Pensionsversicherung kündigen ?!

Diskussion zum Thema Investieren in Goldmünzen oder Goldbarren, Vorteile und Risiken, Medien-Hype oder sicherer Hafen

Moderatoren: Ladon, Forum-Team

Beitrag 27.03.2015, 13:41

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EM-Hamster
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Datenreisender hat geschrieben: Das ist Mist, wenn Du innerhalb der 120 Monate ablebst, läuft der Dauerauftrag weiter, den Du der Bank zu Lebzeiten erteilt hast, zumindest solange, bis die Erben über das Konto verfügen können und den Dauerauftrag stoppen (und das kann Monate/Jahre dauern).

Dann hast Du die Krankenkasse überzahlt und Deine Erben müssen dann die Krankenkasse auf Rückzahlung in Anspruch nehmen ...
Das habe ich schon mit einbezogen.
Der Dauerauftrag stoppt bei meinem Ableben
und mein anderer Hamster hat eine Kontovollmacht.
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Beitrag 27.03.2015, 15:52

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IrresDing
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J.R. hat geschrieben:Ich bin Versicherungsnehmer und zu hoch sollte der Verlust nicht sein, sonst kann man ja besser einen höheren Kredit aufnehmen bei den Zinsen. Mir ist halt gesagt worden, ich käme überhaupt nicht an das Geld heran. Was mir natürlich klar ist, dass ich die durch die Gehaltsumwandlung gesparten Steuern nachzahlen müsste.
Bist du nicht.

Du bist versicherte Person. Versicherungsnehmer ist der Arbeitgeber.

Und zu dem restlichen Ges[zensiert]el hinsichtlich Rentabilität sage ich mal lieber nichts. Ich ärgere mich, dass ich diesen Faden überhaupt durchgelesen habe, habe ich mir doch geschworen das hier nie zu tun. Rechnen könnt ihr selbst. Wenn sich denn einer mal wirklich bemühen würde...

Ich bin dann hier wieder raus.
"Gleich und gleich gesellt sich gern", sagt der Volksmund. Ich sehe wenig gleiches. LG und bye.

Beitrag 27.03.2015, 16:27

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EM-Hamster
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IrresDing hat geschrieben: Bist du nicht.
Da mußt du ein Glückskind sein.
Bei mir hatte sich der Arbeitgeber gewechselt.
Der Neue wollte nicht übernemen, der Alte es abgeben.
So hat man eben schnell die Verträge mir überschrieben.
Dann hatte ich die Wahl die verträge ruhen zu lassen oder selbst zu bedienen.

Glaube mir, die Verträge sind dutzendweise durch Finanz-,Steuer-, Versicherungs-, Bank-
und sonstigen Fachmanshände gegangen, ohne Erfolg.

Aber wenn du meinst smilie_08
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Beitrag 27.03.2015, 16:30

J.R.
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Ich verstehe Deinen Ärger nicht, warum antwortest Du denn überhaupt, wenn Du genervt bist?

Ich kann mich nicht erinnern, dass hier jemand etwas von Rentabilität geschrieben hat.

Beitrag 27.03.2015, 16:31

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IrresDing
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EM-Hamster hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben: Bist du nicht.
[...]

Glaube mir, die Verträge sind dutzendweise durch Finanz-,Steuer-, Versicherungs-, Bank-
und sonstigen Fachmanshände gegangen, ohne Erfolg.

Aber wenn du meinst smilie_08

Welchen Erfolg versprach ich denn?
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Beitrag 27.03.2015, 17:04

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EM-Hamster
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IrresDing hat geschrieben: Welchen Erfolg versprach ich denn?
Ich behalte mir vor nicht Alles auszudiskutieren.
Ich sprach von meiner Erfahrung und du hattest das Wort, bedeutungslos.
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Beitrag 27.03.2015, 21:41

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IrresDing
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EM-Hamster hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben: Welchen Erfolg versprach ich denn?
Ich behalte mir vor nicht Alles auszudiskutieren.
Ich sprach von meiner Erfahrung und du hattest das Wort, bedeutungslos.
Und ich sprach von den rechtlichen Rollen die der Arbeitnehmer bei der Versicherung hat. Versicherungsnehmer (VN) ist nunmal der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer ist nur versicherte Person (VP). Das korrigierte ich. Mehr nicht, weniger auch nicht.
J.R. hat geschrieben:Ich verstehe Deinen Ärger nicht, warum antwortest Du denn überhaupt, wenn Du genervt bist?

Ich kann mich nicht erinnern, dass hier jemand etwas von Rentabilität geschrieben hat.
Ich habe einen groben Schnitzer im Rollenverständnis korrigieren wollen. Daher antworte ich. Wenn man versteht, dass man eben nicht Versicherungsnehmer sondern versicherte Person ist, wird es klarer, dass man selbst nicht kündigen kann.

Und wegen der Rentabilität... Naja, doch. Aber wie gesagt, darauf lasse ich mich nun hier nicht ein.
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Beitrag 28.03.2015, 03:41

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IrresDing hat geschrieben:Und wegen der Rentabilität... Naja, doch. Aber wie gesagt, darauf lasse ich mich nun hier nicht ein.
Dafür habe ich Verständnis, da Dein Einkommen ein Bestandteil der aufgeblähten Kostenstrukturen der Versicherungskonzerne ist. :wink:
Noch teurer als ein Versicherungskonzern kann man das Geld der Kunden eigentlich nicht mehr verwalten ...

Beitrag 28.03.2015, 19:10

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IrresDing
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Datenreisender hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben:Und wegen der Rentabilität... Naja, doch. Aber wie gesagt, darauf lasse ich mich nun hier nicht ein.
Dafür habe ich Verständnis, da Dein Einkommen ein Bestandteil der aufgeblähten Kostenstrukturen der Versicherungskonzerne ist. :wink:
Noch teurer als ein Versicherungskonzern kann man das Geld der Kunden eigentlich nicht mehr verwalten ...
Was einfach mal eine Behauptung ist, welche nicht stimmt. Wir haben uns doch schon öfter gelesen, mein Gebiet ist die Sachversicherung. Und da in Foren eh immer gerne das VAG relativ unsinnig zitiert wird, will ich hier mal auf §8 VAG verweisen. Spartentrennung. Ich habe unter Garantie noch nie einen Euro meines Gehalts aus den Gewinnen einer Lebens- oder Pensionsversicherung erhalten.
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Beitrag 28.03.2015, 20:00

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IrresDing hat geschrieben:
Datenreisender hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben:Und wegen der Rentabilität... Naja, doch. Aber wie gesagt, darauf lasse ich mich nun hier nicht ein.
Dafür habe ich Verständnis, da Dein Einkommen ein Bestandteil der aufgeblähten Kostenstrukturen der Versicherungskonzerne ist. :wink:
Noch teurer als ein Versicherungskonzern kann man das Geld der Kunden eigentlich nicht mehr verwalten ...
Was einfach mal eine Behauptung ist, welche nicht stimmt. Wir haben uns doch schon öfter gelesen, mein Gebiet ist die Sachversicherung. Und da in Foren eh immer gerne das VAG relativ unsinnig zitiert wird, will ich hier mal auf §8 VAG verweisen. Spartentrennung. Ich habe unter Garantie noch nie einen Euro meines Gehalts aus den Gewinnen einer Lebens- oder Pensionsversicherung erhalten.
Das war ein Kommentar zu meinem ersten Satz.
Und was sagst Du zu meinem zweiten Satz? :wink:

Beitrag 31.03.2015, 19:51

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IrresDing
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Siehst, das meine ich. Keine Ahnung von der Sache, aber hier Stimmung machen!

Wäre hier etwas Kompetenz gegeben, wüsstest du, dass du und ich darauf niemals eine pauschale Antwort geben kann. Zum einen müssen Pensionskassen diese Kosten nicht ausweisen. Es gibt EINIGE Pensionskassen die haben Kosten für die Verwaltung von unter 2%! Das ist besser als jeder Fonds.

Um nun konkret zu werden:

Die Gesellschaft bei der ich meine Gelder überweise (ich kann diese um meine Anonymität zu wahren nicht nennen) hat eine Kostenquote der Abschluss- und Verwaltungskosten von sage und schreibe 1,6% der gebuchten Bruttobeiträge.

800.000 Euro Kosten auf einen Bestand von 2.470.000.000 EUR verwaltetem Kapital. Auf das Kapital hoch gerechnet bedeutet das 0,03% Kosten für den Versicherungsbetrieb auf den Bestand. Das Komma ist richtig gesetzt, es handelt sich nicht um einen Komma-Fehler. Das ist geradezu phänomenal billig. Und jetzt kommst du...
Noch teurer als ein Versicherungskonzern kann man das Geld der Kunden eigentlich nicht mehr verwalten ...
smilie_12
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Beitrag 01.04.2015, 22:53

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Datenreisender
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IrresDing hat geschrieben:Keine Ahnung von der Sache, aber hier Stimmung machen!
Vielen Dank für die Blumen.
IrresDing hat geschrieben:Wäre hier etwas Kompetenz gegeben, wüsstest du, dass du und ich darauf niemals eine pauschale Antwort geben kann. Zum einen müssen Pensionskassen diese Kosten nicht ausweisen.
Toller [s]Verbraucherschutz[/s] Lobbyismus.
Erst vertragsrelevante (!) Details geheimhalten und dann wundern, wenn beim Laien/Kunden die Kompetenz fehlt, das Ding auseinander zu nehmen?
IrresDing hat geschrieben:800.000 Euro Kosten auf einen Bestand von 2.470.000.000 EUR verwaltetem Kapital. Auf das Kapital hoch gerechnet bedeutet das 0,03% Kosten für den Versicherungsbetrieb auf den Bestand. Das Komma ist richtig gesetzt, es handelt sich nicht um einen Komma-Fehler. Das ist geradezu phänomenal billig. Und jetzt kommst du...
Und das nennst Du "phänomenal billig"?
Hochgerechnet auf das Vermögen des Bill Gates hiesse das, der Mann müsste 16 Millionen jährlich an Kontoführungsgebühren bezahlen.

Aber das bestätigt nur wieder die gängigen Vorurteile:
Die Zielgruppe für Versicherungsprodukte sind vorrangig arme Menschen und die werden dann so richtig schön ausgeplündert.
Neben dem Zinseszinssystem noch eine weitere Komponente der Umverteilung von fleißig nach reich ...

Beitrag 02.04.2015, 12:26

Klecks
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(Teil-)Zitate aus dem Zusammenhang reißes mag ja ein beliebtes rethorisches Stilmittel sein, dient in Wahrheit aber immer nur zur Einleitung von Scheinargumenten und zerstört dadurch jede gute Diskussion. Was m.M.n. auch Sinn der Sache ist: Wr sich solcher fadenscheiniger Mittel bedient will nicht debattieren sondern nur seinen "Gegner" mundtot machen. Wer eine Diskussion gewinnt statt zu überzeugen hat die Sache verloren.
Datenreisender hat geschrieben:
IrresDing hat geschrieben:800.000 Euro Kosten auf einen Bestand von 2.470.000.000 EUR verwaltetem Kapital. Auf das Kapital hoch gerechnet bedeutet das 0,03% Kosten für den Versicherungsbetrieb auf den Bestand. Das Komma ist richtig gesetzt, es handelt sich nicht um einen Komma-Fehler. Das ist geradezu phänomenal billig. Und jetzt kommst du...
Und das nennst Du "phänomenal billig"?
Hochgerechnet auf das Vermögen des Bill Gates hiesse das, der Mann müsste 16 Millionen jährlich an Kontoführungsgebühren bezahlen.
Ich schätze mal, Gates wäre froh wenn er so billig weg käme. Gewerbliche Vermögensverwalter sind i.d.R. teurer und Geschäftskonten kosten rund das 10-100fache.
Datenreisender hat geschrieben: Aber das bestätigt nur wieder die gängigen Vorurteile:
Die Zielgruppe für Versicherungsprodukte sind vorrangig arme Menschen und die werden dann so richtig schön ausgeplündert.
Neben dem Zinseszinssystem noch eine weitere Komponente der Umverteilung von fleißig nach reich ...
0,03% - na, da fühlen sich die armen Menschen aber so richtig ausgebeutet! smilie_10
Nicht dass ich ein großer Fan von kapitalbildenden Versicherungen wäre aber diese "Argumentationskette ist schlicht [img]http://www.igrandtheftauto.com/forums/s ... llshit.gif[/img] smilie_13

Was ich vor allem bemerkenswert finde: Ausgerechnet du, lieber Datenreisender, nennst das Verhalten der Versicherungen Ausplünderung? Ich dachte, du wärst ein großer Anhänger von Roland Baader und seinen Thesen? Dabei hat doch Baader ausgerechnet die ach so bösen Versicherungen als ideale Organisationsform angesehen, um bisher dem Staat zugesprochene hoheitliche Aufgaben wesentlich effektiver und vor allem billiger(!) zu übernehmen... :roll:
Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selber zu machen.

Beitrag 05.04.2015, 08:06

smilelover
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Beispiel (richtig dargestellt?) für den Griff ins ...

http://www.sueddeutsche.de/geld/betrieb ... -1.1921177

Ein städtischer Angestellter zahlt Monat für Monat 200 Euro für die betriebliche Altersvorsorge. Dann geht er in den Ruhestand und merkt: Letztlich hat er draufgezahlt. Experten sprechen von einer Falle für Sparer.
....
Hinzu kommt: Von den 200 Euro wurden keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Das verringert seine Rente um netto 13,10 Euro monatlich. Bezieht er sein Altersgeld gut 20 Jahre lang, kassiert er noch mal 3275 Euro weniger. Alles zusammengezählt, kommt ein Minus von knapp 200 Euro heraus. "Im Endeffekt habe ich etwa 194 Euro weniger herausbekommen, als wenn ich mein Geld ohne Zinsen in einem Sparstrumpf versteckt hätte", sagt Barge.
res ipsa loquitur

Beitrag 05.04.2015, 09:00

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Datenreisender
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smilelover hat geschrieben:Beispiel (richtig dargestellt?) für den Griff ins ...

http://www.sueddeutsche.de/geld/betrieb ... -1.1921177
Und gleichzeitig kann man aus der Darstellung dieses Beispiels auch noch sehr schön herauslesen, wie sich alle Beteiligten gemeinsam wie die Bekloppten auch noch jahrelang mit diesem Vertrag tot-verwalten:

- Der Arbeitnehmer mit seiner jährlichen Einkommensteuererklärung sowie der laufenden notwendigen Kommunikation mit der Sparkasse, der Versicherungsgesellschaft, dem Arbeitgeber, dem Finanzamt, der Krankenkasse ...,

- der natürlich begeisterte Arbeitgeber, der den Vertrag verwalten, die Beiträge abführen und die monatliche Gehaltsabrechnung erstellen muss,

- die Krankenkasse, die vom Rentner hinterher 120 Monate lang monatlich Kleinstbeiträge einfordern und verwalten muss,

- das Finanzamt,

- die Versicherungsgesellschaft ...

Alle sitzen sie an Tischen und produzieren gemeinsam Unmengen an Papier ... smilie_40

Beitrag 06.04.2015, 09:32

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IrresDing
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smilelover hat geschrieben:Beispiel (richtig dargestellt?) für den Griff ins ...

http://www.sueddeutsche.de/geld/betrieb ... -1.1921177

Ein städtischer Angestellter zahlt Monat für Monat 200 Euro für die betriebliche Altersvorsorge. Dann geht er in den Ruhestand und merkt: Letztlich hat er draufgezahlt. Experten sprechen von einer Falle für Sparer.
....
Hinzu kommt: Von den 200 Euro wurden keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt. Das verringert seine Rente um netto 13,10 Euro monatlich. Bezieht er sein Altersgeld gut 20 Jahre lang, kassiert er noch mal 3275 Euro weniger. Alles zusammengezählt, kommt ein Minus von knapp 200 Euro heraus. "Im Endeffekt habe ich etwa 194 Euro weniger herausbekommen, als wenn ich mein Geld ohne Zinsen in einem Sparstrumpf versteckt hätte", sagt Barge.
Siehst du, genau das meine ich. Man vergleicht bewusst Äpfel mit Birnen.

Wer den Artikel aufmerksam liest, erkennt gleich den grundlegenden und durchaus bewusst gemachten Fehler.

Hier nimmt sich der "akribische Herr" heraus die eigentlich zu verrentenden Beiträge auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Die EInmalzahlung ist eine Art bekannter Trick, jedoch nicht Sinn der eigentlichen Sache. Um diesen Trick durchzuführen, musste der Herr auch aktiv werden und bewusst handeln. Es schlittert also niemand automatisch in eine solche Situation der Einmalzahlung. Die vorgesehene Auszahlungsform bei Vertragsschluss muss immer die Rente sein. Das Kapitalwahlrecht ist nur eine Möglichkeit, welche bei Vertragsschluss aber immer nur eine Möglichkeit sein darf. Ansonsten sind die Voraussetzungen nach §3 Nr. 63 EStG nicht erfüllt. Natürlich hat er dann durch diese hohe Einmalzahlung eine hohe Steuer und Abgaben abzuführen. Das schmälert das Ergebnis deutlich. Ist und bleibt jedoch ein Trick.

Die Rente jedoch rechnet er auf die Jahre hoch, nimmt dafür aber den monatlichen geringeren Steuer- und Abgabeeffekt der verteilten verrenten Beträge in Anspruch.

Man kritisiert also die betriebliche Altersvorsorge, weil man sie auf einen Schlag auszahlen lassen kann, die Altersrente aber nicht? Welch Blödsinn... Sonst ist doch IMMER der Kritikpunkt an anderen geförderten privaten Vorsorgen der, dass es verrentet werden muss und man ja nie wisse, wie lange man lebe. Verkehrte Welt.

Frage an den Autor des Artikels: Was hätte der Steuerberater berechnet, hätte der feine Herr es auf seine Lebzeit hoch gerechnet, wie die Rente? Vermutlich wäre dann das Ergebnis deutlich anders gewesen - und unspektakulär. Darauf wies ja auch der zitierte Verband hin, wirklich ernst genommen scheint der Autor diesen Einwand jedoch nicht.

Weiter ist hier ein weiterer eklatanter Fehler:

In den allermeisten betrieblichen Altersvorsorgen zahlt der Arbeitgeber aktiv mit. Bei meinem Arbeitgeber sieht es so aus: Ich zahle einen Teil, der Arbeitgeber legt dafür zwei Teile dazu. In Zahlen: Lege ich 100 Euro an, legt der Arbeitgeber 200 Euro drauf. Bedeutet ich spare hierdurch monatlich 300 Euro. Ein solches Szenario wird nicht gerechnet, natürlich nicht. Sicher, mein Arbeitgeber ist da sehr großzügig.

In dem hier vorliegenden Beitrag ist auch ein solcher vom Arbeitgeber geförderter Vertrag vorliegend. Gibt der Fadenersteller 100 Euro, legt der Arbeitgeber 26 dazu. Das sind 26%, welche sonst verpuffen. Der Arbeitgeber gibt dieses Geld nicht einfach so, sondern aus steuerlichen Gesichtspunkten. Bedeutet: in einer Gehaltsverhandlung bekommt man, ob man die betriebliche Altersvorsorge in Anspruch nimmt oder nicht, keinen Bonus.
Und gleichzeitig kann man aus der Darstellung dieses Beispiels auch noch sehr schön herauslesen, wie sich alle Beteiligten gemeinsam wie die Bekloppten auch noch jahrelang mit diesem Vertrag tot-verwalten:

- Der Arbeitnehmer mit seiner jährlichen Einkommensteuererklärung sowie der laufenden notwendigen Kommunikation mit der Sparkasse, der Versicherungsgesellschaft, dem Arbeitgeber, dem Finanzamt, der Krankenkasse ...,

- der natürlich begeisterte Arbeitgeber, der den Vertrag verwalten, die Beiträge abführen und die monatliche Gehaltsabrechnung erstellen muss,

- die Krankenkasse, die vom Rentner hinterher 120 Monate lang monatlich Kleinstbeiträge einfordern und verwalten muss,

- das Finanzamt,

- die Versicherungsgesellschaft ...

Alle sitzen sie an Tischen und produzieren gemeinsam Unmengen an Papier ... smilie_40
Naja, auch das stimmt nicht.

Der Arbeitgeber ist begeistert, weil er Gelder spart. Dieser hat dadurch auch eine niedrigere Abgabelast an den Staat. Er muss gerade weniger abführen. Und für die heutige Lohnabrechnung, ich weiß nicht ob du dich mit Lohnbuchhaltung auskennst, ist ein solcher Vorgang eine Standardprozedur. Einmal eingegeben, macht es das System automatisch.

Das Finanzamt hat nichts mit dem Vertrag zu tun. In der Rentenphase ist es einfach ein Einkommen, wie aus jeder privaten Vorsorge oder Einkommen auch.

Die Krankenkasse freut sich. Die rechnet sich auch nicht zu Tode, das dürfte doch eine Standardprozedur darstellen.

Die Versicherungsgesellschaft: Sie ist eben ein wirtschaftendes Unternehmen. Wenn es sich nicht rechnen würde, würde es sie nicht geben.

Mit deinen Argumenten müsste jeder Rentner zum Nichtstun verbannt werden, nur dass man niemandem ein Blatt Papier abverlangt. Klingt nach vorgeschobener Argumentation und Weltfremd. Nebenbei muss man als Rentner eh die Steuererklärung machen, schon allein aus Selbstnutzen. Und einen Steuerberater braucht man wegen einer bAV Rente sicher nicht. Vor der Auszahlungsphase, also während der Sparphase, muss man diese Rente auch nirgends in die Steuererklärung eintragen. Ehrlich gesagt glaube ich, dass Zinseinkünfte über den Freibetrag weit komplizierter Anzugeben sind, muss man doch von jeder Bank mit einem Freistellungsauftrag die entsprechenden Zinsbescheinigungen einholen, sie in die Steuererklärung jedes Jahr erneut eingeben, die Zinsen der Banken ohne FSA eingeben, etc...
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Beitrag 06.04.2015, 09:58

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Achso, noch ein Fehler ist mir als Ergänzung zu meinem oben geschriebenen aufgefallen:

Der Herr rechnet mit Renteneintritt mit 20 Jahren Rest-Lebenszeit.

Die Frage ist, mit welchem Alter dieser in Rente geht. Leider nirgends angegeben. Das derzeitige durchschnittliche Renteneintrittsalter beträgt 61 Jahre. Hier wäre dann wirklich eine zu erwartende Restlebenszeit von 20 Jahren zu rechnen.

Die heutigen Generationen sollten aber eher an die Rente mit 67 denken, als anzunehmen sie könnten mal so komfortabel wie der städtische Angestellte weg zu kommen.

Ein heute 45 jähriger Arbeitnehmer (männlich) hat aber eine Restlebenserwartung von 34 Jahren (gem. amtlicher Sterbetafel). Also 78 Jahre im Durchschnitt. Schafft er es nicht bis zum Renteneintritt, bekommen die Hinterbliebenen eine Leistung. Bei der gesetzlichen Rente jedoch NICHT, das Geld wäre WEG. Sollte er wirklich bis zum 65. durchhalten, hat er nur noch eine Lebenserwartung von 17,5 Jahren, also bis zum 82,5 Lebensjahr. Das sind auch keine 20 Jahre mehr. Zu diesem Dilemma kommt noch das Absinken des gesetzlichen Rentenniveaus.

Alles nicht erwähnt, jedoch alles Fakten die man heute schon kennt. Eben einfaches herumgeeiere, hauptsache man rechnet es schlecht und kann Stimmung machen. Oder hätten die Angehörigen des städtischen Angestellten etwa eine Leistung aus der gesetzlichen Rente bekommen, wäre er bis zum 61ten gestorben? Das passiert leider 11,4% der Deutschen, welche das 61 Lebensjahr in dem dieser Herr wohl in Rente geht, nicht erreichen. Das ist über jeder Zehnte. Darf ja nun jeder mal im Büro durchzählen.
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Beitrag 06.04.2015, 10:51

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IrresDing hat geschrieben:Der Arbeitgeber ist begeistert, weil er Gelder spart. Dieser hat dadurch auch eine niedrigere Abgabelast an den Staat. Er muss gerade weniger abführen. Und für die heutige Lohnabrechnung, ich weiß nicht ob du dich mit Lohnbuchhaltung auskennst, ist ein solcher Vorgang eine Standardprozedur. Einmal eingegeben, macht es das System automatisch.
Ich kann Dir das gerne mal aus Arbeitgebersicht beschreiben und ich kann Dir versprechen, es nervt. Aber die Arbeitgeber sind ja leider gesetzlich verpflichtet, diese Verträge abzuwickeln.

Dienstleistungsunternehmen, knapp 20 Angestellte, davon 4 mit Entgeltumwandlungsverträgen von 4 verschiedenen Versicherungsunternehmen, davon 2 mit jährlicher Zahlweise (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) und 2 mit monatlicher Zahlweise. Lohnbuchhaltung wird hausintern selbst gemacht. Jetzt hast Du 4 solche Policen als Versicherungsnehmer im Bestand und musst diese Policen verwalten und bekommst auch alle laufende Post dazu. Die arroganten Versicherungsunternehmen wollen natürlich alle immer vom Geschäftskonto abbuchen, auf andere Zahlungsarten lassen die sich nicht ein. Bei den Policen mit monatlicher Zahlweise buchen die übrigens immer am Monatsersten ab, obwohl der umzuwandelnde Gehaltsanteil eines Angestellten erst am 30. eines Monats fällig ist. Ist ja auch nur die Liquidität des Arbeitgebers, die da strapaziert wird. Das alles verursacht zusätzliche Kosten, vom Verwaltungsaufwand, über die verlorengegangene Liquidität bis hin zu den zusätzlichen Bankgebühren für die Mehrbuchungen auf dem Geschäftskonto.

Ich kann Dir versichern, daß jeder Angestellte, der seinem Arbeitgeber unnötigen zusätzlichen Verwaltungsaufwand und zusätzliche Kosten beschert, damit negativ auffällt. Zu diesem erhöhten Verwaltungsaufwand gehören Vorgänge wie zum Beispiel:
- häufiger Krankenkassenwechsel
- VL-Verträge inkl. deren Wechsel
- Altersvorsorgeverträge (z. B. Entgeltumwandlungen), besonders schön bei einem Arbeitgeberwechsel, wenn bestehende Verträge mitgebracht oder mitgenommen werden sollen,
- Gehaltsabtretungen, Gehaltspfändungen

Beitrag 06.04.2015, 12:12

plataoro
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Ich persönlich habe aktuell folgendes Dilemma:

2011 habe ich eine Rentenversicherung mit "dynamik" abgeschlossen. D.h. die Beiträge erhöhen sich jedes Jahr um ein paar %. Aus den Versicherungsunterlagen ist es mir vollkommen unmöglich zu erkennen wie es um die Rentabilität steht.
Ich kann lediglich feststellen, dass die Summe der bisher gezahlten monatlichen Beiträge etwa 1.000 EUR ! höher ist als der ausgewiesene aktuelle "Rückkaufwert".

Wie ich das sehe entsteht durch die enthaltene Dynamik-Komponente die totale Intransparenz. Insbesondere die ausgewiesenen Zukunftswerte die jährlich zugeschickt werden sind nicht brauchbar da die Beiträge ja ständig angepasst werden.

Nun will ich auf jeden Fall wissen, ob sich das Weiterführen lohnt oder nicht und vor allem ob ich hier sogar Miese mache.
Hat jemand einen Tip wie ich mir einen Überblick verschaffen kann?

Beitrag 06.04.2015, 12:25

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plataoro hat geschrieben:Nun will ich auf jeden Fall wissen, ob sich das Weiterführen lohnt oder nicht und vor allem ob ich hier sogar Miese mache.
Hat jemand einen Tip wie ich mir einen Überblick verschaffen kann?
Du kannst Deinen Vertrag von einem Gutachter nachrechnen und bewerten lassen und Dir Handlungsempfehlungen geben lassen.

Relativ preiswert (65 €) macht das die Verbraucherzentrale Hamburg, allerdings haben die zur Zeit eine Bearbeitungsdauer von ca. 6 Monaten:
http://www.vzhh.de/versicherungen/3436/ ... ungen.aspx
http://www.vzhh.de/versicherungen/18654 ... %20Web.pdf

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