Ist Gold Geld?

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Beitrag 19.05.2012, 13:54

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Ist Gold Geld?
Ein Blogger wagt den Praxistest


Ein Blogger des Nachrichtendienstes Reuters wagt den Praxistest: Ist bei den Menschen heute noch Gold als Zahlungsmittel tauglich? Er machte sich in New York auf den Weg und testete die Akzeptanz des historischen Wertaufbewahrungsmittels.

http://www.klacks.net/ist-gold-geld-ein ... raxistest/

Beitrag 19.05.2012, 14:44

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Ladon
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Naja, nach den Diskussionen, die wir hier in den letzten Tagen geführt haben, wissen wir ja, dass hier die Fragestellung schon von einem gehörigen Unverständnis zeugt!

"Geld" muss nicht unbedingt anerkanntes Zahlungsmittel sein!
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Beitrag 19.05.2012, 15:04

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Ladon hat geschrieben:"Geld" muss nicht unbedingt anerkanntes Zahlungsmittel sein!
Was ist denn überhaupt ein "anerkanntes Zahlungsmittel"? Das Video zeigt doch sehr schön, daß es bereits einen riesigen Unterschied bei der "Anerkennung" eines Zahlungsmittels macht, ob man an Angestellte an der Kasse irgendeiner riesigen Handelskette gerät oder an einen Kaufmann/Geschäftsinhaber selbst.

"Anerkanntes Zahlungsmittel" ist auch nicht gleichzusetzen mit "gesetzlichem Zahlungsmittel". Meine Frau arbeitet als Angestellte im Einzelhandel (auch eine Kette) und das Kassenpersonal hat dort einen Flyer von der EZB oder Bundesbank, auf dem die Euro-Münzen und -Scheine abgebildet sind. Die 10 Euro Silber-Gedenkmünze fehlt allerdings auf diesem Flyer, also wird es mit dieser, obwohl eindeutig gesetzliches Zahlungsmittel (zumindest in Deutschland), schon ziemlich schwierig werden, einkaufen zu gehen. Diese bei einer beliebigen Bank an der Kasse auf ein Konto einzuzahlen, ist hingegen kein Problem. Ich konnte meine Frau allerdings davon überzeugen, daß man dort mittlerweile alle deutschen 10 Euro-Gedenkmünzen annimmt. In der Kasse landen dann halt eigene 10 Euro-Scheine und die Münzen bei mir. :wink:

Beitrag 19.05.2012, 15:17

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Ladon
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smilie_02

Ich hab' schon sehr bewusst "anerkannt" und nicht "gesetzlich" geschrieben - ein Zahlungmittel anzuerkennen ist, ganz richtig, ja eine individuelle Entscheidung (Wenn Du bei mir einkaufst, darfst Du auch mit Silber oder Gold zahlen) - das gesetzliche Zahlungsmittel ist eine Zwangsmaßnahme zum Systemschutz.
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Beitrag 19.05.2012, 15:22

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AuCluster
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In der Praxis muss der Verkäufer Geld aber anerkennen.
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Beitrag 19.05.2012, 15:23

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Ladon hat geschrieben:Ich hab' schon sehr bewusst "anerkannt" und nicht "gesetzlich" geschrieben - ein Zahlungmittel anzuerkennen ist, ganz richtig, ja eine individuelle Entscheidung (Wenn Du bei mir einkaufst, darfst Du auch mit Silber oder Gold zahlen) - das gesetzliche Zahlungsmittel ist eine Zwangsmaßnahme zum Systemschutz.
Wenn die Anerkennung eines Zahlungsmittels eine individuelle Entscheidung ist (die notwendige Entscheidungsbefugnis der handelnden Personen einmal vorausgesetzt), welchen Zweck hat denn dann überhaupt noch ein gesetzliches Zahlungsmittel? Wieso dürfen die handelnden Personen das gesetzliche Zahlungsmittel umgehen?
AuCluster hat geschrieben:In der Praxis muss der Verkäufer Geld aber anerkennen.
Hat er diese Option bei einem gesetzlichen Zahlungsmittel? Das wäre ja die individuelle Entscheidung.

Beitrag 19.05.2012, 15:25

rapi
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hallo, ich muss schon bemerken, wenn er gleich zur bank gegangen wäre und hätte umgetauscht in bares, wären die mühen nicht so groß gewesen, aber dennoch, möglich ist es für 1 gramm etwas zu bekommen.
schöner beitrag- danke.
ich bin guter stimmung, denn für gold bekommt man etwas. auch für silber.
es ist allemal etwas wert.

Beitrag 19.05.2012, 15:30

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Ladon
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Jetzt verstehe ich nicht ganz worauf Du hinaus willst.
Das hat ja jetzt große Überschneidungen mit diesem Thread: https://forum.gold.de/geld-spielt-keine ... html#83338

Davon abgesehen: Ich habe es doch gesagt: Das gesetzliche Zahlungsmittel ist eine Maßnahme, um "das System" zu schützen. Und Du siehst die Dinge falsch herum: Der Zwang besteht nicht darin ein anderes Tauschmittel zu verbieten (das würde ja die ganzen Instrumente über die wir im o.a. Thread reden illegal machen), sondern der Zwang besteht in einem "Annahmezwang", d.h. wenn jemand das "gesetzliche Zahlungsmittel" als Tauschmittel einsetzt, muss man es akzeptieren. So wird dessen Wert gesichert.
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Beitrag 19.05.2012, 15:38

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Datenreisender hat geschrieben: Wenn die Anerkennung eines Zahlungsmittels eine individuelle Entscheidung ist (die notwendige Entscheidungsbefugnis der handelnden Personen einmal vorausgesetzt), welchen Zweck hat denn dann überhaupt noch ein gesetzliches Zahlungsmittel? Wieso dürfen die handelnden Personen das gesetzliche Zahlungsmittel umgehen?
Ich denke, dass ein Verkäufer das gesetzliche Zahlungsmittel annehmen/akzeptieren muss. Bei einem nicht gesetzlichen Zahlungsmittel (EC-, Kreditkarten, Edelmetalle etc.) kann er die Annahme verweigern, muss aber nicht. Für mich ist alles Geld, was ich in einer Bank gegen Euros eintauschen kann. Daher kaufe ich nur bankhandelsfähige EM und kein Schnick-Schnack.
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Beitrag 19.05.2012, 15:43

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AuCluster hat geschrieben:Für mich ist alles Geld, was ich in einer Bank gegen Euros eintauschen kann. Daher kaufe ich nur bankhandelsfähige EM und kein Schnick-Schnack.
Deshalb hätte ich den 1 Gramm-Goldbarren aus dem Video (Credit Suisse) auch sofort akzeptiert. :wink:
Diesen hier jedoch nicht ... d. h. es hängt nicht nur am Gold, sondern auch an dessen äusserer Form.

Beitrag 19.05.2012, 16:21

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Fellenteee
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Mal ganz böse ausgedrückt:
Sex gegen Dienstleistung ist ein anerkanntes Zahlungsmittel aber kein Gesetzliches
Erfolgreich gehandelt mit "eu_nord"

Beitrag 19.05.2012, 16:42

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MaciejP
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Mich würde mal interessieren, wieviele Geschäfte die Gold-Euromünzen tatsächlich annehmen würden. Soweit ich das verstanden habe, sind die ein gesetzliches Zahlungsmittel.

Beitrag 19.05.2012, 16:59

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K
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.
Es gibt sogar Geschäfte die nicht mal 100€-Scheine und größer annehmen,
obwohl sie das eigentlich sollten.
Aber ich glaube es war da mal so 'ne Sonderregelung für kleine Läden.

Beitrag 19.05.2012, 17:57

tgwg
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K hat geschrieben:.
Es gibt sogar Geschäfte die nicht mal 100€-Scheine und größer annehmen,
obwohl sie das eigentlich sollten.
Aber ich glaube es war da mal so 'ne Sonderregelung für kleine Läden.
Grundsätzlich ist der Euro bei uns gesetzliches Zahlungsmittel. Bei Münzen gibt es aber schon von Gesetzesseite her Einschränkungen und zusätzlich besteht Vertragsfreiheit. Ein Laden, Tankstelle etc. darf also mit dem Geschäftspartner vereinbaren (ein Ausbang z. B. an der Zapfsäule genügt), dass er keine 200- und 500-EUR-Scheine akzeptiert oder dass die Bezahlung unbar (per Überweisung o.ä.) erfolgen muss.

s. z. B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Zahlungsmittel

Beitrag 19.05.2012, 18:00

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Ladon
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UNEINGESCHRÄNKTES gesetzliches Zahlungsmittel sind eh bloß Scheine.

Münzen müssen maximal 50 Stück angenommen werden (Münzgesetz) - und natürlich zum Nominal (was bei Goldeuros ja möglicherweise eine Rolle spielen könnte).
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Beitrag 19.05.2012, 18:06

tgwg
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Die Eingangsfrage "Ist Gold Geld" lässt sich doch recht einfach beantworten, wenn man sich einfach mal die Definition von Geld anschaut, z. B. bei

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... /geld.html oder
http://de.wikipedia.org/wiki/Geldfunktion

Die drei Grundfunktionen von Geld sind demnach:
- Wertaufbewahrungsfunktion
- Tausch- oder Zahlungsmittelfunktion
- Wertmess-/Recheneinheits-/Rechenmittelfunktion

Der erste Punkt wird von Gold eindeutig erfüllt.
Der zweite Punkt ist nicht erfüllt, weil es im tagtäglichen Leben bei uns eben nicht zum Bezahlen akzeptiert wird.
Der dritte Punkt ist ebenfalls nicht erfüllt, denn Gold wird nun einmal in USD bewertet und nicht umgekehrt.

Beitrag 19.05.2012, 18:19

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AuCluster
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Nach dem Link von tgwg wäre Gold kein Geld. Gold ist keine Schuld.

"... Als Geld bezeichnet man üblicherweise die Verbindlichkeit einer Bank gegenüber einer Nichtbank, also z.B. Bargeld oder eine Einlage."
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Beitrag 19.05.2012, 18:27

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Libertad1999
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Ladon hat geschrieben:
"Geld" muss nicht unbedingt anerkanntes Zahlungsmittel sein!

Sehe ich auch so, es ("Geld") muss nur in unser Werte-System integrierbar sein und der Empfänger muss aus der Alternative für sich einen Wert schöpfen können.
Ich würde mir wünschen wieder zu tauschen, wie vor gaaanz langer Zeit, nur wäre dies heutzutage etwas stressig smilie_16

Beitrag 19.05.2012, 18:35

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Libertad1999 hat geschrieben:...
Ich würde mir wünschen wieder zu tauschen, wie vor gaaanz langer Zeit, nur wäre dies heutzutage etwas stressig ...
Das kann man wohl sagen. Nehmen wir mal nur 100 Güter (eine lächerliche Zahl in einer hoch arbeitsteiligen Gesellschaft). Das macht rechnerisch 4950 einzelne Tauschverhältnisse, die man praktisch im Kopf haben müsste! Mit "Geld" (wie auch immer es aussieht) gibt es genau 100 "Preise" die noch dazu untereinander leicht vergleichbar sind.
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Beitrag 19.05.2012, 18:38

Tandem
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"Ich hätt gern zwei Liter Milch, was macht das in Ruderbooten?"-"wenn ich in Nähmaschinen rausgeben darf.."

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