Deutsche sollten 3 Unzen Silber im Monat kaufen

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 03.11.2012, 09:35

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iwbrar
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Datenreisender hat geschrieben: Gehen wir einfach mal von einem Durchschnittsverdiener aus. Der kann, sofern er es mit seinem Ego vereinbaren kann, unter seinen Verhältnissen zu leben und auf unnötigen Konsum zu verzichten, mindestens 1.000,- € pro Monat zurücklegen.

Nehmen wir an, der Durchschnittsverdiener gönnt sich zum Leben den doppelten Hartz IV-Satz (damit kommt man mit einiger Disziplin locker aus), dazu eine kleine, bescheidene Mietwohnung, dann hätte er nach etwa 30 Jahren mit Zins und Zinseszins seine erste Million voll.
Und dann? Party?

Leider findet man unterhalb der oberen 20% (geschätzt) keinen Durchschnittsverdiener mehr.
Ich kenne Angestellte, die verdienen netto ~ 1.100€ bei einer 40 Stunden-Woche!

Wenn man denen das so vorrechnet wissen die nicht, ob sie smilie_20 oder smilie_04 sollen.

Sorry, aber diese Rechnung ist total realitätsfern, wie ich finde.

Beitrag 03.11.2012, 10:12

sw_trade
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iwbrar hat geschrieben:
Datenreisender hat geschrieben: Gehen wir einfach mal von einem Durchschnittsverdiener aus. Der kann, sofern er es mit seinem Ego vereinbaren kann, unter seinen Verhältnissen zu leben und auf unnötigen Konsum zu verzichten, mindestens 1.000,- € pro Monat zurücklegen.

Nehmen wir an, der Durchschnittsverdiener gönnt sich zum Leben den doppelten Hartz IV-Satz (damit kommt man mit einiger Disziplin locker aus), dazu eine kleine, bescheidene Mietwohnung, dann hätte er nach etwa 30 Jahren mit Zins und Zinseszins seine erste Million voll.
Und dann? Party?

Leider findet man unterhalb der oberen 20% (geschätzt) keinen Durchschnittsverdiener mehr.
Ich kenne Angestellte, die verdienen netto ~ 1.100€ bei einer 40 Stunden-Woche!

Wenn man denen das so vorrechnet wissen die nicht, ob sie smilie_20 oder smilie_04 sollen.

Sorry, aber diese Rechnung ist total realitätsfern, wie ich finde.
Existiert eigentlich irgendwo eine repräsentative Studie wieviel Prozent der Bevölkerung was verdient?
Ich denke nicht.

Um es auf den Punkt zu bringen. Egal wieviel Geld man montallich sparen kann, ob nun 1k, 10k oder nur 100,- sollte man einen kleinen Teil davon in EM investieren. Hier lohnt es nicht über Sparpläne zu philosophieren, da es keine allgemeingültige Aussage gibt. Des Weiteren ist es aus meiner Sicht wichtig, ein gesundes Mittelmaß zwischen sparen und leben zu finden. Wer sein ganzes Leben lang spart und das Toilettenpapier vielleicht zweimal nutzt (stark übertrieben), der hat vielleicht nichts mehr von seinem "Wohlstand", weil ihn vorzeitig einer unsere zahlreichen Volkskrankheiten ereilt. Freuen tun sich dann nur noch die Erben, sofern welche vorhanden sind. Also sollte man sich ab und zu auch mal was gönnen, allein schon für's Seelenwohl. Wenn dann noch Geld übrig ist, dann kann man gerne in EM investieren. Edelmetalle sind gewissermaßen wie teure Autos, die müssen beiläufig abfallen, andernfalls kann man sie sich einfach nicht leisten. Also Leute, ein gesundes Mittelmaß ist gefragt. Wer im Hinblick auf sorgenfreien Ruhestand sein Leben lang wie ein Wilder spart ud plötzlich "abnippelt", der hat für sich gesehen umsonst gelebt.
"Aus Furcht zu weit zu gehen, gehen wir oft nicht weit genug."
(Reinhard K. Sprenger)

Beitrag 03.11.2012, 10:38

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Silberhamster
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Nichts gegen ethische Banken, aber eine Bank an sich ist bereits unethisch. Man denke an den schönen satz mutuum date nil esperantes, das kanonische Zinsverbot, welches dann einer anderen Glaubensrichtung den Geldverleih auf Zinsen überließ. was ist daran ethisch, wenn ich Geld per Computerclick erzeuge und gegen Zins verleihe, dazu noch 20 x mehr als ich Einlagen habe? Wer sich nciht auskennt, meint, die Bank zahlt dem Kunden sagen wir 2% Zinsen für seine 100.000.-- € Einlae und verleiht diese dann um 6% Zins, die Differenz ist Gewinn. davon könnte auch eine ethische Bank ( ein Unwort) keine Glaspaläste bauen, und im Keller hausen die auch nicht,
Die verleihen dann nicht 100.000,00 ,€ sondern 2 Mio € die sie gar nicht haben um 6%, Zinsen 120.000,00 € bei
Ausgaben von 2.000,00 €. Ist das ethisch????? Dazu ein Video auf You tube, 6- teilig und sehenswert:
http://www.youtube.com/watch?v=70VPBU11U-E
Grüße Silberhamster
Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr ( Laotse)

Beitrag 03.11.2012, 10:58

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winterherz
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Ein sehr interessanter Thread. Ich selber halte eine monatliche Sparrücklage von 1000 Euro eines Normalverdieners für sehr hoch gegriffen. Vor allem, wenn ich daran denke, dass dieser Beitrag von jedem zurücklegbar sein soll. Für einen sparsamen Single mag dieses machbar sein. Aber in einem Subsidiaritätssystem, das nach dem Einzelnen die Familie als Einheit sieht und diese als wichtigste Einheit, um gesellschaftlich und moralisch überleben zu können dürfte dieser Anspruch sehr hoch gegriffen sein.
Als Beispiel: Wenn eine junge Familie die Erziehung ihrer beiden Kinder als wichtiges, nicht nur persönliches Ziel, sondern auch als gesellschaftliche Notwendigkeit anstrebt, dann dürfte es sehr schwer sein, dass beide Elternteile einen Betrag vonm 1.000 € monatlich sparen.

Ein zu hoher Anspruch des Ansparens ist oftmals auch eine Form des Egoismus und ähnlich einem übersteigerten Konsumverhaltens. Demographisch ist der Geburtenrückgang auch eine Folge der Abkehr vom Subsidiaritätsprinzip und erhähter Egozentrik und Egoismus.

Aber das ist meine Meinung, die im übrigen hier bewusst überspitzt und provokant formuliert wurde.
winterherz

Beitrag 03.11.2012, 12:07

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Goldfriese hat geschrieben:Gehen wir hier nicht davon aus, dass innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Schnitt uns diese Million entwertet?
Ich schon ...
Ladon hat geschrieben:Fragt sich eigentlich nur noch, wer all den Zins und Zinseszins erwirtschaften soll, von dem dann "alle" leben werden?

Und: Wenn der "durchschnittliche" Verdiener 1000 pro Monat spart, heißt das ja, dass eben jeder Verdiener "durschnittlich" 1000 beiseite legt. Macht bei 30 Millionen Verdienern ... ach, sind wir "konservativ" und sagen nur 10 Millionen ... macht also auf jeden Fall einen zweistelligen Milliardenbetrag pro Monat, der nicht mehr konsumiert, verwohnt und für den nichts mehr angeschafft wird. Statt dessen sollen Banken damit Zinsen herzaubern.
In diesem Thread geht es ja auch um das Sparen mit Edelmetall. Wenn man die letzten 30 Jahre jeden Monat für etwa 1.000,- € Gold und Silber gekauft hätte, dann wäre die Rendite wohl noch besser gewesen, und das ganz ohne Zins und Zinseszins.

Beitrag 03.11.2012, 12:10

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totogoldino
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In Zeiten, in denen ein alleinverdienender Familienvater mit nicht einmal 1500 EUR monatlich nach Hause geht, ist es irgendwie stark zu bezweifeln, daß ein Durchschnittsverdiener 1000 Eur mtl. zurücklegen kann. In welcher Form auch immer.
Vermutlich wird bei Durchschnittsverdienern am Ende des Geldes noch Monat übrigbleiben.
Ich weiß nicht in welchen Sphären sich hier einige bewegen, aber manche Äußerungen sind bar jeglicher Realität.

Beitrag 03.11.2012, 12:12

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sw_trade hat geschrieben:
iwbrar hat geschrieben:Und dann? Party?

Leider findet man unterhalb der oberen 20% (geschätzt) keinen Durchschnittsverdiener mehr.
Ich kenne Angestellte, die verdienen netto ~ 1.100€ bei einer 40 Stunden-Woche!

Wenn man denen das so vorrechnet wissen die nicht, ob sie smilie_20 oder smilie_04 sollen.

Sorry, aber diese Rechnung ist total realitätsfern, wie ich finde.
Existiert eigentlich irgendwo eine repräsentative Studie wieviel Prozent der Bevölkerung was verdient?
Ich denke nicht.
Meinst Du sowas hier?

Durchschnittseinkommen in Deutschland
http://de.statista.com/themen/293/durch ... einkommen/

Nettoeinkommen und verfügbares Nettoeinkommen privater Haushalte nach sozialer Stellung in Euro
http://de.statista.com/statistik/daten/ ... einkommen/

Beitrag 03.11.2012, 12:28

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AuCluster
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Hier mal ein schönes Beispiel, wie man Pensionsrückstellungen aufbaut, ohne Geld zu sparen.

"Eine Besonderheit der rheinland-pfälzischen Finanzpolitik ist „Finanzierungsfonds für die Beamtenversorgung Rheinland-Pfalz“, der 1996 begründet worden ist, um ein Polster für die Pensionslasten zu schaffen. Da die Zahlungen des Landes an den Fonds als Investitionen gewertet werden, darf das Land die Zahlungen an den Fonds aus Krediten bestreiten. Da die Kredite, aus denen der Fonds gespeist wird, die Zinslasten für die Zukunft vergrößern, besteht erheblicher Zweifel daran, ob durch dieses Instrument die langfristigen Lasten verringert werden können. Der Pensionsfonds selbst kauft aus den Zuführungen wiederum Anleihen des Landes. Deshalb liegt fiskalisch ein Nullsummenspiel vor." :shock:
aus

http://liberalesinstitut.wordpress.com/ ... tellungen/
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 03.11.2012, 12:29

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winterherz hat geschrieben:Ein sehr interessanter Thread. Ich selber halte eine monatliche Sparrücklage von 1000 Euro eines Normalverdieners für sehr hoch gegriffen. Vor allem, wenn ich daran denke, dass dieser Beitrag von jedem zurücklegbar sein soll. Für einen sparsamen Single mag dieses machbar sein. Aber in einem Subsidiaritätssystem, das nach dem Einzelnen die Familie als Einheit sieht und diese als wichtigste Einheit, um gesellschaftlich und moralisch überleben zu können dürfte dieser Anspruch sehr hoch gegriffen sein.
Als Beispiel: Wenn eine junge Familie die Erziehung ihrer beiden Kinder als wichtiges, nicht nur persönliches Ziel, sondern auch als gesellschaftliche Notwendigkeit anstrebt, dann dürfte es sehr schwer sein, dass beide Elternteile einen Betrag vonm 1.000 € monatlich sparen.

Ein zu hoher Anspruch des Ansparens ist oftmals auch eine Form des Egoismus und ähnlich einem übersteigerten Konsumverhaltens. Demographisch ist der Geburtenrückgang auch eine Folge der Abkehr vom Subsidiaritätsprinzip und erhähter Egozentrik und Egoismus.

Aber das ist meine Meinung, die im übrigen hier bewusst überspitzt und provokant formuliert wurde.
Letztlich entspringt doch jegliche Handlungsweise dem eigenen Ego, der Wunsch nach Konsum genauso wie der Wunsch nach Kindern. Oder ist letzteres etwa gesellschaftlich sinnvoll in Hinblick auf Überbevölkerung und Ressourcenknappheit?

Beitrag 03.11.2012, 12:50

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Datenreisender
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iwbrar hat geschrieben:Und dann? Party?
Oder Rente mit 50?
Entweder das Kapital dafür wieder aufbrauchen, oder ein 10-Familienhaus kaufen, eine Wohnung davon kostenfrei selbst bewohnen und jeden Monat 9x Miete kassieren?

Beitrag 03.11.2012, 14:09

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winterherz
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Datenreisender hat geschrieben: Letztlich entspringt doch jegliche Handlungsweise dem eigenen Ego, der Wunsch nach Konsum genauso wie der Wunsch nach Kindern. Oder ist letzteres etwa gesellschaftlich sinnvoll in Hinblick auf Überbevölkerung und Ressourcenknappheit?
Die Fragestellung ist sehr global und nicht auf das Thema des Threads bezogen, dass jeder Deutsche monatlich Silber kaufen sollte.
Ich sage nur, dass wenn man in dieser nationalen, regionalen und gesellschaftlichen Begrenzung bleibt, muss man auch erkennen, dass dieses System auf kleinen Systemen aufbaut, subsidiar eben. Das bedeutet auch, dass man nicht nur von oben nach unten schauen sollte, sondern eben auch in die andere Richtung. Was kann ich für mich und andere tun? Ist eine Grundfrage dieses Systems. Impliziert aber nicht allein den Blick auf mich, sondern eben auch auf andere. Was kann ich innerhalb der Familie/ dem Freundeskreis für mich, jeden einzelnen innerhalb von Freundeskreis und Familie tun, was können sie für mich tun....usw.

Von diesem Prinzip profitieren fast alle in unserer Gesellschaft, obwohl der Blick im eigenen Umfeld oftmals vernebelt und auch die Frage nach dem: Was kann/muss der Staat, die Gesellschaft für mich tun? immer öfter und lauter gestellt wird.

Der Einwand des Egoismus was die Familiengründung angeht ist insoweit berechtigt, dass dieser aus einem entsteht. Dennoch ist er auch ein Dienst an der Gesellschaft... Ich hoffe, dass dieser Einwand nicht falsch aufgefasst wurde, denn die Aussage steht nicht für sich im leeren Raum, sondern entstammte dem Gedankenanstoß, dass es Familien doch schwerer haben die angesprochenen 1000 Euro pro Erwachsenen monatlich zu ersparen...
winterherz

Beitrag 03.11.2012, 15:38

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Datenreisender
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winterherz hat geschrieben:Ich hoffe, dass dieser Einwand nicht falsch aufgefasst wurde, denn die Aussage steht nicht für sich im leeren Raum, sondern entstammte dem Gedankenanstoß, dass es Familien doch schwerer haben die angesprochenen 1000 Euro pro Erwachsenen monatlich zu ersparen...
Hier nochmal eine Statistik über die Haushaltseinkommen, Durchschnittshaushalte aus den Gruppen Arbeiter, Angestellte oder Beamte sollten 1.000,- € monatlich weglegen können:

Nettoeinkommen und verfügbares Nettoeinkommen privater Haushalte nach sozialer Stellung in Euro
http://de.statista.com/statistik/daten/ ... einkommen/

Dazu noch ein Beispiel aus der eigenen Familie: Mein Schwiegervater war gelernter Maurer, später aus gesundheitlichen Gründen Fliessbandarbeiter bei VW, hat ein Haus gebaut, war Alleinernährer einer Familie mit Frau und zwei Kindern und hat vor 30 Jahren schon mindestens 1.000,- bis 1.500,- DM monatlich gespart. Natürlich erfordert das einen bodenständigen Lebensstil, so wurde zum Beispiel nur Urlaub in Deutschland gemacht, es gab in der Familie nur ein Auto (VW Golf als nacktes dreitüriges Grundmodell mit 70 PS), ein Teil des Lebensmittelbedarfs wurde aus dem eigenen Garten gedeckt und Bekleidung von der Schwiegermutter (Hausfrau, gelernte Schneiderin) teilweise selbst genäht und auch repariert.
Er ist zwar leider viel zu früh gestorben (Mitte 50), aber seiner Witwe und den beiden Halbwaisen mangelte es materiell an nichts, da er neben dem bezahlten Haus mehrere Hunderttausend DM hinterliess. Seine noch relativ junge Witwe musste nicht wieder anfangen zu arbeiten, Rente mit Mitte 40. Kurz vor seinem Tod hat er zu seiner Frau gesagt, wenn ihr so weiterlebt wie bisher, braucht ihr euch um eure Zukunft keine Gedanken machen.
Zuletzt geändert von Datenreisender am 03.11.2012, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 03.11.2012, 15:51

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IrresDing
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Datenreisender, dem kann ich nur zustimmen. Die Frage ist für was man es ausgibt. In meinem Bekanntenkreis verdienen manche mehr als wir beide in unserem Haushalt. Trotzdem haben die keinen Cent in der Tasche. Warum? Neustes Smartphone, neuster Laptop, ein Tablet muss natürlich auch her. Und der dicke Audi vor der Tür ist Pflicht. Und dann noch teuer in den Urlaub. Wir gönnen uns beide auch viel. Aber das grenzt schon an Verschwendungssucht.

Schaut doch mal, was man schon allein am Fließband bei VW, Audi,... verdient. Zuzüglich Zuschläge, Grati, Bonus,... Und das nur mit einer "normalen" Ausbildung. Ohne Studium oder wirklich herausragende Qualifikationen.

Wir leben heute in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Das ist das Problem. Wer nachhaltig wirtschaftet und einen ordentlichen Job hat, der kann auch einiges im Monat sparen. Wobei die Haushaltsgröße natürlich auch zu berücksichtigen ist. Das ist klar. Wir brauchen uns nicht um einen vierfachen Familienvater und Einzelverdiener unterhalten. Aber bei unserer niedrigen Geburtenrate ist dies nun nicht mehr ein geeignetes Spiegelbild der Gesellschaft.
"Gleich und gleich gesellt sich gern", sagt der Volksmund. Ich sehe wenig gleiches. LG und bye.

Beitrag 03.11.2012, 16:07

mini_me
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ich stimme datenreisender und irresding zu -ich sehe es genauso.

mein ziel, ist rente mit 50-55 und dann das leben genießen.

wobei man sich als junger mensch schon manchmal fragt:
geh ich auf sicherheit -für später oder lebe ich: hier und jetzt?

ich kannte jemanden, der hatte mit 20 einen schlaganfall. als ich im krankenhaus war, sah ich alte leute, die geistig völlig neben der spur waren.

da kommt man schon ins wanken.

die erfahrung bzw die schilderung von irresding kommt mir sehr bekannt vor -neueste consumer elektronik is "pflicht", dann ein völlig überdimensionierter fuhrpark -auf pump versteht sich.

meine sachen sind alle abbezahlt und MEINS. gehört MIR und nicht der bank!

sicherlich könnte mir ein audi q5 gefallen -daher sagte ich auch: wissen zu können.... -aber ich kauf mir lieber monatlich eben gold nach. :mrgreen:

die idee von datenreisender find ich gut (vermieten), allerdings hätte ich angst vor mietnomaden etc pp.

auch, können wir hier nur em kauf in der zukunft spekulieren -doch einen garant auf heute kaufpreise gibt uns niemand und ich denke, dies wäre auch unrealistisch.

viele der normalos, die sich in ihrer staatl rente in sicherheit wägen, vergessen wohl eins:
unsere vorfahren, haben auch mal gut verdient -für ihre zeit.
doch heute bekommen sie im vgl eine mickrige rente oder andersausgedrückt -ihre rente ist immens inflationiert. sie bekommen für das geld von damals, heute aktell fast nix mehr.

traurig, aber wahr...

Beitrag 03.11.2012, 16:28

sw_trade
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Ordentlich haushalten. :D Wer nat. auf jeglichen Komfort verzichten möchte dem sei sein Vergnügen gegönnt. Aber auch hier tendiert die Diskussion in mehrere Richtungen. Was für den einen "Luxus" ist, ist für den anderen normal, obwohl letzter auch genug Geld beiseite legt/ legen kann. Es muss also nicht immer das Beispiel mit dem abgespeckten VW sein. Und wo sind wir jetzt wieder? Genau - beim individuellen Einkommen und den daraus resultierenden Möglichkeiten. Es sei denn, jemand ist ein derartiger EM-Extremist, dass unabhängig vom Einkommen, jeder Euro, egal ob Faktor 1.000 oder 15.000 (Bsp.), angelegt werden muss. Dann lebt man nämlich wie ein Bettelmann im standigen Reichtum.
"Aus Furcht zu weit zu gehen, gehen wir oft nicht weit genug."
(Reinhard K. Sprenger)

Beitrag 03.11.2012, 16:41

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Bockwurstmoped
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IrresDing hat geschrieben:
Schaut doch mal, was man schon allein am Fließband bei VW, Audi,... verdient. Zuzüglich Zuschläge, Grati, Bonus,... Und das nur mit einer "normalen" Ausbildung. Ohne Studium oder wirklich herausragende Qualifikationen.
.
Du hast recht, bei diesen Firmen und noch einigen anderen mag das der Fall sein, aber das sind meiner Meinung nach die absoluten Ausnahmen. Solche Stellen gibt es doch in Deutschland immer weniger. Woher kommen den die ganzen Aufstocker? Die Leute sind nicht dümmer und fauler geworden, nur die Stellen die es früher für diese Leute gab sind durch die Globaliesierung abgewandert.

.....

Es mag Leute geben die von dem Angestelltengehalt 1735 Euro netto 1000 Euro sparen können, Extreme gibt es überall.
Wenn man nicht in ner Mülltonne leben möchte und nicht den billigsten Mist von der Resterampe auf dem Teller haben will und am sozialen Leben teilnimmt, ist das aus meiner Sicht schlicht nicht möglich. Selbst wenn man bewusst auf den Konsum von Eiphone und Leasingverträgen für Auto und was hier sonst noch so immer angeführt wird verzichtet.

Das klappt vielleicht im Takatukerland oder in der BRD vor 30 Jahren, aber nicht für den Durchschnittsverdiener zur heutigen Zeit in Deutschland.
Wo großzügig mit dem Eigentum anderer Leute verfahren wird, mangelt es selten an großen Worten.

Beitrag 03.11.2012, 18:51

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totogoldino
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@ bockwurstmoped: Genau so ist es.

Den Statistiken, die der Datenreisende gepostet hat, kann ich gar keinen Glauben schenken. Ich wieß nicht, wo solche ZAhlen herkommen, aber ich kenne keinen Arbeiter, der 2801 € netto nach Hause bringt, und die Angestellten, die 3224 € verdienen, befinden sich schon in gehobener Position.
Die Zahlen in brutto, das käme der Sache schon näher. Wie schon weiter oben geschrieben, ist es heutzutage so, daß man Glück haben muss, wenn man 1500€ netto verdient.

Beitrag 03.11.2012, 19:02

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totogoldino hat geschrieben:@ bockwurstmoped: Genau so ist es.

Den Statistiken, die der Datenreisende gepostet hat, kann ich gar keinen Glauben schenken. Ich wieß nicht, wo solche ZAhlen herkommen, aber ich kenne keinen Arbeiter, der 2801 € netto nach Hause bringt, und die Angestellten, die 3224 € verdienen, befinden sich schon in gehobener Position.
Die Zahlen in brutto, das käme der Sache schon näher. Wie schon weiter oben geschrieben, ist es heutzutage so, daß man Glück haben muss, wenn man 1500€ netto verdient.
Die Zahlen stimmen schon, aber es sind Durchschnittswerte. Interessanter ist der Median. Wenn man die arbeitende Bevölkerung in zwei gleich große Gruppen einteilt, so treffen sich die Gruppen bei ca. 1500 €.
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 03.11.2012, 19:12

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totogoldino
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dann kenne ich wohl nur Durchschnittsverdiener, also 1500 € mtl. und der Datenreisende nur welche aus der "Oberschicht". Da fällt es natürlich leicht, mal eben 1000 € im Monat wegzupacken.


Gerade noch gefunden: http://haetten-sie-gewusst.blogspot.de/ ... hland.html

Mittleres Einkommen in Deutschland

Sehr verlässliche Zahlen zum Durchschnitts-Verdienst in Deutschland erhält man aus den jährlichen Veröffentlichungen der Bundesregierung zur Berechnung der Rentenanwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Die Bundesregierung bestimmt das Durchschnittsentgelt/Brutto-Jahreseinkommen jährlich durch Rechtsverordnung entsprechend der Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer. Die Zahlen basieren auf den Auswertungen des Statistischen Bundesamtes.

Durchschnittseinkommen aller Versicherten:

2011: 30.268 EUR (Brutto-Jahreseinkommen, vorläufig) :12
= 2522,33 Euro Monats-Bruttoverdienst

2012: 32.446 EUR (Brutto-Jahreseinkommen, vorläufig) :12 = 2703,83 Euro Monats-Bruttoverdienst




Also 2703,83 BRUTTO macht bei 1/3 Abzügen 1802,55 netto. Da kommen wir der Sache schon näher. Wenn man dann noch in einem Wohnklo haust und sich bei der Tafel durchfrisst kann man schon 1000 € sparen. Aber ist das wirklich der Durchschnitt?

Beitrag 03.11.2012, 20:29

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.
Wenn ich endlich mal von den Kippen und dem Whisky loskommen könnte. smilie_08

Dann fallen die 3 Unzen im Monat ganz automatisch ab, egal wieviel ich verdiene,
sparen oder weglegen könnte oder weiß ich was.

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