Ist Gold wirklich ein Inflationsschutz?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 11.07.2011, 10:22

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Oscar
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Dem letzten Abschnitt ist nix hinzuzufügen. Genau DAS ist es. smilie_01
Fülle die Jahre mit Leben und nicht das Leben mit Jahren!

Beitrag 11.07.2011, 10:24

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HerrHansen hat geschrieben:Ich weiß, das Beispiel ist abgedroschen, aber ich finde es immer noch gut.
Es sind in dieser Hinsicht noch einige weitere schöne Berechnungsbeispiele im Umlauf (z. B. 350 Laibe Brot für eine Unze Gold), die allesamt zeigen, daß Gold die Kaufkraft seines Besitzers über Jahrtausende erhält und eine Inflation bei in Gold umgerechneten Preisen praktisch nicht stattfindet.

Beitrag 11.07.2011, 10:43

di-em-ex
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HerrHansen hat geschrieben:Es gibt da dieses schöne verallgemeinerte Beispiel:

Anfang des Jahrhunderts kostete ein maßgeschneiderter Herrenanzug eine Unze Gold, wenn man(n) sich die heutigen Preise anschaut, liegt der Maßanzug nicht unter dem Preis einer Unze...
...
Ich weiß, das Beispiel ist abgedroschen, aber ich finde es immer noch gut.
Ich mag den Vergleich auch, allerdings sind Anzüge in diesem Preisfeld Luxusgüter die wirklich keine Grenzen nach oben haben. Und es nunmal auch Maßanzüge für unter einer Unze gibt und deutlich weniger dank unserer verschiedenen Währungen (siehe Thailand-Maßanzüge).

Folgender Artikel ist ganz interessant.
Man sieht, dass EM einen Kaufkraftverlust erleiden musste und unsere Vorstellung vom Wert einer Sache geschädigt ist. (Es ist allerdings anzumerken, dass bei vielen Dingen auch die Evolution in der Technologie viel zur Verteuerung beigetragen haben. )
Es bietet einem aber einen guten Anhaltspunkt:
http://www.godmode-trader.de/nachricht/ ... 10111.html


Was ich damit sagen möchte ist:
Mit der gegenwärtigen Technologie und Verfahrensfortschritten ist es zu einem Kaufkraftverlust von EM gekommen, welcher jedoch nur solange auf diesem Niveau gerechtfertigt werden kann, wie die Versorgungsstruktur funktioniert.
Und genau das ist in einer Krise ja nicht zu erwarten. Wenn das FIAT-System kollabiert und ein Bauer seinen Traktor an die Bank geben muss, ist damit zu rechnen, dass zu wenig Weizen für die Menschen vorhanden sein wird und sich der Wert für Brot irgendwann wieder in Richtng der historischen bewegen wird.
Man könnte also behaupten, dass solange ein Wirtschaftssystem funktioniert (ja eigentlich sollte die Wirtschaft dafür da sein den Menschen zu dienen und die benötigte Versorgung zu gewährleisten, nicht andersrum), EM eher an Kaufkraft verlieren wird, als in einer schlechten Zeit.

Beitrag 11.07.2011, 11:51

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Ladon
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Klar sind historische Preisvergleiche immer problematisch. Trotzdem gilt, dass man auch im alten Rom für eine Unze Gold sich ganz gut und repektabel einkleiden konnte.
Oder - was ich auch immer gerne als sozusagen literarisches Bispiel anbringe: Phileas Fogg aus Vernes "In 80 Tagen um die Welt" hat (letztes Drittel 19. Jahrhundert) ein Vermögen von 40.000 Pfund. Damit kann er sorglos als "Gentleman" ohne arbeiten zu müssen leben.
Nun, mit 40.000 Sovereigns (oder deren Gegenwert) könntest Du das heute immer noch.

Im feinen Raster findest Du sicher tausend Unterschiede, vergröbert man das Raster aber etwas, kann man durchaus mit Berechtigung sagen, dass Gold seit Jahrtausenden wertstabil ist.
Ich glaube nicht daran, dass Wissen uns retten kann. Das Beständige in der Geschichte sind Gier, Verblendung und eine Leidenschaft für das Blut (Cormac McCarthy)

Beitrag 11.07.2011, 14:10

silvermac
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wow wasn hier los ? :shock:


ist heute der Beginn des Preisanstiegs ? 1105 € das nenne ich mal nen Hammer, oder ?

was denkt ihr...geht es jetzt die Wochen so weiter ?

lg silvermac
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Jack Sparrow

Beitrag 11.07.2011, 15:03

MapleHF
... das hängt davon ab, wie es mit Italien weitergeht ...

MapleHF

Beitrag 11.07.2011, 15:11

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KROESUS
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ich denke dass es noch morgen steigt um am mittwoch wieder ein bisschen zurückzukommen

am Ende des jahres noch höhere Kurse!

alles in €

das wäre der Dienstaganstieg und dann Mittwoch etwas normalisierung

glaube nicht dass der € so schnell crasht

dicke schiffe sinken langsam

smilie_50 (hier gibt es echt coole smilies!)

bitte nicht hauen wenn es ganz anders kommt!

Beitrag 11.07.2011, 15:22

silvermac
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ich bin ja mal auf die Silberentwicklung zum Jahresende gespannt.....da kann ich mich noch dran erinnern...hier wurde ja die 100 € Marke von manch einem aus dem Forum angepeilt... smilie_08

da bin ich doch echt am Zweifeln....würde max auf 50 € pro Unze tippen....aber wäre ja auch net schlecht... :lol:
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Jack Sparrow

Beitrag 11.07.2011, 15:34

MapleHF
... am 1.1.2011 stand der Spotpreis für die Unze Silber bei 23,09 €.

Wenn Du von 50 € zum Jahresende ausgehst, gehst Du von 116,5% Steigerung im Jahr 2011 aus. Selbst im Boomjahr 2010 ist Silber "nur" um 90% gestiegen. Das heißt aber auch, dass sich bei einem Silberkurs von 50 € zum Jahresende, der Silberwert innerhalb von 2 Jahren vervierfacht hätte smilie_08

MapleHF

Beitrag 11.07.2011, 15:37

silvermac
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mhm.......Maple Du hast Recht.......ich erinnere mich nur an die älteren Foreneinträge.....von weit über 50-100 € die Unze.....die 50 € pro Unze sind aus meiner persönlichen Sicht für mich ein Wunschkurs :wink:

den ich wohl auch wie Du sehr unrealistisch sehe , was denkst Du wo die Reise hingeht...in Sachen Silber ? also dieses Jahr ? ich weiß eine Glaskugel hat hier leider niemand smilie_04
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Jack Sparrow

Beitrag 11.07.2011, 15:40

regenbogendieb
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Warum ist Gold heute eigentlich massiv gestiegen, während sich beim Silber nicht viel tat?

Beitrag 11.07.2011, 15:42

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Gold-Guru
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regenbogendieb hat geschrieben:Warum ist Gold heute eigentlich massiv gestiegen, während sich beim Silber nicht viel tat?
Gold ist ein Währungsmetall, Silber ist ein Industriemetall.

Beitrag 11.07.2011, 16:07

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KROESUS
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die Illus wandeln ihr Papier in Gold um, Silber ist nur etwas für kleine Leute...

wenn die Grossen Panikkäufe machen kaufen sie eher Gold, wer will schon mit einem 7,5 Tonner vor den wütenden Massen fliehen?

Gold ist das Währungsmetall während Silber ehr ein Rohstoff ist

ausserdem gibt es noch viel Silber in der Erde, vor allem in Mittel/Nordamerika, (VT:deswegen puschen die das auch immer so )

Silber ist meist nur Beifang beim Metallgewinnen

Und trotzdem glaube ich dass es am Jahresende über 30(33?)€ die Unze kostet! :wink:

Beitrag 11.07.2011, 16:22

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SYS64738
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di-em-ex hat geschrieben:Also um das mal klar zu stellen, 160.000t Gold sind sehr viel.

Bevor jetzt jeder andere Zahlen nennt: 160000t = 160000000000g / 7Mill. = 22,857g / Kopf (das mit den 5g je Deutscher stimmt also nicht, je deutscher wären es sogar über 60 Unzen).


Ich bitte um Kritik an diesem Gedankenverlauf.
Das Rechenmodell ist statistisch rudimentär und unbrauchbar, da es sich auf 7 Millionen Menschen bezieht die von einer homogenen Verteilung ausgeht, was in der Realität nicht laboriert. Das klingt beinahe so, dass sich jeder in einer Schlange anstellen wird und nur den Quotienten nimmt, der durch den Divisor (7 Millionen) festgelegt wurde.

Kleines Beispiel: Wenn es brennt, stellt sich Niemand hinten an - das liegt in der Natur der Sache. :-) "Gehen Sie ruhig vor, ich warte solange." Die Menschen reagieren in Panik, jeder wird nur das Überleben sehen, seinen Vorteil und diesen - egal wie - einsetzten bis auf wenige, sehr, sehr wenige Ausnahmen. Wenn die Welt ein Platz wäre, in dem sich wirklich alle an Logik und Gesetze halten würden, in der nicht Gier und Kapital regiert - hätten wir diese Situation nicht. Vielleicht hätte Josef doch damals für seinen Sohn einen Pfennig anlegen sollten zu 4% auf ein Sparbuch, um so Geld überflüssig zu machen. Aber die Dinge sind nun mal so wie sie sind oder besser - die Menschen :-)

Viel wahrscheilicher ist es, das es keine Division geben wird, sondern eine Funktion, deren Faktoren in dieser recht rudimentären Darstellung nicht berücksichtig werden können. Alleine in Europa, um die Grenzen etwas zu erweitern, leben ca. 700 Millionen Menschen, die durchaus in der Lage sind (noch), EM zu kaufen - über Kapital verfügen und dieses im Falle einer Inflation in EM wandeln werden (soweit diese dazu noch in der Lage sind).

Die Zukunft und wie genau die Preise sich entwickeln werden, kann man nur vermuten. Meine subjektive Vermutung ist allerdings, dass Gold kaum mehr zu bezahlen sein wird.

LG,
Sys
smilie_24
Zuletzt geändert von SYS64738 am 11.07.2011, 16:27, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 11.07.2011, 16:26

MapleHF
silvermac hat geschrieben:... was denkst Du wo die Reise hingeht...in Sachen Silber ? also dieses Jahr ? ich weiß eine Glaskugel hat hier leider niemand smilie_04
... wer soll das wissen?

Fakt ist, dass der Spotpreis momentan bei rund 25,60 € liegt und damit rund 10% höher als am Jahresanfang.

Damit wäre ich persönlich zum Jahresende eigentlich zufrieden, weil damit die Inflation ausgeglichen sein sollte.

Für möglich halte ich zum Jahresende die Hochs von April (34,17 €) oder etwas darüber. Das halte ich für die wahrscheinlichste Variante.

Das setzt aber eine stabile Wirtschaftslage voraus. Wenn jedoch die Währungskrise eine Wirtschaftskrise nach sich zieht, kann es auch auf 20 € oder darunter gehen.

Eines kann ich Dir mit Sicherheit sagen: Ich weiss, dass ich nichts weiss :D

MapleHF

Beitrag 05.03.2013, 01:11

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MaciejP
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Hier ist mal ein zwar schon etwas älterer, aber trotzdem sehr interessanter Artikel zum Thema: Inflationsschutz: Mythen und Wirklichkeit
morningstar.de hat geschrieben:Vor allem Gold gilt bei vielen als die Absicherung schlechthin. Leider ist jedoch das Gegenteil der Fall. Gold korreliert nämlich negativ mit der Inflation, und zwar sowohl mit der erwarteten als auch der unerwarteten. Heißt im Klartext: Wenn die Inflation steigt, sinkt der Goldpreis.
Im Bereich Rohstoffe bieten Energiewerte demnach die beste Absicherung gegen Inflation.

Beitrag 05.03.2013, 07:29

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Ladon
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Ja, das ist schon klar.

Wenn sich stets immer ALLE Preise (inkl. Arbeit und Unternehmensgewinne) parallel verhalten würden, wenn es zu inflationären (oder auch deflationären) Entwicklungen kommt, verlören beide "Probleme" einiges von ihrem volkswirtschaftlichen Schrecken.

Ein Gut wie Gold, wird jedoch (Manipulationen mal außer Acht gelassen) bei einer breiten Preissteigerung logischerweise etwas "hinterher hinken": Wenn "mehr" Geld für den täglichen Bedarf benötigt wird, gleichzeitig aber nicht "mehr" Geld für den Arbeitskraftverkauf oder aus dem Unternehmensgewinn herein fließt, sinkt die (Gold-) "Sparquote" ... und das macht sich normalerweise in einem sinkenden Preis bemerkbar.

Man darf bei Gold grundsätzlich nicht vergessen, dass das MEISTE - und zwar mit Abstand - in der Schmuckindustrie verarbeitet wird!

Und dann glaube ich zudem, dass sehr viele Gold als den Rettungsanker für einen Systemtransit (von "Wandel" will ich nicht sprechen ... alle historische Erfahrung spricht dagegen) sehen. Sprich: als eine gute Chance Vermögenswerte über einen Währungsumbau hinweg zu konservieren. Da erfolgt dann wahrscheinlich sowieso eine grundlegende Neubewertung von Gold. Was ausdrücklich nicht 10.000 / Unze heißen muss. In einem Reset kann auch genau das Gegenteil eintreffen.
Ich glaube nicht daran, dass Wissen uns retten kann. Das Beständige in der Geschichte sind Gier, Verblendung und eine Leidenschaft für das Blut (Cormac McCarthy)

Beitrag 05.03.2013, 08:52

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prowler
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MaciejP hat geschrieben:Hier ist mal ein zwar schon etwas älterer, aber trotzdem sehr interessanter Artikel zum Thema: Inflationsschutz: Mythen und Wirklichkeit
Mir reicht schon der erste Absatz dieser "Expertenmeinung":
„Es gibt keine Inflationsgefahr, denn die Geldmenge M3 ist stabil.“
Bernanke und Co. sehen die Inflation als adäquates Mittel an und befeuern diese mit 85Mrd. frisch gedruckten Dollars jeden Monat (exakt die Summe, die uns jetzt als riesige, fatale Haushaltskürzung verkauft wird)-
ich glaub lieber meinen Großeltern, die das Ganze exakt so schonmal erlebt haben.
Die haben live gesehen, was unbeschränktes Gelddrucken bringt: Inflation hardcore, mit 20kg wertlosen Geldscheinen beim Bäcker einkaufen.
Jeder, der Inflation kennt, wird Dir berichten, daß Gold und Silber die einzigen Werte sind, die vor Wertverlust schützen.
Wir werden sehen, denke ich....
"1984" wasn´t supposed to be an instruction manual

Beitrag 05.03.2013, 18:52

Suedwester
Ich habe vor ein paar Jahren die Hyperinflation in Zimbabwe teilweise miterlebt. Bin damals mit Tüten voller Banknoten zum Einkaufen gegangen, habe mehrere Millionen für ein Mittagessen bezahlt usw. Das hat mir schon zu denken gegeben. Auf Papier kann man alles drucken...

Beitrag 05.03.2013, 19:27

capazo
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ich war heute einkaufen und was sehe ich da? die milch ist ausverkauft! futterskandal sei dank...

wenn nur 1-2 % menschen in EM investieren,dann sollte man nicht erwarten,dass stück gelbes oder weisses metall überall in kriesenzeit als zahlungs/tauschmittel von allen menschen akzeptiert wird.

die EM preise werden gemacht,woher kommt die sicherheit,dass nach dem finanzcrash der wert von edelmetallen erhalten bleibt ? natürlich,es geht nicht auf null,aber der wert kann um 50-70% fallen....und wenn das für nächste jahrzente so bleibt,na dann-gute nacht!

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