Lebensversicherung? Alles viel schlimmer.

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 27.01.2016, 15:27

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Datenreisender
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@ Dragonh3art:

Wenn Du der Bank eine Sicherheit in Höhe von 10.800 € schuldest (bitte einmal Kreditvertrag lesen), die hinterlegte Sicherheit aber tatsächlich aktuell 25.000 € wert ist, dann ist das eine Überbesicherung, was zur Folge hat, daß der Kreditnehmer grundsätzlich einen Anspruch darauf hat, daß die Bank diese herausrückt.

Ich würde vorschlagen, Du sprichst (nach Lektüre des Kreditvertrages) mal mit der Bank, lässt Dir die Police freigeben und kündigst diese. Die 10.800 € könntest Du beispielsweise für eine Teil-Tilgung nehmen (Sondertilgung möglich? siehe Kreditvertrag) oder Du legst die 10.800 € auf ein Sparbuch oder Sperrkonto und hinterlegst/verpfändest dieses als Sicherheit an die Bank.

Die Differenz von 14.200 € und die Monatsraten von 100 € wären dann frei und könnten von Dir anderweitig investiert werden.

Erzähl der Bank zu Deiner Intention einfach, daß Du Angst hast, daß der Fonds und damit die Kreditsicherheit erheblich an Wert verlieren könnte und daß Du den deshalb dringend loswerden willst. Vielleicht bekommst Du von der Bank ja noch weitere Ideen/Vorschläge.
Zuletzt geändert von Datenreisender am 27.01.2016, 15:29, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 27.01.2016, 15:29

Klecks
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Erstens: Deine Bank wird nicht mitspielen. Unabhängig von der Ablaufleistung will die Bank schließlich auch das Ausfallrisiko durch Todesfall abgesichert haben. Das bringt uns zu

Zweitens: Wenn du die Versicherung aufkündigst, brauchst du aus o.g. Grund mindestens eine Risiko-LV. Ihr seid heute 16 Jahre älter, was die Versicherung teurer macht. Wahrcheinlich kostet euch heute eine Risiko -LV genauso viel wie die aktuelle Fondsgebundene. Also ein Minusgeschäft, da du aus der Risiko-LV überhaupt nichts mehr raus bekommst (außer du willst vor Ablauf abnippeln, was ich eher nicht glaube smilie_16 ).

Drittens: Bei 14 Jahren Restlaufzeit kann es dir sch*ßegal sein, wo der DAX morgen steht. Auf die lange Zeit bist du mit einem vernünftigen Fond sowieso wieder dicke im Plus.

Fazit: Selbst wenn die Bank mitspielt lohnt es sich wahrscheinlich nicht.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 27.01.2016, 15:31

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Klecks hat geschrieben:Unabhängig von der Ablaufleistung will die Bank schließlich auch das Ausfallrisiko durch Todesfall abgesichert haben.
Stimmt, das Todesfallrisiko hatte ich übersehen.
Verlangt die Bank das? (schon wieder: Kreditvertrag lesen)

Beitrag 27.01.2016, 15:35

Klecks
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Datenreisender hat geschrieben:
Klecks hat geschrieben:Unabhängig von der Ablaufleistung will die Bank schließlich auch das Ausfallrisiko durch Todesfall abgesichert haben.
Stimmt, das Todesfallrisiko hatte ich übersehen.
Verlangt die Bank das? (schon wieder: Kreditvertrag lesen)
Bei einer Immo-Finanzierung üblicherweise schon. Ist ja auch deren Hauptargument, zum Kredit auch noch 'ne LV zu verkaufen.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 27.01.2016, 15:38

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Klecks hat geschrieben:Bei einer Immo-Finanzierung üblicherweise schon. Ist ja auch deren Hauptargument, zum Kredit auch noch 'ne LV zu verkaufen.
Das hängt von der Bonität des Schuldners ab!
Der Abschluß von Risikoversicherungen ist keine grundsätzliche Voraussetzung für eine Kreditgewährung.
Wenn das im Kreditvertrag vereinbart wurde, dann ist das so. Nachträglich verlangen kann die Bank das nicht.

Beitrag 27.01.2016, 15:46

Klecks
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Datenreisender hat geschrieben: Das hängt von der Bonität des Schuldners ab!
Der Abschluß von Risikoversicherungen ist keine grundsätzliche Voraussetzung für eine Kreditgewährung.
Ich bin jetzt nicht von demjenigen ausgegangen, der schon zwei (schuldenfreie) Häuser als Sicherheit vorweisen kann, sondern eher vom Ottonormaleigenheimerwerber. Und da ist der Tod durchaus ein Ausfallrisiko für die Bank, auch bei (sogenannten) Besserverdienern.

Aber wie du schon geschrieben hast: Kreditvertrag durchlesen.
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Beitrag 27.01.2016, 15:58

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Dragonh3art
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Eigentlich gibt es da noch eine weitere Lebensversicherung die im Todesfall Haus und wohnung abdeckt. Ich glaube bei der Fondgebundenen ging es damals nur darum noch eine zusätzliche Sicherheit eintzubauen weil wir so Jung waren. Oder der Bänker wollte etwas mehr Provision verdienen ^^

Beitrag 27.01.2016, 16:27

ChrisJ11
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Da plädiere ich für letzteres :)

Beitrag 27.01.2016, 19:49

Knoxler
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@Dragonh3art

Nach 30 Jahren haben wir eine garantierte auszahlung von je 10800€.


Ist aber auch nicht gerade der beste Schnitt, bei 36000 Einzahlung oder hab ich was net kapiert ? smilie_08


Knoxler
wunderbar gehandelt: mit Ratatoeskr, rosab2000, DuraAce, Eligius, d.pust, kintaro

Beitrag 11.03.2016, 05:37

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DIHK-Umfrage: Lebensversicherer im Krisenmodus
Die deutschen Unternehmen beurteilen ihre aktuelle Geschäftslage so gut wie noch nie. Die Geschäftserwartungen für die nahe Zukunft sind nach der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage verhaltener. Die Versicherungswirtschaft schätzt dabei ihre aktuelle Lage insgesamt ebenfalls als gut ein, aber etwas schlechter noch als zu Beginn des Vorjahres. Betrachtet man aber die Detaildaten zu den Lebensversicherern, dann befindet sich die Sparte im Krisenmodus.
http://www.versicherungsjournal.de/vert ... 124795.php

“Absolute Geldvernichtungsmaschinen”: Klage gegen Lebensversicherungen
Wie der ORF Vorarlberg berichtet, bereitet der Feldkircher Hans-Jörg Vogl eine Massenklage gegen fondsgebundene Lebensversicherungen vor. 700 Inhaber solcher Versicherungen hätten sich angeschlossen.
Tausende Versicherte in ganz Österreich erhalten seit einigen Wochen besonders unerfreuliche Post und sind geschockt: die Schreiben der Versicherungen informieren ihre Kunden darüber, dass sie einen satten Verlust einfahren. Und das trotz einer vereinbarten Kapitalerhaltungsgarantie. Es werden aber nicht nur die vertraglich vereinbarten Renditen nicht gehalten, die Kunden erhalten sogar weniger, als sie einbezahlt haben. Aus den Versicherten werden so Geschädigte, berichtet die Erste Allgemeine Schadenshilfe AG in Liechtenstein.
http://www.vol.at/absolute-geldvernicht ... en/4649238

Beitrag 24.03.2016, 10:31

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Gewinne brechen ein
Wegen Niedrigzins: Ratingagentur warnt vor Kollaps der Lebensversicherer

Den Lebensversicherern steht eine schwere Zeit bevor, warnt die Ratingagentur Moody's: Die gesamte Branche stehe vor großen Herausforderungen: Ein tiefgreifender Wandel stehe bevor - mit schweren Folgen für schwache Anbieter.

http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 82977.html

Beitrag 24.03.2016, 14:37

sverige
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Hi Folks,

also mich wundert das alles schon lange nicht mehr. Mal unabhängig von der Niedrigzinsphase haben die Versicherer jahrzehntelang das Geld ihrer Kunden mit beiden Händen zum Fenster rausgeworfen anstatt für schwierige Zeiten entsprechend Vorsorge zu betreiben. Hätten sie das mit Sorgfalt und weiser Voraussicht betrieben wäre das ganze alles nicht so schlimm wie es sich jetzt darstellt.
Wenn ich von 2 guten Freunden von mir erfahre, die beide für Versicherungen 2er großer Kreditinstitute arbeiten, wie oft diese in den letzten Jahren auf sogenannten "Incentives" waren und bei "Wettbewerben" Reisen bis in die entlegensten Winkel dieser Erde geschenkt bekamen- alles auf Kosten der Beitragszahler.
Von der goldenen Rolex bis zu Cluburlaube für die ganze Familie- da war alles dabei. Selbst bei der letzten Olympiade war man mit zig Leuten und dem gesamten Versicherungsvorstand in der VIP- Lounge und soff Champagner und aß Kaviar. Abends ging man in entprechende Nightclubs- mit allem was so dazu gehörte. Es wurde aus dem vollen geschöpft und während dieser "Gelage" wurden laut der Aussage meiner Bekannten sogar noch Witze über die dummen Versicherten gemacht, die das alles ja schön brav finanzierten. Das ist die Realität.
Und heute stöhnen genau diese Gesellschaften und geben die Schuld an ihrer Situation dem Bankensystem und allen anderen nur nicht sich selbst. Ein schmutziges Spiel und die totale Verarsche der Kunden. Solche Gesellschaften gehören zwangsgeschlossen und die Vorstände samt "Vasallen" in einen längeren Cluburlaub mit Gittern vor den Fenstern geschickt. Die Kunden müssten per Gesetz mit genau der Summe abgefunden werden, die man ihnen ja anfangs so großzügig als Ablaufleistung prognostizierte.

Noch heute verkloppen die die Lebensversicherungen und "verheizen" die armen Kunden trotz des Wissens, dass der arme dumme Kunde ja nicht einmal das ausbezahlt bekommt, was er insgesamt einbezahlt. Incentives gibt es immer noch und Champagner saufen die trotz der ach so schlimmen Situation auch noch immer.
Das alles wird sich niemals ändern ! Das ganze System ist von Fäulnis zerfressen und gehört dringend reformiert. Aber da die Gesetzgebung ja mit denen gemeinsame Sache macht kann man ja nichts erwarten. Siehe Riester-Blödsinn. Und die Maschmeyers dieser Welt präsentieren sich auf der großen Bühne der High- Society als die Erfolgsunternehmer- mir wird übel.

Eigentlich wäre alles ganz einfach, wenn man die richtigen und unbestechlichen Personen an den richtigen Stellen sitzen hätte. Aber genau daran scheitert es ja meist. Schaut Euch unsere gesamte Politik an- also muß man ja mit übelsten Erwartungen in die Zukunft blicken.

Jedes EM- Investment und Investmentsparen ist der besten Versicherung haushoch überlegen- und ich habe weitestgehend die Kontrolle über mein Geld, kann jederzeit dran und auch die Anlageklasse ändern. Kapitalbildende Versicherungen sind die pure Geldvernichtung. Und dennoch schließen immer noch Millionen Menschen so einen Blödsinn ab.
Na ja ist ja wie bei der Wahl....Millionen Fliegen können ja nicht irren...

Der Schwede

Beitrag 24.03.2016, 14:58

Nino
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Alter Schwede... smilie_01

...das kann ich nur betätigen. Mein Freund ( ebenfalls Versicherungsfachmann bei einer großen deutschen Versicherung) riet mir seinerzeit sehr deutlich davon ab, eine kapitalbildende Lebensversicherung abzuschließen ( aus den o.g. Gründen ).

So traurig das auch ist...

Gruß Nino

Beitrag 20.04.2016, 12:54

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Lebensversicherung:
Garantien bei Lebensversicherungspolicen sind nicht sicher
Fondsprofessionell berichtet in einem bereits am 29.02.16 erschienen Beitrag über Garantien bei Lebensversicherungen. Diese seien nicht sicher. Das Thema betrifft auch Riester-Renten.
http://der-bondaffe.com/2016/03/30/lebe ... ht-sicher/

Enormer Druck durch Niedrigzinsen
BaFin-Chef: Oberaufseher hält Pleiten von Lebensversicherern für möglich
Im "Handelsblatt" hat sich der Chef der Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, kritisch über den Zustand einiger deutscher Lebensversicherer geäußert. Eine zweistellige Zahl werde eng beobachtet, Marktaustritte seien möglich. Und auch der Garantiezins ist wohl nicht zu halten.
http://www.focus.de/finanzen/versicheru ... 53189.html

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