Wie viel Gold im Meer?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 15.07.2013, 19:48

KlausDieter
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Hallo Freunde des Goldes?

Wie viel Gold liegt eurer Meinung nach noch im Meer verborgen?

Ich meine hier wirklich alles an Gold:
Es ist ja einiges im Wasser gelöst (habe eine Menge von 0,01mg pro Kubikmeter im Hinterkopf; ist ja (noch) unrentabel, da zu "fördern"... Gibt es eigentlich Berechnungen etc., wie hoch der Goldpreis steigen müsste, damit die Gewinnung wirtschaftlich wäre?). Dann dürften ja noch einige Schiffsladungen aus allen Jahrhunderten auf dem Meeresgrund liegen usw.

Würde mich mal interessieren, was ihr dazu denkt. Ich hoffe mal, es gibt noch keinen vergleichbaren Thread; ich habe zumindest keinen gefunden.

Goldige Grüße
KlausDieter
Auro loquente omnis oratio inanis est.
Wenn das Gold redet, dann schweigt die Welt.

Beitrag 15.07.2013, 21:20

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IrresDing
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4·10^−9 kg Gold pro m³ (lt. Wikipedia)
Ich hab keine Ahnung was es kostet dieses Gold aus einer t (=1 m³) Wasser heraus zu bekommen. Aber ich würde hier über einen Aufwand nachdenken, der ähnlich einer Entsalzungsanlage ist.

Wieder lt. Wikipedia kostet 1 m³ Frischwasser aus einer Entsalzungsanlage 4 EUR (was ehrlich gesagt viel ist und ein mehrfaches von dem, was wir hier in Deutschland für Frischwasser zahlen).

Also, was würde eine Unze kosten, wenn der Aufwand ähnlich der Meerentsalzung ist?

4*31,1/(4*10^-9) = 31.100.000.000 EUR/oz = 31,1 Milliarden EUR/oz

Wenn da mal der Goldpreis steht (bei heutiger Kaufkraft) werde ich sicher nicht mehr arbeiten. smilie_02 Dann dürfen die gerne Anlagen in der ganzen Welt aufbauen und von mir aus auch die Effizienz verzehnfachen. Selbst verhundertfachte Effizienz wäre ein immer noch so gigantischer Geldgegenwert, dass ich mein gesamtes Leben mit einer kleinen Goldmünze in der Karibik auf einer eigenen Yacht verbringen kann. *schwelg* smilie_06

LG
smilie_06

Beitrag 15.07.2013, 22:01

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Sinjawski
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Hallo Irres Ding,

gut recherchiert, da hast Du Dir Deinen 500. Artikel redlich verdient smilie_12

Nur das Frischwasser ist in Deutschland eben doch ziemlich genauso teuer, wie Dein Preis der Entsalzungsanlage: Frischwasser 2 - 2,50 €, und fuer das Abwasser zahlst Du dann auch gleich noch einmal 2 € drauf. Waere aber sicher auch eine Investition wert: vielleicht kommt noch der Tag, wo macher froh ist, ueber Gold zu verfuegen, um damit sauberes Wasser zu kaufen...

Ansonsten wuerde ich die Insel bevorzugen smilie_24
Half of what he said meant something else,
and the other half didn't mean anything at all.
(Rosencrantz And Guildenstern Are Dead)

Beitrag 15.07.2013, 22:49

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IrresDing
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;-) Danke für den Hinweis auf den 500er. Habe ich selbst nicht gesehen. Auf was achtest du denn? smilie_12

Also ich zahle rd. 1,80 EUR / Liter als Verbrauchspreis (netto). Ich denke aber bei den 4 EUR nach Wikipedia ist das der Erzeugerpreis. Netzkosten, Verwaltung, etc. kommen da vermutlich noch drauf. Aber reine Vermutung, genauer kann ich es auch nicht sagen. Wenn das so ist, kommen auf die 4 EUR noch einiges drauf. Die Abwassergebühren kommt immer noch oben drauf.


LG
smilie_06

Beitrag 15.07.2013, 23:13

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AuA
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1,80 pro Liter ist üppig. Erinnert mich an 1200€/t für Au.
Oder meinst Du beim Italiener um die Ecke?

smilie_02
AuA
Gold und Silber kehren gerade zu ihrem inneren Wert zurück.

Beitrag 16.07.2013, 01:46

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IrresDing
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Nein, ich mein Mineralwasser ausm Feinkostgeschäft.

Sorry, natürlich /m³

Nörgelt nicht so dran rum :-P
smilie_06

Beitrag 16.07.2013, 13:06

Hase 1266
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Ich würde sagen lasst mal lieber die Meere in ruhe , irgenwann fangen einige noch an aus Goldfischen Edelmetall zu gewinnen smilie_10
Hopple hier nur so rum

Beitrag 16.07.2013, 13:13

rhodium
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Haber hat sich die Frage in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schon gestellt und auch (auf 12 Seiten) beantwortet. Er schließt mit folgender Feststellung:
Es gibt nichts Mannigfaltigeres als die Verhältnisse in den Weltmeeren. Möglich dass sich einmal irgendwo eine Art Goldfundstelle zeigt, an der die Edelmetallteilchen sich regelmäßig anhäufen. Möglich daß eine solche Goldfundstelle in zugänglichen Klimaten gelegen ist und dass diese Bedingungen den Gedanken an eine Verarbeitung des Wassers noch einmal wecken. Ich habe es aufgegeben nach dieser zweifelhaften Stecknadel in einem Heuhaufen zu suchen.
Quelle: Angewandte Chemie 1927 Vol.40 Issue 11 p. 303-314

Beitrag 16.07.2013, 13:20

Hase 1266
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rhodium hat geschrieben:Haber hat sich die Frage in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schon gestellt und auch (auf 12 Seiten) beantwortet. Er schließt mit folgender Feststellung:
Es gibt nichts Mannigfaltigeres als die Verhältnisse in den Weltmeeren. Möglich dass sich einmal irgendwo eine Art Goldfundstelle zeigt, an der die Edelmetallteilchen sich regelmäßig anhäufen. Möglich daß eine solche Goldfundstelle in zugänglichen Klimaten gelegen ist und dass diese Bedingungen den Gedanken an eine Verarbeitung des Wassers noch einmal wecken. Ich habe es aufgegeben nach dieser zweifelhaften Stecknadel in einem Heuhaufen zu suchen.
Quelle: Angewandte Chemie 1927 Vol.40 Issue 11 p. 303-314


smilie_01 Danke
Hopple hier nur so rum

Beitrag 16.07.2013, 13:29

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Goldhamster79
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Hallo zusammen,

ich verweise mal hier hin:
http://www.goldseiten.de/wissen/basiswi ... m_meer.php

Ein Goldgehalt von 0,0044 mg/t Meerwasser bedeutet, es müssten läppische 7 Millionen Kubikmeter Meerwasser für eine Unze Gold rückstandsfrei gefiltert werden.

Viel Spaß beim nächsten Strandurlaub mit dem Kaffeefilter smilie_07

Eindeutig ein Thema fürs Sommerloch smilie_16

Goldhamster

Beitrag 16.07.2013, 14:47

frankdieter50
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Wohnort: Thüringen das grüne Herz Deutschlands
Alter Schwede,

wenn das Filtern eines cbm Meereswasser nur 0,1 ct kosten würde ( was mit Sicherheit viel zu gering angesetzt ist ), selbst in diesem Falle kostet die Feinunze läppische 7.000 Euronen.

Welch liebliche Vorstellung smilie_17 smilie_29
Wissen ist Macht und Nichtwissen macht nichts, da wirst Du nur über den Tisch gezogen

Beitrag 16.07.2013, 15:26

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psychonaut-hh
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So weit kommt es noch, unsere eh schon über alle Maßen geschundenen Meere wegen einiger bekackten Goldbarren, die eh nur irgendwo nutzlos rumliegen, noch weiter zu belasten! Reicht ja wohl, wenn wir den Krams aus der Erde holen.

:evil:

Beitrag 16.07.2013, 15:34

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Goldhamster79
Gold-Guru
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Registriert: 21.01.2011, 20:42
Wohnort: EUdSSR
Wenn man das verbünde mit dem Herausfischen der 3 Millionnen Tonnen Plastik die im unsäglichen Plastik-Strudel treiben, dann wäre dem durchaus etwas positives abzugewinnen...

http://www.spiegel.de/spiegel/a-533229.html
und
https://de.wikipedia.org/wiki/Plastikm% ... en_Ozeanen

Der Mensch soll die Krone der Schöpfung sein...? smilie_08
Zuletzt geändert von Goldhamster79 am 17.07.2013, 07:09, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 16.07.2013, 15:41

Hase 1266
10 Unzen Mitglied
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Registriert: 27.06.2013, 17:30
wiso ich dachte immer das Plastik essen wir schon mit den Fischen? smilie_06
Hopple hier nur so rum

Beitrag 16.07.2013, 17:08

KlausDieter
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Registriert: 10.07.2013, 13:42
frankdieter50 hat geschrieben:Alter Schwede,

wenn das Filtern eines cbm Meereswasser nur 0,1 ct kosten würde ( was mit Sicherheit viel zu gering angesetzt ist ), selbst in diesem Falle kostet die Feinunze läppische 7.000 Euronen.

Welch liebliche Vorstellung
Naja, soll ja Leute geben, die die Feinunze schon bei 10.000$ sehen...
Wenn das Gold so viel wert wäre (oder das bedruckte Papier so wenig smilie_02 ) würde sich das ja fast lohnen.

Ich warte auf den Tag, an dem ein kilometergroßer Meteorit aus purem Gold (so kam es ja quasi auf die Erde :D ) hier einschlägt. Dann müsste man sich wenigstens keine Gedanken mehr um Preise und Beschaffung machen. smilie_20

Gruß
KlausDieter

P.S. @all: Danke für die große Resonanz!
Auro loquente omnis oratio inanis est.
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Beitrag 17.07.2013, 19:31

lyke
½ Unze Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: 16.11.2012, 10:36
Zu der Sache mit Plastik:
Die Geschichte läuft derzeit wieder stark durch die Medien - vor einigen Tagen lief dazu ja auch eine Reportage bei Spiegel TV, dort habe ich die letzten Minuten gesehen..

Einige Tage später liefen das Video http://www.youtube.com/watch?v=6ESh567AsZU
auch durch die Sozialen Netzwerke.. ist schon echt ein übles Thema - seit dem Versuche ich unnötigen Plastikmüll auch zu vermeiden..

Aber zurück zum TE:
Als ich die Überschift gelesen habe dachte ich Spontan an Minen unter Wasser... Habe nicht gewusst das man Gold auch aus dem Meer Filten kann?
Oder habe ich jetzt etwas Falsch verstanden..

Also wenn man weiß wie das Gold auf die Erde gekommen ist, kann ich mir durchaus Vorstellen das noch einiges in den Tiefen der Meere wartet (ähnlich wie Öl und andere Rohstoffe!)
Gruß Lyke

Beitrag 17.07.2013, 20:35

Bregenpuschel
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Wohnort: Österland
Um mal zur Ausgangsfrage zu kommen: also mit Sicherheit weniger als Plastik...
Zukunft und Vergangenheit sind relativ,
denn jede Vergangenheit war einmal eine Zukunft und jede Zukunft wird einmal eine Vergangenheit sein... (Julian Max)

Beitrag 17.07.2013, 21:54

KlausDieter
1 Unze Mitglied
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Registriert: 10.07.2013, 13:42
Bregenpuschel hat geschrieben:Um mal zur Ausgangsfrage zu kommen: also mit Sicherheit weniger als Plastik...
Davon liegt auch wahrscheinlich mehr drin, als es überhaupt Gold auf der Erde gibt... :shock: Und wenn nicht, kriegt der Mensch das sicher auch noch hin. Und dann gute Nacht Marie...
Auro loquente omnis oratio inanis est.
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Beitrag 18.07.2013, 08:28

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KROESUS
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Registriert: 08.01.2011, 11:41
Meerwasserentsalzung kann auch billig sein

in Ashkelon/Israel steht die meines wissens wirtschaftlichste und einer der grössten Meerwasserentsalzungsanlagen der welt

dort wird mit Hilfe von Sulzer Pumpen und semipermeablen Membranen aus 3KWh strom ein Kubikmeter salzfreies wasser gewonnen

dieser geringe Energieverbrauch ist dadurch möglich dass der Pumpendruck mehrfach verwendet wird, also der Restdruck des gefilterten wassers wiederum das salzwasser drückt, usw.

durch eine langfristige Finanzierung und langfristigen Abnahmeverträgen für das Wasser kostet der Kubikmeter Wasser nur ungefähr 70 €cent.

meiner Meinung nach sollte man den Strom in küstennahen Wüstengebieten durch Sonne und Wind gewinnen, den Druck zwischenspeichern und auf diese Weise rund um die Uhr Wasser produzieren und auf diese Weise zusätzliche Nahrungsmittel produzieren und Siedlungen versorgen

dies ist allerdings nur dann nötig wenn nicht genügend für die jetzige Bevölkerung wächst

nur mal so im Hinterkopf falls Bedarf ist

die Erde kannj locker 20 Milliarden Menschen ernähren falls dies nötig werden sollte

Beitrag 14.05.2016, 14:49

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VfL Bochum 1848
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Wohnort: NRW
So fischen Forscher pures Gold aus Meerwasser

Uran, Gold, Lithium – Im Meerwasser sind Milliarden Tonnen wertvoller Rohstoffe gelöst. Bisher war es schwierig, sie dort wieder herauszubekommen. Jetzt wollen Forscher den Schatz heben:

http://www.welt.de/wissenschaft/article ... asser.html
VfL Bochum? -Find ich gut!

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