Finanzattacke aus Russland und China auf den Westen

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 04.06.2014, 07:05

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Finanzattacke aus Russland und China auf den Westen

Moskau und Peking greifen die Finanzindustrie des Westens an allen Fronten an: Sie versuchen die Dominanz von Dollar, IWF, Mastercard und S&P zu brechen. Gelingt dies, wird der Osten zweitschlagfähig.

http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/ ... esten.html

Beitrag 04.06.2014, 07:12

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Polkrich
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Ganz wunderbar und viel Erfolg!! smilie_01

Ob die Bewertung von China mit AAA und Rußland mit A angesichts der Umstände wirklich ohne politischen Einfluss daherkommt, wage ich zu bezweifeln. Besser als die über diverse Eigentümergesellschaften direkt mit dem White House verstrickten US-Institute sind sie allemal.
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Beitrag 04.06.2014, 07:36

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senseye
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Polkrich hat geschrieben:Ganz wunderbar und viel Erfolg!! smilie_01

kann mir mal auf die Sprünge helfen und mir mal sagen was daran wunderbar ist?

smilie_08
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Beitrag 04.06.2014, 07:46

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Polkrich
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Ich finde es wunderbar, wenn es zum Machtmonopol der USA einen Gegenpol gibt. Fakt ist, dass die US-Ratingagenturen seit Jahren keine unbeeinflussten Stellungnahmen mehr abgeben, sondern dies rein an den politischen Interessen von White House/Pentagon ausrichten. Siehe Mexico, siehe Griechenland, siehe jetzt Russland.

Ob die Russen und Chinesen diese Marktmacht verdrängen können, wird entscheidend davon abhängen, ob die neue Ratingagentur von Investoren Anerkennung findet. Und das wird sie wohl nur dann, wenn der politische Einfluss sichtbar ausgeschlossen bleibt. Das die Jungs dort nach anderen Kriterien bewerten, ist akzeptabel und aus meiner bescheidenen Sicht richtig.

Machen!
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Beitrag 09.07.2014, 15:20

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Hook
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BRICS-Länder gründen eigene Bank und Währungsfonds

Die Mitgliedsländer der BRICS-Gruppe – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – haben die Gründung einer eigenen Entwicklungsbank und eines Fonds für Devisenreserven beschlossen. Die entsprechenden Dokumente sollen beim 6. Gipfeltreffen am 15. und 16. Juli in Brasilien unterzeichnet werden.
Dies berichtet die russische Nachrichtenagentur Itar Tass unter Berufung auf die Pressestelle der Regierung Russlands. Die Bank soll unter anderem große Infrastrukturprojekte finanzieren und eine Alternative zum Internationalen Währungsfonds (IWF) darstellen, der von den USA dominiert wird.
...
Laut der Präsidentin der russischen Zentralbank, Elvira Nabiulina, geht es um ein gemeinsames Währungssystem, so dass der Handel ohne den US-Dollar betrieben werden kann.
...
Es wird erwartet, dass die BRICS-Bank ab 2016 die Arbeit aufnimmt. Wo ihr Hauptsitz sein wird, ist noch nicht entschieden. Vor allem Shanghai sei im Gespräch, berichtete die Financial Times.

http://amerika21.de/2014/07/102958/bric ... rungsfonds
...and a bottle of rum

Beitrag 09.07.2014, 18:41

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AuCluster
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Ich will den allgemeinen Jubel hier nicht niedermachen, aber die BRICS-Länder spielen auf dieser Welt keine große Rolle. EU, JP und US sind die großen Player und die machen nur in USD.
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 09.07.2014, 18:47

Geldsammler
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Da hast Du irgendwas verpasst. Vor kurzem wurden erst Verträge mit den Chinesen für den Handel mit Yuan in Paris, London und Frankfurt unterzeichnet. ( hab ich so schwach in Erinnerung) Richtig gefährlich wird es aber, wenn die Araber Alternativen zum Dollar suchen.

Beitrag 09.07.2014, 19:24

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Trebbler
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AuCluster hat geschrieben:Ich will den allgemeinen Jubel hier nicht niedermachen, aber die BRICS-Länder spielen auf dieser Welt keine große Rolle. EU, JP und US sind die großen Player und die machen nur in USD.
Stimmt absolut.....Jetzt und heute

Jede Wanderung beginnt mit dem ersten Schritt.

Immer mehr Länder erkennen eben, dass die USA mit ihrem Dollar die komplette Finanz- und Wirtschaftswelt beherrschen und ausschließlich zu ihrem eigenen Nutzen manipulieren.

Ich glaub nicht, dass eine östlich beherrschte Finanz/Geld/Währungspolitik anderes vorhat. Aber ohne Konkurenz ändert sich nie was

Trebbler

Beitrag 09.07.2014, 20:20

Turnbeutelvergesser
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So lange das Zweckbündnis zwischen den USA und Saudi Arabien hält, wird's beim Petrodallar bleiben.

Beitrag 10.07.2014, 06:21

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Ladon
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So oder so ... die Vorstellung dass Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika das zukünftige Weltgeldsystem beherrschen, scheint mir - bis auf die Bestätigung, dass die momentane (Welt-)Macht halt im Untergang begriffen ist, irgendwie auch nicht rosig.
Das wäre keine Verbesserung, die man begrüßen könnte, das wäre "vom Regen in die Traufe" und nicht mal ein "Spatz in der Hand".

Wichtiger aber noch:
Ein Gegenpol zum Machtmonopol der USA?
Ist das wirklich so?
In diesen Fragen geht es ja eher um die Macht über das globale Geldsystem. Ob "die USA" (im Sinne von: die Regierung in Washington) da tatsächlich das Zentrum ist, erscheint mir zumindest fraglich.
Was ist mit den bekannten großen (internationalen) Banken? Was mit den nicht ganz so bekannten kleineren, aber seit 200 und mehr Jahren einflussreichen Finanzhäusern und deren Lenkern im Hintergrund?*
Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Leute einer solchen Entwicklung einfach nur zuschauen ... ob dabei Volkswirtschaften abschmieren und mal hie und da ein militärischer Konflikt aufflackert, wird in Kauf genommen.


---
*: Ende des 19. Jahrhunderts passierte ähnliches: Die "Gurus der Hochfinanz" (Es sind die Namen, die sowieso jedem bekannt sind) erkannten die USA als aufstrebendes Machtgebilde.
Zunächst wurde daher dafür "gesorgt" (Lobbyarbeit bis Bestechung), den Goldstandard in den USA zu etablieren. Das notwendige Reservegold wurde initial von diesen EUROPÄISCHEN Banken aufgetrieben und verliehen. Die USA waren von da an unter "Bankenaufsicht" - also zumindest ihr Geldwesen.
DIESE Leute werden genau jetzt im Moment schon ihre Fühler ausgestreckt haben, so dass am Ende zumindest teilweise die gleichen Leute bestimmen wie jetzt. Wetten?

Der "Trick" ist ja, niemals wirkliche "Mehrheiten" zu haben. Sie besitzen keine Konzerne, haben keine politischen Posten, vertreten keine nationalen Interessen.
Aber ihre "Anteile" an und ihr Einfluss auf diese Strukturen ist so hoch, dass wortwörtlich ohne sie die Tür nicht zu geht.
Und wenn sich die BRICS Finanzminister und Zentralbänker zusammensetzen, sitzen dort wahrscheinlich auch Vertreter dieser Strippenzieher.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 10.07.2014, 08:50

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Trebbler
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Ladon hat geschrieben:
---
.....
Und wenn sich die BRICS Finanzminister und Zentralbänker zusammensetzen, sitzen dort wahrscheinlich auch Vertreter dieser Strippenzieher.
Passt und trotzdem hat sich einiges weiterentwickelt. Es gibt neue Megareiche und damit einige die an sehr einflussreicher Stelle "mitspielen" (was für ein grausames Wort in dem Zusammenhang...trotzdem richtig) wollen.
Ob Taipane (eine Giftnatter) aus dem Asiatischen Raum oder Oligarchen aus dem Russischen Raum. Sie wollen WELTMACHT.
Darum meine Meinung, dass da zunächst nix besser wird es wird erstmal auch nix anders. Nur die Namen der "Mitspieler" werden sich ändern.
Wenn aber 2 Systeme das selbe vorhaben nennt man das Wettbewerb. Und da? Mal schaun!
Wir werdens bestimmt noch mitbekommen.
Viele heutige Regeln gabe es bestimmt nicht, wenn es noch ein 2. starkes Wirtschafts/Gesellschaftssystem gäbe.

Trebbler

Beitrag 10.07.2014, 08:52

GoldJoe
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Also ich möchte Russland und seine Regierung nicht dort oben am Weltgeldsystem sehen .... ganz klar meine Meinung!

Beitrag 10.07.2014, 09:34

Suedwester
Wettbewerb ist prinzipiell gut, aber die genannten Laender sind nicht unbedingt alles Leuchttuerme der Demokratie, Meinungsfreiheit usw. Suedafrika beispielsweise ist ein korruptes Land, kann nicht einmal seine eigenen Probleme loesen. Und dasselbe trifft sicherlich auch auf einige der anderen Laender zu. China macht sich ueberall breit, sichert sich ueberall Kontrolle ueber Rohstoffe - laechelt, aber kassiert dabei. Wollen wir kuenftig fuer die Chinesen arbeiten? Eher nicht. Die BRICS-Staaten sind eh eine komische Mischung aus Laendern, die eigentlich nicht zusammen gehoeren. (Kann ein solches Gebilde stabil sein? Eher nicht.)

Beitrag 10.07.2014, 11:52

donnyflame
Das wichtigste ist, es lässt sich Geld damit verdienen.
Ob in London, Moskau oder Singapur.

Grüße
DF

Beitrag 10.07.2014, 13:15

Geldsammler
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Leuchttuerme der Demokratie, Meinungsfreiheit usw
Muss ich leider inzwischen bei den USA und seinen Vasallenstaaten auch inzwischen massiv anzweifeln.
Nicht, dass diese Erkenntnis besonders neu wäre, aber noch nie ist sie so unverblümt zu Tage getreten.

Ich denke auch, dass sicher ein paar von den oberen 1000 erkennen werden, dass man das Volk so ausbeuten muss, dass es nicht irgendwann auf die Barrikaden geht. Gerade die nichtdemokratischen Staaten wissen das nur zu gut. Und werden deshalb versuchen die Ruhe nicht nur über Repressalien, sondern auch über gewisse (wirtschaftliche) Freiheiten zu erhalten. Solange die Leute was zu fressen haben, werden sie sich nicht mehrheitlich erheben. Erst, wenn sie nichts mehr zu verlieren haben, wird es für ein System gefährlich. Politische Freiheit ist was für Intellektuelle und die sind immer in der Minderzahl.

Beitrag 10.07.2014, 22:42

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joecoin
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Beitrag 10.07.2014, 23:38

Geldsammler
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Interessante Grafik. Macht die Währung das Weltreich oder das Weltreich die Währung?
Ersetze Weltreich durch Militärmacht, Ausbeutung von Kolonien etc.

Beitrag 11.07.2014, 14:11

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joecoin
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Geldsammler hat geschrieben:Interessante Grafik. Macht die Währung das Weltreich oder das Weltreich die Währung?
Heutzutage, in der Fiat-Geld-Wirtschaft ganz klar das zweitere.

Der Japaner braucht Dollars um beim Araber Öl kaufen zu können.

Der Ami druckt die Dollars und und der Japaner gibt ihm dafür Kühlschränke und Autos.

Die Wirtschaftsmacht der USA liegt nicht darin begründet, dass Amerikaner irgendwie fleissiger, produktiver oder effizienter sind als die anderen, sondern dadurch, dass die ganze Welt ihnen Wirtschaftsgüter liefert, die sie mit vollkommen wertlosen und willkürlich herstellbaren Papierscheinen (respektive elektronischen Gutschriften) bezahlen können.

Da lacht der Ferengi.

In die Position sind sie gekommen, weil so ziemlich alle europäischen Staaten vor oder spätestens zu Beginn des 2. Weltkrieges ihr Gold nach USA verfrachtet haben um es vor den Nazis in Sicherheit zu bringen.

Das ging dann in das Eigentum der Amis über, weil die europäischen Länder, allen Voran Grossbritannien, es für die immensen Waffenlieferungen ausgegeben haben, die die USA geliefert haben.

Man kann also gut und gerne behaupten, dass Hitler dafür gesorgt hat, dass das Pfund als Weltleitwährung vom Dollar abgelöst wurde ;).

Joe

Beitrag 11.07.2014, 15:23

Suedwester
Naja, England, Frankreich usw. hatten in den 1930ern Angst vor einem massiv wiedererstarkten Deutschland. Nicht nur das deutsche Militaer wurde massiv ausgebaut und modernisiert in den 1930er Jahren, auch alle anderen Wirtschaftsbereiche - die Angst war also nicht nur vor dem dt. Militaer, sondern auch vor einer deutschen Dominanz im Handel. Man musste Deutschland in einen Krieg verwickeln und zurechtstutzen, was auch prima geklappt hat. Was war der Preis? Europa hat sich massiv selbst geschadet, in den Jahren nach dem 2. WK ging eine Kolonie nach der anderen verloren - vor allem fuer die Briten und Franzosen, eigentlich die Kriegssieger. Insofern hat Joe recht. Die Frage ist, wer kommt nach den USA? (China?)

Beitrag 11.07.2014, 15:41

Geldsammler
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Dann mal eine andere These: Mit der Währung wird jeweils das Weltreich zerstört, das man vorher durch Handel und Militär aufgebaut hat. Schlicht, weil Macht irgendwie dekadent macht.
Vielleicht kann man es auch nicht so pauschal sagen, aber ich meine hier zumindest Muster zu erkennen, die sich auf ebensolche Handlungsmuster zurückführen lassen.

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