Goldpreisprognosen II

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 31.07.2015, 08:23

Geldsammler
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Diese Aussage ist soooo ja nicht ganz richtig. Denn neben dem offiziell festgestellten Marktwert gibt es auch noch Produktionskosten. Solange bei Gold eine Nachfrage besteht, dürften die Produktionskosten und der Gewinnaufschlag der Produzenten einfach mal das untere Ende der Fahnenstange sein.

Wenn man Gold mit Unternehmensbeteiligungen vergleicht, dann dürfte das dem Unternehmenswert in Form von Grundstücken, Gebäuden und sonstigen Sachgütern entsprechen. Auch hier gibt es hin und wieder "unfair niedrige" Bewertungen auf dem Aktienmarkt, was dann schlaue Investoren natürlich nutzen.

Betrachtet man Gold als Währung und im Vergleich mit Währungen, dann hat Gold keine Lobby, weil die anderen Währungen von Staaten zu ihren Zwecken lustig manipuliert werden. Dass dabei der Goldpreis in Mitleidenschaft gezogen wird, ist kein Zufall, sondern ggf. sogar Aufgabe der Zentralbanken.

Der einzige Wert einer Währung ist letztlich das Vertrauen in sie. Auch das ist (noch) einigermaßen manipulierbar. Ansonsten hat eine Währung keinerlei Werte, da hier nichts hinterlegt ist. Gibt es einen Währungsschnitt, dann ist die Währung plötzlich nichts mehr wert. Gold hat dann immer noch das gleiche Gewicht wie vorher. Man muss dann eben ggf. etwas warten können, um es wieder in Güter umzutauschen.

Beitrag 31.07.2015, 08:43

Geldsammler
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http://info.kopp-verlag.de/hintergruend ... 49A390B8B2

Ok, es ist vom Kopp-Verlag, aber interessante Infos, die hier zusammengestellt wurden.
Über die Schlussfolgerung, dass der Wert des Goldes durch goldgedeckte Währungen steigt, kann man geteilter Meinung sein. Denn nicht zuletzt fragt sich: Der Wert in welcher Währung gemessen?
Aber grundsätzlich denke ich, dass der Autor auf der richtigen Spur ist: Die Brics unter der Führung von China (und Russland) bauen systematisch eine goldgedeckte Währung auf. Und nutzen dafür auch noch billiges FIAT-Money.

Beitrag 31.07.2015, 10:04

glaubnix
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Vielleicht denke ich zu einfach, aber für mich sind mittelfristig auch die Förder.-Produktionskosten plus Vertriebskosten die Untergrenze beim Goldpreis.

Kurzfristig möglicher Weise mal darunter aber mittelfristig wird es sich einpendeln.

Zudem rechnen doch die Wenigsten mit einer Beruhigung der weltweiten Krisen ohne einen Crash wie auch immer der aussieht.
Beim dem Gedanken habe ich dann immer die Worte einiger Ökonomen im Ohr " wer nur 60 oder 70%
seines Vermögens über die Krise bringt zählt zu den Gewinnern weil die Meisten nichts gerettet haben".
" Ich kann nicht soviel fressen, wie ich kotzen möchte " (Zitat Max Liebermann )

Beitrag 31.07.2015, 10:37

Geldsammler
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Das mit den Förder- und Produktionskosten relativiert sich natürlich insoweit, dass nur ein Bruchteil des Goldes wirklich neu gefördert wird. Der Rest muss nur umgeschmolzen und transportiert werden.
Insofern ein Denkfehler, auch von mir. Eine theoretische Unterschreitung des Marktpreises unter die Förderkosten ist möglich, wird aber wahrscheinlich sofort wieder vom realen Markt (physisches Gold) ausgeglichen. Oder der festgestellte Marktpreis und der echte beim physischen Gold gehen dermaßen auseinander, dass es auffällt.

Beitrag 31.07.2015, 10:55

delaboetie
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Natürlich kann der POG unter die Produktionskosten fallen! Wieso auch nicht?

Und kann er da bleiben? Ja klar! Der POG kann alles!

(Ausserdem riechts heute nach Rutsch unter die 1080...)
Hell is empty-all the devils are here!
Shakespeare

Beitrag 31.07.2015, 11:42

Geldsammler
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Dass er es kann, weiß ich auch.
Danke für den schlauen Hinweis.

Warum er es meist eben nicht und vor allem dauerhaft nicht macht, hat gute Gründe:
- Nicht mehr rentable Minen schließen
- Daraufhin verringert sich das Angebot bei neuem Material
- Die Folge bei gleicher Nachfrage, aber auch bei Spekulanten: es wird gekauft
- Die Folge: das Angebot wird weiter verringert
- Die Folge: es wird noch mehr gekauft und der Preis steigt oder der Markt wird ausgetrocknet
- Eine weitere Nebenfolge: der Spread zwischen tatsächlich gehandeltem Gold und offiziellem POG geht auseinander
- Wenn das dauerhaft passiert und Auslieferungen statt Geld in Anspruch genommen werden soll, knirscht es im System

Beitrag 31.07.2015, 11:48

Klecks
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Geldsammler hat geschrieben: Eine theoretische Unterschreitung des Marktpreises unter die Förderkosten ist möglich, wird aber wahrscheinlich sofort wieder vom realen Markt (physisches Gold) ausgeglichen.
Ganz dumm gefragt: Warum? Wie du selbst schon festgestellt hast, wird nur ein geringer Teil des jährlich gehandelten Goldes neu gefördert. Ich meine mal was von 2% gelesen zu haben. Das bedeutet im Umkehrschluss: 98% wurden schon vor langer Zeit gefördert und werden lediglich immer wieder verwendet.
Fällt der Kurs über längere Zeit deutlich unter die (durchschnittlichen) Förderkosten, dann wird eben mehr recicled, unrentable Minen dicht gemacht und es kommt nur noch das neu hinzu, was aus den verbleibenden Minen geholt wird (die dann u.U. ihre Auslastung hochfahren).
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 31.07.2015, 12:06

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VfL Bochum 1848
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Meines Erachtens bestimmen ausschließlich Angebot und Nachfrage den Preis eines Gutes.

Sollte also die Nachfrage aus welchen Gründen auch immer nahezu ausbleiben, fällt der Preis des Gutes, auch unter die Herstellungskosten/Förderkosten. In dieser Folge müssten dann die Minenbetreiber Konkurs anmelden, hat aber nix damit zu tun, das die Nachfrage absolut mitentscheidend ist für den Preis einer Ware.

Wollen wir natürlich nicht hoffen aber sowas wie eine Preisuntergrenze existiert meines Erachtens bei keiner Ware [s]im Kapitalismus[/s] in der freien Marktwirtschaft.
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Beitrag 31.07.2015, 12:10

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Polkrich
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Wobei ich nicht denke, dass diese Grundsätze beim AU/AG Preis gelten. Angebot und Nachfrage bei beiden Metallen sind mE schon längst in den Hintergrund getreten. Wenn man alle auf AU/AG lautenden Papiere (Puts, Shorts etc. pp) einziehen und den Handel verbieten würde, dann ginge es wieder nach den o.g. Grundsätzen.
Immer kritisch bleiben....

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Beitrag 31.07.2015, 12:12

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VfL Bochum 1848
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Ich wollte auch nur klarstellen, dass es in der Marktwirtschaft sowas wie Preisuntergrenzen nicht gibt, auch im EM-Bereich nicht.
Von daher kann der Preis jederzeit (auch drastisch und für lange Zeit) unterhalb der Förderkosten sinken.

smilie_24
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Beitrag 31.07.2015, 12:48

Geldsammler
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@ Klecks: Das mit den 2% Zuwachs pro Jahr habe ich auch im Kopf (habe aber noch nicht nachgezählt). Allerdings kommt es bei einem Abrutschen der Preise unter die Förderkosten oder in deren Nähe darauf an, wie sich die Halter der 98% des vorhandenen Goldes verhalten (es wird ja nahezu nicht "verbraucht"). Da gehe ich mal davon aus, dass die eher halten, um keine Verluste einzufahren oder sogar zukaufen, um die Chance zu nützen. Das wiederum wird sich auf den Preis auswirken.

@ VfL Bochum: Richtig, in einer freien Marktwirtschaft gibt es so etwas wie feste Preisuntergrenzen natürlich nicht. Aber das ist eher Theorie. Allerdings sorgen die Marktmechanismen meist dafür, dass der Preis erst gar nicht unter die (niedrigsten) Förderkosten rutschen kann, da in diesem Fall das Angebot verringert wird, was natürlich auch die Marktplayer wissen. Außer, man will wirklich manipulieren, um finanzielle oder/und politische Interessen durchzusetzen (wahrscheinlich gibt es gar keine politische, sondern nur finanzielle Interessen).

Beitrag 31.07.2015, 14:09

Geldsammler
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Interessante Hintergrundinformation zur Kostenstruktur bei der Gold- und Silberförderung.
Leider setzt der Autor die Kosten mit Wert gleich.



Eine Möglichkeit für den aktuell niedrigen Goldpreis: die niedrigeren Ölpreise, die sich auf die Förderkosten auswirken. Hat zwar auch ein paar Haken, die Theorie. Aber immerhin gibt es relevante Fakten.

http://srsroccoreport.com/peak-gold-vs- ... see-chart/

Beitrag 01.08.2015, 08:35

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Goldistan
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Der Referenzgoldpreis (Stand heute Comex) ist nicht Teil eines normalen Marktes. Er setzt sich weder aus physischer noch aus derivativer Angebots-/Nachfrage-Situation zusammen, da das Gewährenlassen marktkonträrer Eingriffe (Verkauf mal eben ein Drittel des Tagesvolumens in einer Order) nicht reglementiert wird. Konkret meine ich damit die Dumps, die immer wieder gezielt im dünnen Handel platziert werden. Das Einzige, was hier noch antizipierbar ist im Sinn von "wohin entwickelt sich was", ist die Kausalkette "wenn der Dump Marke X unterschreitet, dann wird für viele Positionen ein Kontrakt ausgelöst".

Damit meine ich nicht nur Long-Käufe, die Shortkontrakte schließen, sondern auch Long-Käufe und Short-Käufe, die Positionen öffnen. Das bei Aktien als Stopfishing bekannte Phänomen wird an bestimmten Marken weitere Marktreatkionen auslösen - wobei das selbst dann nicht zwingend in die eine oder andere Richtung geht. Die Im-Nachhinein-Erklärungen, Goldpreisbewegungen hätten stattgefunden, weil Goldanleger oder ominöse Big Player wahlweise dies oder jenes annähmen oder auf Ereignis X reagiert hätten, ist für mich nichts anderes als wenn Dir ein Kunstexperte im Museum erklärt, warum der Künstler angeblich dies oder jenes mit seinem Bild darstellen wollte. (manchmal entstehen Teile eines Bildes nun mal durch Zufall und nicht durch den expressionistischen Wimpernschlag jahrelang gewachsener Ausdruckskraft)

Wenn selbst eine Organisation mit Milliardenetat nicht Details politischer Auswirkungen eines Ereignisses vorwegnehmen kann und jemand wie Marc Faber sich ebenfalls nicht herausnimmt, eine konkrete Vorgabe für eine Goldpreisrichtung vorzugeben, gilt für jemanden, der Gold kaufen will letztlich einfach:

Wieviel Prozent meines Vermögens in Gold? Wieviel davon schon ereicht? Wieviel noch umsetzen? Vom noch umzusetzenden kaufen, sobald Preisrückgang. Es ist deutlich simpler, Bananen zu kaufen, wenn ein Preisrückgang stattgefunden hat, als die politische Lage von Bananenexportländern zu untersuchen und sich mit den Logistikprozessen, Lagerung, Bananennachfrage und der internationalen Bananenstatistik zu beschäftigen.

Wenn die Annahme entsteht, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben, muss der Fehler auf den Prüfstand und man sollte draus lernen. Ernsthaft noch normale Medien zum Thema Goldpreis-Erklärung zu lesen, halte ich für Zeitverschwendung, sofern das nicht eher der Unterhaltung und dem Amüsieren im Sinn von Nicholas Taleb dient.

Beitrag 01.08.2015, 09:40

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VfL Bochum 1848
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Goldistan hat geschrieben:Der Referenzgoldpreis (Stand heute Comex) ist nicht Teil eines normalen Marktes.
....
In dem Zusammenhang wäre es ja mal interessant zu sehen, wo der Goldpreis läge, wenn dieser Teil der normalen marktwirtschaftlichen Gegebenheiten aus Angebot und Nachfrage wäre.

Wage hierüber keine Prognose abzugeben.
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Beitrag 04.08.2015, 11:00

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Trübe Aussichten für Gold

Glänzende Perspektiven für Minenaktien

Der Goldpreis profitiert bisher weder vom möglichen Grexit noch vom Crash in China. Das Erholungspotenzial bleibt beschränkt. Goldminenaktien bieten dagegen erhebliche Kurschancen:

http://www.teleboerse.de/rohstoffe/Glae ... 47136.html
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Beitrag 04.08.2015, 13:39

lifesgood
... ich hab´s mal probiert und gerade ein paar Barrick Gold-Aktien geordert.

Schau mer mal ... ;)

lifesgood

Beitrag 04.08.2015, 13:46

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Echt?
Wahrscheinlich keine schlechte Idee, viel Erfolg!

smilie_24
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Beitrag 04.08.2015, 15:43

lifesgood
... 2010/11 standen die über 40 € und ich hab heute für 6,20 € gekauft.

Gut, das Tief erwischt man nie. Aber sollte es noch deutlich runtergehen, würde ich wohl unter 5 € nochmal dieselbe Menge zum Verbilligen kaufen.

lifesgood

Beitrag 04.08.2015, 19:54

slts
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Gold-Schoko Index: Au bald auf 700$?

http://boerse.ard.de/anlageformen/rohst ... ar100.html

netter Ansatz smilie_16

Beitrag 04.08.2015, 21:28

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MaciejP
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slts hat geschrieben:Gold-Schoko Index: Au bald auf 700$?

http://boerse.ard.de/anlageformen/rohst ... ar100.html
Komischerweise kann ich einen Hinweis auf diesen Index sonst nirgends im Netz finden. So eine langfristige Übersicht wäre da schon mal recht interessant.
„Wenn der Durchschnittsmichel Gold kauft, kann er keine Fehler machen.“ – „Gold fliegt nicht weg.“

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