Erwartungen nach Eichelburg

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 27.06.2011, 17:16

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Ich denke, dass auf kurz oder lang Griechenland die Währungs- (Transfer- ?) Union verlassen muss. Bis dahin kassieren deutsche Banken und Versicherer aber noch schön von ihren Deals mit dem maroden Land, u.a. handelt es sich auch um Rüstungsgeschäfte mit Rheinmetall, Krauss-Maffei und der Deutschen Werft AG um nur einige zu nennen.

Sollte Griechenland komplett zahlungsunfähig werden (faktisch sind sie es schon), dann greifen die staatlichen Garantien und die Banken sind fein raus, während der Steuerzahler wieder blutet.

Ich denke irgendwie nicht mehr, dass der Euro in naher Zukunft komplett zusammenbricht, es wird einfach die Inflation hochgeschraubt, das Geld wird verbilligt und die Staaten entschulden sich auf diese Weise, während die Steuerzahler Europas die Suppe auslöffeln müssen. Deshalb habe ich nichts mehr auf der Bank, nur noch ein "Notgroschen", alles andere ist in Edelmetalle und in anderen seltenen und damit wahren Werten investiert.

So kann mein Geld auch nicht durch Inflation aufgefressen werden und ich kann ruhig schlafen Nachts.

:wink:
Nichts hasst der im Denken geschulte mehr als die Negation der Logik.
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Beitrag 28.06.2011, 08:29

Enceladus
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Bei aller Liebe und Wertschätzung für Dirk Müller:

Die Tatsache, dass er beispielsweise immer wieder hervorhebt, die deutschen Gewerkschaften hätten viel für unsere Gesellschaft geleistet, ist ein schlechter Witz (und das sage ich mit mittlerweile mehr als 20 Jahren Gewerkschaftszugehörigkeit), wenn man bedenkt, dass sie sich bereitwillig noch jedem noch so arbeitnehmerfeindlichem EU-Diktat willig unterworfen haben. Auch in meiner Firma besteht der Betriebsrat fast ausnahmlos aus korrupten, unnützen, selbstherrlichen Typen, die sich gerne auf den Versammlungen selbst beweihräuchern während sie gleichzeitig versucht, das Unternehmen wie eine Zitrone auszuquetschen und was von neoliberaler Ausbeutung herbeizufantasieren, es dem Unternehmen also schmackhaft macht, seinen deutschen Produktionsstandort auslaufen zu lassen und auf den asiatischen Raum auszuweichen. Ohne die wahnwitzigen Steuern, Abgaben, Energiepreise und Kündigungsschutzgesetze wäre das kein Thema, stattdessen würden sie sogar weiter Fabriken in Deutschland bauen.

Genauso wenig kann man Dirk Müllers Wettern gegen Nahrungsmittelspekulanten ernst nehmen. Hier offenbart sich meines Ermessens lediglich eklatantes ökonomisches Unverständnis (wenn er denn wirklich von dem überzeugt sein sollte, was er da sagt). Gerade die Spekulanten sorgen doch dafür, Über- und Untertreibungen auf diesem Markt zu verhindern, so dass Nahrungsmittelproduzenten angesichts steigender Preise zeitnah rechtzeitige Anreize für eine Erhöhung der Produktion erhalten. Nicht umsonst traten die grössten Hungersnöte fast ausnahmslos in Planwirtschaften auf.

Beitrag 28.06.2011, 09:00

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Ladon
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Nix für ungut Enceladus - aber das was Du da über die Segnungen der Spekulation im Nahrungsbereich sagst, ist, bei allem Respekt, Kokolores. Und da hast Du den Müllers Dirk auch missverstanden. Es geht um das spekulative Geldvermehren mit den Waren! In den armen Ländern kann ein Anstieg des Getreidepreises auf dem Weltmarkt (ausgelöst von Spekulanten in New York etc.) bedeuten, dass sich die Leute einfach kein Mehl mehr kaufen können. Das hat mit dem "Anreiz" mehr zu produzieren überhaupt nix zu tun.
Dies, gepaart mit dem Zwang der Saatguthersteller nicht vermehrungsfähiges Getreide aussäen zu müssen, also nicht mehr "Selbstversorger" sein zu können, ist Müllers "no-go".
Und recht hat er damit. Grundnahrungsmittel, Wasser und Energie dürften nie und nirgends in der Hand von ausschließlich gewinnorientierten Konzernen sein (und das hat mit Planwirtschaft nichts zu tun).
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Beitrag 28.06.2011, 11:02

Enceladus
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Ladon hat geschrieben:[...] Energie dürften nie und nirgends in der Hand von ausschließlich gewinnorientierten Konzernen sein (und das hat mit Planwirtschaft nichts zu tun).
Wem verdanken wir die Atomkraftwerke? Politikern - diese haben sie den Energiekonzernen aufgezwungen und mit Milliarden subventioniert.

Wem verdanken wir nun die wahnwitzig defizitäre, wohlstand- und resourcenvernichtende Solarenergie mitsamt eines völlig überhasteten, undurchdachten Ausstiegs (begründet mit japanischen Tsunamis und Erdbeben im Verbund mit mangelhafter Sicherung und Wartung der Anlagen bei gleichzeitiger Besetzung der Führungspositionen mit abgehalftereten, korrupten Führungspersonal aus der Politik)?

Wiederum Politikern.

Vielleicht sollte man auch die Energiepolitik einfach mal Leuten überlassen, die Ahnung davon haben und nicht irgendwelchen überbezahlten Knalltüten, denen der Unterschied zwischen Gigabyte und Gigawatt nicht geläufig ist.

Auch hier hat Eichelburg die Nase vorn - lange vor dem Mainstream hat er erkannt, dass die Solarenergie ein Fass ohne Boden ist und sich für Deutschland schlichtweg nicht rechnet (und auch nicht rechnen kann).

Von der Absurdität der Konkurrenz um landwirtschaftliche Flächen zwischen subventionierter Nahrungsmittelproduktion mit subventionierten Biosprit und subventionierten Biomassenkraftwerken will ich hier gar nicht erst anfangen.

Ganz sicher: Ohne die Verschwendung von von Abermilliarden an Steuergeldern und die komplette Verzerrung des Marktes durch unzählige staatliche Eingriffe in die Energiewirtschaft hätten wir mit Sicherheit ein wesentlich besser und zukunftträchtiger aufgestelltes Energieversorgungsnetz bei deutlich niedrigeren Strompreisen.

Im Agrarbereich verhält es sich nicht anders.

Beitrag 28.06.2011, 11:26

regenbogendieb
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Ich halte Dirk Müler für sehr kompetent, wenn auch etwas selbstdarstellerisch, aber ok, das gehört wohl zum Geschäft dazu.
Was ich bei ihm jedoch nicht verstehe: Er empfielt als Krisenvorsorge auch Aktien. Das halte ich für fatal, denn wie Eichelburg korrekterweise schrieb, haben die Isländer damit katastrophale Erfahrungen gemacht. Der dortige Aktienindex sank quasi über Nacht auf 4% seines ursprünglichen Wertes, in EUR sogar auf 1,5%. Wie kann er da Aktien empfehlen? Da finde ich Eichelburgs Ratschläge (Edelmetalle, Bauernhöfe und Fortwirtschaft) doch sinnvoller.

Die hyperventilierenden Nachrichten auf Hartgeld wie "Geldtransporter gesichtet", "Bananen 15% teurer" oder "Software xyz weist noch DM-Beträge aus" halte ich dagegen für unseriöse Panikmacherei.

Beitrag 28.06.2011, 11:48

1107greg
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Wenn ich mich mal ne Runde amüsieren will geh ich auf "hartgeld".

Was da größtenteils verzapft wird ist ein solch kollossaler Unsinn, da kann ich nur darüber lachen.

Jeder, der mit der Schrotflinte schießt, trifft auch was - seine Vorhersagen, aber mehr noch Beiträge anderer sind so schlimm, da kann man sich ja fast nur den Kopfschuss geben.

Alte Bauernregel meiner Mutter - Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird - daran sollte man sich halten. Das einzige was passt, ist halt mit EM vorsorgen, aber darauf hat WE nicht das Monopol.

smilie_11
gregory

Beitrag 28.06.2011, 12:28

Enceladus
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regenbogendieb hat geschrieben:Die hyperventilierenden Nachrichten auf Hartgeld wie "Geldtransporter gesichtet", "Bananen 15% teurer" oder "Software xyz weist noch DM-Beträge aus" halte ich dagegen für unseriöse Panikmacherei.
smilie_02

Was auch gar nicht geht sind 90% der Fotomontagen, die er da reinstellt, auch wenn die sich da alle selbst beweihräuchern, wie toll die doch wären.

Aber passt schon. Die teilweise grossartigen Links machen die ganzen Defizite mehr als wett, letztere sind von daher absolut verzeihbar. Den Quatsch muss man ja nicht zu ernst nehmen. Obwohl es mir etwas Sorgen bereitet, dass anscheinend auch jede Mengen unterirdischer Dumpfbacken nach dem Crash ganz gut aufgestelllt sein werden.

Beitrag 28.06.2011, 12:58

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Ladon
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So richtig gelesen hast Du meinen Post nicht, oder?
Von "Verstaatlichung" und "Kontrolle durch die Politik" habe ich kein Wort gesagt. Der Terminus lautete "ausschließlich gewinnorientierte Konzerne". Und der Gedanke ging eher in Richtung gemeinnützige GmbH, Genossenschaften o.ä. (vielleicht auch "neue" Organisationsformen).

Wie man glauben kann, dass eiskalt kalkulierende mulitnationale Konzerne zum Wohl der Bürger (= abhängige Kunden!) agieren würden, kann ich nicht nachvollziehen - aber gut, das sind natürlich eher hypothetische, empirisch nie nachweisbare "Glaubensfragen".

Im Übrigen:
Eine PV-Anlage auf meinem Dach produziert den kompletten Jahrebedarf des Hauses. Was ist daran schlecht oder unpraktikabel? Selbst wenn ich aufgrund der Schwankungen nur (schlecht gerechnet) 1/3 selbst verbrauchen kann.
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Beitrag 28.06.2011, 14:33

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Ladon hat geschrieben:Auch wenn man sagt, dass sich Geschichte wiederholt:
Erstens geschieht dies auf der Ebene der "Grundmuster", nicht aber 1:1 in den Auswirkungen; und zweitens ist das globale Finanzsystem mit Zentralbanken und großflächigem Einsatz von FIAT-Geld erst (je nach Interpretation) 100-200 Jahre alt. Da gibt es durchaus "Neues" und "noch nie Dagewesenes".
Wir erleben augenscheinlich gerade das Experiment, wie das zwangsläufig aus dem Ruder laufende System kontrolliert resettet werden soll.
Ich empfehle in diesem Zusammenhang das folgende Buch:

Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen
http://www.amazon.de/Dieses-Mal-ist-all ... 911&sr=8-1

Eine sehr interessante Lektüre ...

Beitrag 28.06.2011, 14:48

Enceladus
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Ladon hat geschrieben:Wie man glauben kann, dass eiskalt kalkulierende mulitnationale Konzerne zum Wohl der Bürger (= abhängige Kunden!) agieren würden, kann ich nicht nachvollziehen - aber gut, das sind natürlich eher hypothetische, empirisch nie nachweisbare "Glaubensfragen".
Solange diese Konzerne nicht staatlicherseits protegiert werden, sind sie gezwungen, ihre Kunden bestmöglich zu bedienen, ansonsten wandern diese nämlich zur Konkurrenz (das ist ja gerade das schöne an einer laissez fair Marktwirtschaft).[/quote]
Ladon hat geschrieben:Im Übrigen:
Eine PV-Anlage auf meinem Dach produziert den kompletten Jahrebedarf des Hauses. Was ist daran schlecht oder unpraktikabel? Selbst wenn ich aufgrund der Schwankungen nur (schlecht gerechnet) 1/3 selbst verbrauchen kann.
Wie hoch subventioniert nochmal genau?

Beitrag 28.06.2011, 15:01

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Ladon
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Enceladus hat geschrieben:...
Wie hoch subventioniert nochmal genau?
Ach komm, lassen wir es lieber, denn Du willst nur das lesen, was Dir in den Kram passt.
Es ging rein und rar darum, dass sich die Technik sehr wohl auch in unseren Breiten sinnvoll einsetzen lässt. Mit diesen Schablonen-Antworten ist doch keinem gedient.

Ich kann nur wiederholen: Wenn Du wirklich glaubst, dass sich die 4 Europa beherrschenden Energiekonzerne in einem völlig freien Markt zum Wohle der von ihnen abhängigen Menschen verhalten würden und sich gaaanz bestimmt nicht absprechen würden, um mehr Gewinn einzufahren ... dann ist das eben so. Du glaubst an eine heile Welt - und ich an die Raffgier der Mächtigen.
Mehr ist dazu nicht zu sagen.
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Beitrag 28.06.2011, 19:36

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Circle
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Erinnert ihr Euch auch noch an den Film "Network"

Einschaltquoten um jeden Preis, doch als der Moderator auf die geballte Macht der Großkonzerne aufmerksam macht, die Menschen aufruft: "Ihr könnt mich alle am Arxxx..." aus dem Fenster zu rufen, da wird er gestoppt.

Und zum Schluß vor laufender Kamera erschossen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Network_(Film)

4 Energiekonzerne... Food... Mineralöl... :twisted:
Nein, eine Kristallkugel habe ich nicht -
aber eine eigene Meinung ;-)

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