Libyen

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 22.03.2011, 09:28

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Die Deutschen haben dort wirtschaftliche Groß-Projekte laufen, u.a eines der größten Trinkwasserprojekte der Welt. Da stecken Milliarden Euros dahinter. Deshalb die Enthaltung bei der UNO und deshalb auch wird die Bw dort nicht tätig.

:idea:

Man sägt den Ast nicht ab auf dem man sitzt.
Nichts hasst der im Denken geschulte mehr als die Negation der Logik.
Eine Unze bleibt eine Unze bleibt eine Unze! Mittler zwischen Hirn und H�nden muss das Herz sein!

Beitrag 22.03.2011, 09:33

Spongebob
Aber 999.9er, siehst Du nicht die Ungerechtigkeit dahinter?
Die Deutschen profitieren so oder so. Sollte Gaddafi an der Macht bleiben, dankt er es den Deutschen für deren Enthaltung und lässt sie weiter wirtschaften und sollte er abtreten, sind die Deutschen sowieso weiter mit dabei als Wirtschaftspartner der Gewinner.
Glatt wie Aal.

Beitrag 22.03.2011, 09:35

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http://www.wsws.org/de/2011/mar2011/inte-m02.shtml

Ob wir das Projekt danach noch weiterführen "dürfen"? smilie_08

Falls ja sind wir fein raus. 8)

Wie immer: Wirtschaftsinteressen vor Menschenrechte. :?
Nichts hasst der im Denken geschulte mehr als die Negation der Logik.
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Beitrag 22.03.2011, 09:40

Spongebob
Meinst Du nicht?
Ich glaube schon, das Deutschland diese weiterführen darf, denn dafür ist Deutschland als Industriestaat und sowohl Ausfuhr- wie Importland zu wichtig und weiss auch ob dieser Stellung.

Beitrag 22.03.2011, 09:54

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thEMa
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In Lybien gibt es einen entscheidenden Unterschied zu Tunesien und Ägypten. In Lybien waren die Proteste von Anfang an nicht friedlich. Ein fataler Fehler.
Wer Autos anzündet und Kasernen stürmt, kann schwerlich mit Unterstützung oder auch nur Duldung durch die eigenen Streitkräfte rechnen. Ein Staat darf nunmal gewaltsam gegen gewaltsame Ausschreitungen vorgehen - auch völkerrechtlich. Die Unterscheidung zwischen gut und böse wird dadurch schwierig und eine legitime Enmischung von aussen ebenso.
Mir ist nicht klar, wie die Sache jetzt weitergehen und wo sie enden soll. Durch Luftangriffe kann man zwar Partei für eine Bürgerkriegspartei ergreifen (was völkerrechtlich illegitim und durch das UNO Mandat auch nicht gedeckt ist), aber keine Zivilisten schützen, was im ebenfalls durch eine Flugverbotszone "geschützten" Srebrenica überdeutlich wurde. (Ein Massaker mit, ich glaube, 8000 Toten)
Und wenn der Dikator dann gestürzt ist, entsteht in Lybien eine Musterdemokratie nach Afganisch-Irakischem Vorbild. Die Hoffnung stirbt wohl auch hier zuletzt. Oh jeh!
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

Der Zins, sie zu knechten, sie alle zu finden,
ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden.

Beitrag 22.03.2011, 10:14

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Circle
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144 Tonnen Gold sichern Gaddafis Kriegsmaschinerie
Was nützen gesperrte Konten, wenn ein Despot über Tonnen von Gold verfügt? Libyens Diktator Muammar al-Gaddafi hortet laut "Financial Times" einen milliardenschweren Schatz, mit dem er den Krieg gegen den Westen finanzieren kann. Seine Reserven gehören demnach zu den größten der Welt.


So der Spiegel gerade: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,752360,00.html

Laut IWF ist Gaddafis Goldvermögen damit unter den Top 25 der Welt.

Aber wo und wie kann er das Gold denn im Moment verkaufen, ich dachte alle Konten sind eingefrohren?
Über die Verlagerung gibt es auch nur Spekulationen.
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 22.03.2011, 10:19

alexm1003
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thEMa hat geschrieben:Ein Staat darf nunmal gewaltsam gegen gewaltsame Ausschreitungen vorgehen - auch völkerrechtlich. Die Unterscheidung zwischen gut und böse wird dadurch schwierig und eine legitime Enmischung von aussen ebenso.
Dann war Graf von Stauffenberg wohl ein Terrorist. Schliesslich ist Adolf irgendwann sogar mal gewählt worden, im Gegensatz zu Gaddafi.

Kleiner Hinweis: Bei der Unterscheidung zwischen Gut und Böse ist es hilfreich bei Gelegenheit auch mal zwischen demokratisch gewählten Regierungen und Diktaturen zu unterscheiden.

Beitrag 22.03.2011, 10:42

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Die Antwort auf diese moralische Frage beantworteten schon die Römer:

Vae victis

„Wehe den Besiegten!“

Heute gibt es dazu noch das Völkerrecht und die Menschenrechte, aber auch die werden von vielen Ländern unterschiedlich ausgelegt.
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

Beitrag 22.03.2011, 10:58

Suedwester
Es ist nur verdammt gefaehrlich, wenn schon wieder "westliche" Kriegsherren ein islamisches Land bombardieren. Da kommt es dann leicht zu Solidaritaet mit den falschen Leuten.

Wie wuerde Europa reagieren, wenn es Probleme in einem Land gibt, und ploetzlich marschiert die Arabische Liga oder die Afrikanische Union mit Soldaten ein?

Beitrag 22.03.2011, 11:39

Spongebob
Suedwester hat geschrieben:Es ist nur verdammt gefaehrlich, wenn schon wieder "westliche" Kriegsherren ein islamisches Land bombardieren. Da kommt es dann leicht zu Solidaritaet mit den falschen Leuten.

Wie wuerde Europa reagieren, wenn es Probleme in einem Land gibt, und ploetzlich marschiert die Arabische Liga oder die Afrikanische Union mit Soldaten ein?
Zur Befreiung wären sie willkommen. Die GI's waren ja Ende des 2. Weltkrieges auch in Deutschland willkommen.

Beitrag 22.03.2011, 12:34

Suedwester
Ja, war bestimmt toll, als deutsche Staedte bombardiert wurden. Die Libyer freuen sich bestimmt genauso, wenn ihre Haeuser brennen und ihre Infrastruktur zerbombt wird. Und die paar Toten... waren ja eh alles Verbrecher.

Beitrag 22.03.2011, 12:46

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thEMa
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alexm1003 hat geschrieben:Dann war Graf von Stauffenberg wohl ein Terrorist. Schliesslich ist Adolf irgendwann sogar mal gewählt worden, im Gegensatz zu Gaddafi.
Ja, aus Sicht des Regimes durchaus. Man kann dem Naziregime so manches vorwerfen, was ein internationales Eingreifen gerechtfertigt hätte, aber sicherlich nicht, dass Hitler gegen seinen Attentäter vorgegangen ist, als er seiner habhaft wurde.
alexm1003 hat geschrieben:Kleiner Hinweis: Bei der Unterscheidung zwischen Gut und Böse ist es hilfreich bei Gelegenheit auch mal zwischen demokratisch gewählten Regierungen und Diktaturen zu unterscheiden.
Das hilft auch nicht wirklich weiter, denn wenn es so einfach wäre, gäbe es viele Staaten, in die man einmarschieren müsste.
Und noch ein kleiner Hinweis meinerseits: Die Rebellen wurden auch nicht demokratisch gewählt.
Ceterum censeo anatocismum esse delendum

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Beitrag 22.03.2011, 12:54

nameschonweg
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Spongebob hat geschrieben:Zur Befreiung wären sie willkommen. Die GI's waren ja Ende des 2. Weltkrieges auch in Deutschland willkommen.
Vor gut zwei Wochen noch, als die Rebellen eine Stadt nach der anderen eingenommen hatten und in Richtung Tripolis unterwegs waren, haben sie sich (laut Presseberichten) noch jede militärische Einmischung von Außen verbeten ...

Ich kann jedenfalls aus den Medienberichten nicht herauslesen, wie groß der Anteil der Bevölkerung wirklich ist, der Gaddafi stürzen möchte. Anscheinend stehen ja noch große Teile der Armee hinter ihm, damit dann wohl auch sehr viele Stammesführer. Auch scheinen sich viele Regionen des Landes der Rebellion nicht angeschlossen zu haben. Ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit hier Minderheiten eine Rolle spielen, etc.

Der Tenor der Medien, hier erhebe sich ein ganzes Volk einheitlich (oder zumindest mehrheitlich) gegen seinen Diktator, sollte zumindest kritisch hinterfragt werden ...

Beitrag 22.03.2011, 13:10

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lenca
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Auch wenn uns die Propaganda vermitteln möchte, dass der Grossteil der Völker hinter diesem militärischen Angriff steht, findet man ab und zu andere Eindrücke.........

http://www.20min.ch/news/ausland/story/27745520

Die Büchse der Pandora ist geöffnet!
Zuletzt geändert von lenca am 22.03.2011, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
„Jeder Politiker sieht auf die Dauer so aus, wie er ist.“
Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler

Beitrag 22.03.2011, 13:21

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alibaba
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Spongebob hat geschrieben:
Suedwester hat geschrieben:Es ist nur verdammt gefaehrlich, wenn schon wieder "westliche" Kriegsherren ein islamisches Land bombardieren. Da kommt es dann leicht zu Solidaritaet mit den falschen Leuten.

Wie wuerde Europa reagieren, wenn es Probleme in einem Land gibt, und ploetzlich marschiert die Arabische Liga oder die Afrikanische Union mit Soldaten ein?
Zur Befreiung wären sie willkommen. Die GI's waren ja Ende des 2. Weltkrieges auch in Deutschland willkommen.
ja , von den letzten KZ - Insassen sicherlich , von den deutschen Frauen die von den Siegermächten

vergewaltigt wurden in Deutschland ,sicher weniger smilie_02

Gruss
alibaba (grins)
Zuletzt geändert von alibaba am 22.03.2011, 13:23, insgesamt 1-mal geändert.
"unter 12 Jahre oder über 12 Jahre" nun bin ich drauf gekommen ,
reale zeitnahe Info's im eigenen Land werden von Kinder nicht erkannt ;
Ich bin für mein Textinhalt verantwortlich ,nicht für das was du verstehst .

Beitrag 22.03.2011, 13:22

silverlion
nameschonweg hat geschrieben: Anscheinend stehen ja noch große Teile der Armee hinter ihm, damit dann wohl auch sehr viele Stammesführer. Auch scheinen sich viele Regionen des Landes der Rebellion nicht angeschlossen zu haben. Ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit hier Minderheiten eine Rolle spielen, etc.
Im TV wurde berichtet, dass die Mehrheit der Libyer heutzutage in den grossen
Städten wohnt und sich gar nicht mehr mit den Stämmen im Hinterland identifiziert.
Deren Interessen seien erst wieder im Zuge des Bürgerkrieges (oder wie auch immer
man es nennt) etwas in den Focus gerückt.
Es wurden aber auch viele Regimebefürworter gezeigt.
Natürlich wurde mehr oder weniger offen unterstellt, dass es
sich eben um Systemprofiteure handelt.
Zumindest waren es Leute, die nicht zu leiden hatten,
und keinen Vorteil darin sahen, dass jetzt Bomben in
der Nachbarschaft einschlagen.

Beitrag 22.03.2011, 13:43

Suedwester
Das Land wird geteilt, die Erdoelgebiete fallen an die "Rebellen" (hinter denen sich Briten, Amis und Franzosen verbergen), und Gaddafi darf Tripolis, ein paar Doerfer, und die Wueste behalten. Oder?

Beitrag 22.03.2011, 13:56

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lenca
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Registriert: 22.03.2011, 11:38
Wohnort: Bayern
Suedwester hat geschrieben:Das Land wird geteilt, die Erdoelgebiete fallen an die "Rebellen" (hinter denen sich Briten, Amis und Franzosen verbergen), und Gaddafi darf Tripolis, ein paar Doerfer, und die Wueste behalten. Oder?
Gut möglich, dass das Land geteilt, gestückelt, wird, vielleicht auch unter dem Aspekt der riesigen Wasserreservoire. Die Konzerne stehen bestimmt bereits Schlange um auf dieses kostbare Gut ihr Monopol zu erheben.

Nach dem Klima- und dem Energiewahn sicher ein lukratives Szenario....."Wasserknappheit".

http://www.politaia.org/wp-content/uplo ... lution.pdf
„Jeder Politiker sieht auf die Dauer so aus, wie er ist.“
Helmut Schmidt (*1918), dt. Politiker (SPD), 1974-82 Bundeskanzler

Beitrag 22.03.2011, 14:25

Runner53
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Registriert: 29.12.2010, 16:45
Eine Teilung des Landes wäre gefährlich; da würden sich zwei extreme (politische oder religiöse) Seiten gegenüberstehen; das würde Konfrontation bedeuten (siehe Nord- und Südkorea), aber so weit ist es noch nicht......

Was ich aber für bedenkenswert halte, ist die Zwiespältigkeit der NATO.
Wenn man sich weiter über die Führungsrolle streitet, bzw. der Konflikt mit Libyen noch über mehrere Monate dauern sollte, könnte das zu einer NATO-Zerreißprobe werden, die im schlimmsten Fall ein Auseinanderbrechen der NATO bedeuten würde.

Ohne Zweifel ist für mich, daß Frankreich mit der dem Ansichziehen der Führungsrolle im Libyen-Konflikt, ich sag mal "hineininvestiert"; die stecken nicht umsonst zig-Milllionen in diese Bestrafungsmaßnahme; man Erster vor Ort sein, um sich dann wirtschaftliche Recourcen zu sichern (Aufträge, Sonnenenergie, Öl); und alles quasi vor der Haustür; so ein bischen moderner Kolonialismus.....

Beitrag 22.03.2011, 14:27

Goldfinger
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Registriert: 03.06.2010, 18:26
Spongebob: Deine Landsleute waren so sehr willkommen, das am Schluß sogar Kinder gegen ihre "Befreiung" ankämpften! :twisted:

Das Deutsche Volk war sicherlich nicht mit allem ihrer Führung einverstanden, aber Besatzer und damit Versklavung wollten sie absolut nicht. :x

Aber es ist ein Grundprinzip Englisch-Amerikanischer Politik wie immer das Maß aller Dinge zu sein, natürlich im Auftrage Gottes. Selbst wenn dieser Gott eher von anderen als Teufel bezeichnet wird.
Der Befreiung folgt dann natürlich immer die Ausplünderung, sehr aufschlußreich von Friedrich Georg in "Unternehmen Patentraub" beschrieben. :shock:

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