

@Goldhamster79: Verstehe ich dich richtig: (genetisch) benachteiligte Menschen sollen doch einfach ein "bisschen" mehr arbeiten, damit Sie auf das nicht annähernd hohe Niveau eines u.u. sozial bevorzugten Menschen kommen?

Das jemand der viel leistet auch viel verdienen soll, ist alles schön und gut, aber das was du hier "propagierst" ist doch echt "menschenverachtend"! smilie_13

Beitrag 25.09.2012, 08:07

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hallo123456
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Es gibt viele Menschen, die für 1000 Euro 12 oder mehr Stunden buckeln müssen. Und das jemand der ein Beruf gelernt hat aufstocken muss, zeigt doch nur wie lächerlich das ganze System ist.

Und mit 1000 Euro kann man ja heute auch nicht mehr viel machen, abgesehen davon wer einen erlernten Beruf ausübt möchte sich auch mal was leisten, was er damit ja nicht kann.

Beitrag 25.09.2012, 08:09

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Goldhamster79
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Aurum hat geschrieben: @Goldhamster79: Verstehe ich dich richtig: (genetisch) benachteiligte Menschen sollen doch einfach ein "bisschen" mehr arbeiten, damit Sie auf das nicht annähernd hohe Niveau eines u.u. sozial bevorzugten Menschen kommen?

Das jemand der viel leistet auch viel verdienen soll, ist alles schön und gut, aber das was du hier "propagierst" ist doch echt "menschenverachtend"! smilie_13
Die genetische Keule schwingst gerade Du, ist übrigens eine Variante der Nazikeule.

Anspruchsdenken ist leistungsverachtend und widernatürlich.
Anspruchsdenken ist asozial, weil jede Umverteilung den vorherigen Raub durch Zwang erfodert.

Wieso soll etwas menschenverachtend sein, was der Natur entspricht? Es sind eben nicht alle Menschen gleich und eine Gleichmacherei ist reine Ideologie und realitätsfremd.

Eine Grundsicherung ohne Gängelei habe ich stets befürwortet, darüber (Wohnung, med. Grundversorung und Verpflegung) hinaus zählt das Leistungsprinzip, ganz natürlich, der bessere Jäger hat stets mehr Beute erlegt. Nur im deutschen Gleichmachungswahn darf dies ja zunehmend nicht mehr sein, weil der ja dann mehr hat als jemand anderer, der weniger leistet - wie "ungerecht" :roll:

Aber wenn mir eines über die letzten Jahre klar geworden ist dann das:

Den Neosozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Hamster auf.

Beitrag 25.09.2012, 08:24

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Aurum
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Ich habe weder die genetische "Keule" geschwungen, noch möchte ich hier zum Josef Mengele gemachte werden!

Das es unterschiedliche Menschen gibt, ist lediglich eine Feststellung und Tatsache. Das sich Leistung lohnen soll, habe ich in nahezu jedem meiner Post's ebenfalls betont.
...der bessere Jäger hat stets mehr Beute erlegt.
Sorry, aber aus Neandertal sollte die Menschheit langsam raus sein!

Und was den von dir so befürchteten Neosozialismus angeht, kann ich nur sagen, dass es das derzeitige System in vielerlei Hinsicht nicht wirklich besser macht! Ich befürworte weder den Sozialismus, noch den vorherrschenden "Turbokapitalismus"! (den übrigens laut Umfragen 9 von 10 Menschen ebenfalls ablehnen! Quelle: Focus)

http://www.focus.de/finanzen/news/umfra ... 42807.html

Aber so wie es aussieht, kommen wir da eh nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

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