Goldpreisprognosen II

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 07.12.2014, 07:51

delaboetie
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Kurzfassung: die Blase fing bei 750USD an und dahin geht's zurück. Dann erst ist die Übertreibung weg.

Es ist ein kurzes Interview. Er hat nicht richtig Zeit auszuholen. So bleibt es imho ein zu wenig begründetes Kursziel. Aber hej: die letzten Jahre hatten die Gold-Bären ja recht...

Ergo: Du hast nicht so viel verpasst meiner Meinung nach.
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Shakespeare

Beitrag 07.12.2014, 10:35

Geldsammler
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Ahhhhja, interessant.
Und kurz vor dem Dämmerung ist die Nacht am dunkelsten.
Das ist meine Prognose. Und die gilt aus meiner Sicht auch für Gold.

Blöd nur, wenn der Euro auch gegenüber dem Dollar an Wert verliert und weiterhin verlieren wird (und davon gehe ich aus). Dann können wir nicht mal günstig im Schutz der dunklen Nacht nachkaufen.
Zuletzt geändert von Geldsammler am 07.12.2014, 12:31, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag 07.12.2014, 12:18

Rotkäppchen
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750 US $ wären um 2000 oder noch ein paar Jahre danach ein fairer Preis gewesen, aber heute nach QE xxx?
Ich bezweifle stark dass wir die 20.000 in Euro fürs Kilo noch mal sehen werden. Auch bezweifle ich dass Gold dann auf dem Boden wieder eine lange Seitwärtsphase sehen wird, die letzten Jahrzehnte haben uns doch gezeigt dass mit allem spekuliert wird. Ist Gold am Boden sehen die Großen doch wieder Möglichkeiten mit dem Treiben der Preise massig Geld zu verdienen. Ein Ende der Beschleunigung ist meiner Ansicht nach nicht in Sicht...

Beitrag 07.12.2014, 13:57

1107greg
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$750 ist für mich Unsinn pur... smilie_20

Der Preis für die Vollkosten einer Unze für Minenunternehmen liegt bei etwa $ 1.200, bei manchen weniger, aber bei manchen auch schon mehr.
Sollte der Kurs schon unter $ 1.000/Unze gehen wird früher oder später das Angebot "austrocknen" und dies dann wieder zu höheren Goldpreisen führen. Nicht zu vergessen sind die Kostensteigerungen von 5 bis 10% pro Jahr. Mittel- und längerfristig werden wir wieder Goldpreise von $ 1.300 bis $ 1.400 sehen.

Kurzfristig ist technisch jeder Preis möglich, aber ich glaube nicht mehr daran, daß die Kurse unter $ 1.100 fallen werden. smilie_02

Die $ - € Ratio ist ein ganz anderes abendfüllendes Thema :roll:
gregory

Beitrag 07.12.2014, 14:50

veritas
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1107greg hat geschrieben:Mittel- und längerfristig werden wir wieder Goldpreise von $ 1.300 bis $ 1.400 sehen.
Hey, es ist Sonntag, und da darf man sicherlich mal ganz entspannt fantasieren. Ok, das Gold und der Dollar, der Dollar und das Gold, und wenn der Draghi hustet ... (alles bekannt)

Jetzt stelle man sich vor, Gold würde auf 1400 Dollar steigen, der Euro weiter abstürzen ...Wahrscheinlich nicht in den Keller, aber noch ein paar Stufen ...

So, und jetzt haben wir $/€ Parität 1:1

Würden dann die Medien schreiben: Der Goldpreis (in Dollar) hat in den letzten Jahren 25% seines Wertes verloren, oder würden sie schreiben: Der Goldpreis (in Euro) hat ein All Time High erreicht, also noch nie gesehene Zahlen?

Illusion, Utopie, lose Gedanken zum Sonntag.
Einen eben jenen schönen, wünsche ich in die Runde!

Beitrag 07.12.2014, 15:24

1107greg
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Parität des $ und € …sorry, da muss ich mal wieder smilie_20

Das würde hier wirklich den Rahmen sprengen, denn $ und € Kurs haben NIX, aber auch GARNIX mit dem Goldpreis zu tun.

Da finden Währungskriege an ganz anderen Fronten statt, wo YEN, Rin-Tin-Tin (ich nenne die Chinesische Währung gern so) & Co. auch noch mitspielen.

GENERELL: Mich würde es sehr wundern, wenn der Ami eine 1:1 Parität zulassen würde, der hat da durchaus seine eigenen Interessen und da werden wir noch einiges an (finanzieller) Action erleben. :shock:
gregory

Beitrag 07.12.2014, 16:45

veritas
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Letztendlich geht es um den Kern der letzten Aussage. Ob es nicht so kommen könnte - würde - sollte - dürfte, wissen auch Sie nicht! Sie können bestenfalls vermuten und schlussfolgern. Mehr ist nicht drin, so ohne Glaskugel. Und, dass Dollar und Gold so rein gar nix miteinander zutun haben, halte ich für ein Gerücht.

Beitrag 07.12.2014, 18:29

Geldsammler
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Inwieweit hängen denn die Goldproduktionskosten von den Rohölpreisen ab?
Und wie weit ist der Goldpreis von den Produktionskosten abhängig?
Schließlich ist nur ein geringer Teil des gehandelten physischen Goldes neu, der Rest stammt aus Recycling und Beständen. Und schließlich sind da noch die die Papierderivate, die wohl den Großteil der goldpreisbestimmenden Faktoren ausmachen.
Ich denke, der Goldpreis kann prinzipiell schon massiv unter die Produktionskosten fallen.

Beitrag 07.12.2014, 19:18

Rotkäppchen
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Das halte ich allerdings auch für möglich, außerdem sind die hohen Förderkosten doch bei einigen Minen schlicht dadurch bedingt dass sie sowieso erst bei hohen Goldpreisen rentabel wurden. Auch die ganzen Behauptungen wie knapp Silber doch sei und das Geschwafel über die Reichweite ist doch eigentlich Unsinn, allein was in Deutschland bei Hortern noch an DM-Gedenkmünzen und Silberadlern sowie 5 RM-Münzen rumliegt sind doch mehrere Zehntausend Tonnen. Und das ist nur ein Land. Weder Gold- noch Silberpreis sind von Förderkosten abhängig, vielmehr von Spekulanten und dem Sicherheitsbedürfnis der Anleger.
Dennoch, bzw. auch deswegen werden wir die Preise von 2000 aber nicht mehr sehen auch wenns schön wäre mal wieder einen willi 2 für 70 Euro zu kaufen...

Beitrag 07.12.2014, 21:41

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MaciejP
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delaboetie hat geschrieben:Kurzfassung: die Blase fing bei 750USD an und dahin geht's zurück. Dann erst ist die Übertreibung weg.
Okay, danke für die Zusammenfassung! So in dem Preisbereich liegt ja das Hoch aus den Achtzigern, würde mich also nicht wundern, wenn das nochmal getestet würde vor dem nächsten Allzeithoch.
1107greg hat geschrieben:Das würde hier wirklich den Rahmen sprengen, denn $ und € Kurs haben NIX, aber auch GARNIX mit dem Goldpreis zu tun.
Würde ich so jetzt nicht sagen. Wenn der Dollar gegenüber dem Euro massiv aufwertet, deutet das ja auf eine große internationale Dollarstärke hin, also nicht nur gegenüber irgendwelchen Entwicklungsländerwährungen. Und eine Dollarstärke korreliert meist mit einer Rohstoffschwäche, was dann wiederum auch einen fallenden Goldpreis zur Folge hat. Genau das passiert ja auch gerade: Der Dollar wertet auf, die Rohstoffe ab. Nach 2000 war es bspw. genau andersrum.

Beitrag 07.12.2014, 22:58

Zamszyk
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Der USD wird die Machtposition halten,weißt jemand warum?

es ist einfach,sie manipulieren und kontrolieren mit Erfolg.

https://www.youtube.com/watch?v=pN_vUV_dTrk


smilie_24

Beitrag 08.12.2014, 05:34

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Ladon
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Geldsammler hat geschrieben:...
Inwieweit hängen denn die Goldproduktionskosten von den Rohölpreisen ab?
...
Gewisse Korrelationen bestehen schlicht darin, dass der Rohölpreis ein wichtiger Faktor für die "Energiekosten" allgemein ist. Industrielle Produktion (was im weitesten Sinn der Goldabbau wegen des hohen Technik-Einsatzes auch ist), bzw. deren Kosten, hat also eine Verbindung zum Rohölpreis.
So könnte also eine gewisse "Abhängigkeit" entstehen.
Geldsammler hat geschrieben:...
Und wie weit ist der Goldpreis von den Produktionskosten abhängig?
Schließlich ist nur ein geringer Teil des gehandelten physischen Goldes neu, der Rest stammt aus Recycling und Beständen.
...
Ganz schwierige Frage!
Ohne eine endgültige Beantwortung in Anspruch nehmen zu wollen, folgende Ergänzung zu dem, was der Geldsammler schon angesprochen hat.

Im 3. Quartal 2014 bestand das "Angebot" von Gold aus etwa 800 Tonnen "mine production" und 250 Tonnen "recycled gold".
Das sieht aus, als ob der Geldsammler Unrecht hätte, weil er davon spricht, dass nur ein geringer Teil des physisch gehandelten Goldes "neu" wäre - laut WGC sind es aber mehr als Dreiviertel!
Wie passt das zusammen?

Die Lösung des Rätsels besteht in seinem unscheinbaren Zusatz "... und Beständen"!
Man muss sich nämlich darüber bewusst sein, dass der "Bestandshandel" innerhalb des Marktes keinerlei "Nachfrage" an den "Angebotssektor" des Rohstoffes stellt!
Durch das "Verschieben von Beständen" von einem Marktteilnehmer zum anderen, entwickelt dieser Markt keine Nachfrage nach Nachschub!
Oder etwas vereinfacht so ausgedrückt:
Wenn ich hier im Marktplatz einen Sovereign "nachfrage", dann will ich ein (oder genau das angebotene) (Geld-)Stück haben ... aber kein "Gold als Rohstoff". Durch diese Nachfrage entsteht kein "Produktionsdruck". Der "Gebrauchtwarenmarkt" beeinflusst die Hersteller nicht.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 08.12.2014, 07:34

Geldsammler
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Hallo Ladon,

ja, das "Bunkern" des Rohstoffes Gold habe ich scheinbar lapidar hinten ran gehängt. Die Einwirkung auf dem Markt ist - wie von Dir beschrieben - sehr interessant. Mir war nur klar, dass es Unmengen sind, die hier auf den Markt geschoben werden können. Und vollkommen richtig beschrieben: Gold ist hier eben kein Rohstoff, da es zwar verarbeitet wird, aber (fast) nicht verbraucht. Was wir nicht wissen: Wie schätzt "der Markt" den Einfluss der Produktionskosten ein und wie reagiert er darauf. Und nur darum geht es eigentlich.
Nachdem der Rohölpreis gerade im Keller ist, dürfte der Energiekostenanteil an der Goldproduktion auch entsprechend gesunken sein. Das haben die Analysten sicher auch auf dem Schirm.

Man muss also gar nicht unbedingt den Goldpreis über Derivate manipulieren, er schwankt aufgrund der genannten Punkte ohnehin (im Auge des Betrachters).

Beitrag 08.12.2014, 09:54

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Vier Gründe, warum der Goldpreis nur steigen kann

Die Investmentbanken haben Gold abgeschrieben und wetten auf fallende Notierungen. Das macht das Edelmetall für Sparer wieder interessant. Die Milliardennation Indien könnte jetzt die Rallye starten.

http://www.welt.de/wall-street-journal/ ... -kann.html

Beitrag 08.12.2014, 16:10

Geldsammler
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Der Artikel in der Welt: müde Kaffeesatzleserei ohne jegliche plausible oder gar empirisch unterstützte Argumentation. Da hat mal wieder jemand alte Klischees zum Thema Gold gesammelt, die in letzter Zeit immer wieder entkräftet wurden. Ich glaube auch, dass wir nicht mehr weit weg vom Boden sind, aber frage mich: Muss ich das wissen oder interessiert mich da überhaupt? Da hat nur wieder ein Schreiber Zeilengeld geschunden. Bleibt für ihn zu hoffen (?), dass er es selbst in Güldenes umwandelt.

Beitrag 08.12.2014, 18:15

donnyflame
Solange kein Run auf Gold kommt (warum auch immer), wir sich hier nicht viel bewegen.

Wenn man sich den historischen Goldchart anschaut ,der netterweise von Gold.de bereitgestellt wird, erkennt man die Muster.

Da unsere Notenbänker alles mögliche machen um unser Finanzsystem zu destabilisieren, werden wir wohl um weitere Krisen nicht herumkommen. Ob die Antwort auf die Krise dann der Kauf von Goldbarren sein wird, da habe ich ein paar Zweifel.


Grüße
DF

Beitrag 08.12.2014, 20:33

lifesgood
Ich verstehe offen gestanden nicht, weshalb der Goldkurs hier ständig so schlecht geredet wird.

Der aktuelle Kurs in € (wir leben nun mal in der Eurozone) liegt nur 15 € unter dem Jahreshoch vom März und 100 € und damit 11,4% über dem Kurs vom 31.12.2013.

Der DAX, der von allen so hochgelobt wird, notiert aktuell rund 5% über dem Kurs vom 31.12.2013.

Aber ich muss ja nicht alles verstehen ... :roll:

Beitrag 08.12.2014, 23:35

Zamszyk
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donnyflame hat geschrieben:Solange kein Run auf Gold kommt (warum auch immer), wir sich hier nicht viel bewegen.

Wenn man sich den historischen Goldchart anschaut ,der netterweise von Gold.de bereitgestellt wird, erkennt man die Muster.

Da unsere Notenbänker alles mögliche machen um unser Finanzsystem zu destabilisieren, werden wir wohl um weitere Krisen nicht herumkommen. Ob die Antwort auf die Krise dann der Kauf von Goldbarren sein wird, da habe ich ein paar Zweifel.


Grüße
DF
smilie_02

Kein Run auf Gold,dann kann man einfach den Kurs nach unten bewegen und günstig einkaufen.

Viele Menschen erkennen irgendwelche Muster bei dem Goldchart,aber viele vergessen auch die steigende Schulden,die explodierende Papiergeldmenge und die Interessen von Menschen die viel Papiergeld und Macht besitzen.Wenn jemand über Blasen und eigene verzweiflung propagiert,der kann den Wert des Goldes nicht erkennen,der versteht nichts.

https://www.youtube.com/watch?v=TWdapFoAQfA

smilie_24

Beitrag 09.12.2014, 04:51

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Ladon
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Geldsammler hat geschrieben:...
ja, das "Bunkern" des Rohstoffes Gold habe ich scheinbar lapidar hinten ran gehängt. Die Einwirkung auf dem Markt ist - wie von Dir beschrieben - sehr interessant.
...
Hm, um das Horten an sich ging es eigentlich hier nicht. Das ist nur Effekt.
Ich weiß (leider ist das bei Dir oft so) nicht so recht, was Du aussagst mit diesem Posting.

Was ich beschrieben habe, ist (eventuell) etwas ganz anderes:

Es gibt bei der Betrachtung "des" Goldmarktes in punkto "supply and demand" zwei Ebenen.
Die eine Ebene ist der Rohstoffmarkt, der auch allen dazu gehörigen Bedingungen entspricht (inkl. Manipulation und Derivaten). Hier wird DER Goldpreis gemacht. Von hier stammen fast alle Zahlen. Dieser Markt wird rauf und runter analysiert.
Weil sich Gold aber nicht verbraucht, gibt es einen für Rohstoffe sehr untypischen "Gebrauchtwarenmarkt". Das ist alles, was "wir" untereinander handeln, auch der anderweitige Kauf jeglichen "alten" Goldes.
"Nachfrage" nach Gold im Sinne von "Nachfrage im Gold-Rohstoffmarkt" wird dadurch nicht (!) generiert. Keine Mine muss die Produktion erhöhen, wenn der Mithras einkaufen geht ;-)

Das ist ein eklatanter Unterschied z.B. zum Rohölmarkt! Hier entsteht praktisch jedes Mal wenn ich tanke eine Nachfragekette, die sich bis zum Bohrloch ungebrochen fortsetzt.
Bei Gold hingegen beeinflusst eigentlich nur der Erstkäufer diese "Rohstoff-Marktebene" Natürlich wird dessen Nachfrage - insofern er als Goldhändler/Distributor agiert - durch seine Kundschaft, evt. Vorbestellungen, also seine "Auftragslage" gebildet.

Oder so:
Wenn man einen Gebrauchtwagen kauft, nutzt das den Herstellern höchstens dann etwas, wenn der Händler eine gewisse Stückzahl PKW vorhalten will - egal ob neu oder gebraucht, es sollen immer 20 Stück im Showroom stehen.
Bei einem Gebrauchtwagenhändler jedoch definitiv nicht!
Und das, was unsereins an Goldhandel sieht (und fühlt), ist - aus diesem Blickwinkel betrachtet - ausschließlich der Gebrauchtwarensektor.


donnyflame hat geschrieben:...
Da unsere Notenbänker alles mögliche machen um unser Finanzsystem zu destabilisieren
...
Da muss ich widersprechen!

Das bestehende System ist m.M.n. auf lange Sicht hochgradig "toxisch". Das destabilisiert sich von ganz allein. "Unsere" Notenbanker destabilisieren das System nicht - sie scheinen "nur" keine endgültigen Lösungen für die Probleme dieses Finanzsystems zu haben.

Wenn Du schreibst, dass die [bösen] Notenbanker das [gute] Finanzsystem destabilisieren, verzerrt das die Tatsachen.

Die Notenbanker dienen dem System. Sie handeln in ihm, für es und mit seinen Vorgaben. Die machen nicht etwas potenziell Gutes kaputt, sondern verwalten eben das Existierende.
(Und das tun sie AUS IHRER SICHT VON INNEN (!!!) sogar erfolgreich. Mit den Mitteln von 1929 und wahrscheinlich sogar denen von 1960, wäre uns das alles längst um die Ohren geflogen.

... hier könnte man natürlich fragen ob das letztlich nicht besser gewesen wäre.
Aber wie immer: denen in der Krise ist es immer herzlich egal, ob durch das Krisengeschehen eine allgemeine Besserung eintritt (ein oft ignoriertes Problem übrigens).
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 09.12.2014, 05:40

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P.S.

Die oben skizzierte Sichtweise (die ich mir ja auch nicht aus den Fingern gesogen habe) im gesamten Goldmarkt zwei sehr untypisch getrennte Ebenen zu sehen, erklärt übrigens auch die Bedeutung des Schmuck-Sektors!
Im Gegensatz zu Bullionware und Münzen, die offensichtlich in großem Maß in der sekundären Ebene zirkulieren (ohne Nachfrage für den Rohstoff), wird Schmuck in der Regel tatsächlich insofern "verbraucht", als er meist langfristig gehortet wird.
D.h. Schmuckkauf (ebenso wie industrielle Nutzung) triggert tatsächlich Nachfrage nach dem Rohstoff, weil Schmuck sozusagen aus "neuem" Gold gearbeitet wird.
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

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