20 Mark Dt. Kaiserreich

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 23.07.2011, 15:48

Suedwester
Na, das erklaert sicher auch eine nahezu praegefrische 10 Mark Muenze "von 1888", die mir kuerzlich angeboten wurde, und die absolut keine Patina oder Abnutzungserscheinungen hatte. Bestimmt echtes Gold, Gewicht stimmt auch, aber "zu gut" erhalten...

Beitrag 24.07.2011, 10:10

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Mithras
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@Ladon:

Vielleicht war mein Begriff "Experten" im Zusammenhang mit der Nicht-sofort-Erkennbarkeit der "Hausmänner" etwas irreführend. Gemeint war das eher im Sinne "langjähriger (Spezial-)Sammler und 'Gelegenheits-Münzhändler', dessen Schwerpunkt NICHT Deutsches Reich ist".

Welche meiner vielen Reichsgoldies "Hausmänner" sind weiß ich selber auch erst, nachdem ich die mal einem VEREIDIGTEN GUTACHTER gezeigt habe, dessen SPEZIALGEBIET Deutsches Reich ist. Und der sortierte genau 40%als Nachprägungen aus ... Ich selber hatte nur 1/3 davon (also etwas über 10% meines Gesamtbestandes) als "möglicherweise ein Hausmann" in Verdacht. Und bei so einem Gutachter macht's halt die Erfahrung. Ein paar seiner "Tricks" zu ihrer Erkennung hat er mir sogar andeutungsweise verraten; allerdings a) unter dem Siegel der Verschwiegenheit (ich verrate anderen ja auch ungern Teile meines Wissensmonopols, mit dem ich mir meine Brötchen verdiene, sonst werden's künftig weniger "Brötchen"... ;) ), und b) läßt sich das ohne es direkt am Objekt zu demonstrieren verbal in einem Forenpost absolut nicht sinnvoll beschreiben. Man sieht bei guten Münzen z.B. schon einen Unterschied in der Randbeschaffenheit, ob sie erst gerändelt und dann geprägt wurden (wie die Orignale) oder umgedreht (wie die "Hausmänner"). Dazu muß man die Münze aber auf jeden Fall "live" in der Hand haben UND ein gutes(!) Auflichtmikroskop benutzen... Nur nach Foto gibt's diesbezüglich NULL Chance.

So war meine Anmerkung hier im Forum zu verstehen, wo doch oft nur nach einem Foto/Scan gekauft wird...
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 24.07.2011, 10:23

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Ladon
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@ Mithras

Danke!
So in der Richtung hatte ich es vermutet.

Ich persönlich mache wegen der ganz wenigen Kasiermärker in meinem Hort da sowieso kein Aufhebens. Dass sie "gülden" sind, ist einigermaßen sicher (Käufe bei etablierten Händlern, Gewicht und Größe passt) ... damit ist's für mich gut.

Da will ich dann nicht weiter in die "Betriebsgeheimnisse" dringen ;-)
Fachwissen hat man sich in der Regel schließlich hart erarbeitet!
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 24.07.2011, 14:37

HDFatBob
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so. also ich hab die teile nun bekommen. erste sahne. preis: 250 euronen !! hammer.
alle okay. hab gemessen und gewogen.

son glück müßte ich öfters haben. wie schön die klimpern in der hand..... smilie_02

gruß
Ihr Politiker und Bänker: eines Tages, wenn Ihr uns weiterhin so abzockt und ausblutet, wird das Volk sich erheben und es wird Euch richten- dann gnade Euch Gott !!!!
Klagt nicht-kämpft !!

Beitrag 01.08.2011, 09:13

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amabhuku
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Ergänzend: 20 Goldmark Wilhelm I und II sind meines Wissens nie von Hausmann / Nachfolger gefälscht worden.
Die haben sich auf Stücke spezialisiert, die einen höheren Sammlerwert hatten, also seltenere Teile wozu Preussen nicht gehört (außer manche 5 und 10 GM). Gibt es da andere Erfahrungen?

Ein Bekannter von mir sammelt Hausmänner, zahlt für Teile die er noch nicht hat sogar Aufpreis.
@mithras, so viele Hausmann Fälschungen? 40%! Da liegst du weit über dem Durchschnitt, bzw. es wird an den Reisebanken liegen.

Beitrag 15.03.2012, 12:31

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goldjunge01
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Ich hab mal eine Frage zu 10 Goldmark.

Folgende Werte habe ich mit (justierter) Feinwaage und digitaler Lehre ermittelt:

Münze1: 1888 - 4,04 Gramm - Durchmesser 19,52mm - Stärke 0,94mm - Friedrich Preussen.
Münze2: 1897 - 3,96 Gramm - Durchmesser 19,48mm - Stärke 0,94mm - Wilhelm II Preussen.


Beide gekauft als ss.

Mir viel vor allem das erhöhte Gewicht von Münze 1 auf durch den größeren Durchmesser.
Leider habe ich keine Vergleichsstücke, aber die 1888 leuchtet gelblicher, die 1897 eher etwas rötlicher (Richtung Krügerrand)
Kann leider auch noch nicht das Gold bestimmen, der Farbunterschied ist auf den Bilder aber zu erkennen.

Der Rand sieht bei beiden Münzen gleich aus.

Wie lassen sich diese Unterschiede erklären?
Hab ich da was ganz besonderes, etwa einen Hausmann? smilie_10

Bild
Bild
Zuletzt geändert von goldjunge01 am 15.03.2012, 15:31, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 15.03.2012, 12:36

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Goldhamster79
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Der 10er ist definitiv nicht aus 1888, derartiger Stempelglanz geht da nicht mehr.

Auch wenn viele 10er aus dem Reichsgoldschatz stammen und daher gut erhalten sind, der Friedrich aus dem Dreikaiserjahr ist zu 95 % ne Nachprägung, Hausmann wahrscheinlich.
Falls Sie in einem Land leben, in dem Sie für das Fischen ohne Anglerschein bestraft werden,
jedoch nicht für den illegalen Grenzübertritt ohne gültigen Reisepass,
dann haben Sie das volle Recht zu sagen, dieses Land wird von Idioten regiert.
M. Zeman

Beitrag 15.03.2012, 13:31

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Historix
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Würd ich genauso sehen.... smilie_08

wieviel haste denn bezahlt ? Wenn's nah am Spot war....ok., ist dann wenigstens eine " Rarität"... smilie_02
Gold ist schön....schönes Gold ist schöner !
BAZINGA !

Beitrag 15.03.2012, 13:39

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ebsas
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amabhuku hat geschrieben:Ergänzend: 20 Goldmark Wilhelm I und II sind meines Wissens nie von Hausmann / Nachfolger gefälscht worden.
Die haben sich auf Stücke spezialisiert, die einen höheren Sammlerwert hatten, also seltenere Teile wozu Preussen nicht gehört (außer manche 5 und 10 GM). Gibt es da andere Erfahrungen?

Ein Bekannter von mir sammelt Hausmänner, zahlt für Teile die er noch nicht hat sogar Aufpreis.
@mithras, so viele Hausmann Fälschungen? 40%! Da liegst du weit über dem Durchschnitt, bzw. es wird an den Reisebanken liegen.
Laut Münzkatalog ,,Jaeger Reichsmünzen" wurden auch Preussen Wilhelm und Wilhelm II. gefälscht.

Gruß ebsas

Beitrag 15.03.2012, 14:32

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lobsens
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ebsas hat geschrieben:
amabhuku hat geschrieben:Ergänzend: 20 Goldmark Wilhelm I und II sind meines Wissens nie von Hausmann / Nachfolger gefälscht worden.
Die haben sich auf Stücke spezialisiert, die einen höheren Sammlerwert hatten, also seltenere Teile wozu Preussen nicht gehört (außer manche 5 und 10 GM). Gibt es da andere Erfahrungen?

Ein Bekannter von mir sammelt Hausmänner, zahlt für Teile die er noch nicht hat sogar Aufpreis.
@mithras, so viele Hausmann Fälschungen? 40%! Da liegst du weit über dem Durchschnitt, bzw. es wird an den Reisebanken liegen.
Laut Münzkatalog ,,Jaeger Reichsmünzen" wurden auch Preussen Wilhelm und Wilhelm II. gefälscht.

Gruß ebsas

Ich stimme @ebsas zu, auch in der Zeitschrift "money-trend" sind diverse Jahrgänge der "Willis" aufgeführt, von den Fälschungen existieren.

Bei dem 1888 10 M Stück von Friedrich III bin ich mir grundsätzlich nicht so sicher wie meine Vorredner. Diese Stücke (auch die 20 M) waren so gut wie nie im Umlauf, sondern sie verschwanden sehr schnell als Erinnerung direkt in den Schubladen der Bürger. Ohne weiter auf politische Aspekte einzugehen kann man sagen, daß Kaiser Friedrich nicht nur in Preußen sehr beliebt war. Und da bot sich ein solches Stück eben geradezu an. Damit will ich nicht ausschließen, daß es auch Hausmänner davon gibt. Ich meine allerdings, daß hier wohl etwas zuviel an Hysterie herrscht.

Und wie schon angesprochen: Nahe am Spot gekauft - dann würde ich mir keine weiteren Gedanken machen.

Beste Grüße!

lobsens

Beitrag 15.03.2012, 15:40

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goldjunge01
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Danke schonmal für alle Antworten.

Laut
http://www.goldsammler.eu/goldmuenzen/k ... ldmark.php

darf die Münze nur 3,982 g wiegen. Warum ist meine schwerer?

Und woher kommt die unterscheidliche Farbe?

Wenn ich sie auf den Tisch werfe klingen beide gleich.

Spotpreis war knapp 160 €/g. Ich habe frei Haus 180 € bezahlt. Ist das fair?

Beitrag 15.03.2012, 16:11

Stefonator
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goldjunge01 hat geschrieben: Laut
http://www.goldsammler.eu/goldmuenzen/k ... ldmark.php

darf die Münze nur 3,982 g wiegen. Warum ist meine schwerer?

Übergewicht ist ein starkes Indiz für eine Nachprägung. M.W. haben Hausmänner zumeist Übergewicht.
Erfolgreich gehandelt auf Gold.de: 7 mal verkauft, 2 mal gekauft, 1 mal getauscht. Nur positive Erfahrungen bisher.

Beitrag 15.03.2012, 16:29

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lobsens
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Stefonator hat geschrieben:
goldjunge01 hat geschrieben: Laut
http://www.goldsammler.eu/goldmuenzen/k ... ldmark.php

darf die Münze nur 3,982 g wiegen. Warum ist meine schwerer?

Übergewicht ist ein starkes Indiz für eine Nachprägung. M.W. haben Hausmänner zumeist Übergewicht.

@stefonator: Das ist beides richtig. Hausmänner mit Untergewicht kenne ich auch nicht.

Beste Grüße!

lobsens

Beitrag 15.03.2012, 16:35

Suedwester
Habe auch einen "1888er", der so eine gelbliche Farbe hat, ganz anders als die anderen. Tippe daher mal auf Hausmann.

Beitrag 15.03.2012, 16:39

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Historix
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Da bei den Hausmännern auch die Legierung stimmt, ist es also kein Verlust !
Denke, daß das rel. " Übergewicht" auch eher für die Nachprägung spricht ( als solche wurden sie von Hausmann nämlich aufgrund einer Gesetzeslücke bezeichnet...richtig verknackt wurde er meines Wissens nie... smilie_06 )
Die 180,- find ich ok, kein Schnäppchen, aber die 10er sind einfach etwas teurer ! ( wenn der Friedrich echt wär, fände ich es sogar günstig.... smilie_16 )
Einfach nicht gross drüber nachdenken.... smilie_23

Guter Link:
http://www.germanycash.de/falschgeld/sc ... ungen.html
Gold ist schön....schönes Gold ist schöner !
BAZINGA !

Beitrag 07.05.2013, 21:12

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Foxhel
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Wohnort: ja
Hallo,

Heubach bietet die 20 MarkWilhelm I. für 192,00 Euro an. Ich habe eben einige Stücke bestellt. Mal sehen,wann die Absage kommt. smilie_11
und hoffentlich bekommen alle Betrüger "Sackratten"...... und "Holzauge sei wachsam"

Beitrag 07.05.2013, 23:32

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Historix
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Na, das war dann wohl eine kleine Fehlleistung.... :shock:

smilie_20

smilie_02
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BAZINGA !

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