Gibt es ethisch (korrektes) Gold zu kaufen

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 22.07.2012, 13:14

Jupp
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Genau, oder einfach das alte fiese Giftgold in neutrale frische Barren umgiesen, irgendein schwachsinniges Ökolabel drauf und dann für das ruhige Gewissen für das 1,5-fache verkaufen, fertig.

Beitrag 22.07.2012, 14:45

Silberblitz
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Hallo Hedger,

wenn Du kanadisches Gold kaufst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch Gold aus einem Land zu erwerben, dessen Minen mit die höchsten Umweltstandards weltweit auferlegt bekommen. Die Arbeitsbedingungen sind auch allemal besser als z.Bsp. in Südafrika.
So gibt es auch Minenfonds, wie z Bsp. der von Dr Jochaim Berlenbach geleitete Earth Gold Fund, welche die Umweltschutzaspekte vor Ort bei der Exploration von Minen genau prüfen.
Also ganz ohne Zerstörung von Mutter Natur geht die Untertageförderung natürlich nirgendwo.
Anbei noch zwei links.

[url]www.sipelmeyer.com
[url]www.planet-e-zdf.de

Die Welt ist weder schwarz noch weiß sondern meistens grau...
Beste Grüße Euer Silberblitz

Beitrag 22.07.2012, 14:53

Silberblitz
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Hallo Hedger,

nach meinen Informationen werden bei kanadischen Goldminen die höchsten Umweltstandards eingehalten. Diese werden bei der Exploration für Gold Fonds schon im Vorfeld genaustens
untersucht. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen dort auch wesentlich besser als z.Bsp. in Südafrika.
Ich durfte dort bereits 1975 die Minen besuchen und weiß wie schlimm es heute dort aussieht.
Also dürften deinem " ethischem" Anspruch die kandischen Goldmünzen entgegenkommen.

Infos: Geologe Siepelmeyer, Dr. Joahim Berlebach, ZDF: Planet-E

Die Tips von Ladon sind auch gut.
Beste Grüße Euer Silberblitz

Beitrag 22.07.2012, 17:30

Quinar
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Jupp hat geschrieben:Das gesamte geförderte Gold der letzten 5000 Jahre ist heute fast noch vollständig vorhanden, da es eben wertvoll ist, nicht verbraucht wird und immer wieder umgeschmolzen wird. Wer der Meinung ist irgendeine LMU Münze oder sowas wäre politisch korrekt, der irrt eben. Das Gold da drin stammt auch teilweise von irgendwelchen Raubzügen der Römer, Spanier, Portugiesen und wurde nach heuten Masstäben bemessen unter haarsträubenden Bedingungen gefördert. Man müsste also schon frisch gefördertes Gold direkt von einer Mine kaufen, die das Zeug so umweltvertäglich wie möglich abbaut. Ist aber für Kleinanleger nicht möglich, da die Minen es nicht in solchen kleinen Mengen direkt abgeben.

Aber für politisch korrekte Ökofreaks könnte ich ja einen elektronischen Goldprüfer anbieten, der die Herkunft jedes Goldatoms in der Schmelzmasse überprüft auf Sklavenarbeit, umweltschädigende Abbaumethoden... :mrgreen:
Da ich keine Zeitmaschine besitze und längst vergangene Ereignisse beeinflussen kann kann ich damit durchaus leben.
"Politisch korrekt"mach heutigem Zeitgeist geht mir als Kampfbegriff zudem ohnehin am ArXXX vorbei.
(Alte Schule-hälts eher mit Anstand+Moral statt "Ethik") :mrgreen:

Beitrag 22.07.2012, 21:18

Jupp
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Ganz genau, das wollte ich ja damit sagen. Bei irgendwelchen älteren Barren oder Münzen ist das nicht mehr so ohne weiters feststellbar, woher das Gold darin gekommen ist. Davon abgesehen habe ich da eh noch nicht gelebt, als die Spanier Süd- und Nordamerika geplündert haben, mir egal, ich wars ja nicht und ändern kann ich es auch nicht.

Ausserdem frage ich mich wieso das eigentlich beim Gold so ein Problem sein soll? Jeder hat die ganze Bude zu Hause voller Kuperkabel und Rohre, fragt ihr auch wo des Zeug eigentlich herkommt? Ich würde mal empfehlen einen Kupfer Tagebergbau zu besichtigen, was das für eine Sauerei ist.

Deswegen meine Bemerkung zu politisch korrekten Ökofreaks, die sind das nämlich in keinster Weise, die meisten von denen hatten eh in Chemie, Physik, Biologie ne 5-, zumindest machen sie aufgrund völliger Ahnunglosigkeit den Eindruck smilie_02

Beitrag 23.07.2012, 07:27

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Ladon
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Jupp hat geschrieben:...
Deswegen meine Bemerkung zu politisch korrekten Ökofreaks, die sind das nämlich in keinster Weise, die meisten von denen hatten eh in Chemie, Physik, Biologie ne 5-, ...
Toller Beitrag. Beeindruckendes Insiderwissen.

Schade, dass dieses Thema - das Dich (und andere, die es der Lächerlichkeit preisgeben) genau dann interessieren würde, wenn vor Deiner Haustür eine MIne eröffnet werden sollte - so derart billig auf eine politische Ebene heruntergezogen wird.

Was ist falsch daran, sich mal Gedanken darüber zu machen, wo mein Gold her kommt? Wenn man die ganze Zeit darüber nachdenkt, wie ungerecht unser Geldsystem ist, MUSS man auch mal einen Gedanken daran verschwenden, dass es dies auch deswegen ist, weil "Ressourcen" einfach genommen werden können - eben weil kein Anspruch der jeweiligen Menschen auf den ausgebeuteten Boden besteht.
Wie Quinar weiter oben anmerkt: Hier geht es um Anstand und Moral - NICHT um "politisch korrekt", "grüne Parteipolitik" oder diesen ganzen Käse.

Ich hätte eigentlich erwartet, dass hier im gold.de Forum ein wenig mehr Substanz zum Thema kommt. smilie_13
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Beitrag 23.07.2012, 07:57

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Silberblitz hat geschrieben:Hallo Hedger,

nach meinen Informationen werden bei kanadischen Goldminen die höchsten Umweltstandards eingehalten. Diese werden bei der Exploration für Gold Fonds schon im Vorfeld genaustens
untersucht. Außerdem sind die Arbeitsbedingungen dort auch wesentlich besser als z.Bsp. in Südafrika.
Ich durfte dort bereits 1975 die Minen besuchen und weiß wie schlimm es heute dort aussieht.
Also dürften deinem " ethischem" Anspruch die kandischen Goldmünzen entgegenkommen.

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Die Tips von Ladon sind auch gut.
Wenn die Umweltstandards genauso aussehen wie bei der Gewinnung von Öl aus den Ölsanden, dann werden auch hier einige "Kollateralschäden" entstehen. Das Gewinnungsverfahren, also die Zyanidlaugerei, unterscheidet sich nicht von dem anderer Produzenten.
Allerdings würde ich auch vermuten, dass die Standards in Kanada sowie in Australien höher sind als z.B. in Südafrika oder in lateinamerikanischen Ländern.
Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Beitrag 23.07.2012, 09:19

Jupp
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Ladon hat geschrieben:
Jupp hat geschrieben:...
Schade, dass dieses Thema - das Dich (und andere, die es der Lächerlichkeit preisgeben) genau dann interessieren würde, wenn vor Deiner Haustür eine MIne eröffnet werden sollte - so derart billig auf eine politische Ebene heruntergezogen wird.
An Minen vor der Haustüre bin ich gewohnt, von daher ist mir die Notwendigkeit der Beschaffung von Resourcen und den damit verbundenen Problemen nicht unbekannt. Na zum Glück sind die heutzutage auch alle dicht, und ich kann völlig gedankenlos Resourcen benutzen, ohne mir Gedanken machen zu müssen wo die herkommen, Hauptsache nicht mehr von vor meiner Türe. smilie_10
Das ist wohl bezeichnend heutzutage, das diese Probleme einfach woanders hingeschoben werden, aber man dann vorgibt, sich Gedanken zu machen, woher das ganze Zeug eigentlich herkommt. Ethisch korrekter Bergbau, das ich nicht lache, geht doch mal im Urlaub ein paar Minen besuchen und unterhaltet euch mit den Bergleuten darüber.

Beitrag 23.07.2012, 09:55

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goldjunge01
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Ohne dass ich es genau belegen kann sagt mir mein Bauch und meine Erfahrung, dass alles, was aus der Erde geholt wird (im weitesten Sinne) um es 'gewinnbringend zu vermarkten' Raubbau an unserem Planeten Erde ist.

Solange es Aktiengesellschaften (und andere Firmenformen) gibt, die daraus aus sind, Gewinn einzufahren, weil sonst die Aktionäre meckern, solange wird der Abbau/Ausbau/Gewinnung von Ressourcen nicht gerade 'human' verlaufen.

Das gesamte Wirtschaftssystem ist doch irgendwie krank, weil man rücksichtslos sich an der Erde zuschaffen macht, sei es der Fischfang, Goldgewinnung oder auch Tierzüchtung usw.

So wie wir aus dem Finanzschlamassel nicht mehr rauskommen, so denke ich, kommen wir auch nicht mehr aus der Zerstörung der eigenen Erde nicht mehr raus.

Es ist bereits 5 vor 12, aber nicht 5 Minuten, sondern 5 Sekunden!

Und für alle die es hören wollen: Weil alles durch den Menschen so kaputt gegangen ist, deshalb wird es auch bald eine neue Erde geben. Aber dann ohne einem Menschen, der egoistisch und pervers die Erde zerstören wird. Die Menschen werden dann mit der Erde umzugehen wissen. Man lese mal die Offenbarung vom Johannes.

Alles Bemühen der Menschen für/auf dieser Erde wird nicht zum Ziele führen, weil das Schicksal der Erde besiegelt ist. (Was nicht bedeutet, dass ich deshalb machen kann was ich will)

Ich für meinen Teil kann kann den Lauf nicht aufhalten. Ich kann nur versuchen, eigenverantwortlich und christlich zu handeln in meinem Einflussgebiet.

"Macht euch die Erde untertan" - aber ich werde Verantwortung fordern!

Und von den paar Kröten kann ich auch nur kleines Gold kaufen, aber von 'anständigen und moralischem Gold' habe ich noch nie was gehört.

(@ ladon: Bitte nicht meine Begriffe auseinander nehmen, ich kann mich nicht differenzierter ausdrücken. Ich denke ihr wisst was ich meine - Danke)

smilie_24

Beitrag 23.07.2012, 10:10

noname
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www.faire-edelsteine.de
Hier gibt es das EcoAndina Gold bei deutschem Händler zu kaufen.
Gruß
noname

Beitrag 23.07.2012, 12:54

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Ladon
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Jupp hat geschrieben:...
Ethisch korrekter Bergbau, das ich nicht lache,
...
Hat kein Mensch behauptet oder gefordert.

Nur dass dieses Problemfeld genannt werden darf, ohne dass man zum "ökologischen Spinner" abgestempelt wird, das kann man schon "verlangen". Man muss auch kein Greenpeace-Aktivist sein, um kein Fleisch aus Massentierhaltung zu essen - sondern einfach nur jemand, der aus Überzeugung beim ansässigen Bauern kauft.

Industrieller Goldabbau IST ein Umweltproblem ... dort wo er statt findet. Und genau so, wie man sich gut überlgen sollte, ob man Aktien von BASF, Nestle oder einem Rüstungskonzern haben will, darf man schon auch beim Gold abwägen.
Die "Aufregung" darüber verstehe ich nicht.
Andere gibt es schon genug

Beitrag 23.07.2012, 17:08

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Mithras
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Wohnort: dort, wo ich die Schuhe ausziehe
.... und im Sinne des "audiatur et altera pars" haben die Goldhasser sogar in dem Punkt recht, wenn sie die Sinnhaftigkeit des Hordens dieses EM sinngemäß so beschreiben (ich google mir das Original jetzt nicht wörtlich zusammen): Man buddelt das Zeug mit riesigstem Aufwand aus dem Berg, schmilzt einen großen Teil davon in Barren und "verbuddelt" die dann sofort wieder in dunklen Tresoren....
Goldigste Grüße,

Euer Mithras, der Goldjunge

Und nicht vergessen: "Papiergeld kehrt früher oder später zu seinem inneren Wert zurück: Null." [Voltaire, 1694-1778]

Beitrag 23.07.2012, 20:15

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Lumpi
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Hallo an alle smilie_24

Meines Erachtens steckt an jedem Klümpchen Gold, Blut und Schweiss. Jetzt od. vor 5000 Jahren.
Man hat das Metall aus Flüssen geschürft, aus dem Boden gegraben, sich gegeneiander den Schädel
eingeschlagen, Kriege geführt, geraubt und gemordet.
Es ist eben ein allseits begehrtes Metall.
Ist das Gleiche wie mit Eisen / Stahl, ökologisch abgebaut, verarbeitet nach iso 2000 und din sonstwiewas
für Bio-Kanonenrohre.

Lumpi
Genieße das Leben ständig - du bist länger tot als lebendig !

Beitrag 23.07.2012, 21:06

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Sapnovela
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Ladon hat geschrieben:
Jupp hat geschrieben:...
Ethisch korrekter Bergbau, das ich nicht lache,
...
Hat kein Mensch behauptet oder gefordert.

Nur dass dieses Problemfeld genannt werden darf, ohne dass man zum "ökologischen Spinner" abgestempelt wird, das kann man schon "verlangen". Man muss auch kein Greenpeace-Aktivist sein, um kein Fleisch aus Massentierhaltung zu essen - sondern einfach nur jemand, der aus Überzeugung beim ansässigen Bauern kauft.

Industrieller Goldabbau IST ein Umweltproblem ... dort wo er statt findet. Und genau so, wie man sich gut überlgen sollte, ob man Aktien von BASF, Nestle oder einem Rüstungskonzern haben will, darf man schon auch beim Gold abwägen.
Die "Aufregung" darüber verstehe ich nicht.
So oft ich nicht einer Meinung mit Jupp bin, so sehr denke ich, dass er hier absolut recht hat. Gold ist kein Öko-Produkt und wird es auch niemals werden. Wer glaubt bei den hohen Preisen, die wir hier alle (!) für das gelbe Metall zahlen mit den Fingern auf arme Schlucker in Mittel- und Südamerika zeigen zu können, weil die mit der Cynidlaugerei Gold gewinnen und die Flüsse vergiftet, macht sich lächerlich. Letztendlich ist dies aber nicht das Problem des Goldes sondern der Menschen an sich. Öl oder andere wertvolle Rohstoffe werden auch nicht unter sozialen oder ökologischen Gesichtspunkten gefördert.

Was der Goldabbau mit Massentierhaltung, BASF (das transparenteste Unternehmen Deutschlands http://m.ftd.de/artikel/70061531.xml?v=2.0) oder Nestle zu tun hat oder warum diese in einem Atemzug mit Rüstungskonzernen genannt werden, muss wohl nicht jeder verstehen. Nach der Logik ist jede Kuh ökologisch-politisch unkorrekt, da die Kuhfürze so viel Methan enthalten, dass ich als Mensch CO2 ohne Ende einsparen kann, die Kühe gleichen das locker aus... Außerdem sind die Ziegen ganz schlimm, denn Ziegen reißen im Gegensatz zu Schafen die Wurzeln aus und leisten in der Sahel-Zohne aktiv der Deseftifikation vorschub. Deshalb alle Ziegen an den Pranger stellen...?

Beitrag 24.07.2012, 09:07

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Ladon
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Wer zeigt denn hier mit dem Finger?

Ich glaube, da liegt ein gewaltiges Missverständnis vor! Ich hatte "angemahnt" die Tatsache zur Kenntnis zu nehmen, dass Gold im Rahmen eines industriellen Prozesses (mit allen Konsequenzen) gewonnen wird. Zur Kenntnis nehmen (!) und nicht als "Ökospinnerei" mit der Grünenkeule abtun.
Welche Konsequenz man aus der "Kenntnisnahme" zieht, bleibt doch jedem überlassen?!
Da gibt es kein "Fremdschämen", kein "schlechtes Gewissen" und kein "mit dem Finger zeigen"! Warum also die Aufregung? Klar werden andere Rohstoffe auch nicht "ökologisch" gefördert. Das ist doch kein Argument für einen Umkehrschluss.

Der Zusammenhang mit Konzernen in anderen industriellen Bereichen, die in hohem Maß mit Ressourcen hantieren, liegt eigentlich auf der Hand:
1. es geht um "natürliche Ressourcen"
2. es besteht die Möglichkeit der "Erschöpfung" der Ressource
3. der industrielle Prozess geht mit problematischen Eingriffen in die Ökosysteme einher
4. es gibt BEDEUTENDE Renditemöglichkeiten durch Überschreitung von Regeln (z.B. Raubbau, Doping für Rinder, Chemikalien im Essen ...)

Und wenn ich mir über diese Punkte im Klaren bin - also wenn ich sie alle zur Kenntnis genommen habe - dann kann ich erst wirklich entscheiden, ob ich die eingefärbte Paradiescreme kaufen will oder den Pudding selber kochen; ob ich das Billigsteak im Kaufland nehme oder das von der Sau, die ich vorgestern noch beim Huberbauern hinter'm Haus gesehen habe; oder Aktien der Konzerne kaufe, weil ich weiß, dass sie bereit sind (siehe oben, 4.) mit "innovativen Ideen" Rendite zu erzielen und sich daher für mich lohnen oder ob mnir das nicht passt.
Und genau so stellt sich die Frage dem Goldinvestor, wenn er eben nicht die Augen vor den Punkten 2 und 3 oben verschließt, oder sie "abtut", sondern sich unter Einbeziehung allen Für und Widers entscheidet.

Dabei bleibe ich auch, tut mir leid, ich kann Euren Standpunkt nicht verstehen.
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Beitrag 24.07.2012, 12:12

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AuCluster
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Und es sind nicht nur die aktuellen Schäden. Man denke an die Absenkung des kompletten Ruhrgebiets durch den Steinkohlenbergbau. Da sich Vater Rhein nicht gesenkt hat, müssen große Deiche das Ruhrgebiet schützen und das Gebiet muss mit Pumpen entwässert werden. Würde man die Pumpen ausschalten, so gäbe es in Deutschland einen neuen Binnensee, den sogenannten "Ruhrsee". Von den ständigen Hausschäden mal ganz zu schweigen. Da sich verschiedene Gebiete unterschiedlich stark absenken, werden regelmäßig gewaltige Risse in Häusern festgestellt, die teilweise einen Komplettabriss der Gebäude erfordern. Nächstes Problem: Hin- und wieder bilden sich spontan große Löcher im Boden, weil irgendwo ein alter Stollen zusammengebrochen ist. Wenn man Pech hat, verschwindet eben mal so ein Häuserblock. Und wer bezahlt die ganzen Schäden...
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Beitrag 24.07.2012, 13:01

Bullionstattsuppe
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ich kann dazu sagen, dass vor wenigen Jahren ein bekannter Diamantenhändler probiert hat einen Fairtrade-Diamanten zu etablieren. Er ist dabei auf einer großen Diamantenmesse in Las Vegas auf viel Zuspruch gestoßen. Er wollte dann in Sierra Leone den Arbeitern quasi direkt das Rohmaterial zu fairen Preisen abkaufen. Gescheitert ist das ganze an der korrupten Regierung, die an der Abzocke von den kleinen schürfern erheblich mitverdient hat und damit ihren wahlkampf finanziert. Relevanz hat dieser Beitrag jetzt weil ähnliches wohl auch passiert wenn man Fairtrade-Gold verkaufen will. Der Fairtrade-Diamant ist jedenfalls gescheitert.

Beitrag 24.07.2012, 13:55

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goldjunge01
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Wer von uns möchte auf die warme Dusche am Morgen, auf die warme Wohnung im Winter, auf Licht in der Nacht und sonstigen Komfort verzichten?

Dann würden auch viele 'dreckige Kraftwerke' nicht gebraucht.

Dann würden wir die Umwelt schonen.

Ich versuche sparsam zu leben, aber so wie vor hundert Jahren scheint es mir doch sehr schwer durchsetzbar.

Weil wir Menschen immer mehr haben wollen und nicht genügsam sind wie unsere Großeltern, deshalb müssen soviel Ressourcen verbraucht werden, nicht nur weil die Bevölkerungszahlen steigen.

Das ist nur ein Beispiel. Es trifft auch zu auf Ernährung (sinnloses Wegschmeißen wegen MHD) Reisen (immer weiter weg) Wohlstand (Zweit- und Drittwohnung, Wohnungsgrößen) usw.

Beitrag 24.07.2012, 16:00

Golden Globe
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Die Perth Mint wurde im Juli als Mitglied des "Conflict Free Smelter Program" zertifiziert. Das ist doch immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Nachzulesen hier:

http://www.perthmintbullion.com/Blog/Bl ... -Free.aspx
Erfolgreich gehandelt mit: Henschi

Beitrag 24.07.2012, 21:57

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Streubesitz
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goldjunge01 hat geschrieben:Wer von uns möchte auf die warme Dusche am Morgen, auf die warme Wohnung im Winter, auf Licht in der Nacht und sonstigen Komfort verzichten?
...
Hier ! :D
Ich dachte auch jahrelang, das geht mit mir nicht (wahrscheinlich habe ich auch einfach gar nicht drüber nachgedacht), aber seit einiger Zeit denke ich tatsächlich um. Wobei es gelogen wäre, wenn ich behaupten würde, daß ich mein Leben jetzt schon komplett so umgestellt hätte, wie Du es beschreibst, aber bei zumindest 2 der 4 Punkten gebe ich acht, mein Verhalten zu ändern.
Das ging bei mir los bei meinem ersten Besuch in einem der materiell ärmsten Länder der Erde (Nepal) vor 6 Jahren, da hab ich nach der Rückkehr über mich selbst gelacht und über meine teilweise völlig verqueren Ansprüche.

Streubesitz

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