Vermögen: Die Deutschen werden reicher

Tagesgespräch zu Wirtschaftsthemen wie Geldmarkt, Börse, Währung, Finanzkrise, Inflation aus Deutschland und der Welt

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Beitrag 02.10.2019, 15:26

kribelboble
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Ich frage mich jetzt tatsächlich warum Ländern die eigentlich ganz ähnliche wirtschaftliche Rahmenbedinung wie Deutschland hatten eine viel höhere Immobilienquote haben:
Deutschland ca. 51%/Italien: 73%/Frankreich: 64%/UK: 65% Liegt das nur an den verlorenen Kriegen? Liegt das nur daran dass Deutschland eine viel höhere Bevölkerungsdichte und schon historisch hohe Preise hatte?

Eigentlich arme Länder wie Rumänien (95%), Polen (85%) oder Kroatien (91%) haben eine viel höhere Eigenheimquote - dort ist auch die Kluft zwischen den 50% ärmsten und 50% reichsten viel kleiner als in Deutschland.

Ich verstehe das geschichtlich nicht ... wie konnte es dazu kommen ...

Beitrag 02.10.2019, 15:56

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goldmoney
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Dafür gibt es mehrere Gründe.

In Deutschland gab es nie eine Bodenreform, in den meisten anderen Ländern schon. Der Adel und die Kirche haben es geschafft, den größten Teil der Immobilien zu "retten". Dazu hat die industrielle Entwicklung sicher beigetragen, weil die Gehälter das Mieten von Wohnungen einigermaßen möglich gemacht hat.

Die Arme Bevölkerung hat also nie die Möglichkeit erhalten, auf einem Flecken Erde das eigene, wenn auch kleine Lehmhaus zu bauen. Darauf konnten in den anderen Ländern die Kinder und Enkel später Ziegelhäuser bauen. Teilweise wurde sogar Acker verteilt. Natürlich war es auf verlorenen K.u.K Gebieten und Ostgebieten einfacher den Besitz der Deutsche/Österreichischen Gutsherren durch die neuen Staaten zu verteilen. Aber auch einheimische Großgrundbesitzer mussten Bluten. Schon vor den Kommunisten! Die Faschisten haben teilweise auch Ländereien verteilt (sich!).

Aber auch war der Nachkriegsdeutsche eher bequem und lieber 2 mal im Urlaub gefahren, als in den "Klotz am Bein" zu investieren.

Die sehr hohe Quote im Osten ist durch die de facto Verschenkung (zu Schleuderpreisen) der staatlichen Immobilien (Plattenbauten) an die ehemaligen Mieter zustande gekommen. Bei uns im Osten wurden sie abgerissen. Jetzt baut man neue, privat, aber auch aus beton. Viel schöner sind sie nicht wirklich. Nun ja, die alten hätte man auch mit wenig Aufwand deutlich aufhübschen können. Für die unteren Schichten wären sie super gewesen.


Also ist der Michel auch ein wenig selbst Schuld.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

Beitrag 05.10.2019, 09:42

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Ladon
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Natürlich gab es auch in den vielen "deutschen" Staaten (bis 1871, als ein Deutschland im eigentlichen Sinn entstand) auch Bodenreformen. Sonst würde das Land ja heute noch nicht den Bauern gehören.
Wegen der "Vielstaatigkeit" kann man allerdings keine allgemein gültige Aussage treffen.
Im groben gesagt, ist im Zuge der Befreiung des Bauerstandes auch der Grundbesitz übergegangen. Also von der Aufklärung bis teilweise zum Ende des 19. Jahrhunderts. Oft gegen Zahlungen aber auch durch Enteignungen z.B. unter der Herrschaft Napoleons.
Bis Ende des 18. Jahrhunderts ist in den Gebieten ungefähr westlich der Elbe die Form des Erbgutes oft üblich. D.h. der eigentliche Grundbesitz liegt beim Landesherrn, der Bauer hat aber das vererbbare Nutz- und Nießrecht (u.a. Fruchtziehung). Das ging v.a. im 19. Jhd dann häufig in tatsächliches Eigentum über.
Die Zersplitterung des Grundbesitzes für Bauprojekte der Erben ist auch höchstens von aufschiebender Wirkung. Die Landflucht während der Industrialisierung belegt das mehr als eindeutig.

Der wirkliche Grund für die geringe Wohneigentumsquote der Deutschen sind die massiven Wohnbauprojekte nach den Weltkriegen (wg Verstädterung, bzw. vernichteter Bausubstanz, und später durch oft genossenschaftliche Wohnungsbaugesellschaften gefördert).
Es galt günstigen Wohnraum in großer Zahl zu schaffen. Daraus resultierend ist der gemietete Wohnraum in Deutschland historisch gesehen über viele, viele Jahrzehnte selbst im städtischen Bereich stets vergleichsweise günstig gewesen. Zudem haben wir hohe Standards beim Mieterschutz.
Der "Druck" zum Eigenheim war also viel geringer als in anderen Staaten mit weniger Rechtssicherheit, niedrigerer Bevölkerungsdichte und weniger gefördertem Wohnungsbau (also praktisch allen anderen europäischen Staaten).
Andere gibt es schon genug

Beitrag 05.10.2019, 15:26

Quinar
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Ladon hat geschrieben:
05.10.2019, 09:42
1871, als ein Deutschland im eigentlichen Sinn entstand.
Daß sich diese bemerkenserte historische Verkürzung nach wie vor hält ist erstaunlich.

Beitrag 05.10.2019, 18:19

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Ladon
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Quinar hat geschrieben:
05.10.2019, 15:26
Ladon hat geschrieben:
05.10.2019, 09:42
1871, als ein Deutschland im eigentlichen Sinn entstand.
Daß sich diese bemerkenserte historische Verkürzung nach wie vor hält ist erstaunlich.
Ja, stimmt.
Es gibt durchaus Historiker, die mit der Gründung des Norddeutschen Bundes 1866 den Beginn eines Völkerrechtssubjekts "Deutschland" ansetzen. Das ist durchaus legitim.
1806 dankte Franz mit den Worten "... von Gottes Gnaden römscher Kaiser ..." ab.
Noch Fragen?
Andere gibt es schon genug

Beitrag 05.10.2019, 18:50

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Spätlese
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Vielleicht hat das auch was mit den Begrifflichkeiten "Deutschland" und "Deutsches Reich" zu tun.
Die drei "Deutschen Reiche" werden eigentlich von der Gründung her klar definiert. Beim Begriff "Deutschland" ist das vielleicht was schwammiger, da es öfters größere Zusammenschlüsse von deutschen Ländern bzw Staaten und Kleinststaaten gab. Aber das sich solch ein Gebilde vor 1871 jemals "Deutschland" genannt hätte, wäre mir jetzt neu.
Nichts bedarf so sehr der Reform wie die Gewohnheiten anderer Leute. (Mark Twain)

Beitrag 05.10.2019, 19:09

Quinar
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Ladon hat geschrieben:
05.10.2019, 18:19
Quinar hat geschrieben:
05.10.2019, 15:26
Ladon hat geschrieben:
05.10.2019, 09:42
1871, als ein Deutschland im eigentlichen Sinn entstand.
Daß sich diese bemerkenserte historische Verkürzung nach wie vor hält ist erstaunlich.
Ja, stimmt.
Es gibt durchaus Historiker, die mit der Gründung des Norddeutschen Bundes 1866 den Beginn eines Völkerrechtssubjekts "Deutschland" ansetzen. Das ist durchaus legitim.
1806 dankte Franz mit den Worten "... von Gottes Gnaden römscher Kaiser ..." ab.
Noch Fragen?
Zunächst lege ich Wert auf die Feststellung darauf daß ich Sie hier mitnichten zu irgendetwas befrage.

Zur Sache selbst:

Eben diese einengende Verkürzung des HRR auf seinen TITEL (von dem man wohlweißlich auch noch den nicht ganz nebensächlichen Teil "deutscher Nation" elegant unerwähnt läßt) wird ihm vorne und hinten nicht gerecht.
Der Zusatz "deutscher Nation" ist ab dem Spätmittelalter bis 1806 durchgängig belegbar und im späten FMA wäre bereits der Begriff "Regnum Teutonicum" für die deutschen Teile des HRR nachweisbar.

Ob Schiller, Gutenberg oder Dürer sich als Römer gesehen haben weil im Herrschertitel der Traditionsname "römisch" vorkam bezweifele ich dezent.

Überdies war nach der Titularlogik dann gewiß auch das erste Sultanat in Anatolien nach der Schlacht von Manzikert 1071 ein römsiches Sultanant.
Schließlich führte auch dieses Sultanat scheldschukischer Türken den gleichen Traditionsnamen wie das HRR .
Sultanat der Rum- Seldschuken oder oftmals auch nur Sultanant- Rum .

Beitrag 05.10.2019, 20:36

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Spätlese
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......Eigentlich arme Länder wie Rumänien (95%), Polen (85%) oder Kroatien (91%) haben eine viel höhere Eigenheimquote......

@kribelboble:
Hier kostet allein schon Bauland in diversen Regionen ein Vermögen. Dann Architektenbüro, Baugenhmigungen, Erschliessungskosten und, und, und. Hier in der BRD hast Du noch kein Loch gegraben für den Keller, da bist Du schon 100.000€ los.
Dann die Bauvorschriften wegen Brandschutz, Wärmedämmung, Heizungsanlage und andere Kostenfresser.
Vor ca. 60 Jahren hatte ein kleines einfaches Einfamilien-Reihenhaus noch ca. 150.000 DM allinclusiv gekostet, wenn überhaupt. In den von Dir benannten Ländern brauchte man da wahrscheinlich nur ein billiges Grundstück und konnte bauen, was immer man wollte. Keine absonderlichen Vorschriften wie hier, und vor allem nicht wie hier heutzutage. Was hier für Otto-Normal-Verdiener noch erschwinglich ist, ist eine alte Bude günstig kaufen und diese dann nach neuesten Bauvorschriften sanieren.
Wenn ich ein altes Haus erbe, so brauche ich nichts zu machen. Kaufe ich aber, so muß alles nach neuester Bauvorschrift saniert werden. Diesen "Schwachsinn" haben unsere südlichen und östlichen Nachbarn nicht in dem Maße. Vermutlich gar nicht.............. :shock:
Als normal arbeitender Alleinverdiener einer kleinen Familie brauch man sich eigentlich keine Gedanken über den Hausbau machen. Geht nicht. Sobald die Frau dann mitarbeiten kann, sieht´s anders aus. Aber das muss sich bis zum bitteren Ende der Laufzeit des Darlehens so halten, sonst ist das Häusschen schneller weg wie gedacht. Ein halbes Leben unter Druck und finanzieller Volllast............... :|
Nichts bedarf so sehr der Reform wie die Gewohnheiten anderer Leute. (Mark Twain)

Beitrag 06.10.2019, 08:00

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Ladon
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Quinar hat geschrieben:
05.10.2019, 19:09
...

Zunächst lege ich Wert auf die Feststellung darauf daß ich Sie hier mitnichten zu irgendetwas befrage.
Oh, jetzt wird's aber förmlich.
Ich antworte auch nicht, sondern stelle nur richtig.

Gesprochen wurde von einem "Völkerrechtssubjekt". Als solches gab es vor 1866 gewiss kein "Deutschland". Darüber muss man einfach nicht diskutieren.

Da es nach christlicher Lehre überhaupt nur vier Weltreiche geben konnte, wäre die Gründung eines neuen, deutschen, Reiches völlig außerhalb der mittelalterlichen Vorstellung gewesen - müsste dafür doch die Welt untergehen.
Wie aus allen Urkunden ersichtlich, sahen sich die Kaiser immer als Römsche Kaiser. Das Reich ist als (Heiliges) Römisches Reich (deutscher Nation (der Zusatz ist bei weitem nicht so gebräuchlich wie mancher denkt)) konstituiert.
Der gebräuchliche Begriff translatio imperii bezieht sich genau auf den Übergang der Herrschaft. Also kein neues Gebilde, sondern ein fortgeführtes oder erneuertes.
Das Kaiserreich hatte Gebietsansprüche weit über "deutsches" Gebiet hinaus.
Viele Kaiser waren keine Deutsche und sprachen nicht einmal die Sprache.
Und es gibt lange Zeiträume ganz ohne Kaiser. Ein seltsames Deutschland wäre das gewesen.
So mancher Kaiser hat sich um die deutschen Lande herzlich wenig gekümmert und die Habsburger, die ja eine faktische Erbmonarchie begründeten, waren gewiss keine Herrscher in den anderen deutschen Landen (man frage den alten Fritz dazu).

Die Sehnsucht nach Nationalstaatlichkeit ab Ende des 18. Jahrhunderts und vor allem der Romantiker, die sich als Deutsche sehen, ist also relativ neuzeitlich. Früher ging es um Herrschaftsausübung, nicht um territorialen Anspruch!
Vielmehr ist diese Sehnsucht ja genau der Beweis dafür, dass es (noch) keinen Staat gab, der "Deutschland" hieß! Nach dem sehnt man sich, weil es ihn eben nicht gibt.

Das Problem, das national denkende Menschen mit der Tatsache haben, dass es bis 1871 keinen konstituierten Staat gab der "Deutschland" hieß, ist mir unverständlich. Die langwierige Entwicklung zu einem deutschen (National-)Staat ist absolut faszinierend und einmalig.
Oft sind es Menschen, die in anderen Bereichen vehement auf Formales verweisen, die in dieser Frage das Formale nonchalant vom Tisch wischen.

Naja, jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung ... aber halt nicht auf seine eigenen Fakten.



=====================================
Kehren wir zum Thread-Thema, zurück:
"Spätlese" legt den Fokus auf die Kosten des Hausbaus hierzulande. Der Preisvergleich mit "vor 60 Jahren" ist etwas keck, weil die Preisentwicklung unberücksichtigt ist und Zusatzkosten und Vorgaben sind nicht immer sinnlos. Wer möchte denn "wildes Bauen" haben?
Aber insgesamt bestätigt das, was ich oben gesagt habe: es ist der in Deutschland traditionell von Beginn des 20. Jhds bis in die 2000er Jahre hinein sehr günstige "Mietraum", der den Hausbau für viele unattraktiv macht.
Zudem kostet ein Haus im Unterhalt so einiges und macht - wie der Name schon sagt - immobil. In der Regel ist es nicht einmal gut zu verkaufen. Bei uns hier müsste ich im Falle des Verkaufs das Haus praktisch erst abreißen, weil es zwar auf einem begehrten Grundstück steht, aber niemand die 50 jahre alte Bude, sondern alle den Grund haben wollen. Das Haus wirkt da wertmindernd. Der Zuwachs an "Reichtum" aufgrund von Immobilienbesitz ist für den einfachen Häuslebesitzer Augenwischerei und Wunschdenken.
Fazit: Es gibt schon gute und durchaus rationale Argumente gegen die eigene Immobilie.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 06.10.2019, 11:54

Quinar
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Ladon hat geschrieben:
06.10.2019, 08:00

Ich antworte auch nicht, sondern stelle nur richtig.


aja, jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung ... aber halt nicht auf seine eigenen Fakten.
Eine Richtigstellung setzt Falsches voraus welches vorangegangen wäre.Da dies nicht der Fall ist stellen Sie nicht richtig,sondern legen ihre Perspektive vor.

Mein ursprünglicher Widerspruch bezog und bezieht sich auf den Satz daß ein eigentliches Deutschland erst ab 1871 (nun ihrerseits gnädig auf 1866 modifiziert) entstünde.

Von einer aktuell-modernen staatsrechtlichen Perspektive welche im wesentlichen den staatsrechtlichen Auffassungen von Frankreich oder Großbritannien folgt welche nun gewiß bereits früher als Deutschland den aktuellen Phänotyp des modernen Nationalstaats annahmen war dort keine Rede.

Der Quinar sammelt u.a. z.B. Altdeutsche Taler. Nach der Lesart modernen Staatsrechts müße er aber die Ausgaben der jeweiligen Landesherren mit Münzhoheit sammeln.Nun kann man dem Quinar gewiß auch wieder unterstellen er denke ja ein hölzernen nationalen Kategorien und sei mindestens mal von Vorgestern oder gar noch aus der letzten Kehrwoche.
Puzzigerweis ist der Begriff aber allerorten völlig üblich und selbstverständlich.
Und dies obwohl (oder gerade weil ?!) Sammler oftmals auch Numismatiker sind und Numismatik eine historische Disziplin darstellt.


Daß das HRR auch Gebiete umfasste welche nicht zu Deutschland gehörten ist Ihnen offensichtlich ebenso bekannt wie mir........
......und den Zeitgenossen.
Diese sahen sich seit dem Ende des Frühmittelalters/Beginn des Hochmittelalters durchaus genötigt innerhalb des HRR den Unterschied zwischen dem Regnum Teutonicum und dem Regnum Italicum ausdrücklich zu betonen.

Ach ja.....
daß sich so mancher Herrscher Deutschlands um die Deutschen Lande herzlich wenig gekümmert hat ist bedauerlicherweise ebenfalls zutreffend.
Womöglich hat Merkel also doch einen Sinn für Traditionen.

Beitrag 06.10.2019, 14:20

Klecks
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Mit Verlaub, lieber Quinar: Jetzt machst du dich lächerlich. Dein Stuss wird auch nicht dadurch richtiger, indem du ihn in vor Überheblichkeit triefender Schulmeisterlichkeit absonderst.
Quinar hat geschrieben:
06.10.2019, 11:54
Der Quinar sammelt u.a. z.B. Altdeutsche Taler.
Und daraus leitest du die Existenz eines "Altdeutschen" Nationalstaates ab? Interessant...
Demzufolge muss es in Mittel- und Südamerika einen Staat Namens Präkolumbia gegeben haben, schließlich gibt es auch Sammler präkolumbianischer Kunst.
smilie_10

"Altdeutsche Taler" bzw. "Altdeutsche Münzen" ist ein rein numismatischer Begriff ohne jede staats- oder völkerrechtliche Verbindlichkeit. Diese Begriffe erheben auch nicht einmal im Ansatz einen Anspruch auf die Beschreibung eines Staatsgebietes sondern beschreiben lediglich ein Sammelgebiet: Eben Münzen aus den deutschen/deutschsprachigen Landen, und zwar VOR Gründung eines Deutschen Reiches!


"Regnum Teutonicum" bezeichnete nie, nie, niemals und zu keinem Zeitpunkt ein deutsches Staastsgebiet und schon gar keinen sonstwie gearteten deutschen Nationalstaat. Der (ursprünglich diffamierende) Begriff stammt aus dem 11. Jh., er wurde ausschließlich in der päpstlichen Kanzleisprache verwendet und diente genau einem einzigen Zweck: Den Kaiser politisch zu schwächen, indem man seinen Herrschaftsanspruch sprachlich verkleinert.
Nix Staat. Nix Deutsches Reich. Nix DEUTSCH LAND!
Politisches Eierzwicken, sonst nichts.
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 06.10.2019, 15:30

Quinar
500 g Barren Mitglied
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Klecks hat geschrieben:
06.10.2019, 14:20
Mit Verlaub, lieber Quinar: Jetzt machst du dich lächerlich. Dein Stuss wird auch nicht dadurch richtiger, indem du ihn in vor Überheblichkeit triefender Schulmeisterlichkeit absonderst.
Quinar hat geschrieben:
06.10.2019, 11:54
Der Quinar sammelt u.a. z.B. Altdeutsche Taler.
Und daraus leitest du die Existenz eines "Altdeutschen" Nationalstaates ab? Interessant...
Demzufolge muss es in Mittel- und Südamerika einen Staat Namens Präkolumbia gegeben haben, schließlich gibt es auch Sammler präkolumbianischer Kunst.
smilie_10

"Altdeutsche Taler" bzw. "Altdeutsche Münzen" ist ein rein numismatischer Begriff ohne jede staats- oder völkerrechtliche Verbindlichkeit. Diese Begriffe erheben auch nicht einmal im Ansatz einen Anspruch auf die Beschreibung eines Staatsgebietes sondern beschreiben lediglich ein Sammelgebiet: Eben Münzen aus den deutschen/deutschsprachigen Landen, und zwar VOR Gründung eines Deutschen Reiches!


"Regnum Teutonicum" bezeichnete nie, nie, niemals und zu keinem Zeitpunkt ein deutsches Staastsgebiet und schon gar keinen sonstwie gearteten deutschen Nationalstaat. Der (ursprünglich diffamierende) Begriff stammt aus dem 11. Jh., er wurde ausschließlich in der päpstlichen Kanzleisprache verwendet und diente genau einem einzigen Zweck: Den Kaiser politisch zu schwächen, indem man seinen Herrschaftsanspruch sprachlich verkleinert.
Nix Staat. Nix Deutsches Reich. Nix DEUTSCH LAND!
Politisches Eierzwicken, sonst nichts.
Na schau.....mal wieder sehr sachlich und selbst freilich fern jeglicher Oberlehrerhaftigkeit. . :D


Daß es vor dem Zeitalter des modernen Nationalstaats keine modernen Nationalstaaten gab ist ja eine epochale Erkenntnis.

Daß in dieser Entwicklung andere Staaten Deutschland oder auch Italien (bemerkenswerterweise gab es auch ein Regnum Italicum innerhalb des HRR) voraus waren ebenfalls banal.
Ludwigs Titulatur als "rex germaniae" beginnt unmittelbar nach 843. Zu diesem Zeitpunkt ist die Genese eines "Deutschland" gewiß noch nicht abgeschlossen und dennoch ist die zeitgenössische Benennung bereits greifbar.

Nix moderner Staat, Nix erst Jahunderte später sich langsam ausformendes Völkerrecht, und eben sehr wohl ein in Genese befindliches Deutschland. (Wähle hier im Gegensatz zu Ihnen nicht die Großschreibung smilie_06 )

919 darf man diese Genese mit Heinrich I. auf dem deut...
ähm... aua....bitte nicht ins Gulag prügeln....
....ich meinte ostfränkisch,oooostfränkischen Herrschersesselchen als in sich abgeschlossen betrachten.
Da gab es den späteren Überbau aus Herrscherperspektive HRR iwi noch gar nicht so recht.

Gerne auch nochmals die wesentliche Frage: Hat sich Schiller als Römer definiert?
Dürer oder Gutenberg sich ihre Identität in moderne Staatsrechtsperspektiven gequetscht?

Wie hat der Küfer aus der Dinkelsbühl den Schmied aus Augsburg wahrgenommen?
Hat er einen in einem Schneider aus Spoleto ebenso den Landsmann erblickt?

Übrigens ist es auch aus der rein formalistischen Perspektive ein Faktum daß Reichsitalien außerhalb der Reichskreisordnung stand und selbst aus dieser Perspektive heraus als nicht mit dem Kern des Reichs identisch betrachtet wurde.

Beitrag 06.10.2019, 19:10

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Spätlese
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@Quinar:
Und was hat die ganze Haarspalterei und Klugscheisserei von Dir mit dem Thema zu tun ?
Nervt so langsam ein bisschen................ :(
Mein Eindruck als Neuling im Forum ist, das Du chronisch alles besser weisst und alles und jeden im Forum "angreifst" der etwas anderes schreibt, wie Du selber denkst.
Du scheinst einen ganz besonderen Stand in der Gesellschaft einzunehmen, der es Dir erlaubt gegen alles zu votieren.
Glückwunsch !!!! smilie_01
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Beitrag 06.10.2019, 19:30

Quinar
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Spätlese hat geschrieben:
06.10.2019, 19:10
@Quinar:
Und was hat die ganze Haarspalterei und Klugscheisserei von Dir mit dem Thema zu tun ?
Nervt so langsam ein bisschen................ :(
Weshalb scheibst Du der Gegenseite keine Klugscheißerei zu?

Ich hatte mich lediglich gegen einen framenden Nebensatz verwehrt.

Ich sehe keinen Grund die Standartmeinungen einiger EM Foren im Knabenchor mitzusingen. Das ist nämlich immer recht einfach. Medaille schlecht...,,weil MDM.
Sry, ich kann nix dafür wenn Leute sich dort die Finger verbrannt haben.

Beitrag 06.10.2019, 20:11

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Spätlese
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Es gibt keine Gegenseite.
Die Fakten sprechen für sich.
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Beitrag 06.10.2019, 20:17

Quinar
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Spätlese hat geschrieben:
06.10.2019, 20:11
Die Fakten sprechen für sich.
Eben.
Selbige zu benennen hast Du jedoch kritisiert.

Beitrag 06.10.2019, 20:27

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Ich kritisiere nicht, ich benenne mögliche Probleme lediglich beim Namen.
Soll doch jeder machen was er will.................. smilie_01

Du hast mich schon im Vorstellungsforum angegriffen, noch nicht mal "Guten Tag" gesagt, sondern direkt angefangen mich wegen irgendwelchem "Bashing" anzugehen. Du hast vermutlich ein Problem mit Dir selbst.
Hauptsache es werden immer Fehler von anderen gefunden.
Wer genug Zeit und Langeweile hat, der bequemt sich halt im "Bashing" von anderen.
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Beitrag 06.10.2019, 20:54

Quinar
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Das benennen möglicher Probleme ... ich schließe hier später den Kreis zur niedrigen Eigenheimquote ..... kann einen sachlich produktiven Aspekt haben.
Etwa wenn ich den Newbee dem die MDM Werbung unterkommt einen kurzen Wink gebe weshalb er sich zunächst aus anderen Perspektiven der Thematik edler Metalle zuwenden und die Finger von den Münzhandlehäusern abwenden sollte.
Es kann jedoch ebenso auch zum Bedenkenträgertum an sich werden welches jede Eigeninitiative,Kreativität oder nonkonforme Sicht bereits im Keim abwürgt.
Eine Gesellschaft welche sich zunehmend damit abfindet überdurchschnittlich häufig ins Negative oder Dekonstruktivistische hinein zu denken,zu leben und zu konsumieren wird im Schnitt eben auch seltener Akt,Aufwand,Last und Risiko des Häuslebaus auf sich nehmen.

Übrigens hat Ladon in einem Punkt durchaus weitgehend recht. Der Massenwohnungsbau nach WKII ist gewiß der fetteste Stab im Ursachenbündel der hiesigen Eigenheimquote.

Wenn Du Dich jedoch von einem "Hallo, im Grunde sind Deine Erfahrungswerte durchaus hilfreich" deshalb nicht ausreichend geknuddelt fühlst weil darauf eine allgemeine,nicht personenbezogene Kritik an grundsätzlicher Medaillenkritik folgt werden wir 2 Betschwestern wohl keine sinnvolle gemeinsame Kommunikation finden.

Ich sehe auch keine grundsätzliche Sinnhaftigkeit darin überhaupt Forenbeiträge zu schreiben wenn Beiträge jenseits der üblichen Filterblase nicht erwünscht sind und der Schreiber sofort mit zugeschriebenen Psychologisierungen ad hominem angegangen wird.

Beitrag 07.10.2019, 11:10

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Igolide
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Voll lächerlich hier.

Einer sagt es gab keinen Staat der Deutschland hieß bis 1871.
Das ist vollkommen unbestreitbar.
Und als Antworten kommt Quatsch wie "Hat sich Schiller als Römer gesehen"
Selten so unqualifiezierte Aussage gelesen.
Vollkommen andere Baustelle.

Wurde zudem klar darauf geantwortet:
Natürlich nicht. Wie Heine hat auch der sich nach einem Deutschland, das auch so heißt, gesehnt. Was die wohl kaum hättn wenn es das Land schon gegeben hätte. Was gibt da zu diskutieren?

@ Spätlese
Nicht von den Rüpeln irritieren lassen!
Habe ich selber gemerkt. Gibt welche die können von ihnen abweichende Meinung nur aus Prinzip bashen.
Nur die Dummen zweifeln nicht an ihrem Weltbild

Beitrag 07.10.2019, 11:11

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goldmoney
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Leuts,

einigen wir uns auf Deutschem Boden, so wird die Diskussion einfacher. :wink:

Hierzulande sind die Kirchen noch immer und zwar mit Abstand die größten Grundbesitzer! Dass auch hier die Gutsherren etwas nachgeben mussten, stimmt, aber von einer Bodenreform im eigentlichen Sinn, also einfach ein Stück Land für Lau bekommen, kann gar keine Rede sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernbef ... entlastung

Schließlich fand die einzige "Reform" in der DDR statt, das habe ich nicht erwähnt, weil sie schließlich in die Kollektivierung führte, aber nicht zum Grundbesitz bei Bauern.

Die Wessis haben es gleich sein lassen:

"Mit Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurden die Bodenreform-Pläne aber weitgehend ad acta gelegt, da diese aufgrund der Erfahrungen in der SBZ auf eine ablehnende Haltung der Bevölkerung trafen"


https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenrefo ... odenreform


Es ist also überhaupt nicht Vergleichbar mit dem was in Frankreich oder auf den verlorenen Gebieten der K.u.K und Deutschlands z.B. passiert ist. Aber auch früher waren die Österreich deutlich großzügiger und überließen einfachen Bauer ein Stückchen Land wo sie sich selbst versorgen konnten.
"The gold standard is the only method we have yet found to place a discipline on government, and government will behave reasonably only if it is forced to do so"
Friedrich August von Hayek

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