Lieferkette von Gold offenlegen - Blutgold

Edelmetall-Themen, neue Bullion- und Sammlermünzen, historische Hintergründe, Fachwissen

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Beitrag 07.03.2014, 17:37

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Ladon
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Ken.Guru hat geschrieben:...
meist ist es so, wenn mensch alles hat was mensch haben will, wendet er sich "höheren" dingen zu um wieder eine aufgabe für sein schuldbewustsein und/oder einen sinn für sein ach so "tristes" leben zu finden, ob es dabei um blutgold, die dritte welt, die armen ukrainer, nerze, die armen migranten oder was weis ich geht ist dabei vollkommen egal.

wer unbedingt die zustände im kongo oder sonstwo ändern will sollte sein gold verkaufen, dort runter ziehen und ein krankenhaus aufmachen. und ambesten seine wertvorstellungen gleich mit exportieren. ...

Bitte nicht gleich wieder so.
Eine Frage oder eine Ansicht kann auch mal diskutiert werden, ohne den Formulierer gleich zum weltfremden Gutmenschen zu machen und ihm den Rat zu geben doch auszuwandern.

Einfach mal durchatmen ...
Höflichkeit ist keine Schwäche - Empathie ist keine Dummheit - Moral ist nicht moralinsauer

Beitrag 07.03.2014, 18:22

slts
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Moin,
Ladon hat geschrieben: Ich habe gesagt, dass es grundsätzlich unmöglich ist in einem Leben keinen "Schaden" anzurichten - und dass man sich aus genau diesem Grund sehr genau ansehen muss, was man macht, um "Schadenbegrenzung" zu betreiben.
Danke für die Klarstellung! Da habe ich deinen Post nicht aufmerksam genug gelesen.
smilelover hat geschrieben:Ab in den Rhein mit euch und selber waschen
smilie_20 ... made my day! (hab gleich mal gegoogelt)

Bitte meine Haltung nicht missverstehen: Ich fand den Tenor des Artikels a la "Ihr bösen Goldkäufer seid für das Leid der Welt verantwortlich" sehr provokativ und ziemlich daneben. Das war wohl eher Bild-Niveau von der Kanzel herab.

In diesem Sinne zur aktuellen Diskussion: Lasst die Kirche im Dorf. Den kompletten Weltschmerz hier zu verwursten ist doch etwas heftig.
Es geht darum ob man von Firmen die Transparenz zur Herkunft des Goldes fordern soll. Es geht NICHT um Nerze, Gurken, Steaks oder sonstiges.

Ich verstehe die teilweise reflexartige Ablehnung nicht. Bei Diamanten hat man ähnliches bereits eingeführt. Und für Gold haben die USA solche Nachweise schon 2010 eingeführt. Und das mit Erfolg. Es scheint also relativ einfach machbar.

Und ja, 100%ig perfekt ist ein solches System sicher nicht. Aber wahrscheinlich besser als gar Keines.

smilie_24

Beitrag 07.03.2014, 19:06

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Ken.Guru
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1. übertreibung macht anschaulich in anbetracht der geschütze die aufgefahren werden zum kontra blutgold, ich finde eher das stellt die waffengleichheit wieder her
2. das mit den gutmenschen finde ich diskussionswürdig
3. ich habe niemanden zum auswandern aufgefordert der meine meinung nicht akzeptiert sondern lediglich angeraten die misstände selbst zu beheben anstatt über das elend zu schwadronieren.

es ist einfach so das an dingen welche sehr³ begehrt sind immer blut dran klebt und das wird sich realistisch gesehen auch nicht ändern und finde aus diesem grunde heraus eine diskussion über diesen fakt als unsinnig.
nur meine persönliche meinung welche allerdings nicht toleriert werden muss. jeder hat die freiheit zu tun und zu lassen was er/sie/es für richtig erachtet.

dass die menschlichen schuldgefühle bedient werden wollen ist eine diskussion für sich und eher ein psychologisches phänomen was sich nicht auf "blutgold" ansich beschränkt ist sondern wesentlich tiefer im mensch sitzt als es erkannt wird.
Diese Oneman Show hier hat soviel mit Meinungsfreiheit zu tun wie ein Zitronenfalter mit Zitronen falten. Meine Sperrung war wohl das Beste was mir passieren konnte. Danke an alle linken Weltverbesserer. Irgendwann merkt ihr wie bescheuert ihr seid.

Beitrag 07.03.2014, 22:37

smilelover
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Ich habe die links auf der letzten Seite, die ich eingestellt hatte, nun selber gelesen.

Sie (die Kinder) arbeiten meist ohne jeglichen Einsatz von Maschinen. Die Luft ist sehr stickig und heiß, das Einatmen der Dämpfe schädigt die Organe. Oft verursacht die Arbeit sogar geistige Schäden. Es kommt zu Verletzungen an den spitzen Werkzeugen. Da die Kinder meistens barfuss sind, reißen sie sich die Füße an den Steinen auf und riskieren Bisse von Schlangen oder Skorpionen. Es kann zu Todesfällen kommen, wenn Kinder bei Sprengungen unter einstürzenden Stollen begraben werden

Vielleicht liege ich falsch, aber ich sehe durchaus einen Unterschied zwischen z.B. dem Inka-Gold und dem Gold, das gerade gefördert wird.

Die Menschen des "früheren" Goldes sind alle tot, sie wären es unterdessen auch wenn sie kein Gold gefördert hätten.

Den Kindern und Erwachsenen, die heute Gold fördern, könnte noch zu besseren oder anderen Lebensbedingungen verholfen werden.

Bei vielen Produkten, z.B. Teppichen, kann ich wählen, ob ich lieber den teuren aus fairerer Produktion kaufe oder nicht.

Wieso sollte es bei Gold nicht auch so sein? Wer sich Gold leisten kann, bei dem würde es auf einen höheren Preis auch nicht mehr ankommen, (Ketzerei, ich weiß smilie_07 ), ist ja sowieso ein manipulierter Preis.
res ipsa loquitur

Beitrag 07.03.2014, 23:49

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Ken.Guru
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smilelover hat geschrieben: Wieso sollte es bei Gold nicht auch so sein? Wer sich Gold leisten kann, bei dem würde es auf einen höheren Preis auch nicht mehr ankommen, (Ketzerei, ich weiß smilie_07 ), ist ja sowieso ein manipulierter Preis.
der preis einer ware wird "immer" ausschlaggebend für den kauf sein, der fakt ist inhärent in der menschlichen psyche implementiert. ok, die ausnahme ........., wenn es anders wäre gäbe es kein gefeilsche wegen ein paar euronen hin und her.
schau dir die elektronische bucht an, gleicher artikel, und was entscheidet ? fairtrade ist da nicht das ausschlaggebende argument.
die haupttriebfeder der menschlichen existenz ist und war immer "gier" sowie einfach spas an der sache, allerdings in wesentlich geringerem maße.

ich will hier niemandem wirklich auf die füsse treten was seine einstellung zum leben angeht, meinereiner hält es aber für sehr wichtig mal abseits vom mainstream zu denken sowie in sein denken mit einzubeziehen das wertvorstellung meist nur auf den eigenen kulturkreis zutreffen.
Diese Oneman Show hier hat soviel mit Meinungsfreiheit zu tun wie ein Zitronenfalter mit Zitronen falten. Meine Sperrung war wohl das Beste was mir passieren konnte. Danke an alle linken Weltverbesserer. Irgendwann merkt ihr wie bescheuert ihr seid.

Beitrag 08.03.2014, 00:40

Geldsammler
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1. Wer sagt denn, dass es den Menschen nützt, wenn Gold zertifiziert wird?
2. Gibt es nicht dringlichere Themen, bei denen Unschuldige effektiver geschützt werden können?

Mir scheint, dass hier das Thema Gold aus sehr dogmatischen Gründen ausgewählt wurde, auch um sich als Journalist wichtig zu machen und mit einem der Leserschaft angepassten Thema zu punkten.
Ein Beispiel: Vor ein paar Jahren ging durch die Medien, dass indische Kinder unsere tollen Granitsteine und -blöcke für unsere Straßen und Fußgängerzonen bearbeiten und das Zeug deshalb so billig ist. Sogar die Stadt München musste zugeben, dass sie durch Ausschreibungen bedingt, solche Steine verwendet hat. Aber das Thema ist wieder eingeschlafen, eine Transparenz gibt es hier bis heute nicht.

Ich habe nichts gegen ein Zertifizierungssystem, wenn es nicht verlogen ist, sondern tatsächlich zu Transparenz führt. Bei Gold ist das aber so gut wie unmöglich. Es verdienen nur die falschen dran und ob es den Betroffenen nützt, nur weil es Gld teurer und bürokratischer macht, sei dahingestellt.

Beitrag 08.03.2014, 16:51

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joecoin
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Mal abgesehen davon, dass so eine globale Zertifizierungsaktion vollkommen unmöglich wäre umzusetzen:

wenn man manches Gold als gutes solches zertifiziert, bedeutet das zwangsläufig eine Klassifizierung allen nicht zertifizierten Goldes als schlechtes solches und das würde die Fungibilität von Gold einfach mal zerstören.

Es würde sich ein Preis für gutes und einer für schlechtes Gold bilden.

Denkt sich

Joe

Beitrag 08.03.2014, 16:57

Geldsammler
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Es würde die Fungibilität von teurem Gold zerstören. Und wie soll man es markieren? Werden doch schon die Hologramme und das Gold selbst gefälscht! Die Idee kommt von Ideologen, die keine Ahnung von Gold haben. Da ist es besser, die Kids vor Ort in Schulen gescheit auszubilden und den dafür die Minen oder Raffinerien zur Kasse zu bitten.

Beitrag 09.03.2014, 05:11

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joecoin
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Geldsammler hat geschrieben: Es würde die Fungibilität von teurem Gold zerstören.
Noe. Meiner Meinung nach gibt es keine Fungibilität von Gold im Allgemeinen mehr, wenn man anfängt, es in teures und billiges, gutes und schlechtes, moralisches oder amoralisches, zertifiziertes oder unzertifiziertes oder sonstwie aufzuteilen (und ich stimme Dir zu, dass dies sowieso nicht realistisch möglich wäre).

Gold ist fungibel oder nicht, und das ist es eben nicht, wenn es unterschiedlich fungible Golde (was ist die Mehrzahl von "Gold"? ;)) gibt. Fungibilität meint den Grundsatz, dass alle Einheiten von etwas, dass man als Geld anwenden will, immer gleich zu behandeln sind.

Der Unterschied ist gewaltig:

A: Eine Unze Gold ist eine Unze Gold und hat grade einen bestimmten Wert.

oder:

B: Eine Unze Gold ist eine Unze Gold von einer bestimmten Sorte Gold, was irgendwer für irgendwo und irgendwann festlegt, dokumentiert, tarifiert, zertifiziert, kontrolliert ..., und die hat deswegen den Wert, den diese Sorte Gold grade hier hat.

Hätte Gold nicht immer die Fungibilität (im Sinne von A) inne gehabt, wäre es nie zeit- und kultur-übergreifend zum Geld aller Gelder, zum Wert aller monetären Werte geworden.

Ein Angriff auf die Fungibilität eines Geldes ist immer entweder Dummheit oder ein Angriff auf das Geld (den Wert) selbst, vielleicht aus wirtschaftlichen oder ideologischen oder sonstigen Gründen. Nimmt man einem Geld diese Eigenschaft (im sinne von B), ist es auch kein Geld mehr. Wenn es möglich ist, diese Eigenschaft zu nehmen, war es allerdings auch nicht (mehr) wert, Geld zu sein :).

Das Gold wird allerdings seine Fungibilität noch eine ganze Weile beibehalten denke ich, was auch immer für feuchte Zertifizierungsträume irgendwelche Banker oder ihre Regulierer haben.

Denkt sich

Joe

Beitrag 09.03.2014, 09:50

Geldsammler
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Joecoin, Du hast recht: es gibt nur ein Gold. Schon sprachlich. Die Afteilung in gutes Gold und böses Gold funktioniert nicht, weil es an den Eigenschaften von Gold scheitert und hier an der Fungibiltät. Da ich das Metall immer wieder umschmelzen kann und es ein reines Element ist, lässt sich die Herkunft weder nachweisen noch mit dem "Produkt" eine Nachweisgarantie verbinden. Aller Tempel-, Hologramm- und Laserblödsinn its mit der nächsten Schmelze perdu.
So weit ich weiß, kann man bei Rohdiamanten durch feinste geologische Anhaftungen die Herkunft feststellen. Geht bei umgeschmolzenem Gold nicht mehr.

Es gibt kein böses Gold. Es gibt nur gute Goldproduzenten. Das ist die das einzige gutmenschliche Einfallstor. Aber das ist auch sehr einfallslos.

Beitrag 09.03.2014, 20:15

BOB
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Obwohl ich mich ja bereits - sicherlich etwas polemisch - gegen eine Aufteilung in "Blutgold" und "Gutgold" positioniert habe, bin ich mir beim Fungibilitätsargument nicht ganz so sicher.
Auch heute gibt es ja zertifikatsbedingte Aufschläge: Barren von LBMA-akkreditierten Herstellern sind meist ein wenig teurer als die der anderen: einen Barren von Schloss Güldengossa bekommt man meist etwas billiger als einen von Heraeus oder Umicore. Hier wird ein gewisses Markenvertrauen eingepreist.
Auch der Krügerrand war in Zeiten, als Südafrika wegen der Apartheid boykottiert wurde, weniger gesucht und daher billiger als ein Maple.
Zwar ist Gold gleich Gold, aber am Ende wird eben nicht allein die Zahl der Au-Atome bezahlt, sondern werden auch andere Aspekte im unterschiedlichen Aufgeld auf den reinen Schmelzwert berücksichtigt.
Insofern scheint mir ein "Fair-Trade"-Aufgeld nicht grundsätzlich marktfremd zu sein - wenn ich auch weiterhin wenig davon halte.

Beitrag 04.05.2014, 20:47

slts
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smilelover hat geschrieben:Ab in den Rhein mit euch und selber waschen
so, es hat zwar etwas gedauert, aber ich habe mir den Tipp von smilelover zu Herzen genommen. Zwar nicht im Rhein sondern in der Schweiz.

Nach 4h Gold-waschen hatte ich gerade einmal 0,1g Goldflitter zusammen.

.. ein echter Knochenjob, mir tut alles weh. Blasen an den Händen und eine Erkältung runden das Bild ab.

Aber ich werde es wieder versuchen, es macht schon etwas süchtig.
So in 2-3 Jahren hab ich dann einen Backenzahn zusammen.

smilie_23

Beitrag 04.05.2014, 21:03

TiloS
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ein 1-Euro-Jobber!
in diesem Forum?
;-)

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