Warum sind zwei Halbe günstiger?

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 13.08.2013, 20:43

Schlafmuenze
½ Unze Mitglied
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Ich mach ungern einen einen neuen Thread auf. Aber hab wirklich nichts passendes gefunden.

Die Frage ist einfach: Warum sind zwei halbe Unzen Lunar II seit Wochen deutlich günstiger als eine Unze am Stück?

Normalerweise ist doch der Aufpreis bei den kleinen Münzen höher.

Gibt es dafür eine Erklärung?

Beitrag 13.08.2013, 20:58

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motin
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Vielleicht weil die 1 Unzer auf 30.000 Stück limitiert sind und die Halbunzer nicht... smilie_24
bisher gehandelt: JA - siehe meine Bewertungen http://www.gold.de/forum/motin-t5160.html#113777

Beitrag 13.08.2013, 20:59

mirco666
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Weil es gerade bei den Lunaren Sammler gibt und Sammler zahlen für bestimmte Stückelungen mit bestimmten Auflagen gewisse Aufschläge. 1/2 Oz Lunare II scheinen einfach nicht so gefragt zu sein wie die ganzen Lunare. Die Nachfrage bestimmt den Preis. Falls es dir nur auf das Gold und evtl. das Motiv ankommt kauf ruhig die halben, da ist kein Haken dran ;)

Beitrag 13.08.2013, 21:01

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Datenreisender
Gold-Guru
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Ich habe neulich mal bei Degussa angefragt, warum zwei 5 Gramm-Barren billiger sind als ein 10 Gramm-Barren.

Deren Antwort kam prompt:
Die geprägten 10g-Barren der Degussa sind im Moment etwas teurer, da bedingt durch eine sehr hohe Nachfrage in der letzten Zeit die Bestände bei uns schneller verkauft werden als nachproduziert werden kann.
Da wir andererseits noch einen vergleichsweise hohen Bestand an geprägten 5g-Barren haben, versucht unser Edelmetallhandel, den Preis über den Verkauf so zu steuern, dass kein echter Engpass entsteht.

Üblicherweise halten wir in etwa gleich hohe Bestände bei allen Barrentypen, so dass nur minimale Preisunterschiede entstehen und die Abweichungen durch die unterschiedlich hohen Formkosten zu erklären sind.

Beitrag 13.08.2013, 21:21

Aurifer
Auf die Begründung von motin bin ich auch verfallen.

Von den 1/2 oz sind jeweils weit weniger als 30.000 Stück gepresst worden, aber der aktuelle Jahrgang liegt bei den kleinen Lunaren stets im Rahmen anderen Goldmünzen (Wiener Phil, Krügerrand, Maple, Panda, Eagle - den höchsten Aufpreis hat in der Regel Libertad - Nachschubprobleme?). Dies gilt auch für 1/4 und 1/10 oz.

Die Unze ist bei den Bullion-Münzen nun einmal das Maß der Dinge. Die kleineren Lunare ändern im Laufe der Zeit den Wert auf verschiedene Weise. Die Maus gibt natürlich mit ihren Prägezahlen den Ton an: zwischen ca. 3300 und 5400 Stück bei den kleineren - da stimmt dann auch der Wertzuwachs, den die späteren, vor allem nach dem Ochsen, bei weitem nicht erreichen.

1/4 oz Maus (NICHT PP - ist billiger) bei 470, 1/2 oz gerade nicht beim Händler gelistet, aber Ankauf 720 Euro!
Da ist der Einunzer dann eben ein Allerweltsprodukt, dass diese Aufschläge im Verhältnis nicht holt, obwohl die Erstausgabe der Serie noch mehr bringt als Tiger oder Ochse (Maus ca. 1400).

Interessant ist dabei vor allem ein Blick auf die große Maus: 2 oz knapp 5.000 Euro (immerhin 3600 im Ankauf)!

Beitrag 13.08.2013, 21:32

mirco666
10 Unzen Mitglied
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Es ist einfach wie bei allen Sachen, gibt es eine Limitierung ( gewollt oder ungewollt ) und herrscht eine große Nachfrage steigen die Preise, das gilt natürlich auch umgekehrt. Das gilt für Konsumgüter wie Weine, Spirituosen wie auch für Edelmetalle oder sogar Musikinstrumente ( kann beliebig fortgeführt werden....) smilie_24

Beitrag 14.08.2013, 09:40

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Benicio
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Datenreisender hat geschrieben:Ich habe neulich mal bei Degussa angefragt, warum zwei 5 Gramm-Barren billiger sind als ein 10 Gramm-Barren.

Deren Antwort kam prompt:
Die geprägten 10g-Barren der Degussa sind im Moment etwas teurer, da bedingt durch eine sehr hohe Nachfrage in der letzten Zeit die Bestände bei uns schneller verkauft werden als nachproduziert werden kann.
Da wir andererseits noch einen vergleichsweise hohen Bestand an geprägten 5g-Barren haben, versucht unser Edelmetallhandel, den Preis über den Verkauf so zu steuern, dass kein echter Engpass entsteht.

Üblicherweise halten wir in etwa gleich hohe Bestände bei allen Barrentypen, so dass nur minimale Preisunterschiede entstehen und die Abweichungen durch die unterschiedlich hohen Formkosten zu erklären sind.
Und damit wäre dann auch endlich das Scheideanstalts- und Händler-Märchen angeblich höherer Herstellkosten für kleinere Stückelungen widerlegt. Da es jetzt ein Endkunde gesagt hat, kann ich auch mal aus dem Nähkästchen plaudern:

Nachdem ich vor einiger Zeit begonnen hatte, zu Händlerpreisen zu kaufen, fiel mir in der gelieferten CSV-Datei des Dropshipping-Lieferanten ebenfalls etwas Absurdes bei bestimmten Stückelungen auf: Kleineres kostete weniger als Größeres. Also rief ich an, ob das ein Fehler sei und fragte genau die Frage im Bezug auf Barren: Es hieß doch immer, Herstellkosten seien spätestens bei Berücksichtigung von Verwaltungsgemeinkosten bei zwei kleinen größer als bei einem großen Barren (bei selber Goldmenge).

Der Key Accounter (beim Großhändler) ist vor Lachen fast vom Stuhl gefallen. Seine Antwort: Die Stückelung könne zwar bei kleinerer Stückelung minimal höhere Herstellkosten pro Barren ab dem Verpackungsprozess generieren. Diese Kostendifferenz sei aber seiner Meinung nach Im Centbereich und zu vernachlässigen, da die Scheideanstalt nicht zu normalen Händlerpreisen ankaufe. Schließlich müsste ich auch die größere Menge Gold im größeren Barren berücksichtigen, die in absoluten EZB-Zetteln eine größere Menge günstig eingekauftes Schmelzgold als beim kleineren Barren weiterverarbeitetes Schmelzgold sei. Damit steige der Gewinn eher pro größerem als pro kleinerem Barren und das würde mehr Gewicht haben.

Wirklich höhere Kosten fielen erst im Vertrieb näher am Endkunden auf der letzten Händlermeile an. Hier öffne sich gewissermaßen der Barrenspread (zwei kleinere teurer als ein größerer mit selber Menge), da dem Endkunden, der einen einzelnen 5 g Barren kaufe dieselbe Rechnung geschrieben werden müsse wie dem Kunden, der den 10 g Barren kaufe. Beim Händler hebe sich das auch wieder auf, da eben viele Kunden zwar kleine Barren aber mehrere kleine auf einmal bestellen. In einem Nebensatz erwähnt er dann, dass eine deutsche Scheideanstalt ihnen die Ware sogar unabhängig von der Größe der Stückelung als Gesamtjahresmenge Gold verkaufe. Hier sei es also völlig unerheblich, ob er als erster Händler nach der Scheideanstallt 1000 1-Gramm-Barren, 10 100-Gramm-Barren oder einen Kilobarren abnehme, da die Gesamtmenge über eine pauschale Marge berechnet würde. Er prahlte damit, dass der eigene Einkauf eine Größe erreicht habe, die das erlaube.

Darauf fragte ich, warum mir der Spotpreis dauernd als Referenz für Untergrenze der Marge vorgebetet wurde. Unverblümte Antwort: Ich nehme zu wenig ab. Bei einer vertraglich vorab vereinbarten Mindestmenge von -jenseits meiner Liquidität - kann der Spot in Frage gestellt werden, da das Schmelzgold von den Scheideanstalten günstiger gekauft werde und er bei solchen Mengen den Spotpreis mit Gegengeschäften bis zum Verkaufsabschluss am Papiergoldmarkt absichern könne. Ein weiterer, dafür kleinerer Abschlag sei unter bestimmten Umständen je nach Marktentwicklung auch im Nachheinein als Jahresrabatt möglich, wenn ich die Menge erst im Lauf des Jahres durch die Anzahl der Gesamtbestellungen erreiche.

Die wahren Kosten, kleinere Barrengrößen abzuwickeln liegen also bei den Händlern mit Endkundenkontakt. Er gebe dieses "Argument" aber selbst Händlern als Verkaufsargument an die Hand. Da muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er nur wegen seiner aktuellen Kaufsumme X noch ein, zwei kleine Barren drauflegt oder sich das Restgeld einsteckt und wieder auf den nächsten großen Barren spart. Beispiel:

Eine Goldseite offeriert einen Goldrechner, in dem man seine Anlagesumme, die man in Gold stecken will, eingeben kann. Der Goldrechner nimmt jetzt im Hintergrund Zugriff auf die eigene verfügbare Produktpalette, sucht größere Stücke aus und und rechnet das "Restgeld" der eingegebenen runden Anlagesumme in kleinere Produkte um. Hier wird zwar suggeriert, das sei ein praktischer Service. Rechnet man aber mal die Aufgelder für die kleiner gestückelten Barren heraus, ist es eben nicht so. Es wäre wie oft hier im Forum geraten klüger, das Restgeld wieder auf einen größeren Barren zu sparen.

Meine Frage, ab welcher Abnahmemenge der "Barrenspread" für mich im Bereich 1 Gramm bis 50 Gramm wegfiele, wollte der Key Accounter nicht beantworten, ohne Rücksprache zu halten. Theoretisch ergibt sich hier ein nettes Geschäftsmodell a la letsbuyit.com-Business: Ich sammle eine riesige Käufermenge und reiche den Preis durch bei sinkendem EK auf egal welche Stückelung. Praktisch ist der Verwaltungs-Heckmeck dieser Käufermenge so hoch, dass es Quatsch ist. Also spare auch ich die Monatsrate auf die jeweils größeren Barren. Trotz Händlerabschlag und günstigerem Einkauf. :(

Beitrag 14.08.2013, 13:24

frankdieter50
500 g Barren Mitglied
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Registriert: 16.02.2011, 16:09
Wohnort: Thüringen das grüne Herz Deutschlands
Klingt für mich schlüssig.

2 Halbe nacheinander zu trinken ist immer Genußvoller als ein Ganzes hinunterzustürzen smilie_06
Wissen ist Macht und Nichtwissen macht nichts, da wirst Du nur über den Tisch gezogen

Beitrag 14.08.2013, 20:13

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Hook
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Registriert: 16.07.2013, 11:47
Wohnort: Süden
@ Benicio

Danke für die Info. Sehr gut zu wissen.
...and a bottle of rum

Beitrag 14.08.2013, 21:06

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EM-Hamster
500 g Barren Mitglied
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Registriert: 15.07.2011, 15:59
Du bekommst auf der Wiesn für zwei Halbe auch mehr als für a Maß,

rein inhaltlich gesehen. smilie_57
Aurum, quo vadis - et argentum?
die EM-Hamster smilie_24

Beitrag 15.08.2013, 07:56

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motin
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Aurifer hat geschrieben:
Interessant ist dabei vor allem ein Blick auf die große Maus: 2 oz knapp 5.000 Euro (immerhin 3600 im Ankauf)!
Die gibt es auch nur 628 Mal und eine davon habe ich 8)
bisher gehandelt: JA - siehe meine Bewertungen http://www.gold.de/forum/motin-t5160.html#113777

Beitrag 15.08.2013, 08:27

Aurifer
Glückwunsch zur 2 oz Maus! smilie_15

Ich bin mit den Peanuts-Steigerungen der Winzlinge (1/20 bis 1/2 oz) auch zufrieden.

Beitrag 15.08.2013, 19:52

rorschach
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motin hat geschrieben:Die gibt es auch nur 628 Mal und eine davon habe ich 8)
Hallo Motin,

voller Neid zolle ich dir für diese Münze meinen Respekt.

Auf der HP der Perth Mint wird die 2 Unzen Maus allerdings mit 677 geprägten Stück angegeben.
http://www.perthmint.com.au/investment- ... tages.aspx

Grüße

PS
falls du die Münze mal veräußern möchtest...

Beitrag 15.08.2013, 20:24

poldyoldy
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Bei uns als Barrenhersteller sind zwei 5er teurer als 1 zehner alleine weil man mehr für die Formkosten zahlt.

Goldpreis je größer die Gesamtabnahme desto günstiger für den Kunden.
+Formkosten je größer der Barren umso teurer. ( Minimal)
+Versand

= Endpreis ganz einfache und seriöse Rechnung
Nur derjenige der wagt kann auch Gewinnen

Beitrag 15.08.2013, 21:08

mirco666
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Barren sind auch keine Münzen, bei Münzen muß man das differenzierter betrachten, da auch Bullions in bestimmten Stückelungen und Jahrgängen manchmal Sammleraufschläge erzielen oder umgekehrt eher gemieden werden und dann am Spot und manchmal unter Spot zu bekommen sind.

Bei Barren leuchtet mir deine Hersteller Rechnung ein. Bei Münzen kommen Limitierungen, Münzbilder (auch die müssen erstellt werden und sind teilweise aufwendig wenn jedes Jahr gewechselt wird ) und vor allem die Akzeptanz und die Nachfrage zum tragen. Handelst du nur mit Barren? Ich kenne kaum eine Scheideanstalt die nur Barren veräußert.

Beitrag 15.08.2013, 21:16

poldyoldy
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Wir handeln ausschließlich mit Barren, Tafeln, bzw Cook Island Barren, Münzstangen. Das sind alles Produkte die laut der Rechnung berechnet werden.
Richtige Scheideanstalten wie Hereaus, Degussa, Heimerle,Carl Schäfer,Wieland, Hafner, Allgemeine handeln halt nicht viel mit Münzen. Wobei da auch 1 bzw.2 sind die nichteinmal mehr selber Scheiden.
Nur derjenige der wagt kann auch Gewinnen

Beitrag 15.08.2013, 21:34

mirco666
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Registriert: 30.03.2013, 19:35
Bei Degussa ( wenn wir die mal als Beispiel nehmen wollen ) bekomme ich sogar numismatische Münzen im Onlineshop, laut Startseite sogar antike Tetradrachmen. Bei Hereaus, Heimerle etc. kann ich als Privatmann nicht direkt einkaufen soweit ich weiß, deren Kerngeschäft ist wirklich die Barrenherstellung oder was auch immer der Geschäftspartner gegossen oder gepresst haben möchte. Mir ging es auch eher darum zu verdeutlichen, daß das Barrengeschäft in einigen Teilen nicht mit dem Münzgeschäft vergleichbar ist.

Wie im anderen Thread ersichtlich gehen zum Beispiel die Buffalo 1 Oz. Goldmünzen, trotz das sie Anlagegold sind mit sogar erheblichem Aufschlag weg. Bei Barren gibt es das nur bei bestimmten historischen Gußbarren oder halt den Aufschlag aufgrund des Kine Hologramms.

Du sagtest die Ankäufe deinerseits ( als Vertreter deiner Firma ) sind massiv zurückgegangen, weil die Menschen ihre Edelmetalle nicht mehr so häufig abgeben, wahrscheinlich aufgrund der gefallenen Kurse sondern eher halten. Meinst du nicht daß das physische Edelmetallanlagegeschäft einen viel zu kleinen Teil der gesamten Handelsmenge ausmacht um daraus Schlüße auf fallende oder sinkende Kurse zu ziehen? -dein Beispiel Kunde X hat 50kg Silber im Schließfach liegen das sind ja "nur" ca. 25.000€ - also eher Peanuts im Vergleich zum spekulativen Papierhandel an der Börse.

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