Gold für Bitcoin

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 01.07.2014, 09:43

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Trebbler
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joecoin hat geschrieben: Naja der Sparkassenmensch ist jemand, der davon lebt den Leuten solche in meinen Augen verbrecherischen Anlagen wie Riester-Renten oder "Wert"-Papiere anzudrehen, die sie intern selbst als "POS" bezeichnen ("Piece Of Shit", so nachgewiesen bei der Deutschen Bank).

Weiterhin ist Dir vielleicht bewusst, dass Kryptowährung eine Technologie ist, die das Potential hat die Banken im grossen und ganzen abzuschaffen.

Auch wenn das der durchschnittliche Sparkassen-Berater sicherlich noch nicht verstanden hat wäre er jetzt nicht meine erste Wahl um ihn zu fragen ob er Bitcoins beleiht oder was er davon hält. Der weiss ja nichtmal wirklich was das ist.

Die beleihen Aktien? Das wiederum halte ich ja für höchst gefährlich in einer solchen Blase wie wir sie gerade haben. Darf ich fragen bis zu welchem Wert?

Wie Bitcoincommodities ihren Einkauf finanzieren weiss ich nicht, aber sie tun es offensichtlich, gibt es ja nun schon seit ein paar Jahren. Vielleicht nutzen sie einen Bitcoin-Zahlungsdienstleister (wie Bitpay), der die Bitcoins direkt als Fiat auf dem Bankkonto gutschreibt.


Joe


(der prinzipiell nichts beleiht und keinen Kredit nimmt und mit seiner never-go-into-debt- Strategie bislang ganz gut fährt)
Ganz so unbedarft war der junge Mann nicht. Dass die Sparkasse eher langweilig ist...seh ich auch so. Für nen Selbstständigen der kurzfristig mal was finanzieren muss passts aber.
Darum auch mein Gedanke aus meinem Job. Ich brauch gerade mal 3 bis 4 Tage ne größere Summe, und da waren meine Sicherheiten früher immer null Problem. Ja auch manche Aktien. Welche im Großraum Stuttgart kann sich wohl jeder denken. Den Kurs kenn ich nicht mehr,(auf alle Fälle viel viel viel günstiger als die kurzen Dispos) da ich seit ca 10 Jahren bis zum Ende meiner Berufszeit hin nur noch 0,000nix Risiko eingegangen bin. Hatte keine Lust bis zur Beerdigung arbeiten zu müssen nur weil irgendwas schief ging.
Grundsätzlich find ich die Idee hinter direkten Tauschgeschäften gegen bitcoins nicht schlecht. Da aber jeder solcher (normalen?) Tätigkeiten Presseechos und Freds in x Foren usw. auslöst, sieht man dass diese virtuelle "Währung" im normalen Leben noch nicht angekommen ist.
Warum gehe ich als Unternehmen ein Risiko ein, welches die Mehrheit nicht angeht?
Tolle Idee? Ich halt mich für besser als alle anderen? Mir steht das Wasser bis zum Hals und muss mit neuen risikobehafteten Geschäften wieder Geld verdienen? Ich machs ein klein bisschen als zusätzliches Standbein mit gaaanz kleinem Risiko?
Keine Ahnung warum die ein neues noch nicht übliches Risiko eingehen ( von Idealismus kann ich nicht leben und auch keine Angestellten bezahlen)für EM-Geschäfte brauchts aber viel Geld. Bin gespannt wie´s weitergeht. Wenn da aber Geld zu verdienen ist, fängt in der Geschäftswelt nur allerseltenst der frühe Vogel den Wurm. Das Sprichwort gilt da nur für ganz große Raubvögel.
Viel Glück auf alle Fälle
Trebbler

Beitrag 01.07.2014, 11:04

donnyflame
Gold glänzt und wird als Schmuck verwendet. Willste Dir Zahlen um den Hals hängen? Oder Deiner Freundin schenken?
Wie schon gesagt, alles Kopfsache.

Wenn die Leute dahingehend erzogen werden dass plötzlich "Zahlen" toll sind dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

Mir gehts auch weniger um die Bitcoins, als um immaterielle Werte die im PC gespeichert werden. Ich denke hier wird sich in den nächsten Jahrzehnten sehr viel tun.

Vielleicht werden dann statt Van Gogh's, 0-1-Kombinationen gehandelt.

Es soll auch keine Wertung sein, ob das eine oder das andere besser ist. Sondern eine simple Feststellung


Grüße
DF

Beitrag 01.07.2014, 12:51

Geldsammler
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Wenn die Leute dahingehend erzogen werden dass plötzlich "Zahlen" toll sind dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Puh, Erziehungssache also. Klingt nach Utopie, wie die des Kommunismus.
Natürlich kann man die Menschen auch mit Werbung "erziehen". Aber das läuft eben nur über Emotionen. Nix Kopfsache.
Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass jeder die Möglichkeit haben sollte das als Geld zu verwenden, was er will. Und, was bei Geschäften von der Gegenpartei angenommen wird. Also eine schöne Konkurrenz unter den Geldarten. Dann werden sich nämlich ganz schnell ein paar Geldarten herauskristallisieren. Mag sein, dass es international und im Internet eben Bitcoin ist.

Beitrag 01.07.2014, 15:15

donnyflame
Ich hab nicht von Geld gesprochen, seit wann ist ein Van Gogh Gemälde denn Geld ? smilie_07

Thema "immaterielle Werte":

Wir können doch alle festellen das jugendliche oder generell Menschen die Computeraffin sind in immartiellen Dingen wie einer Software oder einem einfachen virtuellen Gegenstand einen Wert sehen.

Hier eines von vielen Beispielen:

http://www.gamestar.de/spiele/diablo-3/ ... 07344.html


Das wirft für mich die Frage auf, woher kommt der Gedanke "Das ist für mich Wertvoll".

Woher kommt der Gedanke das Schmuck oder Goldschmuck wertvoll ist ?

Wenn es ein soziologisches Phänomen ist, dann kann sich sowas ändern.

Oder kann mir jemand erklären das der Mensch genetisch dazu veranlagt ist Gold als wertvoll zu betrachten ? Auf diese Erkärung wäre ich mal gespannt...


Wir sehen die Veränderungen doch heute schon. Veränderungen zu ignorieren ist schlicht und einfach naiv.



Grüße
DF

Beitrag 01.07.2014, 15:23

Geldsammler
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Hi Donnyflame: Sicher, das Wertempfinden verschiebt sich gerade deutlich zu immateriellen Werten. Und nicht nur bei den Jungen. Wie viele Ausgebrannte suchen nach einem neuen Sinn? Vom Investment-Banker zum Würstelbudenbesitzer.
Luxus liegt für immer mehr Menschen darin, Zeit zu haben, echte Freunde, ein nettes Gespräch. Es muss oft nicht mehr das große Auto sein. Ich frage mich nur, ob das mit Bitcoins zusammen geht. Mir fehlt da einfach die Emotion, die ich bei anderen (privaten) Investitionen sehe. Auch das heutige Papiergeld hat fasst keinen emotionalen Wert und ist nur Mittel zum Zweck. Das ist mir sehr wohl bewusst. Noch dröger ist das Konto bei der Bank. Aber ich denke, man müsste bei Bitcoins einfach noch die Emotionalität dazu backen, sonst wird das nichts. Die anderen Schwachstellen habe ich ja schon erwähnt. Denn, was hier unter der Käseglocke diskutieren, muss ja weltweit funktionieren. Für mich sind die Bitcoins deshalb ein Vortasten, ein Ausprobieren. Durchaus mit Potenzial, aber nicht in der heutigen Form. Schon allein, weil es eben auch spekulativ genutzt werden kann, wenn man nur früh genug dabei war.

Beitrag 01.07.2014, 15:37

Klecks
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Geldsammler hat geschrieben:
Wenn die Leute dahingehend erzogen werden dass plötzlich "Zahlen" toll sind dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Puh, Erziehungssache also. Klingt nach Utopie, wie die des Kommunismus.
Warum nicht? Immerhin wurden wir erfolgreich dazu erzogen, Papiergeld als wertvoll anzusehen. Das Mißtrauen in den Euro steht dazu nicht in Widerspruch; die meisten Deutschen würden die Wiedereinführung der DM (auch nur Papier) jubelnd begrüßen. Überhaupt hätte es zu DM-Zeiten die Diskussionen um Golddeckung, "Realgeld" usw. gar nicht gegeben.
Mittlerweile wurden wir sogar dazu erzogen, rein virtuelle "Wertstellungen" (Kontogutschriften) als real wertvoll anzusehen, und zwar in einem Maße, dass wir diesen rein virtuellen Werten unsere gesamte Arbeitsleistung opfern. Wir sind also schon lange dahingehend erzogen worden, dass "Zahlen" toll sind smilie_16

Ob man jetzt die Zahlen neben dem €-Zeichen beim Onlinebanking toll findet oder zukünftig die neben dem BC-Zeichen ist tatsächlich nur noch Kopfsache.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 01.07.2014, 15:58

Geldsammler
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Erziehen kannst Du aber nur, wenn Du sofort ein positives Feedback gibst.
Nach dem Krieg gab es alles nur auf dem Schwarzmarkt, das Geld war nichts wert. Komplett Tauschhandel. Mit der Einführung der DM waren über Nacht die Geschäfte voll. Erfahrung: Deutsche Mark = voller Bauch.
Eine neue DM wird, wenn überhaupt, nur nach einem Währungszusammenbruch eingeführt. Dann dürfte sie aber auch wesentlich kritischer hinterfragt werden. Der Euro war ja zunächst auch nicht schlecht. Hauptargument: kein Umtausch an den Grenzen (wie lächerlich). Aber der Mythos der harten Mark lebt, nicht nur in Deutschland.
Dennoch gibt es zwischen Bitcoins und DM erheblich Unterschiede.
DM wurde für alle gleich eingeführt bzw. die Ansprüche in DM entsprechend umgestellt.
Bei Bitcoins ist der erste der reichste.
Die DM wurde staatlich verordnet, alle anderen geldgleichen Tauschmittel durch Razzien auf dem Schwarzmarkt ausgemerzt. Bei Bitcoins sieht es genau andersherum aus. Hier müsste sich ein Staat finden, der Bitcoins als offizielle Parallelwährung gelten lässt (wie wäre es mit Island?). Dann habe ich aber das Problem der laufenden Deflation, was ich beispielsweise bei Gold/Silber nicht habe. Hier gibt es jährlich einen Zuwachs, der früher einigermaßen dem Bevölkerungswachstum entsprochen hat. (Auch, wenn es hier zeitweise - Südamerika - zur Silberinflation kam).

Beitrag 01.07.2014, 16:06

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Hellweg
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Geldsammler hat geschrieben:Hi Donnyflame: Sicher, das Wertempfinden verschiebt sich gerade deutlich zu immateriellen Werten. Und nicht nur bei den Jungen. Wie viele Ausgebrannte suchen nach einem neuen Sinn?

Lieber Geldsammler,
diese Einstellung ist sehr praktisch!
Der IWF und die EZB machen auch alles erdenkliche, um die Menschen in Europa und Deutschland
zu den immateriellen Werten hinzubringen!

Beitrag 01.07.2014, 23:53

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joecoin
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Geldsammler hat geschrieben:Joecoin, jetzt sei doch nicht gleich aggro!
Bisher sind tatsächlich keine neuen Argumente oder Nachrichten gepostet worden. Ok, Peter Schiff nimmt nun auch Bitcoins als Zahlungsmittel an und die US-Strafverfolgungsbehörden versteigern Bitcoins. Und nu? Mchen wir den Thread wieder so lange zu bis es neue Erkenntnisse gibt? smilie_03
Sorry falls das aggro klang, war nicht beabsichtigt, bin ja gar nicht aggro :).

Geht auch nicht um "neue Erkenntnisse". Geht eher darum, wer eine Erkenntnis hat oder eben auch nicht.

Der letzte Bitcoin Thread war geprägt von Kritik, die jeden Bitcoin-Nutzer entweder als Betrüger oder Vollidioten und das ganze System als ein Schneball- solches gebrandmarkt hat. Mittlerweile haben Regierungen, Zentral-, Geschäfts- und Investment-Banken und die Medien die Erkenntnis gehabt, dass es das eben nicht ist, sondern doch ein bisschen mehr. Dazu ein paar hunderttausend Firmen und ein paar Millionen Nutzer, die Bitcoin anwenden und nicht fassen können, wie geil ein freies, globales und dezentralisiertes Finanzsystem sein kann.

Da dachte ich, vielleicht kann man ja auch in einem Gold-Forum nochmal versuchen dazu einen Informations- und Diskussions-Thread anzuwerfen, in einem Unterforum welches "neues zu Wirtschaft ..." heisst und wo man ansonsten auch mal gerne ausgiebig über die Wattzahl von Staubsaugern diskutiert ;).

Joe

Beitrag 02.07.2014, 00:14

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joecoin
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Geldsammler hat geschrieben:Domnyflame: Gold glänzt und wird als Schmuck verwendet. Willste Dir Zahlen um den Hals hängen? Oder Deiner Freundin schenken? smilie_13
Das ist in der Tat eine ziemlich ärmliche Argumetation des so oft für Gold postulierten intrinsischen Wertes, aber sie ist realistisch ;).

So wenig wie der Software-Entwickler nachvollziehen kann, dass der Gold-Bug einen Wert darin sieht, dass man mit Gold hübsch aussehende Dinge produzieren kann, so wenig kann der Gold-Bug nachvollziehen, dass der Geek in brilliant konzipierter Software und deren Funktion Ästhetik und Schönheit findet.

Aber so ist das halt.

Bin mir aber nicht so ganz sicher, ob man eine Technologie (oder auch ein Investment) danach beurteilen sollte, ob sie hübsch aussieht, wenn man sie sich um den Hals legt. Und soweit ich Dich, Geldsammler in diesem Forum bislang mitbekommen habe, nehme ich Dir auch nicht ab, dass das Deine Prioritäten sind ;).

Joe
Zuletzt geändert von joecoin am 02.07.2014, 01:18, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 02.07.2014, 00:28

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Historix
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O tempora o mores....

früher gab man Gold für Eisen, heute schon für Bitcoins.... smilie_20

smilie_40 HERRLICHE erneute Diskussion hier....

immer erfreut, eine eierlegende Wollmilchsau erneut durch's Dorf getrieben zu sehen... smilie_02
Gold ist schön....schönes Gold ist schöner !
BAZINGA !

Beitrag 02.07.2014, 00:41

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joecoin
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Trebbler hat geschrieben:
...
Grundsätzlich find ich die Idee hinter direkten Tauschgeschäften gegen bitcoins nicht schlecht. Da aber jeder solcher (normalen?) Tätigkeiten Presseechos und Freds in x Foren usw. auslöst, sieht man dass diese virtuelle "Währung" im normalen Leben noch nicht angekommen ist.
Natürlich. Überhaupt noch gar nicht. Bitcoin ist da, wo Internet vor 20 Jahren war.
Trebbler hat geschrieben: Warum gehe ich als Unternehmen ein Risiko ein, welches die Mehrheit nicht angeht?
Tolle Idee? Ich halt mich für besser als alle anderen? Mir steht das Wasser bis zum Hals und muss mit neuen risikobehafteten Geschäften wieder Geld verdienen? Ich machs ein klein bisschen als zusätzliches Standbein mit gaaanz kleinem Risiko?
Keine Ahnung warum die ein neues noch nicht übliches Risiko eingehen ( von Idealismus kann ich nicht leben und auch keine Angestellten bezahlen)für EM-Geschäfte brauchts aber viel Geld. Bin gespannt wie´s weitergeht. Wenn da aber Geld zu verdienen ist, fängt in der Geschäftswelt nur allerseltenst der frühe Vogel den Wurm. Das Sprichwort gilt da nur für ganz große Raubvögel.
Viel Glück auf alle Fälle
Trebbler
Ich glaube, Du siehst Bitcoin zu sehr als (riskantes) Investment an. Deshalb auch Deine Überlegung, ob ein Banker die beleihen würde.

Ist es aber gar nicht, zumindest noch lange nicht.

Aber es ist das erste globale, dezentralisierte und freie, also erlaubnis-unabhängige Finanzsystem für alle Menschen auf dem Planeten und somit das erste type-one Finanzsystem, welches die Menschheit hervorgebracht hat.

Verzichte auf zwei grosse Biere am nächsten Wochenende, investiere die 10 Euro in Bitcoin und probier einfach mal aus, wie das funktioniert, wie sich das anfühlt und Du weisst was ich meine und Du hast nix verloren (die zwei Biere kriegst Du dann auch irgendwo für die investierten Bitcoins zurück ;)).

Joe

Beitrag 02.07.2014, 01:07

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joecoin
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Geldsammler hat geschrieben:
Wenn die Leute dahingehend erzogen werden dass plötzlich "Zahlen" toll sind dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.
Puh, Erziehungssache also.
Im Falle von Goldwährung zu Fiatgeld war das nicht Erziehung, sondern mit Waffengewalt durchgesetzter Zwang. Ich habe grade bei Rothbard darüber gelesen, wie in Kalifornien die Leute anfangs überhaupt kein (damals eingeführtes) Fiat-Geld statt Gold akzeptieren wollten, aber eben per Gesetz dazu gezwungen wurden, wie wir eben auch heute noch. Die Kalifornier damals haben das dann zwar gemacht (mussten sie ja beim Anblick der Pistole vom Sheriff), aber den Geschäftspartner (Kunden), der auf Bezahlung mit Fiat bestanden hat öffentlich angeprangert und dann wollte mit dem halt keiner mehr Geschäfte machen. Abolute Leseempfehlung, kostenfrei beim Mises Institute:

http://www.mises.org/money.asp
Geldsammler hat geschrieben: Grundsätzlich bin ich aber der Meinung, dass jeder die Möglichkeit haben sollte das als Geld zu verwenden, was er will. Und, was bei Geschäften von der Gegenpartei angenommen wird. Also eine schöne Konkurrenz unter den Geldarten.
100% bei Dir. Da müssen wir hin.

Und das Geld, über das wir grade reden, ist der Dammbruch dahin :).

Das ist auch der Grund, warum ich Kryptowährung auf einer sehr tiefen philosophischen Ebene so sympathisch finde:

während ich zur Akzeptanz von Fiat mit Gewaltandrohung gezwungen werde, bietet sich Kryptogeld als bessere Alternative einfach an und wer es nutzen möchte kann (und niemand kann ihn davon abhalten) und wer nicht will der lässt es halt bleiben.

Der freie Markt von Währungen / Geldern ist durch das Auftauchen von Bitcoin einfach entstanden, weil niemand Bitcoin als Option einfach vom Markt verscheuchen kann. Ein freier Markt, der durch technologische Errungenschaft geschaffen wurde und nicht durch politische Zugeständnisse. Ersteres kann nicht wieder genommen werden, das zweite einfach widerrufen.

Und das ist genau meine Tasse Tee (wie der Ire zu sagen pflegt ;)).

Joe
Zuletzt geändert von joecoin am 02.07.2014, 02:10, insgesamt 2-mal geändert.

Beitrag 02.07.2014, 01:16

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joecoin
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Historix hat geschrieben:O tempora o mores....

früher gab man Gold für Eisen, heute schon für Bitcoins.... smilie_20

smilie_40 HERRLICHE erneute Diskussion hier....

immer erfreut, eine eierlegende Wollmilchsau erneut durch's Dorf getrieben zu sehen... smilie_02
Ich bin erstaunt, dass es bis zur zweiten Seite des Threads gedauert hat, bis wieder einer auftaucht, der überhaupt gar nichts zu sagen hat und dieses Unvermögen damit kompensiert, besonders kreative Smileys zu klicken. Die geniale Farbwahl der verschiedenen Smileys. Und die Text-Formatierung, die Gross-Kleinschreibung, die verschiedenen Font-Grössen! Wie geil! Ein Meister seiner Kunst.

Du bist hier auf jeden Fall bislang der Gewinner wenn es um den nichts-sagendsten und buntesten Kommentar in diesem Thread geht! Komm versuch noch eins draufzulegen!

Joe

Beitrag 02.07.2014, 08:12

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Ladon
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joecoin hat geschrieben:...
Im Falle von Goldwährung zu Fiatgeld war das nicht Erziehung, sondern mit Waffengewalt durchgesetzter Zwang. Ich habe grade bei Rothbard darüber gelesen, wie in Kalifornien die Leute anfangs überhaupt kein (damals eingeführtes) Fiat-Geld statt Gold akzeptieren wollten, aber eben per Gesetz dazu gezwungen wurden,
...
Naja, je nachdem welche Beispiele man wählt:

Die US Regierung druckte die sogenannten "Greenbacks" (völlig ungedecktes Geld um den Bürgerkrieg zu finanzieren). Sein Wert im Vergleich zum Golddollar stieg während des Krieges von etwa 40 auf 67 Cent. 356 (von 450) Millionen Dollar verblieben im Umlauf.
Im Gegenteil: es gab starke Kräfte, die eine Ausweitung wünschten (knappe Sache im Kongress, meines Wissens hat Präsident Grant schließlich - nach wohl intensiver Lobbyarbeit der Gegner - sein Veto eingelegt).
Etwa 10 Jahre später nahm kaum noch jemand den Unterschied Greenback/Golddollar wahr.

DAS (als Beispiel) ist dann schon irgendwie "Erziehung".


Persönlich denke ich:
Weil sich die Menschen IMMER irgendwie gesellschaftlich organisieren (um mal das Reizwort "Staat" zu vermeiden), wird auch das Geldwesen IMMER irgendwie für diese gesellschaftliche Organisationsform ein "Thema" sein:
Die Rechtslage in Rom (späte Republik-frühes Kaiserreich) erlaubte jedem Privatmann faktisch Bankier zu sein (Inklusive Kreditgeldschöpfung durch nicht reale Schuldverschreibung! Ganz faszinierendes Thema ... leider fast nur bei Juristen bekannt und die kümmern sich nicht um Geschichte). Das Geldwesen war also fest in privater Hand. Trotzdem musste "der Staat" gelegentlich eingreifen: bekannt ist wahrscheinlich Cäsars "Bargeldverbot" (ich glaube es waren maximal 20.000 Sesterzen, die man bar haben durfte - angesichts von Multimillonären wie Crassus).
Die Hanse hatte faktisch ein internes Giralgeldsystem ... nun gut, da waren es dann halt nicht "Staaten", sondern die Bürgerschaften ... also eigentlich ein Verbund von Stadtstaaten. Auch die haben "reguliert".
Was ich meine: Wie auch immer man es nennt, wird Geld von irgendeiner Ordnungsstruktur beeinflusst werden. Und die wird selbstverständlich "ihr" Geld irgendwie schützen - durch irgendeine Form der Gewaltausübung.
Wenn Nestle o.ä. morgen eine eigene Währung einführt und Zahlungen nur noch in dieser akzeptiert, müssen sehr (sehr!) viele Menschen diese Währung benutzen um nicht zu verhungern ...
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 02.07.2014, 08:33

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KROESUS
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Nestle ist nicht lebensnotwendig

auf Instantkaffee, Milchpulver und Müsliriegel kann gut verzichtet werden, auch auf Plastikflaschenwasser

wenn jedoch die amerikanischen und russischen Bauern keine Getreideüberschüsse mehr verkaufen würden wäre es für manche Südländer kritisch

Beitrag 02.07.2014, 08:56

Klecks
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joecoin hat geschrieben: Im Falle von Goldwährung zu Fiatgeld war das nicht Erziehung, sondern mit Waffengewalt durchgesetzter Zwang.
Wir wollen ja eigentlich gar nicht aber der böse Staat zwingt uns mit Waffengewalt [img]http://www.smilies.4-user.de/include/Br ... _b_114.gif[/img]
Nein, ganz so einfach ist das nicht. Die schöne Geschichte aus Kalifornien lässt ich nicht mal eben so auf die ganze Welt übertragen. In Europa war kein großartiger Zwang notwendig; hier ist man schon seit Jahrhunderten gewohnt, Wechsel und Schuldverschreibungen wie Bargeld einzusetzen. Die Einführung von Banknoten (nichts anderes als ein Schuldschein der ausgebenden Bank) war da nur noch ein kleiner Schritt.

Nach dem 1. WK brach das Vetrauen in die Banknoten erst mal zusammen, weil plötzlich klar war, dass diese Unmengen an Schuldscheinen unmöglich in Gold gedeckt sein konnten. Nach der Währungsreform war dann alles wieder bestens, Warum? War die Deckung plötzlich wieder da? Nein. Die Leute brauchten ein alltägliches Zahlungmittel, dem sie vertrauen konnten, und deshalb wollten sie glauben, dass das neue Geld besser ist als das alte! Hier zeigt sich bereits die erfolgreiche Kontitionierung: Neues Papier ist toll! Die "Deckung" war schon nur noch ein pro-forma-Akt.

Mit Ende des 2. WK brach das 3. Reich zusammen. Deutschland als Staat hörte auf zu existieren, das einst so tolle Papier damit wertlos (überraschenderweise übrigens auch die Umlauf-Silbermünzen!). Als dann die DM eingeführt wurde, waren die Menschen froh, endlich wieder gültiges Geld zu besitzen, mit dem sie einkaufen konnten. Ob und wie dieses Geld gedeckt war, war den Leuten furzegal. Neues Papier ist toll!
Einzige EM-Umlaufmünze zu diesem Zeitpunkt war dann der Fünfer. Und der hatte weniger Feinsilber intus als eine alte Reichsmark. Störte aber niemanden mehr. Fiat-Erziehung Stufe 2 abgeschlossen.

1974 wurde dann auch noch das Feigenblatt der Pseudodeckung mittels(chronisch zu niedrig) teilgedeckter Fremdwährung (Bretton-Woods-System) abgelegt. War kein großer Aufreger mehr. Ganz nebenbei wurde kurz darauf auch die letzte deutsche EM-Umlaufmünze abgeschaft, was auch niemanden wirklich störte. Jeder glaubte (und glaubt bis heute) an die wunderbare "Deckung" der DM durch die Wirtschaftsleistung. Fiat Erziehung Level 3.
Dass der Euro heute deutlich weniger Vertrauen genießt, liegt an eben genau dieser "Deckung": Das Verhältnis von Geldmenge zu Wirtschaftsleistung verschlechtert sich massiv. Wäre das nicht so, hätten wir keine Euro-Krise.

Vollständig in die Hände der Banken haben wir uns sowieso freiwillig begeben: Papier ist toll aber ein Konto ist noch viel toller! Aus purer Bequemlichkeit und Gier (Zinswachstum) geben wir unser Geld den Banken. Es ist heute ganz selbstverständlich, dass wir nicht mal mehr einen Geld(=Schuld)schein in der Hand haben müssen, wir betrachten alleine die offene Forderung ggü. einer Bank schon als materiell wertvoll. Und dazu muss uns niemand zwingen, schon gar nicht mit vorgehaltener Waffe. Diese Annerkennung offener Forderungen und reiner Zahlenbewegungen als reale Werte geht mittlerweile so weit, dass Kredit(!)karten als Vermögensnachweis angesehen werden und ein ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung einer vollständigen Abschaffung von Bargeld bedenkenlos zustimmen würde. Fiat Erziehung vollständig abgeschlossen.
Zuletzt geändert von Klecks am 02.07.2014, 09:03, insgesamt 1-mal geändert.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 02.07.2014, 09:01

Klecks
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KROESUS hat geschrieben:Nestle ist nicht lebensnotwendig
Für uns vielleicht nicht. Aber in vielen Teilen der Welt denken die Menschen bei Nestle nicht an Instantkaffee, Milchpulver und Müsliriegel sondern an Saatgut und Trinkwassernutzungsrechte. Da hat Nestle seine Hand nicht auf den Plastikflaschen sondern auf den Brunnen und Quellen.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 02.07.2014, 09:32

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Ladon
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Klecks hat geschrieben:
KROESUS hat geschrieben:Nestle ist nicht lebensnotwendig
Für uns vielleicht nicht. Aber in vielen Teilen der Welt denken die Menschen bei Nestle nicht an Instantkaffee, Milchpulver und Müsliriegel sondern an Saatgut und Trinkwassernutzungsrechte. Da hat Nestle seine Hand nicht auf den Plastikflaschen sondern auf den Brunnen und Quellen.
Erstens das und zweitens ging es ja nicht um dieses BEISPIEL, sondern darum, dass "Gewaltausübung" im gesellschaftlichen Sinne nicht an ein Staatswesen gebunden ist - solche Gewaltausübung geschieht nahezu automatisch, wenn sich mächtige Strukturen bilden. Sei es politisch, wirtschaftlich oder auch religiös.

Ich wollte nur darauf hinweisen, dass eine Fokussierung auf den "bösen Staat" (der durchaus tatsächlich "böse" sein mag in den beobachtbaren Formen) nicht ausblenden sollte, dass das Problem nicht durch "Abschaffung des Staates" aus der Welt wäre!
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 02.07.2014, 10:31

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lifesgood
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@Klecks: Schöne Zusammenfassung smilie_01

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